Sticky THE DAY - in wargaming history


      Hastenbeck von Von Louis Edouard Rioult
      chapitre.com/CHAPITRE/fr/PAINT…-sur-les-tro,5626156.aspx, Gemeinfrei, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15524121

      Hastenbeck ist auch eine feine Partie
      aber - wie man auf dem Bild sehen kann - ganz schön wellig
      wir spielen SYW generell auf zu flachen Feldern (wie halt fast alles)

      die französische Ordre de Bataille kann ich auch beisteuern:
      figuren.miniatures.de/schlacht…tenbeck-1757-estrees.html

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      27.7.:
      the daily feature:
      1880: Maiwand

      Die Schlacht von Maiwand war eine militärische Auseinandersetzung am 27. Juli 1880 zwischen der Britischen Armee und afghanischen Kriegern im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg.

      Nach der Kriegserklärung waren britische Truppen am 21. November 1878 in Afghanistan einmarschiert und hatten Kabul, Kandahar, Dschalalabad und Chostbesetzt.

      Der afghanische Emir Schir Ali floh, auf russische Hilfe hoffend, nach Masar-e Scharif, starb aber bereits im Februar 1879. Sein Sohn und Nachfolger MohammedYakub konnte sich nicht lange halten und so folgte ihm sein von den Briten unterstützter Neffe Abdur Rahman auf den Thron nach. Nach dem Vertrag von Gandamak bestimmten die Briten die Außenpolitik Afghanistans und kontrollierten das Land mit Garnisonen.

      Heart lag allerdings außerhalb effektiver britischer Kontrolle und im Frühjahr 1880 mehrten sich Anzeichen, dass der dortige Herrscher Ayub Khan Truppen zusammenzog.

      Am 21. Juni 1880 erhielten die Briten Kenntnis, dass diese 6000 bis 8000 Mann starke Armee am 15. Juni Richtung Kandahar abmarschiert war.

      Bis zum 11. Juli waren, in Erwartung des afghanischen Angriffs, am Hilmend unter Brigadier George Burrows 2.599 Soldaten und sechs Kanonen zusammengezogen worden. Sie vereinigten sich dort mit einer afghanischen Armee von mehr als 6.000 Mann und sechs Kanonen unter dem Kommando von Sher Ali. Die Loyalität dieser Truppen wurde aber von beiden Befehlshabern zunehmend angezweifelt. Noch bevor sie entwaffnet werden konnten, meuterten ihre Infanterie und Artillerieeinheiten und zogen los, um sich Ayub Khans Armee anzuschließen. Bei der Verfolgung der Meuterer konnten die Geschütze erobert werden.

      Ayub Khan war Burrows nun zahlenmäßig überlegen und letzterer beschloss, sich auf einen Straßenknoten bei Kuschk-i-Nachud zurückzuziehen. Ein Rückzug auf das befestigte Kandahar hätte Ayub Khan die Möglichkeit gelassen, sich frei im Land zu bewegen. Burrows beschloss, die Kavallerievorhut der Afghanen zu schlagen, bevor die feindliche Hauptmacht herankommen konnte.

      Am 26. Juli berichtete die britische Aufklärung, dass die feindliche Vorhut Maiwand erreicht habe und der Rest der Armee am nächsten Tag eintreffen und 10.500 Mann mit 34 Kanonen umfassen würde. Burrows schenkte den Nachrichten keinen Glauben. Am Morgen des 27. Juli marschierte die britische Brigade nach Maiwand ab, wo die Aufklärung feststellte, dass die afghanische Hauptarmee tatsächlich nur noch zwei Stunden entfernt sei. Für einen Rückzug war es nun zu spät, da die feindliche Armee sonst auf Grund ihrer höheren Schnelligkeit Kandahar hätte besetzen können. 2599 Briten mit 18 Kanonen standen 8500 Afghanen mit 30 Kanonen gegenüber, denen sich zusätzlich noch zahlreiche Stammeskrieger aus der Umgebung anschlossen.

      Die Briten waren bei den Infanteriewaffen technisch weit überlegen, während sie bei der Artillerie unterlegen waren. Burrows rückte von Süden nach Norden vor und ließ den Tross von Truppen gesichert im Dorf Mahmudabad. Westlich von Mahmudabad verlief eine Schlucht von Südwesten nach Nordosten und bog dann in nordwestlicher Richtung ab. Die Briten überquerten die Schlucht kurz hinter Mahmudabad in nordwestlicher Richtung. Etwas über einen Kilometer hinter ihr nahmen ihre Geschütze Stellung und feuerten ab 10 Uhr 45 auf die afghanische Kolonne. Die Infanterie ging rechts und links der Artillerie in zwei Linien in Stellung. Die Kavallerie nahm an der rechten Flanke in Kolonnen Aufstellung. Vier Kompanien Infanterie verblieben als Reserve. Den Briten war es gelungen, in diesem Begegnungsgefecht als erste Aufstellung zu nehmen und das Feuer zu eröffnen.

      Die Afghanen hatten die Briten nach links über die Schlucht gehen sehen und schwenkten ihrerseits nach rechts. Ayub Khan erkannte, dass die feindliche Defensivstellung auf dem offenen Gelände auf beiden Flanken verwundbar war, und befahl die Kavallerie an seine rechte Flanke und irreguläre Infanterie sowie Stammeskrieger an seine linke Flanke, wo sie in der nach Nordwesten abknickenden Schlucht Stellung nahmen. In der Mitte positionierte er reguläre Infanterie, um die Linie intakt zu halten. Eine halbe Stunde nach Feuereröffnung griff die überlegene afghanische Artillerie in den Kampf ein und beschoss die britische Linie.

      Kurz nach Mittag griffen die Stammeskrieger die rechte Flanke der Briten an, wurden aber von deren mit überlegenen Gewehren ausgestatteter Infanterie zurückgeschlagen und mussten in der Schlucht Schutz suchen.

      Auf der anderen Seite bedrohte die afghanische Kavallerie die linke Flanke der Briten. Die zwei am äußersten stehenden Infanteriekompanien schwenkten ein wenig nach innen und wurden von der Reserve verlängert, um der Gefahr zu begegnen. Das Feuer der Briten zwang die Kavallerie, außer Reichweite zu bleiben. Die afghanische Artillerie rückte währenddessen näher ans Kampfgeschehen heran. Zeitgleich marschierten die regulären Infanterieregimenter des Zentrums in Kolonnen auf die Mitte der britischen Linie vor. Burrows ließ Infanterie vorgehen, um die Aufstellung der afghanischen Kolonnen mit Salvenfeuer zu verhindern. Die überlegene Reichweite ihrer Gewehre zwang die Afghanen unter schweren Verlusten außer Reichweite.

      Nun gruppierten die Afghanen ihre Truppen um und führten die Artillerie näher an den Kampf heran, sammelten Infanterie im Zentrum und bedrohten zur Ablenkung weiterhin die Flanken der Briten. Gleichzeitig griffen irreguläre Kräfte die zum Schutz des Trosses zurückgelassenen Briten an und banden sie. Um 13 Uhr 30 ging den ersten britischen Geschützen die Munition aus. Ein Kavallerieangriff auf der linken Flanke konnte zurückgeschlagen werden. Ab 14 Uhr erstarb das afghanische Artilleriefeuer.

      Um 14 Uhr 30 griffen irreguläre Afghanen aus der Schlucht das Zentrum und die linke Flanke an. Der linke Flügel der Briten begann sich aufzulösen, und die Artillerie verließ das Schlachtfeld. Das Zentrum begann ebenfalls zu
      wanken. Ein von Burrows angeordneter Kavallerieangriff wurde abgewehrt und die Reiter zogen sich auf Mahmudabad zurück. Die britische Verteidigung brach zusammen und die Einheiten zogen sich auf Mahmudabad und Chik zurück. 100 Mann des 66th (Berkshire) Regiment of Foot stellten sich in den Obstgärten bei Chik zum Kampf und wurden bis auf den letzten Mann getötet.

      Die Briten flüchteten Richtung Kandahar und mussten große Verluste hinnehmen, die jedoch noch größer gewesen wären, wenn die Afghanen nicht innegehalten hätten, um zu plündern.

      Die Briten hatten 1757 Tote und 175 Verwundete zu beklagen und verloren große Mengen an Versorgungsgütern und Munition. Die Afghanen verloren 1250 reguläre Soldaten und zwischen 800 und 1500 irreguläre Kämpfer.

      Obwohl Ayub Khan einen Sieg errungen hatte, verfehlte er doch sein Ziel, Kandahar einzunehmen. Hätte er Burrows mit seiner Vorhut gebunden, hätte er mit seiner Hauptarmee Kandahar besetzen können. Selbst nach seinem Sieg ließ er acht Tage verstreichen, bevor er zur Belagerung vor Kandahar erschien, dessen Verteidigung bis dahin besser organisiert war.

      Die Briten hatten den Fehler begangen, ihre Truppen auf Kandahar, Helmand und Kalat zu verteilen, anstatt sie gegen Ayub Khan in Herat einzusetzen. Als sie endlich ihre Truppen zusammengeführt hatten, besiegte General Frederick Roberts den Ayub Khan am 2. September in der Schlacht von Kandahar. Die Briten sahen jedoch ein, dass es für die Durchsetzung ihrer politischen Interessen keine militärische Lösung gab, und zogen sich bald darauf aus Afghanistan zurück.

      Die katastrophalen Niederlagen bei Maiwand und in der Schlacht bei Isandhlwana gegen als unterlegen empfundene Gegner riefen in Großbritannien ein großes Echo hervor.

      Auch im aktuellen Wargames, Soldiers and Strategy (Nr.109) ist unter dem Titel "Blood bath for the biscuit boys" dieser Schlacht ein Artikel gewidmet, welcher zu einer näheren Beschäftigung anregt.
      Zudem bringt Wargames Atlantic gerade Afghanische Krieger in 28mm auf den Markt, und die Perrys haben auch dergleichen angekündigt.


      was war sonst noch los:

      1054: Lumphanan (Tod von Macbeth)
      1202: Basian
      1206: Kaiserschlacht bei Wassenberg
      1214: Bouvines
      1302: Bapheus
      1361: Visby
      1675: Salzbach (oder Sasbach, Tod des Marschall Turenne)
      1689: Killiecrankie
      1689: Lachine
      1710: Almenar
      1778: 1st Ushant
      1816: Negro Fort
      1823: Campillo de Arenas
      1857: Beginn der Belagerung von Arrah
      1864: 1st Deep Bottom

      CU tomorrow ......

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      El Cid wrote:

      1054: Lumphanan (Tod von Macbeth)


      Das Fancfiction-Theaterstück Macbeth ist zwar übelste englische Propaganda, aber sehr sehenwert ;)
      greetings from good old Simmering
      Manuel (19), Jus-Student - by Kurier :D (das waren noch Zeiten...)
      Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Ex 22,17
      Ich weiß, wo du wohnst; Offb 2,13a

      WoW/Keepers-Altpräsident und für die Idee begeistert, eine Carrerabahn im ganzen Clublokal zu installieren
      28.7.:
      the daily feature:
      1809: Talavera

      Am 28. Juni 1809 begann der Vormarsch Wellingtons durch das Tajotal, wobei am 3. Juli 1809 die spanisch-portugiesische Grenze überschritten wurde. In der Folge kam es zu gravierenden Problemen, wie Untätigkeit spanischer Kommandeure und zusammenbrechende Logistik, dennoch entdeckten die französischen Patrouillen am 22. Juli 1809 die britischen Truppen immer noch auf dem Marsch nach Madrid. Aufgrund der Befehle Kaiser Napoleons sollten sich in dieser Zeit mehrere französische Korps zu einer Armee zusammenschließen und gegen die britische Armee und Portugal vorgehen. Am 25. Juli 1809 hatten sich hundert Kilometer vor Madrid bei Talavera de la Reina zwei französische Korps mit dem aus Madrid herankommenden König Joseph in einer Gesamtstärke von 45.000 Mann verbunden. Die Spanier zogen sich – mit Kenntnis dieser Truppenkonzentration – wieder westwärts auf die britischen Truppen zurück. Dennoch stießen Spanier und Franzosen am 26. Juli 1809 östlich von Talavera aufeinander. Nur mit Glück gelang es den spanischen Truppen zu entkommen. Die Spanier zogen sich weiter auf die am 27. Juli 1809 bei Talavera in Stellung gehenden britischen Truppen unter Major General Sir Arthur Wellesley zurück.

      Die britisch-spanische Armee ging im Tajotal in Stellung. Die rechte Flanke (nahezu die gesamte spanische Armee Cuestas) der alliierten Armee ging bei Talavera auf der Ebene – direkt am Tajo – in Stellung, während der linke Flügel (die britischen Truppen) in den Hügeln Position bezog. Im Tal hatten die Spanier den Vorteil, durch dichte Hecken und Olivenhaine gute Verteidigungsstellungen beziehen zu können. Die britischen Truppen gingen entlang des Höhenkamms Cerro de Medellín in Position, wobei Wellesley seine Truppen in zwei gestaffelten Linien aufstellte.

      Bereits am 27. Juli 1809 kam es zu einem kleineren Zusammenstoß zwischen den feindlichen Armeen, als die britische Infanterie nahe den Ruinen von Casa de las Salinas Position bezog. Etwa um zwei Uhr nachmittags rückte französische Infanterie vor, um in dem zerklüfteten Gelände, das obendrein noch mit Olivenbäumen oder Wald durchzogen war, Stellung zu beziehen. Die britische Brigade Donkin sowie Teile der Brigade MacKenzie wurden von der französischen Division Lapisse' überrascht. Die beiden Regimenter der Brigade Donkin wurden ebenso überrannt wie ein weiteres britisches Infanterieregiment. Mit Mühe gelang es, die britischen Soldaten in einer Auffangstellung zu sammeln. Als sich britische Kavallerie näherte, verlangsamte sich der französische Angriff. Die Pause nutzten die britischen Truppen, um sich in die Hügelkette zurückzuziehen. Dieses kleine Gefecht kostete 100 französische Gefallene und Verwundete, während 400 britische Soldaten starben, verwundet wurden oder in Gefangenschaft gerieten. Die Franzosen gingen im Anschluss daran gegenüber der alliierten Armee in Stellung.

      Die Schlacht begann mit dem einsetzenden Artilleriebeschuss der Franzosen, nachdem diese ihre Stellungen eingenommen hatten. Die Schlacht selbst zerfiel in einzelne Gefechte.

      Der französische Abendangriff am 27. Juli
      Noch am Abend des 27. Juli gingen die Franzosen gegen den Cerro de Medellín vor und versuchten diesen zu besetzen, um diese vorteilhafte Position für den nächsten Tag zu sichern. Gegen neun Uhr abends überquerten Teile der französischen Infanterie-Division Lapisse den Höhenkamm und überrannten die Infanterie-Brigade der King's German Legion (KGL) unter Oberst Löw. Aus der zweiten Linie marschierte unter Befehl von Major General Rowland Hill die Brigade Stewart vor und trieb im Nahkampf binnen kürzester Zeit die Franzosen wieder vom Hügelkamm.

      Die Morgenattacke am 28. Juli
      Gegen fünf Uhr morgens eröffneten in der Nacht aufgestellte französische Batterien das Feuer auf die britischen Positionen. Eine halbe Stunde später begann dann auch die französische Infanterie vorzugehen. Dabei gerieten die Franzosen bald in das Feuer der vorgeschobenen leichten Infanterie. Diese ließ sich zurückfallen, bereitete aber den vorrückenden 5.000 Franzosen der Division Ruffin die ersten Verluste. Auf Musketenreichweite feuerte die britische Infanterie eine vernichtende Salve, die dem französischen Vormarsch ein abruptes Ende setzte. In den kommenden Minuten folgte ein reines Feuergefecht auf engstem Raum, bis die britische Infanterie der Brigade Sherbrooke zum Bajonettangriff vorging, und die Franzosen überhastet flohen.

      Die Nachmittagsattacken
      Gegen zwei Uhr nachmittags wurden 4.600 deutsche Soldaten der Division Leval des Rheinbundes gegen das alliierte Zentrum geschickt. Diesen gelang es, die vorgeschobenen britischen Posten zurückzudrängen, doch scheiterte der Angriff an einer befestigten spanischen Artilleriestellung mit zehn Geschützen und dem Feuer der britischen Infanterie. Die badischen Bataillone wurden durch die Artillerie schwer getroffen. In dieser Situation ging die britische Brigade unter Henry Frederick Campbell zum Gegenangriff vor, wobei Teile der Division Leval überrannt wurden. Dadurch wurde auch der Rest der Division, der nahezu unbehelligt mit den Spaniern gekämpft hatte, ebenfalls zum Rückzug gezwungen.

      Um drei Uhr nachmittags erfolgte ein erneuter französischer Angriff durch die Divisionen Lapisse und Sebastiani auf das britische Zentrum und insbesondere auf die Truppen der 1. britischen Infanterie-Division. Alle vier Brigaden warteten bis zum letzten Moment, bis sie auf kürzeste Distanz das Feuer auf die Franzosen eröffneten und dann sofort mit dem Bajonett angriffen. Allein die Verluste durch die geschlossene Salve waren katastrophal auch der badische Generalmajor Heinrich von Porbeck fiel bei dem Angriff. Gegen vier Uhr nachmittags wurde die Division Leval erneut zum Sturmangriff vorgeschickt. Auch diesmal wurden die deutschen Rheinbundtruppen durch Salvenfeuer im Anmarsch dezimiert, dem ein Bajonettangriff in Verbindung mit einer Kavallerieattacke der Spanier ein Ende setzte. Die Division Leval zog sich ungeordnet zurück. Derweil stoppte die Division Sebastiani den von der 1. britischen Infanterie-Division vorgetragenen Angriff. Gemeinsam mit den Resten der Division Lapisse und Reserven gingen die Franzosen alsbald zum Gegenangriff über. Im Rückzug auf Ihre alte Position wehrten sich die britischen Truppen verzweifelt. Ein Zusammenbrechen der britischen Front konnten nur die Reserven der Brigade MacKenzie verhindern, die in die erste Linie gezogen worden waren und sich der Übermacht der Franzosen
      für fast 45 Minuten nahezu alleine stellten. Nachdem die französischen Truppen zudem von der britischen Kavallerie angegriffen wurden, brach dieser Angriff zusammen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die britischen Reserven der Brigaden MacKenzie und Donkin auf der einen Seite und die Franzosen andererseits nahezu ausgelöscht. Den Briten gelang es, ihre aufgelöste Infanterie in der zweiten Linie wieder zu sammeln. Der französische Gegenangriff der Division Lapisse verzögerte sich, während die zum Rückzug gezwungenen britischen Bataillone gesammelt wurden. Auf kürzeste Entfernung trugen beide Seiten einen Nahkampf aus, den die Franzosen schließlich verloren gaben, nachdem die französische Division Sebastiani den Rückzug angetreten hatte. Nach vier Uhr nachmittags versuchten die Franzosen, die Höhenzüge nordwärts zu umgehen. Ein Kavallerieangriff der Briten brach allerdings zusammen. Dennoch traten die Franzosen gegen 20 Uhr den Rückzug an, da sie glaubten, an ihren Flanken umgangen worden zu sein.

      Ein geniale Schlacht aus dem Peninsular-Kriegen, wäre was für ein Club- oder Club-übergreifendes Projekt.
      Die Ordres de Bataille findet man u.a. hier:
      fr.wikipedia.org/wiki/Ordre_de…e_la_bataille_de_Talavera

      was war sonst noch los:
      1330: Welbaschd
      1364: Cascina
      1402: Ancyra
      1480. Otranto
      1635: Eroberung der Festung Schenkenschans
      1656: Warschau (bis 30.7.)
      1696: Eroberung von Azow
      1812: Kljastizy/Jakubowo
      1813: Sorauren
      1863: Stony Lake (Henry Hastings Sibley's Kampagne gegen die Sioux)
      1864: Ezra Church
      1864: Killdeer Mountain (Brigadier General Alfred Sully's Kampagne gegen die Sioux)
      1914: Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg – Beginn des 1. Weltkriegs

      CU tomorrow ......

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      29.7.:
      the daily feature:
      1693: Neerwinden (oder Landen)

      Die Schlacht bei Neerwinden, auch Schlacht bei Landen genannt, am 29. Juli 1693 war eine der Hauptschlachten des Krieges der großen Allianz. Sie endete mit einem klaren Sieg der Franzosen unter François-Henri de Montmorency-Luxembourg über die Alliierten unter Wilhelm III. von Oranien-Nassau. Sie war eine der verlustreichsten Schlachten des 17. Jahrhunderts.

      Den Alliierten war es in den ersten Monaten des Jahres 1693 nicht gelungen, frühzeitig ihre Truppen zu sammeln. Daher begann der Feldzug erst im Juni. Anfangs waren die Alliierten zahlenmäßig auf dem niederländischen
      Kriegsschauplatz leicht überlegen. Dennoch gelang es Luxemburg die Verbündeten einen Monat lang zu blockieren, ehe ihn Versorgungsschwierigkeiten zwangen über die Gete zurückzugehen. Wilhelm III. griff den Gegner nicht an, nutzte die Gelegenheit, mit kleineren Einheiten verschiedene unbedeutende Siege zu erzielen. Dadurch wurde die Hauptarmee der Alliierten indes stark geschwächt. In der Folge lag daher die Initiative bei den Franzosen. Marschall Luxemburg konnte am 23. Juli Huy einnehmen und drohte Lüttich anzugreifen. Wilhelm III. verstärkte daraufhin die Besatzungen in Lüttich und Maastricht.

      Mit der nun weiter geschwächten Hauptmacht nahmen die Alliierten eine abwartende Stellung an der Kleinen Gete ein. Luxemburg brach seinen Marsch auf Lüttich ab und wandte sich mit allen Kräften, die er hatte, am 28. Juli in
      Richtung der gegnerischen Armee mit dem Ziel, eine Entscheidungsschlacht herbeizuführen.

      Die Position der Alliierten war wegen der nur teilweise vorhandenen natürlichen Verteidigungsmöglichkeiten wenig vorteilhaft. Außerdem befand sich hinter den Truppen der Fluss. Bei einer Niederlage war ein Entkommen kaum
      möglich.

      Die Stellungen der Verteidiger waren 9 km lang und waren in drei Abschnitte geteilt. Der linke Flügel stand zwischen den Dörfern Dormael und Neerlanden. Nach vorne geschützt wurde der Bereich von einem nicht ohne weiteres zu überschreitenden Bach. Daher wurden hier nur etwa 59 Kavallerieschwadrone unter dem Fürsten Johann Ernst von Nassau-Weilburg postiert.

      Im mittleren Frontabschnitt kommandierte Wilhelm III. selbst. Dort fehlte es fast völlig an natürlichen Hindernissen. In der Nacht vom 28. auf den 29. ließ der König daher Befestigungen anlegen. In diesem Bereich standen 41
      Bataillone Infanterie und der Großteil der Artillerie.

      Der rechte Flügel wurde von Max Emanuel kommandiert. Er reichte von Neerwinden bis zur Mündung des Windenbach in die kleine Gete. Zwischen dem Ort Laer und der Mündung stellte dieser Bach einen Schutz dar. Allerdings wurden die Orte Neerwinden und Laer stark befestigt. Der Kurfürst verfügte über 17 Bataillone, 56 Eskadrone und einige Geschütze. In den Dörfern befanden sich zusätzlich jeweils 6 Bataillone.

      Die Franzosen lagerten in der Nacht bei dem Ort Landen. Am nächsten Morgen gruppierten sich die Truppen zum Angriff. Gegen den linken Flügel der Gegner ließ Luxemburg überhaupt nicht vorgehen. Er konzentrierte seine Angriffe auf die Mitte und den rechten Flügel; das Zentrum, Neerwinden und die Befestigungen wurden mit schwerem Geschützfeuer belegt. Ein erster schwerer Angriff mit 32 Bataillonen und 54 Eskadronen richtete sich auf die Stellungen des Kurfürsten. Weitere schwere Angriffe richteten sich gegen Neerlanden und einen weiteren Ort. Den Franzosen gelang es nach schweren Kämpfen die Orte einzunehmen. Der Kurfürst konnte die Truppen sammeln und zu einem erfolgreichen Gegenangriff führen. Mit verstärkten Kräften versuchte Luxemburg erneut anzugreifen. Mit Hilfe von Verstärkungen aus dem Zentrum konnte der Angriff nach Anfangserfolgen der Franzosen zurückgeschlagen werden.

      Nach einer Ruhepause ließ Marschall Luxemburg seine Armee auf der ganzen Linie angreifen. Der Schwerpunkt beider Armeen hatte sich in Richtung Westen zum kurfürstlichen Frontabschnitt verlagert. Durch die Verstärkungen, die Wilhelm III. geschickt hatte, konnte die gegnerische Übermacht nicht ausgeglichen werden. Gleichzeitig hatte diese Abordnung das Zentrum der alliierten Front geschwächt, so dass auch dort Gefahr drohte. Den Franzosen
      gelang es den Abschnitt des Kurfürsten vom Zentrum zu trennen. Ihnen gelang es auch die Befestigungen zu überwinden. Ein Gegenangriff der alliierten Kavallerie, die man vom linken Flügel herbeiholte, kam zu spät. Die Hauptmacht der Alliierten musste über die kleine Gete zurückweichen. Unter schweren Verlusten zogen sich schließlich auch die Truppen unter Max Emanuel über die kleine Gete zurück. Viele Soldaten ertranken.

      Der Sieg der Franzosen war eindeutig. Allerdings waren auch sie erschöpft, so dass sie nicht hinter den Gegnern hersetzten. Daher war die Niederlage nicht kriegsentscheidend und die militärische Lage blieb in den folgenden Jahren unentschieden.

      Die Schlacht war eine der blutigsten des 17. Jahrhunderts. Der Marschall von Luxemburg konnte 55 Standarten und 25 Fahnen der Gegner in Notre Dame de Paris aufhängen lassen. Er wurde daher scherzhaft Tapezierer von Notre Dame genannt. Auf längere Sicht wirkte sich die Niederlage von Neerwinden zusammen mit denen in Fleurus (1690) und Steenkerke allerdings dahingehend aus, dass die Niederlande, England und das Heilige Römische Reich 1694 separate Friedensverhandlungen mit Frankreich einleiteten.

      Wäre eine feine Sache für "Beneath the Lily Banners" ........


      was war sonst noch los:
      904: Thessaloniki
      923: Firenzuola
      1014: Kleidion
      1018: Vlaardingen
      1030: Stiklestad
      1474: Beginn der Belagerung von Neuss
      1588: Gravelines
      1610: Beginn der Belagerung von Jülich
      1938: Chassan-See

      CU tomorrow ......

      Post was edited 1 time, last by “El Cid” ().

      30.7.:
      the daily feature:
      1864: Battle of the Crater

      Am späten Abend und in der Nacht verließen die 1. bis 3. Division des IX. Korps ebenso wie die für die Ausweitung des Erfolges vorgesehenen Verbände der benachbarten Korps ihre Feldbefestigungen und verlegten weitgehend lautlos in die Räume, aus denen der Angriff beginnen sollte. Die 1. Division erreichte ihre Ausgangsstellungen erst gegen 2:00 Uhr. Insgesamt standen ungefähr 50.000 Soldaten für den Angriff bereit.

      Um die Detonation zeitgerecht um 03:30 Uhr erfolgen zu lassen, zündeten Soldaten des 48. Pennsylvania Infanterieregiments die Zündschnur im Stollen an. Als bis 04:00 Uhr keine Detonation erfolgt war, wagten sich erneut Soldaten in den Stollen. Die Zündschnur war ausgegangen. Die Soldaten bauten eine neue Lunte ein und entzündeten diese. Um 04:44 Uhr detonierten die unter Elliot’s Salient verbauten dreieinhalb Tonnen Sprengstoff.

      Die Detonation überraschte viele konföderierte Soldaten im Schlaf. Körper und Körperteile, Kriegsgeräte und Erde flogen durch die Luft, viele Soldaten in Unterständen wurden verschüttet. Durch die Detonation waren unmittelbar 278 Soldaten getötet oder verwundet worden Die Artilleriebatterie verlor alle vier Geschütze. Die überlebenden Soldaten in den Feldbefestigungen beiderseits Elliot’s Salient flohen demoralisiert. Zwischen der 1. Division und Cemetery Ridge befanden sich daher keine konföderierten Truppen mehr. Direkt nach der Detonation riegelte die Unionsartillerie das Gelände jenseits des entstandenen Kraters ab.

      Die Wucht der Detonation überraschte auch die Soldaten der 1. Division des IX. Korps. Viele verließen in Panik den Ort, an dem sie sich befanden, und suchten weiter hinten Schutz vor umherfliegenden Brocken. Dadurch kam die Gefechtsordnung völlig durcheinander. Der ohrenbetäubende Lärm des fast zeitgleich einsetzenden Artilleriefeuers erschwerte das Herstellen der Ordnung.

      Als sich Rauch und Qualm der Detonation nach 20 Minuten verzogen hatten, kletterten die ersten Angreifer aus den Feldbefestigungen. Deren Wände waren ungefähr 2,40 m hoch und die angreifenden Soldaten hatten keine Leitern dabei. Über schnell gefüllte Sandsäcke und in die Holzverschalung getriebene Bajonette kletterten die Soldaten nacheinander über den Grabenrand, so dass die vorgesehene Gefechtsformation nicht eingenommen werden konnte. Das Durcheinander vergrößerte sich, als die Angreifer sich Wege durch die eigenen Geländeverstärkungen suchen mussten. Ohne Gegenwehr erreichten die ersten Soldaten den durch die Detonation geschaffenen Krater. Der war 10 Meter tief, 60 Meter breit und 20 Meter lang. In der Frontlinie der Konföderierten klaffte eine 300 m breite Bresche. Zu beiden Seiten der Bresche waren die Stellungen auf einer Länge von 300 m von den Konföderierten verlassen.

      Als das vorderste Regiment den Kraterrand erreicht hatte, blieben die Soldaten erstaunt stehen und bestaunten das Ergebnis der Explosion. Schließlich kletterten sie in den Krater, teilweise um Souvenirs zu ergattern, teilweise auch um verschütteten Konföderierten zu helfen. Da der Auftrag den Angriff durch die Bresche, die jedoch zum Krater geworden war, vorsah, folgten die Offiziere ihren Soldaten. Das Gleiche geschah bei den folgenden Regimentern der 1. Division. Eine Fortführung des Angriffs aus dem Krater heraus gelang nicht, weil die Kraterwände nur unter großen Schwierigkeiten ohne Leitern zu erklettern waren. Der Divisionskommandeur, Brigadegeneral Ledlie, war dem Angriff noch nicht gefolgt und hielt sich in einem Unterstand in den Feldbefestigungen auf. Dort verblieb er für die Dauer der Schlacht.

      Einigen Offizieren des 14. New York Heavy Artillerie-Regiments – als Infanteristen eingesetzt –gelang es, Teile ihrer Einheiten auf dem Kraterrand auf die andere Seite zu führen und dort in die Feldbefestigungen der Konföderierten einzubrechen.

      Die Gewalt der Detonation erschreckte die Angehörigen der beiderseits des Vorsprungs eingesetzten Regimenter genauso wie deren Gegenüber. In Panik verließen Soldaten ihre Feldbefestigungen und flohen nach Westen. In den konföderierten Feldbefestigungen jeweils 150 m beiderseits des Kraters befanden sich nur noch wenige konföderierte Soldaten.

      Als die Konföderierten die Annäherung der Unionstruppen erkannten, eröffneten die beiderseits und rückwärts des Kraters eingesetzten Artilleriebatterien das Feuer. Auch die in den Feldbefestigungen verbliebenen Infanterieregimenter begannen aus den Flanken auf die angreifenden Unionssoldaten zu schießen.

      Die verschanzten sich im Krater in der Fehlannahme, dass dies eine gute Deckung sei. Konföderierte Truppen unter der Leitung von Brigadegeneral William Mahone umringten in einem Gegenangriff den Krater und feuerten von allen Seiten hinein. Als die 1. Division den Krater besetzte, gelang es konföderierten Offizieren, die Panik unter den geflohenen Soldaten zu beenden und sie in die verlassenen Stellungen zurückzuführen. Dort wirkten sie auf die nachrückende 2. Division des IX. Korps. Gleichzeitig kam es westlich des Kraters zu Grabenkämpfen mit der dort eingedrungenen Infanterie.

      General Lee, der seinen Gefechtsstand nur 500 m westlich des Kraters bezogen hatte, befahl gegen 06:00 Uhr einen Gegenangriff mit zwei Infanteriebrigaden unter der Führung Generalmajor William Mahones.

      Die 2. und 3. Division folgten der 1. Division. Wegen des sich immer mehr steigernden Abwehrfeuers in die Flanken der Angreifer bezog jeweils eine Brigade Stellungen rechts und links des Kraters, um einen Flankenschutz aufzubauen. Die beiden anderen Brigaden gelangten ebenfalls in den Krater. Die Soldaten im Krater waren dem sich immer mehr steigernden Artillerie- und Infanteriefeuer schutzlos ausgesetzt, da die steilen Wände keine Deckung boten.

      Die im Kampf um und in Feldbefestigungen ungeübten Soldaten des 14. New York Heavy Artillerie-Regiments hatten sich teilweise in den Stellungen verirrt und wurden von den zurückkehrenden Konföderierten in Richtung des Kraters zurückgeworfen.

      Anstatt den Angriff verloren zu geben, schickte Maj. Gen. Burnside die farbigen Truppen des USCT unter Brigadegeneral Edward Ferrero in die Schlacht, die sich ebenfalls im Krater zu verschanzen versuchten.

      Weitere Unionstruppen trieben die Konföderierten für einige Stunden im Mann-gegen-Mann-Kampf zurück, letztendlich waren die Konföderierten unter Mahone aber in der Lage, die Befestigungsanlage wieder komplett zu sichern.

      Meade klagte Burnside im Folgenden an. Burnside wurde in der Untersuchung gerügt und nie wieder in den aktiven Dienst zugelassen. Anfang des Jahres 1865 wurde Burnside entlastet und Meade für die Änderung des Angriffsplans verurteilt. Ledlie wurde für sein Verhalten während der Schlacht entlassen.

      Pleasants, der an der Schlacht selbst nicht beteiligt war, erhielt Lob für Idee und Ausführung. Für seine Benennung zum Brevet-Brigadegeneral am 13. März 1865 wurde seine Rolle explizit erwähnt.

      Mahones Sieg sorgte für einen dauerhaften Ruf als einer der besten jungen Generäle in Lees Armee im letzten Kriegsjahr.

      Die komplette Aktion inklusive Vorgeschichte findet man hier:
      de.wikipedia.org/wiki/Kraterschlacht

      Eine sehr spezielle Schlacht, aber für eine Clubaktion - und einen guten Modellbauer - sicher eine tolle Sache.


      was war sonst noch los:
      101 v. Chr: Vercellae (Raudische Felder)
      1809: Beginn der Walcheren-Expedition
      1839: Einnahme von Kabul
      1847: Revolte in Tepich, Beginn des Kastenkrieges (bis 1901!)

      CU tomorrow ......

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      31.7.:
      the daily feature:
      1760: Warburg

      Die Schlacht bei Warburg (auch als Gefecht oder Treffen bei Warburg bezeichnet) war eine militärische Auseinandersetzung während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763), die am 31. Juli 1760 bei Warburg im heutigen Nordrhein-Westfalen stattfand. Eine alliierte Armee aus kur-braunschweig-lüneburgischen, braunschweig-wolfenbüttelschen, hessen-kasselschen und britischen Truppen unter Führung des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel besiegte darin eine etwas stärkere französische Heeresabteilung unter dem Comte de Muy. Durch diesen Sieg gelang es den Alliierten, zumindest die Diemel-Linie und somit Westfalen zu verteidigen, während sie gleichzeitig Hessen-Kassel aufgeben mussten.

      Die Schlacht fand in unmittelbarer Nähe der Stadt Warburg im Fürstbistum Paderborn statt. Die überwiegend katholische Bevölkerung war den durchweg protestantischen deutsch-britischen Alliierten durchaus nicht freundlich gesinnt, wobei die ständische Gesellschaft des Hochstifts im schon drei Jahre wütenden Siebenjährigen Krieg im Paderborner Land sich angesichts fouragierender und plünderner Truppen aller Seiten eher ihrem Schicksal ergab. Warburg selbst war zwar die zweitgrößte Stadt des Fürstentums, aber nur unzureichend durch eine mittelalterliche Mauer befestigt. Nordöstlich der Stadt befindet sich der steil aufragende Desenberg inmitten der fruchtbaren Ebene Warburger Börde. Die Diemel begrenzte im Süden das Schlachtfeld. Sie konnte mit einigem Aufwand von Truppen überwunden werden. Bedeutung für die Schlacht hatte vor allem der Höhenzug Richtung Ossendorf; ein wenig abgesetzt befindet sich als eine weitere Erhebung der Heinberg mit dem alten Wachturm Heinturm. Zur Zeit der Schlacht standen die Felder in Ernte.

      Das Korps des Chevalier de Muy umfasste (ohne die Miliz-Bataillone und Freikorps) 28 Bataillone, 31 Eskadronen und 24 Geschütze mit etwa 18.000 Mann. Diese standen nördlich der Diemel auf einem Höhenzug, der nordwestlich von Warburg bis Ossendorf verlief. Von der französischen Stellung aus war das gesamte Gelände bis zum Desenberg südwestlich von Daseburg überschaubar. Die Stellung war relativ günstig und hatte nur den einen Nachteil, dass ihre geringe Tiefe Truppenverschiebungen erschwerte. Südlich der Stellung gab es bei Warburg und Germete Brücken über die Diemel, die um diese Jahreszeit ohnehin nur wenig Wasser führte.

      Am Morgen des 30. Juli besichtigte der Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel vom Desenberg aus die französische Stellung. Er kannte das Gelände, da er im vorangegangenen Winter sein Winterquartier in Warburg aufgeschlagen hatte. Er entschloss sich zum Angriff und meldete dies an das alliierte Hauptquartier, das gerade dieselbe Absicht entwickelt hatte. Der Erbprinz plante, mit seinen Truppen in der Nacht die französische Stellung zu umgehen und deren linke Flanke am Heinberg anzugreifen. In der Front sollte nur ein schwacher Ablenkungsangriff durchgeführt werden. Der Herzog von Braunschweig hatte inzwischen beschlossen, mit der ganzen Armee nach Warburg zu marschieren. Deshalb wies er den Erbprinzen an zu warten und seine Umgehung erst zu beginnen, wenn die Hauptarmee die Diemel überschritten und somit nahe genug herangekommen wäre. Die Hauptarmee verließ ihr Lager bei Calden um 9 Uhr abends und überschritt die Diemel auf Pontonbrücken zwischen Liebenau und Trendelburg.

      Am Morgen traf der Herzog vor Warburg ein. Da sich der Übergang des Hauptheeres verzögerte, befahl er dem Erbprinz und General von Spörcken um 7 Uhr, die Umgehungsbewegung einzuleiten, ohne weiter zu warten. Die Truppen, die 14.578 Mann umfassten, formierten zwei Kolonnen. Die rechte marschierte unter General Spörcken über Borgentreich, nördlich um Großeneder und Nörde herum auf Ossendorf. Die linke Kolonne, geführt von General von Zastrow, gelangte über Lütgeneder, Hohenwepel um Menne herum ebenfalls nach Ossendorf.

      Lieutenant-General de Muy wusste, dass die alliierte Armee in der Nähe war, konnte aber aufgrund des Morgennebels das Gelände nicht einsehen. Er entsandte deshalb Maréchal-de-camp de Castries mit einigen Grenadier- und Jägerkompanien, zwei Regimentern Dragonern und den „Chasseurs de Fischer“ gegen den Desenberg, um mehr Klarheit zu gewinnen. Dieser stieß dort auf die Légion Britannique unter Major August Christian von Bülow, die sich allerdings schnell nach Rösebeck absetzte. Als es gegen 9:30 Uhr aufklarte, erkannte de Castries und der herbeigeeilte de Muy schließlich die anrückenden feindlichen Kolonnen. De Muy gab Befehl, eine Nachhut am Desenberg zurückzulassen und mit dem Chasseurs de Fischer Warburg zu besetzen. Seinen Truppen schließlich befahl er, sich in Schlachtordnung zu formieren. Da ein Angriff von Osten her erwartet wurde, war die Aufstellung dorthin ausgerichtet. Vier Infanterie-Brigaden und zwei Batterien Artillerie nahmen unter Maréchal de camp de Ségur auf den Höhen westlich von Warburg ihre Positionen ein. Der linke Flügel war vor Ossendorf hakenförmig zurückgebogen. Rechts daneben schlossen zwei Infanterie-Brigaden unter Maréchal de camp de Maupeou an. Die Kavallerie unter den Generalen Lützelburg und Dauvet stand im Zentrum, wo sie ein günstigeres Angriffsgelände
      vor sich hatte. Hinter der Kavallerie hielt de Muy die Brigade Rouergue in Reserve. Die Bagage wurde vorsichtshalber auf das südliche Ufer der Diemel gebracht.

      Es war bereits nach 12:00 Uhr, als die alliierten Umgehungskolonnen ihr Ziel erreichten. Die rechte Kolonne gelangte über Nörde nach Ossendorf und formierte sich dort mit der Front nach Südosten. Die linke Kolonne formierte sich gleichzeitig zwischen Ossendorf und Menne. Da der Platz begrenzt war, mussten die Kavallerie-Verbände hinter den beiden Treffen der Infanterie aufgestellt werden. Unterdessen begann die schwere alliierte Artillerie unter dem hessischen Oberstleutnant Huth mit der Beschießung der französischen Stellung. An der Spitze der rechten Kolonne marschierten zwei englische Grenadier-Bataillone unter Lieutenant Colonel Beckwith. Diese drängten einige französische Vorposten zurück, welche Lieutnant-général de Muy davon in Kenntnis setzten, dass das Ziel des alliierten Angriffs offenbar der Heinberg mit seinem mittelalterlichen Turm war. De Muy reagierte, indem er zunächst ein Bataillon des Regiment de Bourbonnais auf die Anhöhe beorderte. Um dies zu verhindern, versuchten die Alliierten in Eilmärschen den Franzosen zuvorzukommen. Lieutenant Colonel Beckwith lief persönlich mit zehn Grenadieren voraus, während ihm der Erbprinz mit 30 weiteren Soldaten folgte. Als nun das französische Bataillon sich der Hügelkuppe näherte, wurde es von scharfem Abwehrfeuer empfangen. Da unklar war, mit welcher Anzahl Gegner man es zu tun hatte, ließ der französische Kommandeur den Vormarsch einstellen, um auf die Ankunft des II. Bataillons des Regiments zu warten. Die Minuten, die nun verstrichen, erlaubten dem gesamten englischen
      Grenadier-Bataillon Daulhat den Heinberg zu besetzen. Danach griff das Regiment de Bourbonnais, dem bald die gesamte Brigade gleichen Namens folgen sollte, erneut an. Die doppelte zahlenmäßige Überlegenheit der Franzosen
      drängte die Engländer bald zurück, doch die Ankunft des englischen Bataillons Maxwell stellte die Situation wieder her. Als Lieutenant Général de Muy die Gefahr erkannte, befahl er der Brigade Bourbonnais, den Heinberg zu besetzen. Dieser gelang es auch zunächst, das englische Bataillon zurückzuwerfen, De Muy beorderte nun auch die Brigaden Couronne und Rouergue heran.

      Inzwischen trafen jedoch weitere alliierte Bataillone der rechten Kolonne ein, die bisher durch die Artillerie bei Ossendorf aufgehalten worden waren. Die Einheiten der linken Kolonne formierten sich hastig und griffen an, ohne den Gesamtaufmarsch abzuwarten. Die Bataillone des hessischen 4. Garde-Regiments wandten sich hier gegen die Höhen östlich von Ossendorf, welche von den schweizerischen Regimentern Jenner und Planta verteidigt wurden. Unter dem Druck der hannoveranischen und hessischen Truppen wich der französische linke Flügel langsam zurück.Ein kurz darauf erfolgender Angriff der englischen Kavallerie-Regimenter Royal Dragoons und 7th Light Dragoons
      erschütterte die französische Linie schließlich entscheidend.

      Lieutnant-général de Muy erkannte, dass seine Stellung unhaltbar geworden war, und befahl, Vorbereitungen für den Rückzug zu treffen. Die beiden Brigaden des rechten Flügels sollten abmarschieren und südlich der Diemel eine Auffangstellung beziehen. Die Kavallerie sollte ihnen folgen.

      Ende Teil 1

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      Warburg - Teil 2

      Herzog Ferdinand von Braunschweig hatte inzwischen erkannt, dass die Masse seiner Armee im hohen Korn nicht schnell genug herankommen würde, um noch in die Kämpfe eingreifen zu können. Er erteilte deshalb der Kavallerie unter John Manners, Marquess of Granby, den Befehl, dem Gros vorauszueilen. Letzterer erschien schließlich mit 22 Schwadronen auf dem Schlachtfeld und wurde von zwei leichten Artillerie-Brigaden unterstützt, die von Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe kommandiert wurden. Granby formierte die Reiterei in zwei Treffen und griff die im Abmarsch begriffenen Franzosen sofort an. Da sich die französischen Truppen bereits zurückzogen, konnten sich nur das Régiment Royal-Piémont cavalerie und das Régiment de Bourbon dragons mit je sechs Schwadronen dem Angriff entgegen werfen. Den Reitern gelangt es, die 1st Dragoon Guards des britischen rechten Angriffsflügel zu umfassen und zurückzudrängen, doch diesen kamen die Horse Guards zu Hilfe. Das Regiment Bourbon dragons wurde zurückgeworfen und verlor dabei eine Standarte.

      „Die Aufopferung der Bourbonischen Kavallerie rettete die zurückweichenden Franzosen vor der vollen Auswirkung des britischen Angriffs, konnte sie aber nicht vor einer erbarmungslosen Verfolgungsjagd bewahren.“ Nachdem aber diese letzten organisierten französischen Einheiten zersprengt waren, stürzte die britische Kavallerie erst den fliehenden feindlichen Reitern nach und griff dann auch die zurückgehende Infanterie an. In dieser Phase erlitten die Franzosen den größten Teil ihrer Verluste. Ein ganzes Bataillon des Regiments Planta wurde eingekreist und zur Kapitulation gezwungen. Auch hunderte Soldaten der Regimenter Bourbonnais und Lochmann wurden gefangen genommen. Das Freikorps Fischer war von der Légion Britannique inzwischen aus Warburg vertrieben worden. Auf offenem Feld wurde es nun ebenfalls von der alliierten Kavallerie eingeholt und vollständig aufgerieben.

      General de Muy versuchte unterdessen, südlich der Diemel Reste seiner Truppen zu sammeln, während der größte Teil vom Schlachtfeld floh. Die beiden Infanterie-Brigaden Touraine und De la Tour du Pin hatten rechtzeitig und intakt auf den Höhen dort Stellung bezogen und deckten die Absetzbewegung der geschlagenen Heeresteile. Später zogen auch sie sich zurück. Während dieser Flucht fiel zudem ein Teil der französischen Bagage bei Mengeringhausen in die Hände einer alliierten Streifabteilung Herzog Ferdinand von Braunschweig setzte 12 britische Bataillone und 10 Schwadronen Kavallerie unter dem Marquess of Granby zur Verfolgung des geschlagenen Gegners an, während der Rest der Truppen auf dem Schlachtfeld oder auf den Höhen südlich der Diemel zur Ruhe überging.

      Die alliierten Truppen verloren in der Schlacht bei Warburg 66 Offiziere und 1173 Mann. Dabei waren nur wenige Infanterie-Regimenter und die Kavallerie des Marquess of Granby ins Gefecht gekommen Allein das Grenadier-Bataillon Maxwell hatte 240 Mann verloren und auch die Verluste des Grenadier-Bataillons Daulhatt wogen schwer. Die Kavallerie des Marquess of Granby hatte 590 Mann verloren. Damit waren von den etwa 1200 verlorenen Soldaten mehr als 830 Briten. Das Korps de Muys büßte nach dessen eigenen Angaben 4203 Mann, davon 240 Offiziere, an Verlusten ein. Von diesen sollen 78 Offiziere und 2100 Mann in Gefangenschaft geraten sein. Die Beute der Alliierten umfasste 12 Geschütze, 28 Munitionswagen sowie 10 Fahnen und Standarten.

      Ein weiterer Artikel aus britischer Sicht findet sich hier:
      britishbattles.com/frederick-t…rs-war/battle-of-warburg/

      Außerdem empfehlen - für das feeling des "Kleinen Krieges" im SYW - kann ich:
      yumpu.com/de/document/read/219…-dem-siebenjahrigen-krieg

      und das hier:
      vhghessen.de/inhalt/dig_bib/Hessische_Chroniken/01_Die Isthaer Chronik.pdf

      Ich überlege da auch wieder mehr einzusteigen,. habe ich doch in 15mil das Freikops-Regiment Clermont-Prince inklusive Artillerie und Kavallerieschwadron sowie eine Schwadron Volontaires de Flandre.
      Ja, und die absolut seltenen und daher eigentlich unbezahlbaren Druckwerke über
      den SYW von Pengel&Hurt aus den 70ern als Quellenmaterial.
      Alte Essex-Minis lägen auch noch ausreichend im Keller ......


      was war sonst noch los:
      30 v. Chr: Alexandria
      1423: Cravant
      1741: Einnahme von Passau
      1763: Bloody Run
      1789: Focşani
      1812: Podobna/Gorodeczno (Julianischer Kalender; Gregorianisch 12. August)
      1849: Segesvár
      1904: Hsimucheng
      1917: Beginn der dritten Schlacht von Ypern in Flandern

      CU tomorrow ......

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      1.8.:
      the daily feature:
      1664: Mogersdorf (St.Gotthard)

      Die Schlacht bei Mogersdorf oder Schlacht bei St.Gotthard war das wichtigste Gefecht im Türkenkrieg. Sie fand am 1. August 1664 an der Raab zwischen Mogersdorf und dem Zisterzienserkloster St.Gotthard in Deutsch-Westungarn (heute Burgenland) statt. Der Kaiserlichen Armee unter Führung des Grafen Raimondo Montecuccoli und der Reichsarmee unter Reichsgeneralfeldmarschall Leopold Wilhelm von Baden-Baden gelang es, die osmanische Hauptstreitmacht aufzuhalten, die unter dem Kommando des Großwesirs Köprülü Fâzıl Ahmed Pascha gegen Wien marschieren wollte. Die Schlacht war eine der vier bedeutenden offenen Feldschlachten der Türkenkriege.

      Im Juni 1664 musste der Kommandant der kaiserlichen Südarmee (auch „Mur-Armee“ genannt), Banus Nikolaus Zrinski, die Belagerung der osmanischen Festung Kanizsa abbrechen, da Großwesir Köprülü mit einer ca. 50.000 Mann starken Armee die Festung entsetzte. Anschließend wandte sich Köprülü nach Westen und eroberte, nach einer einmonatigen Belagerung, die vom Banus selbst errichtete Festung Neu-Zrin, zu deren Verteidigung die Südarmee
      wegen des niedrigen Personalstandes von 17.000 Mann nicht im Stande war. Da sich der kaiserliche Oberbefehlshaber Montecuccoli außer Stande sah, Zrinski Verstärkungen zu schicken, verließ dieser am 29. Juni erzürnt das kaiserliche Heer.

      Nach der Vernichtung der Festung Neu-Zrin zog die osmanische Hauptstreitmacht in Richtung Wien und traf am 30. Juli an der Raab zwischen Mogersdorf und St. Gotthard auf die kaiserliche Hauptarmee, die am linken Ufer des
      Flusses Stellung bezogen hatte. Diese multinationale Allianzstreitmacht unter Befehl Montecuccolis, die im Februar 1664 noch 28.500 Mann zählte, war wegen der schlechten sanitären Verhältnisse und der oft tagelang ausbleibenden Verpflegung nur mehr 25.000 Mann stark. Ihr gegenüber, auf der rechten Uferseite, stand eine mit 50.000 Mann doppelt so starke osmanische Armee.

      Großwesir Köprülü zwang die zahlenmäßig unterlegenen Alliierten, ihm ohne Unterbrechung auf dem Fuß zu folgen. Montecuccoli zog alle verfügbaren Truppen der Alliierten am nördlichen Raabufer zusammen und bezog bei Mogersdorf im Mündungswinkel der Lafnitz in die Raab Stellung. Den rechten Flügel im Westen, unter Befehl Montecuccolis, bildeten die kaiserlichen Regimenter mit der Artillerie vor der Front, gefolgt von den Reichstruppen unter Georg Graf Waldeck im Zentrum und den Franzosen unter Jean de Coligny-Saligny auf dem linken Flügel. Das Gros der alliierten Kavallerie war unter Freiherr Johann Sporck am äußersten rechten Flügel vereinigt.

      In den frühen Morgenstunden des 1. August 1664 überschritten 3000 Sipahis und 3000 Janitscharen unter massivem Feuerschutz der osmanischen Topcular die Raab, überrannten zuerst die Vorposten und dann das Lager der Reichstruppen, das deren Kommandeur, Graf von Waldeck, entgegen Montecuccolis Befehl nur unzureichend durch Schanzen gesichert hatte. Die überraschten und in Unordnung geratenen Truppen im Zentrum wurden von den Sipahis zersplittert, während es den Janitscharen gelang, die Ortschaft Mogersdorf einzunehmen. Damit war das Zentrum der Alliierten praktisch aufgelöst, „das Heyl des Vatterlandes [hing] am seidenen Faden“, wie es später in einem Bericht an den Reichstag hieß.

      In dieser kritischen Situation führte Montecuccoli mit drei Infanterie- und zwei Kürassierregimentern persönlich den Gegenstoß, der durch Markgraf Friedrich VI. von Baden-Durlach mit einigen neu formierten sächsischen Truppen
      unterstützt wurde. Gleichzeitig griff der Kommandant des Rheinbundkorps, Graf von Hohenlohe, mit zwei Bataillonen und vier Schwadronen von Osten her die in Mogersdorf eingedrungenen Janitscharen an und vertrieb sie. An diesen Kämpfen beteiligten sich eine französische Kavalleriebrigade und zwei nachgezogene französische Infanterieregimenter, die die Reste des Dorfes einnahmen und es gegen osmanische Rückeroberungsversuche verteidigten.

      Nach schweren Kämpfen in Mogersdorf und im Lager der Reichstruppen zogen sich die Osmanen wieder auf ihren Brückenkopf am linken Flussufer zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren sich die Befehlshaber der Heeresteile und der Oberbefehlshaber unklar über das weitere Vorgehen: Sollte man die eben zurückeroberte Stellung halten oder einen Angriff auf die feindlichen Kräfte riskieren, um sie in die Raab zurückzuwerfen? Während über die verschiedenen Möglichkeiten mitunter heftig diskutiert wurde, kam die Meldung über eine osmanische Reiterattacke gegen den rechten Flügel.

      Nach dem erfolgreichen kaiserlichen Gegenangriff entschloss sich der osmanische Oberbefehlshaber Köprülü zu einem Kavallerieangriff gegen die rechte Flanke der Alliierten und schickte zu diesem Zweck 4000 Sipahis über die Raab. Der auf der äußeren rechten Flanke mit seiner Kavallerie in Reserve stehende Freiherr von Sporck griff den doppelt so starken osmanischen Reiterverband direkt nach dem Flussübergang an und konnte ihn über die Raab zurückwerfen.

      Nach diesem Erfolg war der kaiserliche Oberbefehlshaber Montecuccoli entschlossen, die Entscheidung zu suchen und mit allen verfügbaren Kräften gegen den feindlichen Brückenkopf vorzugehen. Jedoch bedurfte es eines persönlichen Gesprächs mit dem französischen Befehlshaber Coligny, ehe dieser bereit war, seine Truppen für einen Großangriff zur Verfügung zu stellen. Diesem massiven Angriff hatten die restlichen osmanischen Truppen, die sich nur behelfsmäßig verschanzt hatten, nichts entgegenzusetzen, da der Großteil ihrer Truppen auf dem anderen Flussufer geblieben war. Bis zum späten Nachmittag gelang es der Koalitionsarmee schließlich, die osmanischen Truppen am linken Raabufer, deren Rückzug sich in eine Flucht verwandelte, fast vollständig aufzureiben. Da weder die osmanische noch die alliierte Armee weitere Versuche unternahmen, die Hochwasser führende Raab zu überqueren, endete die Schlacht mit einem Abwehrsieg Montecuccolis.

      Nur neun Tage nach der Schlacht wurde am 10. August 1664 der Friede von Eisenburg für die Dauer von 20 Jahren unterzeichnet, der bei einer Vielzahl ungarischer und kroatischer Adliger auf Ablehnung stieß und zu einem wesentlichen Aspekt der ungarisch-kroatischen Magnatenverschwörung wurde.

      Könnte man mit "By Fire & Sword"-Regeln und -Armeen versuchen in Ansätzen nachzustellen.


      was war sonst noch los:
      902: Taormina
      939: Trans
      1759: Minden
      1759: Gohfeld
      1770: Cahul
      1780: Rocky Mount
      1798: Seeschlacht bei Abukir (1.Tag)
      1864: Folck's Mill

      CU tomorrow ......

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      2.8.:
      the daily feature:
      216 v. Chr.: Cannae

      Die Schlacht von Cannae fand am 2.August 216 v.Chr. an den Abhängen der Murge in Nähe der Mündung des Flusses Aufidus statt. Das karthagische Heer unter Hannibal vernichtete dabei die mit 16 Legionen zahlenmäßig überlegenen Römer unter Führung der Konsuln Lucius Aemilius Paullus und Gaius Terentius Varro.

      Heute kann das ehemalige Kampfgebiet zwischen den Städten San Ferdinando di Puglia und Barletta in Apulien ausgemacht werden. Doch die genauen Zeit- und Ortsangaben sind umstritten, da es keine direkten zeitgenössischen Berichte gibt. Der älteste Bericht der Schlacht stammt von Polybios, der etwa fünfzehn Jahre nach dem Ereignis geboren wurde, sein Geschichtswerk aber erst rund siebzig Jahre nach der Schlacht verfasste.

      Im Jahre 216 v. Chr. wurden turnusmäßig zwei Konsuln mit dem ausdrücklichen Auftrag ernannt, Hannibal zur Schlacht zu stellen, da dieser Rom von dessen lebenswichtigen Getreidevorräten im Süden abgeschnitten hatte.Die beiden Konsuln Lucius Aemilius Paullus und Gaius Terentius Varro lösten sich Tag für Tag als Befehlshaber ab. In ihrem Handeln unmittelbar vor der Schlacht drückten sich auch die unterschiedlichen Charaktere dieser beiden Personen aus. Die Taktik der Römer schwankte – als sie endlich den Karthagern bei Cannae in Apulien gegenüberstanden und nur das kleine Flüsschen Aufidus (Ofanto) die zwei Heere trennte – Tag für Tag zwischen vorsichtigem Agieren und forschem Tatendrang. Am Tag der Schlacht hatte Varro den Oberbefehl und führte die römischen Truppen nach derzeitigem Wissensstand auf das südliche Ufer des Flusses. Da dieses Gelände hügelig ist, benachteiligte es die Kavallerie.

      Die zwei Konsuln verfügten über 16 römische Legionen, von denen acht aus römischen Bürgern bestanden. Die übrigen acht Legionen gehörten verbündeten Städten an. Die Einschätzung der tatsächlichen Heeresstärke schwankt in den Quellen. Geht man jedoch davon aus, dass dies einer Truppenstärke von 80.000 Mann entspricht und dass 10.000 für die Bewachung der Lager abgestellt wurden, so standen einander an den Ufern des Flusses Aufidus folgende Kräfte gegenüber: Die Römer verfügten über 55.000 Mann schwere Infanterie, über 8.000 bis 9.000 Mann leichte Infanterie und 6.000 Mann Kavallerie. Das karthagische Heer bestand dagegen aus 32.000 Mann schwerer Infanterie, 8.000 Mann leichter Infanterie und 10.000 Mann Kavallerie.

      Die konventionelle Verwendung solcher Truppenteile sah vor, die Infanterie in der Mitte zu platzieren, während sich die Kavallerie teilte und die jeweiligen Flügel bildete. Die Römer wandten diese bewährte Truppenaufstellung auch bei Cannae an. Sie entschieden sich jedoch, die Infanterie tief zu staffeln, so dass die Infanteriefront so breit wie die von Hannibals zahlenmäßig deutlich unterlegener Infanterie war. Ziel der römischen Infanterie war es, die
      karthagische Schlachtenreihe rasch zu durchbrechen, um die Stärke der Legionäre im Einzelkampf auszunutzen.

      Die römische Kavallerie war bei dieser Schlacht der entscheidende Schwachpunkt, an dem Hannibal mit seiner Taktik ansetzte. Da die römischen Reiter in der republikanischen Zeit aus den wohlhabenderen Schichten stammten, weil die römischen Soldaten zu jener Zeit selbst für ihre Ausrüstung aufkommen mussten, waren sie traditionell zahlenmäßig sehr schwach, weswegen die Bundesgenossen die dreifache Anzahl an Kavalleristen stellen mussten. Jede römische Legion hatte für gewöhnlich etwa rund 300 Reiter, die Bundesgenossen 900, was ein Verhältnis von 1:3 ausmachte. Sie dienten in der Regel lediglich dazu, die Flanken der Legionen zu decken.

      Hannibal wandelte die traditionelle Aufstellung dagegen ab: Er platzierte die weniger kampfstarken Infanterieeinheiten (Iberer und Kelten) in der Mitte, wobei sie leicht sichelförmig aufgestellt waren, und die schlachterfahreneren Truppen (afrikanische Söldner) an den Flügeln hinter der Kavallerie. In einer Variante der schiefen Schlachtordnung verstärkte er überdies die Kavallerie auf dem linken Flügel massiv, um hier den entscheidenden Angriff führen zu lassen, während er den numidischen Reitern auf der rechten Flanke eine lediglich defensive Rolle zuteilte.
      Als die römischen Legionen den Angriff eröffneten, ließ Hannibal die Mitte seiner zunächst halbmondförmig vorgewölbten Aufstellung, bestehend aus iberischen und keltischen Fußtruppen, systematisch nachgeben. Die zentral vordrängenden Römer wurden sodann von den an den Flanken aufgestellten karthagischen Truppen in die Zange genommen – der römische Angriff verlangsamte sich und kam schließlich zum Stehen, statt einen Durchbruch zu erzielen.

      Unterdessen trafen sich die Kavallerieeinheiten beider Seiten. Während die Numider die alliierte Kavallerie wie geplant dank ihrer Beweglichkeit hinhielten, gingen die mit Hannibal verbündeten iberischen und keltischen Reiter gemeinsam mit den von seinem Bruder befehligten karthagischen Berittenen zum vollen Angriff gegen die römische Reiterei des rechten Flügels vor und schlugen sie aus dem Feld. Danach eilten sie den Numidern auf der anderen Flanke zu Hilfe, fielen der nun zahlenmäßig unterlegenen Bundesgenossenkavallerie in den Rücken und zersprengten sie. Während die Numider die Flüchtenden verfolgten, fielen die karthagischen, iberischen und keltischen Reiter nun den römischen Legionen in den Rücken, kesselten sie dadurch zwischen sich und der karthagischen Infanterie ein und entschieden die Schlacht trotz der zahlenmäßigen römischen Überlegenheit für sich, da sich die Legionen nicht entfalten konnten. Die Legionäre wurden zusammengedrängt, Verwirrung brach aus, und der größte Teil des römischen Heeres wurde getötet. Die römischen Legionen waren tief gestaffelt und sollten sich auf dem Schlachtfeld erst ausbreiten, sie wurden aber auf ihm zusammengedrückt. In bis zu 26 Reihen hintereinanderstehend konnten die meisten der Legionäre nicht in den direkten Kampf eingreifen, der in den Reihen vor ihnen stattfand. Erst wenn diese Reihen niedergekämpft waren standen sie punktuell zahlenmäßig nun überlegenen Gegnern gegenüber und hatte somit keine Chance.

      Von den 80.000 römischen Soldaten wurden laut Polybios rund 70.000 getötet, darunter der Konsul Aemilius Paullus und ein Konsul des vorangegangenen Jahres, Gnaeus Servilius Geminus; 10.000 wurden gefangen genommen. Livius gibt an, dass etwa 50.000 der Römer fielen. Nur wenige entkamen, unter ihnen Varro, der an diesem Tag den Oberbefehl hatte, sowie Scipio Africanus, der vierzehn Jahre später Hannibal in der Schlacht von Zama schlagen sollte.

      Die römischen Überlebenden wurden nach herrschender Auffassung in den legiones Cannenses zusammengefasst (auch wenn vereinzelt die Existenz der legiones Cannenses bestritten wird). Nach Livius soll sich die Zahl der Soldaten, aus denen die legiones Cannenses gebildet wurden, auf ca. 14.500 Soldaten belaufen haben. Geht man von einer römischen Truppenstärke von 80.000 Mann aus, so wären die römischen Verluste durch Tod und Gefangenschaft auf ca. 65.000 Mann zu beziffern, was in etwa auch den Zahlen Polybios' nahekommt.

      Karthago verlor etwa 6000 Kämpfer, davon 5000 Kelten und Iberer.

      Gehörte Hannibals Triumph einerseits zu den erdrückendsten Siegen der ganzen Militärgeschichte, war der Zenit des karthagischen Kriegsglücks damit auch erreicht, und es erwuchsen den Karthagern keine entscheidenden strategischen Vorteile aus ihm. Hannibals Truppen waren zahlenmäßig zu schwach und es mangelte ihnen an Belagerungsmaterial, um Rom selbst anzugreifen, so dass er Verhandlungen über einen Friedensvertrag zu maßvollen Bedingungen anbot. Trotz der vielfachen Katastrophen, die Rom im Kampf gegen Hannibal erlitten hatte, weigerte sich der römische Senat jedoch, mit ihm zu verhandeln. Stattdessen hob er eine neue Armee zur Verteidigung Italiens und eine weitere zum Angriff auf die spanischen Besitzungen Karthagos aus. Die Schlacht von Cannae blieb daher ohne weitere politische oder militärische Auswirkungen.

      Einer der absoluten Klassiker der Antike. Aber ich hätte auch genauso gut Chaironeia nehmen können. ;)


      was war sonst noch los:
      338 v. Chr.: Chaironeia
      49 c. Chr.: Llerda
      47 v. Chr.: Zela
      1377: Pjana (oder Pyana-Fluß)
      1569: Saint-Gaudens
      1649: Rathmines
      1777: Belagerung von Fort Stanwix
      1798: Seeschlacht bei Abukir (2.Tag)
      1832: Bad Axe River
      1864: Mobile Bay
      1914: Joncherey

      CU tomorrow ......

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      Schon. Aber Cannae ist einfach Roms schlimmste Niederlage und der Beweis für Hannibals militärisches Genie. Als Sieg der nach objektiven gesichtspunkten schwächeren Armee, ist es mE auch spannender als Chaironeia, wo Philip nicht nur als de-facto-Herrscher über die griechischen Stadtstaaten und mit einer lange in Umsetzung befindlichen Strategie, den diversen Poleis auch in Verbund nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich überlegen war.
      greetings from good old Simmering
      Manuel (19), Jus-Student - by Kurier :D (das waren noch Zeiten...)
      Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Ex 22,17
      Ich weiß, wo du wohnst; Offb 2,13a

      WoW/Keepers-Altpräsident und für die Idee begeistert, eine Carrerabahn im ganzen Clublokal zu installieren

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      Darum wurde es am Ende eben Cannae.. Wie allerdings schon Walter angeführt hat, war und ist Cannae zwar eine wenn nicht DIE taktische Meisterleistung, aber das Ergebnis hatte letztendlich keine Auswirkungen, wohingegen Chaironeia eben das makedonische Reich begründete.

      Cannae nicht als erste Wahl zu nehmen, wäre jedoch militärgeschichtliche Blasphemie, da gibt es nur wenig vergleichbare Meisterleistungen

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      3.8.:
      the daily feature:
      1530: Gavinana

      Die Schlacht von Gavinana (nahe Florenz) wurde am 3. August 1530 im Rahmen der Italienischen Kriege /Liga von Cognac zwischen Florenz und Kaiser Karl V. ausgetragen.

      Die kaiserlichen Streitkräfte (9.000 Mann) wurden von Philibert de Chalon, Prinz von Orange, Herzog von Gravina, Graf von Tonnerre und Charny und Herr von Arlay und Nozeroy kommandiert sowie von Niccolò Bracciolini, Pompeo Farina (300 Arkebusiere), Marzio Colonna und Alessandro Vitelli.
      Sie gerieten im Kampf gegen die zahlenmäßig unterlegenen Florentiner "armati" (circa 3.000 Infanteristen und 300 Reiter) unter den Condottiere Francesco Ferrucci sowie Amico d'Arsoli und Gregorio Stendardi, genannt Goro da Montebenichi, zunächst in die Defensive.Hier wurde der sich ins Getümmel werfende Prinz von Orange von zwei Arquebusen-Kugeln tödlich in die Brust getroffen.
      Ferrucci's Truppen hatten die kaiserlichen Lanzichenecchi (Landsknechte) bereits geschlagen, und die Reiterei durch seine Arkebusiere abgedrängt, doch die von Fabrizio Maramaldo (einem Neapolitaner in kaiserlichen Diensten und Erzfeind Ferrucci's) herangeführten Verstärkungen von 2.000 Mann (bande rosse e bianche) wendeten das Blatt zugunsten der kaiserlichen Truppen.

      Der schwer verwundete Ferrucci wurde nach der Schlacht vor Maramaldo gebracht und von diesem mit 2 Dolchstichen in den Hals getötet.
      Ferruccis letzter Satz gegen seinen Mörder, "Vile,[/i] tu uccidi un uomo morto" (Feigling, du tötest einen Toten), führte ihn zu lang anhaltendem Ruhm und machte ihn zu einer der wichtigsten Ikonen des italienischen Risorgimento . Im Gegensatz dazu gab Maramaldos Verhalten, das von mehreren historischen Berichten bestätigt wurde, seinem Namen einen beschämenden Ruf und im modernen Italienisch bedeutet "Maramaldo" feiger Mörder .
      Eine kleinere zeitgenössische Quelle, in toskanischem Dialekt , lässt Ferrucci sagen: "Tu a un morto darai", was wahrscheinlicher sein kann; oder es war in florentinischem Dialekt: "Vile, tu dai a un morto!".

      Eine weitere Vendetta (nach der Schlacht) war die von Marzio Colonna gegen Amico d'Arsoli, der für 6.000 Dukaten gekauft und getötet wurde, um den Tod seines Cousins Scipione Colonna zu rächen.

      Durch diesen kaiserlichen Sieg konnten die Medici wieder die Macht in Florenz übernehmen. Dies hatte Karl V. dem Medici-Papst Clemens VII. versprochen, nachdem dieser ihn in Bologna zum König von Italien und zum Kaiser gekrönt hatte.

      Der Mythos von Francesco Ferrucci wurde von den italienischen Schriftstellern und Dichtern des 19. Jahrhunderts begründet. 1847 schrieb Goffredo Mameli das Studentenkampflied Fratelli d’Italia, Nationalhymne Italiens (1946), darin wird Ferrucci erwähnt. Und auf der kleinen Piazza von Gavignano steht dein Reiterstandbild Ferrucci's.

      Ferrucci war zuerst Kaufmann und dann Stadtbeamter und erhielt 1527 seine militärische Ausbildung bei den Bande Nere oder Black Bands, einer Söldnertruppe, wie auch sein Freund Gregorio Stendardi. Als fähiger Kapitän wurde er zum Militärkommissar in Empoli ernannt und legte mehrere Hinterhalte, um die auf das nahe Florenz vorrückenden kaiserlichen Truppen zu belästigen. Während er einen Aufstand in Volterra (27. April 1530) unterdrückte , wurde Empoli vom Feind eingenommen, und eine Krankheit machte ihn dann in Pisa bewegungsunfähig. Als er schließlich versuchte, das umkämpfte Florenz zu entlasten, erlitt er in Gavinana die Niederlage. Florenz fiel 10 Tage später.

      Ich habe diese Schlacht gewählt, weil sie so typisch für die Zeit der Condottieri ist, auch wenn es sich hier bereits um deren Schwanengesang handelt; und weil hier für die spätere Geschichte Italiens signifikante Ereignisse ihren Ursprung haben.
      Und weil ich ein wenig Geschichtsunterricht einfließen lassen kann. ;)

      Auch waren in diesem Feldzug viele der Großen ihrer Zeit dabei; relativ vollständige Listen bietet uns Wikipedia u.a. hier:
      it.wikipedia.org/wiki/Assedio_di_Firenze

      bzw. hier in Englisch:
      en.wikipedia.org/wiki/War_of_the_League_of_Cognac

      Der Krieg der Liga von Cognac (1526 - 1530) wäre etwas für ein Club-Projekt, mit vielen interessanten Kleinkontingenten und bekannten/berühmten Kommandanten auf beiden Seiten, wie Karl V., Georg von Frundsberg, Antonio de Leyva, Franz I. von Frankreich oder Giovanni de Medici.
      Und mit den illustresten Truppentypen der späten Renaissance, wie Rittern, Gensdarmen, Landsknechten und Söldnern, auf einem Schlachtfeld versammelt.


      was war sonst noch los:
      8 (n.Chr.): Bathinus
      881: Saucourt (Saucourt-en-Vimeu)
      908: Eisenach
      1342: Beginn der Belagerung von Algeciras
      1347: Eroberung von Calais
      1601: Goroszló (oder Guruslău)
      1645: Alerheim (oder 2.Nördlingen)
      1692: Steenkerke
      1708: Trentschin
      1796: Lonato-Paitone-Desenzano-Saló-Castiglione
      1860: Beginn des 2. Maori-Krieges
      1889: Toski (oder Tuskah)
      1916: Romani

      CU tomorrow ......

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      4.8.:
      the daily feature:
      1870: Weißenburg (Wissembourg)

      Die Schlacht bei Weißenburg fand am 4.August 1870 bei der Grenzstadt Weißenburg im Elsass statt. Bei dieser Schlacht trat im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erstmals ein gesamtdeutsches Heer auf. Dort kämpfte die 3.Armee unter der Führung von Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen gegen die sogenannte "Elsassarmee"“ unter Marschall Mac Mahon.

      Weißenburg war das nördliche Eingangstor zum Elsass. Nachdem das Elsass Ende des 17.Jahrhunderts unter Ludwig XIV. an Frankreich gefallen war, wurden um Weißenburg von dem französischen Marschall Villars die sogenannten Weißenburger Linien angelegt, die sich entlang der Lauter bis Lauterburg erstreckten und das Elsass vor einem Angriff von Norden her schützen sollten. Diese Weißenburger Linien waren im Zickzack angelegt, geschmeidig dem Terrain angepasst und bestanden aus Brustwehr und Graben. Militärisch spielten die Linien letztmals während des Ersten Koalitionskriegs anlässlich der Schlacht an den Weißenburger Linien am 13.Oktober 1793 eine Rolle. Allerdings verfielen diese Wehranlagen seit der französischen Revolution zusehends. Auch die Verteidigungsanlagen an der Stadtmauer von Weißenburg waren im Verfall begriffen. Für eine Erneuerung dieser Wehranlagen
      vor dem Krieg blieb keine Zeit.

      Auch auf deutscher Seite gab es in der Pfalz (Bayern) mit der Festung Landau und der Festung Germersheim einen wichtigen Verteidigungsabschnitt gegen einen Angriff aus dem Süden.

      Die Stellung der „Elsassarmee“, welche den rechten Flügel der französischen Armee bildete, reichte Anfang August von einer Linie Bitsch-Hagenau (5.Corps de Failly, und Teile des 1.Corps Mac Mahon) bis Straßburg (Division Lartique vom I.Corps). Das VII.Corps unter General Félix Douay lagerte in zweiter Linie in Belfort. Die Division von Abel Doay des I.Corps mit den Brigaden Pelletier und Pellé befand sich vorgezogen in Weißenburg und Sulz unterm Wald.

      Die dritte Armee, auch „deutsche“ Armee genannt, da sie überwiegend aus nicht-preußischen Truppen bestand, wurde aus fünf Korps gebildet: Dem V. und XI.preußischen, dem I. und II. bayerischen sowie dem VI., dem gemeinsamen württembergisch_badischen Korps, das aus jeweils einer Division des jeweiligen Landes gebildet wurde. Das I.bayerische Korps, das V. und XI.Korps sowie die württembergische Division standen zwischen Germersheim und Landau, das II.bayerische Korps bei Bergzabern leicht vorgeschoben in der bayerischen Pfalz. Nur die badische Division wurde noch auf rechtsrheinischem Gebiet bei Rastatt zurückgehalten, um bei einer möglichen Invasion von Straßburg aus auf badischem Boden schnell reagieren zu können.

      Die Deutschen gingen davon aus, dass Mac Mahon seine noch in Straßburg weilende Division mit seinem restlichen Korps bei Bitsch beziehungsweise Metz mit der Rheinarmee zusammenführen werde, um dem von französischer Seite auf Metz erwarteten deutschen Angriff mehr Widerstand und Kampfkraft entgegensetzen zu können. Zur Absicherung dieser Truppenverlegung war auch die Division Douay vom VII.Korps vorgeschoben worden. Da die Deutschen eine massive Truppenkonzentration vermeiden wollten, entschlossen sie sich am 3.August nach Südwesten vorzustoßen, um durch einen raschen Vorstoß gegen Südwest die Armee Mac Mahons zu isolieren, zur Schlacht zu zwingen und, wo möglich, zu schlagen.

      Die einzelnen deutschen Korps brachen gegen 4 Uhr bei Nieselregen ihr Biwak ab und begaben sich in ihre Ausgangsstellungen. Diese waren wie folgt:
      das II.bayerische Korps zog auf die Höhe von Schweigen und traf dort gegen 8 Uhr ein;
      das V.Korps setzte sich Richtung Schweighofen in Bewegung und wartete auf den dortigen Anhöhen auf den Angriff auf Altenstadt;
      das XI.Korps schritt durch den Bienwald, um die Befestigungen der Weißenburger Linien östlich von Altenstadt zu überrennen;
      das VI.Korps machte sich auf breiten Straßen auf den Weg nach Lauterburg;
      das I.bayerische Korps hielt sich als Reserve westlich von Langenkandel bereit.

      Der Kronprinz traf gegen 8 Uhr unmittelbar nach dem II.bayerischen Korps in Schweigen ein. Von der Anhöhe bei Schweigen hatte er einen guten Überblick auf Weißenburg, Altenstadt und den südlich von Weißenburg liegenden Geisberg, auf dem General Douay sein Zeltlager aufgeschlagen hatte und gerade seinen Morgenkaffee genoss.

      Die Franzosen schienen von der Ankunft der deutschen Truppen völlig überrascht zu sein. Erst nach dem Eintreffen der deutschen Truppen eilten ein Bataillon der 74.Infanterie und das 1.Regiment algerische Tirailleure, sogenannte Turcos, nach Weißenburg und Altenstadt, um ihre Stellungen einzunehmen. Der Hauptteil des Truppenkontingents blieb auf dem Geisberg und formierte sich beim Schloss Geisberg und dem nahe gelegenen Gehöft Schafbusch.

      Der Kampf in den Vormittagsstunden war geprägt vom Artilleriefeuer und den algerischen Truppen. Nach dem Eintreffen des V.Korps in Schweighofen übernahm die 9.Division unter Generalmajor von Sandrart die Führung, um über Altenstadt nach Weißenburg zu gelangen.

      Das 1.Schlesische Jäger-Bataillon Nr.5 unter Major Graf Waldersee nahm Altenstadt ohne großen Widerstand. Als es sich jedoch gegen Weißenburg wandte, wurde es am Ortsrand von Altenstadt mit einem Kugelhagel von den in den Vorgärten gut verschanzten Algeriern empfangen. Ebenso machte das Artilleriefeuer vom Geisberg ein Vorwärtskommen sehr schwer. Es gab große Verluste auf beiden Seiten, darunter auch Major Georg Graf Waldersee, dem ältesten Sohn von Franz Heinrich von Waldersee. Das Jäger-Bataillon Nr.5 bekam nun Unterstützung von zwei Bataillonen des 3.Posenschen Infanterie-Regiments Nr.58. Erst vor dieser Übermacht der Deutschen zogen sich die Franzosen weiter Richtung Weißenburg zurück.

      Mit den Bataillonen des Infanterie-Regiments Nr.58 in der Mitte, flankiert von dem Jäger-Bataillon Nr.5, zogen die Deutschen nun weiter Richtung Weißenburg. Auf Höhe des Bahnhofs, der sich damals noch außerhalb der Stadt Weißenburg befand, kam eine Abteilung des französischen 74.Infanterie-Regiments den algerischen Tirailleuren zu Hilfe und griff die Deutschen an. Die Franzosen wurden durch heftiges Gewehrfeuer empfangen und in die Stadt zurückgedrängt.

      Als noch zwei Bataillone des 2.Niederschlesischen Infanterieregiments Nr. 47 den deutschen Angriff unterstützten, wurde der Bahnhof gegen 11 Uhr gestürmt. Die in den Vorstadthäusern verschanzten algerischen Truppen wurden überrannt und gefangen genommen. Kurz darauf drangen die Füsiliere der Infanterie-Regiments Nr.58 durch das Hagenauer Tor in die Stadt Weißenburg ein.

      Zur selben Zeit, als die 9.Division gegen Altenstadt vorging, wandte sich die Division „Bothmer“ vom II.bayerischen Korps von Schweigen aus gegen Weißenburg. Das 10. kgl. bayr. Jäger-Bataillon, unterstützt vom III.Bataillon des 5.Infanterie-Regiments, schob sich von Norden Richtung Weißenburg vor. Der Vorstoß traf auf heftigen Widerstand der hier in Hecken und Gräben gut verschanzten algerischen Tirailleure.

      So verzögerte sich der Vorstoß und es wurde auf Verstärkung gewartet. Die III.Bataillone des 11. und 14.Infanterie-Regiments sowie die 7.Brigade unter Generalmajor von Thiereck gingen links des 10.Jäger-Bataillons in Stellung und schlossen so die Lücke zum V.Korps. Als nun Altenstadt eingenommen wurde und das V.Korps auf den Bahnhof zustürmte, griffen das 10.Jäger-Bataillon sowie die III.Bataillone des 5., 11. und 14.Infanterie-Regiments von Norden und Nordosten die Stadt Weißenburg an.

      Der Widerstand gegen die Bayern war erheblich schwächer geworden, da die Franzosen sich mit den meisten Kräften auf das Hagenauer Tor und den Bahnhof konzentriert hatten. Gegen 12 Uhr nahmen die Bayern das Landauer Tor und das 10.Jäger-Bataillon zog geschlossen und unter Hörnerklang in die Stadt ein. Ein Teil der Franzosen versuchte noch durch das Bitscher Tor zu entkommen, wurde aber von einer Kompanie des 10. Jäger-Bataillons aufgehalten, welche ihnen den Rückzugsweg abschnitt.

      Ende Teil 1

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      Weißenburg - Teil 2

      Nach der Einnahme Weißenburgs wandten sich die Deutschen den französischen Stellungen auf dem Geisberg zu. Auf dem Geisberg befanden sich zwei Gebäude: Auf halber Höhe das Schloss Geisberg, in welchem General Douay sein Hauptquartier eingerichtet hatte, sowie oben auf dem Berg, westlich vom Schloss, ein Gehöft mit dem Namen Schafbusch.

      Die französischen Truppen, dies waren Teile des 74.Infanterie-Regiments, das 50.Infanterie-Regiment, das 16.Jäger-Bataillon der Brigade Pelletier de Montmarie, sowie das 78.Infanterie-Regiment der Brigade Pellé, dazu noch drei
      Batterien Artillerie und eine Batterie Mitrailleusen, waren zwischen den beiden Gebäuden verteilt. Der Großteil der deutschen Truppen wurde auf das Schloss Geisberg konzentriert, da der Geisberg nach Osten hin seine geringste Neigung hatte und am leichtesten erstürmt werden konnte. Im Laufe der Schlacht um den Geisberg bekam Douay noch Unterstützung aus Sulz unterm Wald durch das 3.Husaren- und das 11.Chasseurs-Regiment der Kavalleriebrigade Septeuil.

      Vom Geisberg sahen die Franzosen, dass von Osten her, aus der Richtung des Bienwaldes, die 41.Brigade des XI.Corps (hessisches Füsilier-Regiment Nr.80; nassauisches Infanterie-Regiment Nr.87) im Anmarsch war. Gleichzeitig formierten sich im Tal das Königs-Grenadier-Regiment Nr.7 in der Mitte, das freigewordene 5.Jäger-Bataillon rechts und die bisher noch nicht eingesetzten I.Bataillone des 47. und 58.Regiments links, für die Erstürmung des Geisberges. Während das 7.Regiment mit den drei Teilregimentern den Geisberg unter der Führung von Major von Kaisenberg hinaufstürmte, setzte sich die 41.Brigade nach Süden in Bewegung und versuchte, durch Umgehung des Geisberges von hinten den Schafbusch zu erreichen.

      Die Franzosen waren im Schloss und in den Gebäuden allerdings gut verschanzt. Dadurch musste die Erstürmung des Geisbergs mit vielen Opfern bezahlt werden.

      Jedes Bataillon der Deutschen, welches auf den Berg stürmte, zog zwei Kompanien in dichter Kette vor, zwei weitere Kompanien folgten als Halbbataillon. So, aus dem Deutschen Krieg 1866 erprobt, versuchte Major von Kaisenberg sein Glück bei der Erstürmung des Schlosses. Als er auf halbem Wege zum Schlosse war, begann das 74.französische Infanterie-Regiment mit aufgepflanztem Bajonett einen Gegenstoß, der jedoch scheiterte. Das Füsilier-Bataillon setzte die Erstürmung bis zum Schlossgebäude fort. Dort wurden sie von gut positionierten Franzosen jäh gestoppt. Durch starkes Abwehrfeuer fanden viele Füsiliere den Tod. Major von Kaisenberg, der mit seinem Bataillon an der Spitze die Höhe stürmte, wurde schwer verwundet. Schnell war die halbe Anhöhe mit Toten und Verwundeten bedeckt. Die restlichen Soldaten der Bataillone des 7.Regiments mussten in Gräben nahe
      dem Schlossgebäude Deckung suchen und auf Verstärkung warten.

      Diese Verstärkung ließ nicht lange auf sich warten. Rechts des Zentrums stürmte das 5.Jäger-Bataillon, links davon die Bataillone der Regimenter 47 und 58 die Höhe und lieferten sich heftige Gefechte mit den Franzosen. Die 41.Brigade, welche den Geisberg nach Süden umging und von Südosten auf den Berg stürmte, hatte nach kurzem Kampf den Schafbusch genommen und griff nun die Stellungen der Franzosen am Schloss Geisberg in deren Rücken an.

      Nun erst war der Kampfgeist der Franzosen gebrochen und sie gaben den Geisberg preis. Um ihren Rückzug in südlicher Richtung über die Straße nach Sulz zu decken, versuchten die Franzosen noch einen kurzen Gegenangriff, der sich allerdings als Scheinangriff entpuppte. Gegen 14 Uhr übernahmen die zwei Kavallerieregimenter der 9. und 10.Preußischen Division die Verfolgung.

      An der Schlacht von Weißenburg waren auf deutscher Seite 22 Bataillone, auf französischer Seite 11 Bataillone beteiligt. Den Sieg in der Schlacht haben die Deutschen zum einen ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit sowie der Tatsache, dass General Douay auf einen Kampf anscheinend nicht vorbereitet war, zu verdanken. Fontane unterstellte dem gefallenen General Douay, dass dieser erst am Vortag der Schlacht sich zum ersten Mal eine Karte des Gebietes angesehen habe. Die Verluste waren auf beiden Seiten erheblich. Auf deutscher Seite gab es 700 Tote, Verwundete und Gefangene, auf französischer Seite über Tausend. Unter den Toten befanden sich u.a. Major Graf Waldersee, Major von Unruh und Major von Kaisenberg, sowie General Abel Douay auf französischer Seite.

      Die 1.Schlacht des deutsch-Französischen Krieges ist fast ein MUSS für meine tägliche Kolumne. Leider konnte sich bei uns noch keiner für diesen Konflikt erwärmen.


      was war sonst noch los:
      1265: Evesham
      1327: Weardale
      1427: Mies
      1578: Alcácer-Quibir (Al-Kasr al-Kebir, Schlacht der 3 Könige)
      1588: Isle of Wight
      1627: Beginn der Belagerung von La Rochelle
      1666: St.James's Day Fight
      1704: Gibraltar
      1796: Lonato (Tag 2)
      1809: Franzensfeste (Sachsenklemme)
      1824: Kos
      1873: Tongue river
      1914: Angriff auf Lüttich

      CU tomorrow ......

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      Aber es wäre etwas dünn für die Kolumne gewesen:

      Die Sachsenklemme ist eine historische Örtlichkeit im sogenannten „Sack“ zwischen Grasstein und Mittewald im Wipptal in der Gemeinde Franzensfeste (Südtirol)
      Während des 5.Koalitionskrieges rückte während des Tiroler Freiheitskampfes am 4. und 5. August 1809 General Lefebvre mit seinen Truppen in Richtung Süden durch das Eisacktal vor. In der Nähe von Franzensfeste wurde der Verband von 500 Tiroler Schützen unter Peter Mayr in der Eisackschlucht aufgerieben, der später nach dem Ereignis benannten Sachsenklemme. Der Name ergab sich, da sich im Verband des Generals auch ein größeres Kontingent sächsischer und thüringischer Truppen befand, die die Hauptlast des Kampfes trugen.
      Im Gefecht an der Sachsenklemme erwarb der bayerische Artillerieoffizier Alois von Hornberger (1779–1845) am 5. August 1809, infolge persönlicher Tapferkeit, den Militär-Max-Joseph-Orden und wurde geadelt.

      Könnte man als Big Skirmish machen.
      Taktisch ergiebiger ist Weissenburg, daher .....