Sticky THE DAY - in wargaming history

      8.10.:
      the daily feature:
      1805: Wertingen

      In der Schlacht bei Wertingen rieben am 8. Oktober 1805 französische Truppen unter dem Kommando von Joachim Murat und Jean Lannes eine kleine österreichische Armee unter dem Kommando von Franz Xaver von
      Auffenberg
      südwestlich von Wertingen auf. Die Schlacht bei Wertingen war eine der Eröffnungsschlachten der Schlacht bei Ulm und der erste Akt des Dritten Koalitionskrieges. Den Franzosen gelang damit ein strategischer Streich, der eine österreichische Armee bereits zu Beginn des Krieges nahezu vollständig eliminierte.

      Nachdem Kaiser Napoleon seine aus über 200.000 Mann bestehende Armee über den Rhein geführt hatte, überquerte er die Donau und traf dabei auf eine österreichische Armee unter Karl Mack von Leiberich bei Ulm. In Unkenntnis der Stärke der herannahenden Truppen hielt er seine Position, während die französischen Truppen Stellung im Donaugebiet bezogen und die Wege von Ulm nach Wien blockierten.

      Zu Murats Vorhut gehörten die schweren Kavalleriedivisionen des General de Division Louis Klein (16 Eskadronen der 1., 14., 20. und 26. Dragoner) und des General de Division Marc Antoine de Beaumont (18 Eskadronen der 4., 5., 8., 9. , 12. und 16. Dragoner) sowie die leichte Kavallerie-Brigade des General de Brigade Antoine Lasalle (8 Eskadronen der 9. und 10. Husaren), insgesamt 42 SEskadronen. Diese wurden von acht Bataillonen der Grenadier-Division des Generals Nicolas Oudinot und drei Bataillonen des 28. leichten Infanterieregiments unterstützt.

      Auffenbergs Kommando umfasste 26 Bataillone, 20 Kavallerieeskadronen und 24 Kanonen. Die Division des Feldmarschall-Leutnant Maximilien de Baillet umfasste die Infanterieregimenter Kaunitz Nr. 20, Erzherzog Ludwig Nr. 8, Franjo Jelačić Nr. 62, eine Brigade von vier Grenadierbataillonen, Kürassier-Regiment Albert Nr. 3 und das Chevau-léger-Regiment Rosenberg Nr. 6. Die Division von Feldmarschall-Leutnant Fürst Friedrich Franz Xaver von Hohenzollern-Hechingen bestand aus Infanterieregimentern Spork Nr. 25, Württemberg Nr. 38, Reuss-Greitz Nr. 55, Stuart Nr. 18, Husarenregiment Pfalz Nr. 12 und Chevau-léger-Regiment Latour Nr. 4.

      Da Auffenbergs Truppen von den vorrückenden Franzosen überrascht wurden, scheint Auffenberg nur einen kleinen Teil seiner Armee mobilisiert zu haben, etwa 5.500 Mann. Der Verlauf der Schlacht ist jedoch umstritten. Ein Historiker spricht davon, dass einzelne österreichische Bataillone durch Kavallerieangriffe aufgerieben oder umzingelt wurden und daher kapitulierten. Ein anderer Autor schreibt, dass die österreichischen Grenadiere sich als Viereck formierten und Kavallerieangriffen standhielten, bis französische Grenadiere angriffen.

      Die französischen Verluste werden mit 319 Toten und Verwundeten angegeben. Die Österreicher erlitten 400 Tote und Verwundete. Zusätzlich gerieten 2.900 Mann in Gefangenschaft und sechs Kanonen wurden durch die Franzosen erbeutet. Ein Historiker spricht von 2.000 gefangengenommenen Österreichern. Da die Versorgungsrouten abgeschnitten waren, zogen sich die Österreicher zu ihrer Basis in Ulm zurück.

      Im Quartier Saint-Germain-des-Prés des6. Arrondissements von Paris führte eine Straße, die heutige "Rue de Furstemberg", zum Gedenken an die Schlacht von 1806 - 1815 den Namen "Rue de Wertingen". Am Pariser Triumphbogen ist der Ort der Schlacht an der Innenseite der großen Bögen eingraviert. In Wertingen erinnern ein Gedenkstein am Judenberg und seit 1905 die "Napoleonstanne" in Wertingen-Gottmannshofen an die Schlacht. Das Schlachtengemälde aus dem Berthierzyklus von Wilhelm von Kobell von 1807 zeigt das Schlachtfeld vor der Ansicht der Stadt.

      Hier gibt es noch mehr an Links und Diskussionen dazu:
      forum.napoleon-online.de/forum…-wertingen-8-oktober-1805


      was war sonst noch los:
      314 oder 316: Cibalae
      876: Erste Schlacht von Andernach
      1322: Bliska
      1480: das Stehen an der Ugra
      1573: Ende der Belagerung von Alkmaar
      1594: Danture
      1652: Kentish Knock
      1862: Perryville
      1870: Saint Quentin
      1879: Angamos
      1944: Kruzifix-Hill

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      9.10.:
      the daily feature:
      1708: Lesnaja

      Königs Karl XII. im Großen Nordischen krieg. Sie fand am 28. Septemberjul./ 29. Septemberschwed./ 9. Oktober 1708greg. in der Nähe des Dorfes Lesnaja (heute Teil von Mahiljou, Weissrussland) statt. Die russischen Truppen unter dem Kommando von Zar Peter I. und Feldmarschall Menschikow besiegten eine schwedische Armee unter dem Kommando von General Adam Ludwig Lewenhaupt.

      Lewenhaupt kommandierte eine der besten schwedischen Armeen, die in der Nähe der Hafenstadt Riga stationiert war und in den Vorjahren russische Vorstöße nach Kurland und Litauen erfolgreich abwehren konnte (u. a. Schlacht bei Jakobstadt, Schlacht bei Gemäuterhof). Im Sommer 1708 bewegte er seine Truppen auf Befehl des schwedischen Königs Karl XII. in südliche Richtung, um sich mit den Haupttruppen Karls zu vereinigen, die in Polen stationiert waren. Sein gesamtes Invasionsheer, mit dem der König im September 1707 von Sachsen aus nach Moskau marschierte, setzte sich zwischenzeitlich aus fast 70.000 Soldaten zusammen.

      Das schwedische Hauptheer litt unter erheblichen Versorgungsproblemen, da die russischen Truppen die Weite des Landes nutzten und sich stetig zurückzogen und dabei konsequent die Taktik der verbrannten Erde anwendeten. Karl erwartete daher dringlich die Truppen unter dem Kommando von Lewenhaupt sowie Nachschub an Munition und Ausrüstung, um danach den Feldzug in Richtung Moskau fortzusetzen.

      Die Vorbereitungen für den Aufbruch von Lewenhaupts Truppen dauerten jedoch länger als erwartet und die notwendige Verstärkung verzögerte sich. Nach langen Wochen des erfolglosen Wartens entschloss sich Karl für die Invasion der Ukraine und gab seinen Truppen am 15.jul./ 16.schwed./ 26. September 1708greg. den Befehl zum Aufmarsch. Die Truppen Lewenhaupts waren zu diesem Zeitpunkt nur etwa 80 Meilen von der Position der
      Haupttruppen entfernt.

      Zar Peter I. befahl den sofortigen Angriff auf die kleinere Armee der Schweden, bevor diese sich mit den Haupttruppen vereinigen konnte. Zusammen mit seinem engsten Vertrauten Menschikow, den er nach dem Sieg in der Schlacht bei Kalisch (1706) zum Herzog von Ingermanland erhoben hatte, übernahm der Zar selbst das Kommando über zehn Bataillone seiner erfahrensten Truppen, zehn Dragonerregimenter und vier Batterien berittener Artillerie, zusammen 11.625 Mann. Die russischen Truppen sollten ein schnelles Manöver ausführen, um Lewenhaupts Truppen den Weg abzuschneiden. Lewenhaupts Truppe bestand aus 7.500 Mann Infanterie und 5.000 Reitern, die einen Versorgungszug mit fast 1.000 Wagen begleiteten. Am 18. Septemberjul. erreichten die Schweden den Dnepr. Der Übergang über den Fluss zog sich über eine ganze Woche hin, in der sich die Russen den Schweden näherten. Am 27. Septemberjul. wurden die Schweden beim Dorf Lesnaja eingeholt.

      Die Schlacht begann gegen 11 Uhr und die Schweden wurden gegen das Dorf Lesnaja zurückgedrängt. Von 15 bis 16 Uhr wurden die Kampfhandlungen weitgehend eingestellt für eine Erholungspause der erschöpfen Truppen beider Seiten. Währenddessen erhielten die Russen Verstärkung durch 4000 Dragoner. Im Laufe des Tages kam es zu einem Schneesturm, der Ende September auch für russische Wetterverhältnisse sehr ungewöhnlich war. Bei Anbruch der Nacht behaupteten die Schweden noch ihre Stellungen. Lewenhaupt entschloss sich zu einem nächtlichen Rückzug über den Fluss. Die Armee marschierte nach Propolsk, wo sie die Brücke zerstört fand. Lewenhaupt befahl die Zerstörung der meisten Nachschubwagen und ihrer Ladung. Auf ihrem weiteren Marsch zur Hauptarmee verloren die Schweden weitere Soldaten als Versprengte und durch Attacken der Russen.

      Insgesamt verloren die Schweden 6.307 Soldaten, mehr als die Hälfte davon wurde gefangen genommen. Der Rest der Truppen, rund 6000 Mann, erreichte die schwedische Hauptarmee am 8.jul./ 9.schwed./ 19. Oktober 1708greg. in der Nähe des Dorfes Starodub, 60 Kilometer westlich des Nebenflusses Desna.

      Der Sieg bei der Schlacht von Lesnaja brachte eine große moralische Stärkung der Russen, denn die Truppen Lewenhaupts waren während der letzten neun Jahre unbesiegt und galten als die besten der schwedischen Armee. Der Sieg trug nach russischer Auffassung damit bei zum Sieg der Russen in der Schlacht bei Poltawa, bei der 9 Monate später die schwedische Armee des Königs Karl XII. vernichtend geschlagen wurde. Peter I. der Große nannte diese Schlacht später „Die Mutter der Schlacht von Poltawa“.


      was war sonst noch los:
      1238: Valencia
      1600: Mongry Pass
      1683: Párkány
      1806: Schleiz und Saalburg
      1812: Lake Erie
      1854: Beginn der Belagerung von Sevastopol
      1861: Santa Rosa Island
      1864: Tom’s Brook
      1895: Debra Ailá
      1917: Poelcapelle (Teil der 3. Flandernschlacht)

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      10.10.:
      the daily feature:
      1806: Saalfeld

      1805 hatte Preußen durch einen Bündnisvertrag mit Frankreich das von Frankreich besetzte Kurfürstentum Hannover zugesichert bekommen. Infolgedessen nahm Preußen das Gebiet in Besitz, was – wie von Napoleon insgeheim beabsichtigt – zu einer britischen Kriegserklärung gegenüber Preußen führte. In Verhandlungen bot Napoleon dann 1806 Großbritannien die Rückgabe des Kurfürstentums als Preis für einen Frieden an und trieb durch diese Treulosigkeit das isolierte Preußen zu einer Kriegserklärung an Frankreich (9. Oktober 1806). An der Seite Preußens beteiligten sich nur Sachsen und Sachsen-Weimar. Die Hoffnung auf eine Teilnahme des bereits mobilisierten Kurhessens erfüllte sich nicht. Russland sicherte Unterstützung zu.

      Die preußisch-sächsische Armee marschierte am Rande des Thüringer Waldes auf. Napoleon zog seine Truppen am oberen Main im Raum Bamberg zusammen und stieß dann Anfang Oktober in mehreren Korpskolonnen über Hof längs der Saale rasch nach Norden vor.

      Auf französischer Seite kämpften das Korps des Marschall Lannes, 23.000 Mann, bestehend aus den Divisionen Gazan und Suchet sowie der Kavalleriedivision Treilhard. Lannes hatte am 9. Oktober 1806 bei Gräfenthal gestanden. Die französische Führung, d. h. in erster Linie Napoleon selbst, wusste nicht, wo sich die preußische Hauptmacht befand.

      An diesem 9. Oktober 1806 stand das Korps Hohenlohe, bestehend aus 19.000 Preußen (Divisionen Tauentzien und Grawert) sowie 20.000 Mann sächsischer Truppen (Division Zezschwitz), bei Mittelpöllnitz.

      Eine Abteilung (Avantgarde) von 9.000 Preußen und Sachsen des Regiments „Kurfürst“ unter dem Kommando des Prinzen Louis Ferdinand sicherte in Rudolstadt den dortigen Saale-Übergang. Louis Ferdinand hatte den Befehl, bei einem feindlichen Angriff sich auf Orlamünde zurückzuziehen.

      Am Mittag des 9. Oktober 1806 stießen unvermutet 7.000 Mann preußischer Truppen, die zum Korps Hohenlohe, Division Tauentzien, gehörten und ursprünglich bei Hof gestanden hatten, bei Schleiz auf das Korps des Marschalls Bernadotte. Sie verloren über 500 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen und zogen sich nach kurzem Kampf in Richtung Mittelpöllnitz zurück, wo Hohenlohe stand. Der befahl angesichts des französischen Aufmarsches den Rückzug nach Kahla. Damit war die Sicherung des Saale-Übergangs bei Rudolstadt nicht mehr erforderlich. Louis Ferdinand erhielt erneut den Befehl, nicht über Rudolstadt hinauszugehen und sich im Bedarfsfall auf Orlamünde zurückzuziehen.

      Louis Ferdinand erhielt am 9. Oktober den Befehl, mit der Avantgarde bis Rudolstadt zu marschieren. Er schickte als seinen äußersten Vorposten das Bataillon Neidhardts von Gneisenau nach Saalfeld, der damals noch völlig unbekannt war. Er stand in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 1806 auf Feldwache und erkannte an den Wachtfeuern der Franzosen, dass er bereits auf dem rechten Saaleufer, also links umgangen worden war.

      Der preußische Vormarsch der Avantgarde auf dem linken Saaleufer über Rudolstadt hinaus nach Saalfeld auf Befehl Louis Ferdinands brachte seine Truppen in eine taktisch ungünstige Lage im engen Saaletal, während der Feind die beherrschenden Höhen innehatte. Er wollte den Angriff auf Gneisenau abwehren und zugleich den Saaleübergang bei Saalfeld decken. Dass der Feind bereits auf beiden Seiten der Saale stand, die Verteidigung der Brücke also unnötig war, konnte er nicht wissen. Man hatte ihn darüber zu informieren nicht für nötig gehalten, da er sich ja bei Angriffen von vornherein auf Orlamünde zurückziehen sollte.

      Die Kämpfe begannen beim Hellwerden ca. 5:30 Uhr mit mehrstündigem Schützengefecht, dessen Hauptlast das Bataillon Gneisenau trug. Um 9:30 Uhr kam Louis Ferdinand persönlich nach Saalfeld und besprach sich mit Gneisenau. Er konnte nicht nur den französischen Angriff abwehren, sondern setzte sogar befehlswidrig zum Gegenstoß an. Erst ganz kurz zuvor hatte Marschall Lannes die preußische Abteilung bemerkt und konnte daher nur 14.000 Mann seines Korps ins Gefecht bringen. Beständige Frontalangriffe und von den Höhen her beschäftigten die Preußen und hielten sie fest, während zwei französische Regimenter die rechte Flanke der Preußen umgingen. Sachsen des Regiments „Kurfürst“ konnten zeitweise das Dorf Beulwitz im Nahkampf zurückerobern.

      Prinz Louis Ferdinand befahl nun, d.h. gegen 14 Uhr, den Rückzug. Hierbei kam es auf preußischer Seite zu Unordnungen: Die preußische Reiterei versagte bei ihrer Aufgabe, den Rückzug zu decken und wich vor der französischen Kavallerie zurück. Die preußischen Batterien hatten Befehl erhalten, abzufahren; sie sahen, wie sich die französischen Reiter in bester Schussweite zur Attacke auf die Infanterie entfalteten; dennoch wurde nicht zum Feuern gehalten, sondern stur der Abfahrbefehl befolgt, mit dem Ergebnis, dass sich die Batterien in einem Hohlweg festfuhren. In der beginnenden Panik schien nur Gneisenau den Kopf nicht verloren zu haben. Louis Ferdinand persönlich befahl ihm, mit seinen Leuten die Kanonen aus dem Hohlweg zu ziehen. Dabei bekam Gneisenau einen Streifschuss am linken Bein und musste zurück.

      Zwischen 15 und 16 Uhr sprengte dann französische Kavallerie das preußische Korps völlig auseinander. Die französische Umgehungskolonne drängte die Fliehenden vom Rückzugsweg ab, so dass die Preußen durch die Saale flüchten mussten und ihre gesamte Artillerie (39 Geschütze) verloren, dazu kamen 1.700 Tote und Verwundete. Die Franzosen hatten ca. 200 Mann an Toten oder Verwundeten zu beklagen. Prinz Louis Ferdinand fiel kurz vor 16 Uhr im Reitergefecht. Der Prinz wurde durch den französischen Unteroffizier Guindey vom 10. Husarenregiment getötet, dieser erhielt hierfür das Kreuz der Ehrenlegion. Napoleon bemerkte jedoch, dass ein gefangener Prinz besser gewesen wäre. In diesem Fall hätte er Guindey zum Offizier befördert.

      Das Gefecht bei Saalfeld hatte auf die strategische Situation des Feldzugs keinen direkten Einfluss. Napoleon wusste weiterhin nicht, wo sich die preußische Hauptmacht befand.

      Dagegen waren die moralischen Wirkungen des Gefechts auf preußischer Seite beträchtlich. In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1806 brachen Unordnungen und Panikerscheinungen aus, vor allem in Jena. Sächsische und preußische Truppen des Korps Hohenlohe hielten sich gegenseitig für Franzosen und beschossen sich untereinander. Auf die (falsche) Nachricht vom Anmarsch der Franzosen warf die preußische Feldbäckerei den Teig für 60.000 Brote bei Jena in die Saale. In dem Durcheinander nach dem Gefecht von Saalfeld ging sogar die Eskorte für den preußischen König Friedrich Wilhelm III. (das Füsilierbataillon Pelet und drei Schwadronen brandenburgische Husaren) verloren. Erst im Laufe des 12./13. Oktober klang die Panik wieder ab.

      Ich füge noch die Ordres de Bataille hinzu:
      fr.wikipedia.org/wiki/Ordre_de…e_la_bataille_de_Saalfeld

      Wäre eine feine Aktion für General de Brigade .....


      was war sonst noch los:
      680: Kerbela
      732: Tours (oder Poitiers) – wäre meine 2.Wahl des Tages gewesen
      1471: am Brunkeberg
      1575: Dormans
      1631: Prag
      1637: Ende der Belagerung von Breda
      1794: Maciejowice
      1870: Artenay

      CU tomorrow ......

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      11.10.:
      the daily feature:
      1531: Kappel

      Die Schlacht bei Kappel fand am 11. Oktober 1531 im Rahmen des Zweiten Kappelerkrieges bei Kappel am Albis statt. Zürich unterlag den fünf Orten, womit in der Eidgenossenschaft die Vorherrschaft der katholischen Orte bis zum Zweiten Villmergerkrieg 1712 besiegelt war

      Aufgrund der Weigerung der Innerschweizer Orte, die Drei Bünde im zweiten Müsserkrieg zu unterstützen, drängte Huldrych Zwingli auf einen neuen Krieg gegen die katholische Innerschweiz. Auf Antrag Berns, das gegen einen neuen Waffengang war, verhängten die reformierten Orte im Mai 1531 eine Lebensmittelsperre über die Innerschweiz. Da sich auch die gemeinen Herrschaften daran beteiligten und 1531 ein schlechtes Wirtschaftsjahr war, waren die Folgen für die Lebensmittelversorgung für die betroffenen Kantone erheblich. Dies steigerte wiederum die Aversionen der dortigen Bevölkerung, vor allem gegen Zürich.

      Da ein Krieg unvermeidlich schien, bereiteten sich die fünf Orte darauf vor. Zwischen dem 8. und dem 10. Oktober 1531 versammelten sich ihre Truppen in Zug. Die erste Bedrohung richtete sich somit gegen Zürich, aber auch eine Besetzung der Reussübergänge von Bremgarten und Mellingen, die erst im Januar 1529 zum neuen Glauben übergetreten waren, wäre möglich gewesen, um so eine Vereinigung der Berner und Zürcher Truppen zu verhindern.

      Die Niederlage Zürichs in der Schlacht von Kappel hat Ursachen, die bereits im Vorfeld der Schlacht liegen. An die Stelle der alten Kriegsräte trat mit der Kriegsordnung von 1529 ein 23-köpfiger Kriegsrat. Dieses Gremium war groß und schwerfällig und untergrub die Autorität der Truppenkommandanten. Auch wurden die Kompetenzen der Offiziere eingeschränkt, der Sold für die Mannschaften reduziert und Jörg Berger, der Zürcher Befehlshaber beim ersten Kappelerkrieg, der sich unter anderem bei der Schlacht von Marignano bewährt hatte, bekam diesmal kein Kommando.

      In Zürich wurde die Bedrohung durch die fünf Orte nicht ernst genommen. Erst als eine Luzerner Einheit am 9. Oktober 1531 in Hitzkirch einmarschierte, trat der Rat in der Nacht zum 10. Oktober zusammen. Zwei Ratsmitglieder wurden nach Kappel geschickt, um in Erfahrung zu bringen, ob tatsächlich – wie vorher von verschiedenen Boten berichtet – die Hauptmacht des Gegners in Zug versammelt war. Die einflussreichsten Ratsmitglieder in Zürich glaubten immer noch nicht an einen Angriff der Innerschweizer. Sie hielten das Vorgehen der fünf Orte für eine Täuschung, um eine Aufhebung der Lebensmittelsperre zu erreichen. In der Nacht zum 10. Oktober kamen aber weitere Boten mit der Nachricht, dass der Feind in Zug sei und dort nur noch auf die Urner warte. Der Zürcher „Stabschef“ Hans Schwyzer forderte die sofortige Entsendung der Vorhut unter Jörg Göldi, die auf Pikett war und das unverzügliche Aufgebot der Hauptmacht. Aus Angst, dadurch den Krieg auszulösen, zögerte der Zürcher Rat, bis schliesslich am 10. Oktober um 7 Uhr der Rifferswiler Pfarrer die Anwesenheit der katholischen Truppen meldete. Dies deckte sich mit den Nachrichten, die die beiden in der Nacht entsandten Ratsmitglieder nach Zürich schickten. Der Rat beschloss daraufhin, die im Burgrecht verbundenen Städte zu alarmieren und Jörg Göldi mit der Vorhut von etwa 1200 Mann nach Kappel zu schicken.

      Aufgrund der schwierigen Zuständigkeiten versäumte es Zürich, das Hauptbanner sofort zu alarmieren und ebenfalls nach Kappel zu verlegen. Der Beschluss dazu fiel am Nachmittag gegen 16 Uhr, die Alarmierung erfolgte schließlich um 19 Uhr und der Auszug des Hauptbanners war erst am Morgen des 11. Oktober um 6 Uhr.

      Die Vorhut unter Jörg Göldi war, mit Ausnahme der Artillerie, im Laufe des 10. Oktobers in Kappel angekommen. Göldi wählte die Stellung auf Scheuren, da von dort aus der Baarerboden, von wo der Aufmarsch des Feindes zu erwarten war, gut beobachtet werden konnte. Auch für die Artillerie, die erst am 11. Oktober zwischen 2 und 3 Uhr morgens in Kappel eintraf, war die Stellung günstig, da sie ein weites Schussfeld bot. Göldi nutzte die Zeit am 10. Oktober nicht für einen Ausbau der Stellung und ließ, aus Angst vor einem Überfall im Morgengrauen, bereits um 4 Uhr Tagwacht blasen. Gegen 11 Uhr kam die Meldung, die Innerschweizer näherten sich vom Baarerboden her. Diese waren am Morgen um 9 Uhr von Zug und Baar her mit einem 7000 bis 8000 Mann starken Heer nach Kappel aufgebrochen.

      Am 11. Oktober 1531 gegen Mittag marschierten die Truppen der fünf Orte am Waldrand südwestlich von Kappel über Goldisbrunnen und Islisberg den Zürchern entgegen. Die Vorhut versuchte, durch einen Umgehungsmarsch am Sennhof vorbei zur Haggenweid zu gelangen, um von dort her die rechte Flanke der Zürcher zu erreichen. Der Zürcher Artillerie gelang es jedoch, diesen Angriff zurückzuschlagen. Die fünförtige Vorhut zog sich zurück und vereinigte sich unterhalb des Klosters im Bidenloss mit der Hauptmacht. Von dort aus rückten die katholischen Truppen gegen die linke Flanke, zwischen Kalchofenwald und Buchwäldli vor. Dabei wurden sie von Göldis Vorhut nicht einmal durch Artilleriefeuer gehindert, sondern die Zürcher warteten ab. Göldi liess nur die Artilleriegeschütze auf das Buchwäldli richten und schickte Boten auf den Albis, um das Hauptbanner zur schnelleren Unterstützung herbeizurufen. Diese Hauptstreitmacht, die gewöhnlich um die 4000 Mann umfasste, war wegen des raschen Aufbruches und der Abkommandierung von Truppenteilen nach Bremgarten und Wädenswil nur 700 Mann stark, darunter Kommandant Lavater, Bannerherr Schwyzer und Huldrych Zwingli als Feldprediger. Aufgrund von logistischen Mängeln war das Hauptbanner nur in der Lage, sechs von neun Geschützen über den Albis zu verlegen. Ausserdem waren die Männer ohne Rast nach Kappel geeilt, da der Kanonendonner von dort und die Boten mit den Hilferufen Göldis keine Rast zuliessen.

      Gegen drei Uhr am Nachmittag stiessen die ersten Soldaten mit dem Hauptbanner zur Zürcher Vorhut auf der Scheurenhöhe, und die Kommandanten hielten dort Kriegsrat. Da das Buchwäldli sehr nah an die Zürcher Linien heranreichte, aber nicht von eigenen Truppen gesichert worden war, entschloss man sich, die Stellung von Scheuren auf den Mönchbühl zu verlegen. Da es schon später Nachmittag war, hielten die Zürcher Kommandanten einen Angriff des Gegners für ausgeschlossen.

      Als die katholische Seite den Rückzug des Gegners bemerkte, erfolgte – nach längeren Diskussionen – doch noch der Angriff, zunächst auf die rechte Flanke. Den Zürchern gelang es zunächst, diesen Angriff abzuwehren, aber als der Gewalthaufen der fünf Orte tief in die Zürcher Linien eindrang, wichen die Zürcher immer weiter zurück und die hintersten Reihen begannen zu fliehen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren ungefähr 40 Reformierte gefallen. Nach einem letzten Widerstand setzten sie aber zur Flucht an, die in dem sumpfigen Gelände zwischen Scheuren und Mönchbühl zu grossen Verlusten führte. Innerhalb kürzester Zeit waren neben Zwingli 26 Mitglieder des kleinen und grossen Rates, 25 Geistliche und ungefähr 400 Zürcher verwundet oder gefallen. Die flüchtenden Zürcher wurden über Hausen bis hinauf zum Albis verfolgt. Erst als die Nacht hereinbrach, kehrten die Verfolger aufs Schlachtfeld zurück. Huldrych Zwingli soll dort «von der Hand des Gegners bei Fackelschein den letzten Streich» versetzt bekommen haben.

      Der Plan Zwinglis, die ganze Eidgenossenschaft der Reformation zuzuführen, war mit der Niederlage bei Kappel endgültig gescheitert. Die Eidgenossenschaft wurde durch die Glaubensspaltung nach aussen und innen geschwächt. Im Zweiten Kappeler Landfrieden vom 20. November 1531, der angesichts der reformierten Niederlage noch moderat ausfiel, anerkannten die katholischen Orte zwar die konfessionelle Spaltung der Alten Eidgenossenschaft. Er erlaubte jedoch die Rückkehr der Reformierten zum alten Glauben in den Gemeinen Herrschaften und schützte die katholischen Minderheiten. Rapperswil, Gaster, Weesen, Mellingen, Bremgarten, das Freiamt, das St. Gallische Fürstenland, das Rheintal sowie Teile des Thurgaus und des Toggenburgs wurden zum Teil zwangsweise rekatholisiert. Die katholische Hegemonie in der Eidgenossenschaft wurde am 17. Dezember 1533 durch ein Burgrecht der fünf inneren Orte sowie Solothurns und Freiburgs mit dem Bischof und den Sieben Zenden des Wallis gefestigt, in dem die Verteidigung des katholischen Glaubens ein zentraler Aspekt war.


      was war sonst noch los:
      1573: Zuidersee
      1633: Steinau an der Oder
      1643: Winceby
      1649: Wexford
      1702: Nöteborg
      1746: Roucoux
      1776: Valcour Island (oder Valcour Bay)
      1797: Camperduin (oder Camperdown)
      1805: Haslach-Jungingen (oder Albeck)
      1862: Chambersburg
      1873: Cartagena
      1942: Cape Esperance (oder Savo Island)

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      12.10.:
      the daily feature:
      1917: Erste Passchendaele-Schlacht am 12. Oktober

      Drei Tage nach der Schlacht von Poelcapelle (9.10.) wurde von Haig ein erneuter Versuch gestartet, die deutsche Front zu durchbrechen. Im engeren Sinne wird nur die folgende Schlacht und eine darauf folgende Operation nach
      dem Dorf Passendale als Schlacht bei Passchendaele bezeichnet. Dennoch wird der Begriff im englischsprachigen Volksmund auch für die gesamte Dritte Flandernschlacht benutzt.

      Am 12. Oktober gegen 06:30 Uhr früh setzte das Trommelfeuer zwischen Draaibank und Zandvoorde gegen die deutschen Korpsgruppen Dixsmuide, Ypern und Wytschate ein. Eine Stunde darauf folgte der Infanterieangriff gegen die deutsche Gruppe Ypern (Generalkommando des Gardekorps), welche den Angriff erwartete und ihre Eingreifdivisionen bereits alarmiert hatte. Im Bereich des englischen XIV Korps (Lord Cavan) zwischen Poelcappelle und
      dem Houthoulster Wald waren die 12. Brigade der 4. Division, die 51. Brigade der 17. Division und die 3. Brigade der Gardedivision zum Angriff bestimmt. Den Hauptangriff führte das II. ANZAC-Corps unter General Godley auf einer schmalen Front von 2700 Metern gegen Passchendaele. An der Nordflanke der Neuseeländer unterstützte der rechte Flügel der englischen 5. Armee. Im Bereich des XVIII. Corps (General Maxse) wurde die 26. Brigade der
      schottischen 9. Division (Generalmajor Lukin) auf 1800 Meter Breite angesetzt, um auf den Weiler Goudberg vorzurücken. Die Engländer lagen nordwestlich von Paschendale in so morastigen Stellungen, dass ihnen jede Möglichkeit recht war, um festeren Boden und bessere Sicht gegen den Höhenrücken nach Westroosebeke zu gewinnen. Die 55. Brigade der englischen 18. Division war zum Angriff gegen Lekerboterbeek bestimmt. Zur besseren Koordinierung erhielten die im Gelände angelegten Schützenbunker Namen wie Israel, Potsdam, Juda, Waterfields, Anzac, Helles, Kit, Kat, Hamburg u. a., die Bunker und die beiden nordwestlich von Paschendale gelegenen Weiler Wallemolen,
      Mollelmarkt und Goudberg wurden zum Brennpunkt der folgenden Kämpfe.

      Der Angriff fand immer noch unter schlechten Witterungsbedingungen statt, so dass die Artillerie nicht ausreichend an das vordere Schlachtgeschehen herangeführt werden konnte und die angreifenden Soldaten ohne Feuerschutz nur sehr langsam vorrücken konnten. Die New Zealand Division (Generalmajor Russell) wurde gegen den Weiler Wallemolen, entlang des Weges über Bellevue auf Laamkeek angesetzt. Die australische 3. Division (General Monash) wurde südlich davon, gegen die Höhen und auf das Dorf Passchendaele angesetzt, wo die deutsche 195. Division verteidigte. Das erste Operationsziel war praktisch das gleiche wie beim Angriff vom 9. Oktober, die Angriffstruppen
      sollte sich etwa einen Kilometer vorwärts kämpfen, sich bei den dortigen Bunkern sammeln und von dort aus in einem zweiten Anlauf die weiteren 800 Metern zum Dorf Passchendaele erkämpfen. Aufgabe des südlicher stehenden I. ANZAC-Corps (Birdwood) war es, mit der frisch eingeschobenen australischen 4. und 5. Division auf 1200 Meter Front in Richtung auf das Dorf Keiberg anzugreifen und die Flanke nach Süden gegenüber der deutschen 220. und 233. Division zu decken. Das X. Corps unter General Morland (7. und 23. Division) hatte Angriffe über die Eisenbahnlinie Gheluvelt – Becelaere zu führen, während das IX Corps (19. und 37. Division) die südliche Flanke nach Zandvoorde deckte.

      Vom Bahnhof nordwestlich von Poelkapelle drang die englische 17. Division beiderseits der Straße nach Manneken-Ferme bis in die Gegend von Schaap Balie vor, so dass sie unmittelbar südlich des Houthulster Waldes vorrücken konnte. Das Dorf Poelkapelle ging der deutschen 240. Division verloren, die auf Westroosebeke angesetzte englische 18. Division stand am Abend dicht vor dem Weiler Spriet. Das Artilleriefeuer des ANZAC-Corps hatte den sperrenden Stacheldraht am Frontvorsprung bei Wallemolen und an den Hängen von Goudberg nicht vollständig zerstört. Der schlammige Boden bot keine stabile Plattform für die nachgezogenen Kanonen und Haubitzen. Nördlich der Straße Gravenstafel-Metheele gewann die neuseeländische Division etwas an Boden, wurde dann aber auch hier von Stacheldraht-Sperren gestoppt und erlitt durch Maschinengewehrfeuer schwere Verluste.

      Die Gesamtzahl der Verluste der britischen 2. und 5. Armee wurde an diesen Tag auf rund 12.000 Mann geschätzt, davon galten 2000 seit 11. Oktober als vermisst. Allein die australische 4. Division verlor etwa 1000 Mann, die
      australische 3. Division hatte 3199 Mann und die neuseeländische Division 2735 Mann verloren. Auf der deutschen Seite hatte allein die im Brennpunkt bei Passchendaele eingesetzte 195. Division seit 7. Oktober 3395 Mann zu beklagen. Die Moral auf alliierter Seite sank durch diese Niederlagen stark.

      Zwischen den Gruppen Dixsmuide und Ypern musste die deutsche Heeresleitung zur Verstärkung des bedrohten Abschnittes das Generalkommando des Garde-Reserve-Korps (Gruppe Freiherr von Marschall) als neugebildete Gruppe Staden (16., 27. und 227., ab 18. Oktober durch die 239. Division abgelöst) eingeschoben werden. Das Generalkommando des XVIII. Armee-Korps unter Generalleutnant Viktor Albrecht übernahm den Befehl über die Gruppe Dixsmuide.

      Nach neuen britischen Angriffen, die am 22. Oktober gegen den Südrand des Houthulster Waldes eingeleitet wurden, erwartete die deutsche Heeresleitung auch neue Angriffe gegen die Front vor Passchendaele. Fast alle Verbände der Gruppen Staden und Ypern wurden vorsorglich abgelöst, die 187., 195., 220. und 233. Division wurden aus der Front gezogen und deren Abschnitte für den nächsten Großkampf neu besetzt.


      was war sonst noch los:
      633: Hatfield Chase
      1459: Ludlow
      1748: Jenkins‘ Ear (Havanna)

      CU tomorrow ......

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      13.10.:
      the daily feature:
      1812: Queenston Heights

      Nachdem die Amerikaner im Sommer 1812 bei ihrem Einfall nach Kanada von Detroit aus und der darauf folgenden Kapitulation einer Armee unter Brigadegeneral William Hull eines der peinlichsten militärischen Debakel ihrer Geschichte erlebt hatten, war der Druck auf die Verantwortlichen groß, diese Schmach durch einen Sieg vergessen zu machen. Ein Waffenstillstand zwischen dem britischen Generalgouverneur Sir George Prevost und dem amerikanischen General Henry Dearborn ermöglichte es den Amerikanern, sich vom Schock der Niederlage zu erholen und ihre sog. Army of the Center am Niagara River zusammenzuziehen. Der US-Kommandeur Generalmajor Stephen Van Rensselaer war nicht davon überzeugt, dass seine Truppen – vielfach schlecht ausgebildete Milizen – einen erfolgreichen Angriff ausführen könnten, stand aber unter erheblichem Druck von Präsident James Madison. Erschwert wurde Van Rensselaers Lage dadurch, dass er Milizoffizier und Politiker war und ihm deshalb von den Berufsoffizieren der regulären Armee nur wenig Respekt entgegengebracht wurde. Seine Befehle wurden aus diesem Grund teilweise missachtet. Hinzu kam ein Mangel an Ausrüstung aller Art, für den der General Machenschaften politischer Gegner verantwortlich machte. Darüber hinaus war die Moral der Soldaten schlecht, da sie monatelang
      nicht bezahlt worden waren und unter dem Mangel an Lebensmitteln, Kleidern und anderem litten. Es trug auch nicht zur Besserung ihrer Stimmung bei, dass die Briten an ihrem Ufer demonstrativ amerikanische Kriegsgefangene
      entlangmarschieren ließen. Trotz seiner Zweifel beugte sich Van Rensselaer schließlich dem Druck der Regierung und entschloss sich zum Überschreiten des Niagara.

      Das Kommando auf britischer Seite führte Generalmajor Sir Isaac Brock, der Sieger von Detroit, in seinem Hauptquartier Fort George an der Mündung des Niagara River in den Ontariosee. Da Brock nicht wusste, wo der amerikanische Angriff erfolgen würde, teilte er die ihm zur Verfügung stehenden 1.600 regulären Soldaten und 300 Milizionäre auf Fort George und Fort Erie auf und ließ das Flussufer nur dünn besetzen. Im letzten Moment wurden die Briten jedoch gewarnt, da ein britischer Offizier, der Van Rensselaer am 12. Oktober zu Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch aufsuchte, Boote und andere Vorbereitungen beobachtete und die richtigen Schlussfolgerungen zog. Brock konnte deshalb vor Beginn des Angriffs die Milizen alarmieren und seine Truppen in Fort George in Alarmbereitschaft versetzen.

      Die Amerikaner starteten ihren Angriff von Lewiston aus auf die von britischen Truppen gehaltenen Höhen von Queenston (Queenston Heights) am frühen Morgen des 13. Oktober. Um 3:00 Uhr begann die Überquerung des Niagara River. Bei Buffalo sollte ein Ablenkungsangriff stattfinden, doch setzte sich General Alexander Smyth trotz direkter Befehle van Rensselaers nicht in Bewegung. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass trotz entsprechender Befehle des Kommandeurs zu wenig Boote beschafft worden waren, um die Invasionsarmee überzusetzen, und die vorhandenen zu klein für die Artillerie waren. Am Anfang des Gefechts standen lediglich 300 britische Soldaten gegen mehr als 4.000 Amerikaner. Weitere 1.000 Mann unter General Roger Hale Sheaffe kamen ihnen von Fort George aus zur Hilfe, waren jedoch noch nicht angekommen, als die erste amerikanische Angriffswelle landete. Brock selbst ritt voraus und übernahm das Kommando über die Verteidiger.

      Die erste Welle der Amerikaner bestand aus 13 Booten mit 300 regulären Soldaten unter Oberst John Chrystie und derselben Anzahl von Milizionären unter Oberst Solomon van Rensselaer, einem Cousin des Generals. Nur zehn Boote erreichten das Ufer. Auch Chrysties Boot wurde beschädigt und flussabwärts getrieben. Noch schlechter erging es der zweiten Welle. Zahlreiche Soldaten wurden bereits auf dem Fluss durch britisches Artillerie- und Musketenfeuer getötet oder verwundet. Drei Boote trieben durch starke Strömungen flussabwärts, wo ihre Besatzungen den Briten in die Hände fielen. Eine Reihe von Offizieren, darunter Solomon van Rensselaer, wurden durch Musketenfeuer verwundet. Trotzdem gelang es den Amerikanern, unterhalb der Höhen zu landen und die britischen Verteidiger auf Queenston zurückzudrängen. Daraufhin konzentrierte Brock den größten Teil seiner Truppen dort und ließ nur eine Handvoll Infanteristen zur Deckung der schweren Geschütze auf den Höhen zurück. Der US-Hauptmann John Wool hatte aber von einem Einheimischen von einem Fischerpfad erfahren, der auf den ansonsten
      unzugänglichen Höhenzug führte. Über diesen Weg führte er nun einen überraschenden Angriff auf die dort postierte britische Artillerie, die unter den Amerikanern schwere Verluste anrichtete. Die völlig überraschten Kanoniere
      mussten ihre Geschütze aufgeben und zogen sich nach Queenston zurück, vernagelten sie aber vorher noch, so dass die Amerikaner sie nicht einsetzen konnten.

      Da die Höhen von zentraler strategischer Bedeutung waren und die Geschütze benötigt wurden, um den Transport der US-Truppen über den Fluss zu behindern, beschloss Brock einen sofortigen Gegenangriff, ohne auf die anmarschierenden Verstärkungen zu warten. Bei einem ersten Angriff gelang es den Briten, Wools Stellung zum Schwanken zu bringen, doch ein amerikanischer Gegenangriff trieb die zahlenmäßig stark unterlegenen Angreifer wieder zurück. Brock, der bei diesem Angriff an der Hand verwundet worden war, wurde etwa um 13 Uhr in die Brust geschossen, als er seine Soldaten für einen zweiten Angriff ordnete, und starb sofort. Brocks Adjutant, Oberstleutnant John Macdonnell, führte die um eine Truppe Freiwilliger unter Hauptmann John Williams verstärkten Briten zu einem zweiten Angriff, der angesichts der großen amerikanischen Übermacht ebenfalls scheiterte. Macdonnell selbst wurde tödlich, Williams schwer verwundet. Den Amerikanern gelang es nun auch, Queenston zu besetzen und den größten Teil der britischen Artillerie zum Schweigen zu bringen.

      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Die Situation für die Briten war nun gefährlich und wäre noch schlechter gewesen, wenn die Amerikaner mehr Truppen über den Niagara River gebracht hätten. So befanden sich nur etwas mehr als 1.000 Mann unter dem Kommando von Oberst Winfield Scott auf der kanadischen Seite, und die US-Milizen weigerten sich, die wenigen noch vorhandenen Boote zu besteigen. Hinzu kam, dass General Smyth nicht nur seinen Ablenkungsangriff nicht ausgeführt hatte, sondern sich auch noch weigerte, Verstärkungen zu schicken. Die Amerikaner hatten sich zwar erfolgreich am anderen Ufer festgesetzt, doch waren britische Verstärkungen unter General Sheaffe im Anmarsch. Hinzu kam, dass die von den Amerikanern gefürchteten indianischen Hilfstruppen der Briten in den Kampf eingriffen – Mohawks unter dem in Großbritannien aufgewachsenen Häuptling John Norton attackierten die US-Truppen auf den Höhen in den Flanken. Die Kampfschreie der Indianer ließen die Kampfmoral der unerfahrenen Soldaten weiter sinken, ihre Taktik, anzugreifen und sich schnell wieder zurückzuziehen, stellte die Amerikaner vor große Probleme. Daraufhin räumten sie Queenston wieder und verstärkten ihre Position auf den Höhen, die nun von der neu eingetroffenen britischen Artillerie unter Feuer genommen wurden. Ein Teil der amerikanischen Soldaten
      versteckte sich im Wald und griff nicht in den Kampf ein. General van Rensselaer, der wusste, dass sich die britischen Reserven näherten, versuchte vergeblich, seine Milizen zum Überschreiten des Flusses zu bewegen, um die
      Schlacht so möglicherweise doch noch zu gewinnen. Die Milizionäre beriefen sich dabei auf das Recht, nicht außerhalb der Grenzen der USA eingesetzt zu werden. Es gelang den Amerikanern nicht einmal, die Bootsbesatzungen zum Einsatz für die Evakuierung der auf dem anderen Ufer stehenden US-Truppen zu bringen. Damit war deren Schicksal besiegelt.

      Sheaffe plante seinen Anmarsch methodisch und führte seine Truppen durch ein Waldstück, um sie so vor der schweren US-Artillerie auf der anderen Flussseite zu schützen. Dann formierte er sie sorgfältig zum Kampf und griff den amerikanischen Brückenkopf um 16:00 Uhr mit etwa 1.000 Soldaten an. Die Briten gingen mit dem Ruf “avenge the General” (deutsch: „rächt den General“) in den Kampf. Ihre demoralisierten Gegner ergriffen die Flucht. Eine
      größere Anzahl Amerikaner sprang aus Angst vor den Indianern in den Fluss, wobei viele beim Aufprall auf Felsen getötet wurden oder ertranken. Etwa 300 reguläre Soldaten unter Oberst Scott versuchten einen Rückzug in geordneter Formation, die jedoch bald auseinanderbrach, als die Soldaten zum Flussufer flüchteten. Hier wurden sie schließlich von Briten und Indianern gestellt und kapitulierten nach einem kurzen Scharmützel. Nach der Aufgabe von Scotts Soldaten ergaben sich noch weitere 500 Milizionäre, die sich im Umfeld der Höhen versteckt hatten.

      Von General van Rensselaers 6.000 Soldaten wurden etwa 400 getötet oder verwundet, über 900 gerieten in britische Gefangenschaft, darunter Brigadegeneral William Wadsworth, Oberst Winfield Scott, vier weitere Oberstleutnants und 67 Offiziere. Aufgrund der mangelnden Führungskraft ihrer Kommandeure und der Disziplinlosigkeit von Teilen der Mannschaften erlitten die Amerikaner eine demütigende Niederlage. General van
      Rensselaer trat nach der Schlacht zurück. Die Briten hatten lediglich 14 Tote und 77 Verwundete (darunter James Secord, Ehemann der kanadischen Nationalheldin Laura Secord) zu beklagen. Ein nicht in Zahlen zu fassender Verlust war allerdings der Tod von Generalmajor Brock, dem mit Abstand fähigsten Kommandeur auf britischer Seite. Es ist wohl vor allem diesem frühen Tod und der Inkompetenz einiger seiner Nachfolger (Henry Procter, Sir George Prevost) zuzuschreiben, dass der Krieg an der kanadischen Front kein komplettes Debakel für die Amerikaner wurde.

      Teilweise wird der Schlacht von Queenston Heights kriegsentscheidende Wirkung zugeschrieben, obwohl der Krieg noch weitere zwei Jahre dauerte. Trotzdem ist diese Einordnung nicht ohne Berechtigung. Sie überzeugte die britischen Verantwortlichen, dass Kanada trotz der amerikanischen Übermacht erfolgreich verteidigt werden könnte, und gab den britisch-kanadischen Truppen ein Selbstbewusstsein, das weitere teils spektakuläre Erfolge gegen drückend überlegene US-Truppen ermöglichte. Der Tod General Brocks machte aus diesem einen Helden und Märtyrer, dessen Andenken Frankokanadier und Anglokanadier vereinte und motivierte. Auf die amerikanischen Soldaten hatten die Debakel des Jahres 1812, die in dieser Schlacht gipfelten, eine demoralisierende Wirkung. Der daraus resultierende Verlust an Selbstvertrauen führte zu einer zögerlichen, ängstlichen Kriegsführung, die immer wieder dazu führte, dass günstige Situationen nicht genutzt wurden und kleine Rückschläge unverhältnismäßige Folgen hatten. Dies führte dazu, dass die US Army trotz drückender Überlegenheit ihr Ziel einer Eroberung Kanadas nicht erreichen konnte und eine teilweise Qualitätsverbesserung erst 1814 erreichte, als Verstärkungen aus Europa dieses Ziel unerreichbar machten.


      was war sonst noch los:
      1479: auf dem Brodfeld (Kenyérmező, Câmpul Pâinii)
      1644: Fehmarn
      1761: Ölper
      1793: 1. Schlacht von Wissembourg
      1827: Jerewan
      1915: Hohenzollern Redoubt (bis 19.10., Teil der Schlacht von Loos)

      CU tomorrow ......

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      14.10.:
      the daily feature:
      jetzt haben wir den Salat: Hastings, Hochkirch, Elchingen und Jena/Auerstedt an einem Tag.

      Keine dieser Schlachten sollte den Vorzug erhalten, denn jede ist militärhistorisch bedeutend und hatte Einfluss auf den Fortgang der Geschichte.

      Daher habe ich erstmal die Links zu den relevanten Wiki-Artikeln angeführt, zum Selbststudium:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Hastings

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Hochkirch

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Elchingen

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Jena_und_Auerstedt


      Was kann man in kurzen charakterisierenden Worten zu den jeweiligen Partien sagen:

      Die Schlacht bei Hastings war der erste militärische Erfolg der französischen Normannen bei der Eroberung Englands. Das normannische Heer unter Herzog Wilhelm dem Eroberer besiegte die Angelsachsen unter ihrem König Harald II.

      In der Schlacht bei Hochkirch überfiel die Kaiserliche österreichische Armee unter dem Kommando von Feldmarschall Leopold Joseph Graf Daun in einem Nachtgefecht das preußische Heerlager nahe Bautzen (Hochkirch liegt 10 km östlich der Stadt in Richtung Görlitz) in Sachsen. Diese Schlacht des Siebenjährigen Krieges ist als zweite persönliche Niederlage Friedrichs des Großen in die Geschichte eingegangen; ihr für Preußen unglücklicher Ausgang wird mit einigem Recht zum großen Teil der mangelnden Vorsicht des Königs bei der Auswahl des Lagerplatzes zugeschrieben.

      Die Schlacht bei Elchingen zwischen österreichischen und französischen Streitkräften war das größte Einzelgefecht während der Kämpfe um Ulm zu Beginn des Dritten Koalitionskriegs. Sie führte die vollständige Einschließung der österreichischen Armee in Ulm herbei, wo diese am 20. Oktober 1805 die Waffen strecken musste.

      Die Schlacht bei Jena und Auerstedt (auch Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt; bzw. Auerstädt in älteren Quellen) fand während des Vierten Koalitionskrieges in der Nähe der Orte Jena und Auerstedt statt.
      Die preußische Armee erlitt eine schwere Niederlage gegen die französischen Truppen. Napoleon schlug mit seiner zahlenmäßig überlegenen Hauptarmee ein preußisch-sächsisches Korps bei Jena, während zur gleichen Zeit ca. 25
      Kilometer entfernt Marschall Davout mit seinem Korps die ihm zahlenmäßig überlegene preußische Hauptarmee unter dem Herzog von Braunschweig bei Auerstedt schlagen konnte. In älteren Quellen heißt es statt „Schlacht bei Jena und Auerstedt“ auch „Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt“. Beide Begriffe lassen nicht erkennen, dass sowohl die Franzosen als auch die Preußen so gut wie keine Kenntnis von den zeitlich parallel verlaufenden Schlachten hatten. Allerdings kann keine der beiden Schlachten unter Ausschluss der anderen betrachtet werden.

      Hier wäre ein Vergleich mit den ebenfalls parallelen Schlachten von Ligny und Quatre-Bras interessant.



      was war sonst noch los:
      1322: Old Byland (oder Byland Moor, oder Byland Abbey) - Es war ein Sieg für die Schotten unter Robert Bruce, der bedeutendste seit Bannockburn.
      1529: Sulaiman-Bresche (Ende der Ersten Türkenbelagerung von Wien)
      1533: Jemgum
      1704: Belagerung von Verrua
      1805: Memmingen (Marschall Nicolas Jean-de-Dieu Soult besiegt Generalmajor Karl Graf Spangen)
      1863: Bristoe Station
      1952: Triangle Hill (Korea, bis 25.10.)

      CU tomorrow ......


      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Die Schlacht bei Jena

      Vorbereitung 13.10.1806
      Bis zum Vortag der Schlacht bei Jena, dem 13. Oktober 1806, hielt ein sächsisches Bataillon den sogenannten „Landgrafenberg“, einen Höhenzug nordwestlich von Jena besetzt. Es verteilte sich auf einer Länge von 2 Kilometern und konnte einer französischen Truppe unter der Führung von Marschall Lannes keinen nennenswerten Widerstand leisten. Lannes hatte mit seinen 22000 Soldaten bereits am Morgen die Saale überschritten und Jena eingenommen. Das sächsische Bataillon gab mit seinem Rückzug den Franzosen eine strategisch günstige Stellung preis. Die preußischen Befehlshaber, allen voran der Fürst zu Hohenlohe, beunruhigte dies jedoch nicht weiter. Sie hielten es für unmöglich, Artillerie auf den steilen Hang zu transportieren. Einen Gegenangriff zur Rückeroberung des „Landgrafenberges“ befahlen sie nicht. Für Napoleon, der mit seiner Garde (8.500 Mann) um 16 Uhr auf dem Landgrafenberg eintraf, bot der Höhenzug einen günstigen Beobachtungsstandort. Von hier aus konnte er, solange kein Nebel die Sicht beeinträchtigte, bis ins Saaletal blicken. Nachts bewegte das Korps von Marschall Lannes Kanonen am heutigen „Hohen Steiger“ auf den Berg. Napoleon selbst griff in die Organisation ein, als der Artilleriezug sich staute. Der Kaiser zog alle nahe gelegenen französischen Truppen auf dem „Landgrafenberg“
      zusammen, wobei die Korps von Soult und Augereau erst in der Nacht eintrafen. Bevor er sich auf der Südseite des Windknollen inmitten seiner Garde schlafen legte, inspizierte er nochmals die einzelnen Korps bei Jena.

      Ausgangssituation am Morgen des 14. Oktober
      Am Morgen des 14. Oktober, dem Tag der Schlacht, stand Napoleon lediglich das Korps von Hohenlohe gegenüber. Hohenlohe hatte seine Truppen jedoch nicht zusammengezogen. 22.000 seiner Soldaten lagerten bei Kapellendorf und 8.000 Mann bei Dornburg. Zwischen Kapellendorf und Dornburg, direkt gegenüber den französischen Truppen, befanden sich weitere 8.000 preußische Soldaten des Korps. Es wurde von General Tauentzien geführt. Hohenlohe unterstanden bei Jena somit 38.000 Soldaten. Die sich noch in Weimar aufhaltenden 15.000 Mann unter der Führung von General Rüchel sollten das Schlachtfeld nicht mehr rechtzeitig erreichen. Napoleon verfügte am Morgen
      über 56.600 Mann; er war den Preußen zahlenmäßig überlegen. Noch immer ging er jedoch davon aus, es mit der preußisch-sächsischen Hauptarmee aufnehmen zu müssen, die er auf mindestens 100.000 Mann schätzte. Bis 11 Uhr erhielt er Verstärkung um zwei weitere Korps. Napoleons Truppenstärke betrug danach 96.000 Mann, wobei jedoch nur 54.000 französische Soldaten in Kampfhandlungen verwickelt wurden.

      Am Morgen lag über dem Landgrafenberg noch dichter Nebel. Die schlechten Sichtbedingungen begünstigten, wie der französische General Savary in seinen Memoiren festhalten sollte, die französischen Truppen. Auf dem Landgrafenberg standen Napoleons Soldaten auf „kleiner Fläche äußerst zusammengedrängt“ (so Savary). Bei guter Sicht hätten sie ein leichtes Ziel für die nahe stehende preußische Artillerie geboten. Savary zufolge hätte jeder Schuss der Preußen „getroffen“ und „großen Schaden“ in den französischen Reihen anrichten können. Eine effektive Schlachtformation konnten die Franzosen jedoch nur in der westlichen Ebene von Jena bilden. Daher mussten sie möglichst schnell den langen, schmalen Bergrücken hinabmarschieren und zwar bevor die preußischen Soldaten den Zugang in die Ebene wirkungsvoll abriegeln konnten.

      Um 4 Uhr morgens hielt Kaiser Napoleon mit Marschall Lannes eine persönliche Unterredung. Er teilte ihm letzte Anweisungen für einen Angriff mit. Kurz darauf bestärkte Napoleon die Kampfmoral seiner Truppen, indem er ihre Reihen abritt und in einer Rede an den schnellen Sieg in der Schlacht bei Ulm gegen die Österreicher im Vorjahr erinnerte. Zu einem ersten, kurzen Gefecht kam es bereits kurz vor Napoleons verordneten offiziellen Angriff um 6 Uhr morgens. Preußische Jägertruppen eröffneten auf die französische Vortruppen von Soult das Feuer. Soults Vortruppe war von Napoleon dafür beauftragt worden, die Straßen von dem Höhenzug in die Ebene auszukundschaften. Aufgrund der schlechten Sichtbedingungen im Nebel wurde das Feuer jedoch relativ schnell vorerst wieder eingestellt. Um 6 Uhr ließ Napoleon das Geschützfeuer auf Closewitz eröffnen. Der Beschuss sollte die anschließende Erstürmung des Dorfes vorbereiten. Anschließend setzten sich die Soldaten von Marschall Lannes in Bewegung, wobei sie auf das preußische Korps von General Tauentzien trafen, das den Zugang in die Ebene versperrte. Die Sichtweite betrug in dem anhaltenden Nebel etwa 100 Schritte. Aufgrund dieser schlechten Sichtbedingungen schätzte Lannes die preußische Division (8000 Mann) zunächst zahlenmäßig stärker ein, als diese tatsächlich war. Erst als sich der Nebel um 8:00 Uhr langsam aufzulösen begann, erkannte Lannes die wahren Kräfteverhältnisse. Er drängte Tauentziens Truppen bis zum Dornberg, der höchsten Erhebung des Schlachtfeldes, zurück, wo sich die
      Soldaten um 8:30 Uhr ein weiteres Gefecht lieferten.

      Der Fürst zu Hohenlohe war zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht auf eine Schlacht vorbereitet. Er ging davon aus, dass die französische Hauptarmee Richtung Naumburg marschierte, um die preußischen Soldaten von einer Überquerung der Unstrut abzuhalten. Hohenlohe rechnete maximal mit kleineren Gefechten. Während die Franzosen ihren Angriff auf Closewitz gestartet hatten, hielten sich die Mitglieder des Hauptquartiers noch in den Schlafräumen von Schloss Kapellendorf auf. Bis kurz vor 7 Uhr wurde in aller Ruhe gefrühstückt. Dass Napoleon das Risiko eingehen würde, von Jena aus anzugreifen konnte sich die Umgebung Hohenlohes nicht vorstellen, denn im Falle einer französischen Niederlage hätte das schwer zugängliche Terrain und der Fluss einen Rückzug für Napoleon erschwert. So nahm Hohenlohe Benachrichtigungen, die ihm von einem französischen Angriff berichteten, zunächst nicht Ernst. Er behinderte um 8 Uhr den Befehl von General Grawert, die Zelte abzubauen und sich auf eine Schlacht vorzubereiten. Erst um 8:30 Uhr gab Hohenlohe den Befehl, auf die französische Offensive zu reagieren.

      Ende Teil 2

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      Teil 3

      Wie schon an den Vortagen herrschte Nebel bis gegen neun Uhr. Das Lager der Preußen war von Massenbach in Erwartung der Franzosen längs der Straße von Jena nach Weimar in Richtung Südwesten abgesteckt worden; tatsächlich aber erfolgte der Angriff von Südosten her über den Steilabhang des Saaletals. Die Truppen des preußisch-sächsischen Gros sammelten sich deswegen erst spät und zögernd, als ihre Vorhut unter Tauentzien schon längst massiv zurückgedrängt wurde.

      Der französische Angriff erfolgte gegen 6.00 Uhr morgens vom Landgrafenberg und dem Windknollen bei Jena aus dem Nebel heraus mit überraschend starker Artillerieunterstützung. Er traf auf die preußische Vorhut unter Tauentzien. Dieser befehligte sein eigenes Avantgarde-Detachement, das sich in den Vortagen kämpfend unter geringen Verlusten von Hof her zurückgezogen hatte. Zusätzlich war ihm der Befehl über die Reste der im Gefecht bei Saalfeld geschlagenen Vorhut des gefallenen Prinzen Louis Ferdinand von Preußen übertragen worden. Der sächsische Befehlshaber Generalleutnant Zezschwitz ließ seine Division unter General Niesemeuschel auf dem Höhenzug der sogenannten »Schnecke« südwestlich von Lützeroda in Abwehrstellung gehen.

      Napoleon befahl dem V. Korps unter Lannes, die vorgeschobenen preußisch-sächsischen Stellungen erst bei den Dörfern Cospeda, Lützeroda und Closewitz und danach bei Rödingen und Lehesten anzugreifen. Dazu waren links die Division Gazan, rechts die Division Suchet angesetzt worden. Gegenüber den Sachsen bildete das französische VII. Korps unter Augereau den linken Flügel, die Division Desjardin konnte mit der Vorhut in Isserstedt eindringen, während dahinter die Division Heudelet aus dem Mühltal nachrückte. Auf dem Landgrafenberg verblieb unter Marschall Lefebvre die in fünf Treffen zu Karees formierte kaiserliche Garde und folgte später hinter Lannes zum Dornberg nach. General Tauentzien befehligte angeschlagene, ungenügend vorbereitete Truppen. Das Regiment Zweiffel unter Oberst Brandenstein wurde auf der Höhe zwischen Krippendorf und der Windmühle von Vierzehnheiligen angegriffen. Es gelang den französischen Truppen, diese Einheiten durch das nebelige Schlachtfeld vom Dornberg abzudrängen. Das IV. Korps unter Marschall Soiult, das den rechten Flügel der Franzosen bildete,
      hatte durch das Rautal vorgehend die Hochfläche erreicht. Die Division Saint Hilaire und die Kavallerie-Brigade Margaron drängten den linken Flügel von Tauentzien auf Kloswitz ab und gerieten dann bei Rödigen auf die intakten
      Linien des preußischen linken Flügel unter General Holtzendorf. Währenddessen war Tauentziens geschlagene Vorhut an Krippendorf vorbei auf Klein-Romstedt zurückgegangen.

      Die preußische Hauptmacht unter Hohenlohe formierte sich mit Front in Richtung der Dörfer Isserstedt und Vierzehnheiligen und griff gegen 9:30 Uhr an. Isserstedt wurde zunächst zurückerobert. Die Infanterie der preußischen Division Grawert griff das Dorf Vierzehnheiligen an und brachte das Gefecht dort vorläufig zum Stehen. Auf Hohenlohes Befehl rückten die preußisch-sächsischen Truppen nahe an Vierzehnheiligen heran und beschossen es, in Linie stehend und ohne Deckung. Diese schutzlose Stellung wurde eineinhalb Stunden, in denen die französische Infanterie und Artillerie auf die Truppen Hohenlohes feuerte, beibehalten, weil Hohenlohe glaubte, nicht ohne die Unterstützung Rüchels angreifen zu können, der von Weimar aus heranmarschierte. Auch der preußische linke Flügel unter Holtzendorff wurde durch das Korps Soult bis hinter Altengönna zurückgeworfen und musste sich auf Hermstedt und Apolda zurückziehen. Dabei wurde General Sanitz verwundet und fiel bei Heiligenholz in französische Gefangenschaft. Die preußische Front blieb zu weit ausgedehnt, und die Franzosen, die andauernd Verstärkungen vom Korps Ney erhielten, drohten bei Vierzehnheiligen mit Überflügelung und Einkreisung des Dorfes. Die preußische Frontlinie brach infolge des gegnerischen Dauerbeschusses ohne Deckung beim Angriff der immer
      stärker werdenden französischen Infanterie auseinander, woraufhin Hohenlohe den Rückzug befehlen musste, der aber, als die Kavallerie unter Murat angriff, zu einer panischen Flucht führte.

      Gegen 13 Uhr erreichte Rüchels Korps Kapellendorf, wo ihm bereits das aufgelöst flüchtende Korps Hohenlohe entgegenkam. Rüchels Korps unternahm einen missglückten Gegenstoß, bei dem es empfindliche Verluste erlitt und auch Rüchel schwer verwundet wurde. Danach ging es in der Masse der in Richtung Weimar und weiter zur Festung Erfurt Fliehenden unter. Insgesamt wurden ca. 10.000 preußische und sächsische Soldaten getötet oder verwundet und weitere 10.000 gefangen genommen. Die Franzosen hingegen hatten nur etwa 7500 Tote oder Verwundete zu verzeichnen.

      Ende Teil 3

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      Teil 4

      Die Schlacht bei Auerstedt

      15 Kilometer weiter nördlich kämpften unterdessen 27.300 Franzosen unter Marschall Davout gegen ca. 49.800 Preußen unter dem Herzog von Braunschweig. Die preußische Kavallerie war in der Schlacht bei Auerstedt 8800 Reiter stark, die französische hingegen nur 1300. Außerdem verfügten die Preußen über 230, die Franzosen dagegen nur über 44 Kanonen. Allerdings waren die Befehlshaber beider Seiten über die gegnerische Stärke im Unklaren. Das Schlachtfeld war mit unerwartet dichtem Nebel verschleiert. Das preußische Heer war durch das Überqueren der Ilm über die einzige Brücke in lange Reihen auseinandergezogen. Die französische Avantgarde traf bei Hassenhausen auf die preußische Vorhut und wurde dann durch die preußische Kavallerie unter General Blücher angegriffen, konnte diese aber unter schweren Verluste abwehren.

      Die französische Division Gudin konnte in das Dorf Hassenhausen eindringen, während die Division Friant um ca. 9 Uhr in den Angriff übergehende preußische Truppenverbände nördlich der Chaussee nach Kösen festhielt. Davout befahl seinem 21. Infanterieregiment, die Stellungen in Hassenhausen und dem 12. Regiment, seinen linken Flügel zu verstärken, nachdem sein rechter Flügel durch die Ankunft der Division Morand gesichert war. Kurz nach dem Angriff der preußischen Division Schmettau wurde der Herzog von Braunschweig am Kopf durch eine Kugel getroffen, woraufhin er sein Augenlicht verlor. Die zum Angriff angesetzte preußische Division des Generals Wartensleben wurde selbst durch Morands Truppen zurückgeworfen, Wartensleben wurde verletzt und sein Pferd unter ihm erschossen. Da auch General Schmettau schwer verletzt war und kein neuer Oberbefehlshaber ernannt wurde, um den Herzog zu ersetzen, gab es auf preußischer Seite keine einheitliche Kampfführung mehr. Jeder Offizier blieb sich in taktischen Fragen selbst überlassen, was man im preußischen Heer nie geübt hatte.

      Nach weiteren Kämpfen ordnete Preußens König Friedrich Wilhelm III. am Nachmittag schließlich den Rückzug an. Er hatte erst gar nicht versucht, die stattliche Reserve unter Kalckreuth, darunter die Gardekavallerie, in die Kämpfe eingreifen zu lassen. Der Rückzug verlief, anders als bei Jena, zunächst geordnet, wenn auch führerlos. Bald entstand jedoch ein heilloses Durcheinander mit den aus Richtung Jena nach Erfurt flüchtenden Truppen. 10.000 Preußen wurden getötet oder verwundet, 3000 gerieten in Gefangenschaft. Die Franzosen hatten 7420 Soldaten verloren. Marschall Davout, der eine doppelte Übermacht geschlagen hatte, wurde durch Napoleon mit dem Titel Herzog von Auerstedt geehrt.


      Ursachen der Niederlage

      Die Hauptursache ist in der Unentschlossenheit Friedrich Wilhelms III. und des Herzogs von Braunschweig zu sehen, die sich übervorsichtig und zaudernd gegenseitig die Verantwortung zuschoben und auf das Handeln des jeweils (aus eigener Sicht kompetenteren) anderen vertrauten. Demgegenüber sind die Rivalitäten und Allüren der führenden Generäle Hohenlohe, Rüchel und Kalckreuth zweitrangig.

      Die Schlacht musste nicht zwangsläufig verlorengehen, wie Clausewitz analysierte: Napoleon war ein hohes Risiko eingegangen, als er seine Truppen spätabends einen Geländesporn rund um den Landgrafenberg besetzen ließ. Auf engem Raum drängten sich im Zentrum das Korps Lannes und die Garde (das VI. Korps unter Ney konnte erst im Laufe des Vormittags mit der Division Marchand nachrücken). Ein entschlossener früher und massiver Angriff der preußisch-sächsischen Truppen hätte die zu diesem Zeitpunkt noch deutlich unterlegenen Franzosen wieder den Steilhang abwärts in das Straßengewirr von Jena gestürzt, wo nur unzureichende Rückzugsmöglichkeiten über zwei schmale Brücken über die Saale bestanden – die Katastrophe wäre wohl unvermeidlich gewesen. Diesen Angriff hatte Hohenlohe bereits vorbereitet, unterließ ihn aber, als im Moment des Angriffs Massenbach aus dem Hauptquartier mit dem Befehl zurückkam, Kampfhandlungen zu vermeiden.

      Napoleon hatte jedoch die preußische Unentschlossenheit richtig eingeschätzt. Er im Gegenteil griff stets entschlossen und energisch an und koordinierte effektiv seine Armeekorps, die unter dem Befehl relativ junger kriegserfahrener Marschälle standen, mit Selbständigkeit, Verantwortung und Engagement – das genaue Gegenteil der preußischen Generalität.

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      15.10.:
      the daily feature:
      1760: Kloster Kampen

      Die Schlacht bei Kloster Kamp, oder Kloster Camp, (fr. Bataille de Clostercamp) in der Literatur meist Kloster Kampen genannt (eigentlich von der Bedeutung Gefecht), war ein taktischer Sieg der französischen über britisch-alliierte Truppen im Siebenjährigen Krieg bei Kamperbruch. Die Alliierten wurden entscheidend geschlagen.

      Im Herbst 1760 suchte der alliierte Oberbefehlshaber Ferdinand von Braunschweig eine Bedrohung Kur-Hannovers durch französische Truppen zu verhindern. Er zog 20.000 Mann zusammen, um die Franzosen nach Westen zu drängen. Der französische Befehlshaber der preußischen Festung Wesel bereitete seine Verteidigung vor, indem er an der Lippe-Mündung die Rhein-Brücke niederbrennen ließ. Generalleutnant Charles Eugène Gabriel de
      La Croix, Marquis de Castries
      eilte unterdessen mit zusätzlichen Kräften heran, um die Weseler Garnison zu schützen.

      Ferdinand von Braunschweig begann die Belagerung von Wesel durch den Bau von zwei Ponton-Brücken über den Rhein. Schließlich traf er auf Castries Armee in der Nähe von Kloster Kamp westlich des Flusses.

      Generalmajor George Augustus Eliott kommandierte die Avantgarde, bestehend aus zwei Eskadrons preußischer Husaren, den 1. königlich britischen Dragonern, den 6. Inniskilling Dragonern, dem 87. Regiment zu Fuß (Keith's Highlanders) und dem 88. Regiment zu Fuß (Highland Volunteers). Die Hauptkräfte umfassten 2 Bataillone Grenadiere, das 20. Regiment zu Fuß, die 23. Königlich Waliser Füsiliere, das 25. Regiment zu Fuß (King's Own Scottish Borderers), zwei kurhannoversche Bataillone und zwei hessen-kasselsche Bataillone.

      Hinter der Hauptarmee war eine Kavallerieeinheit, die 10. Dragoner and 10 Eskadrons kurhannoverscher und hessen-kasselscher Kavallerie. Eine Reservetruppe des 11. Regiments und des 33. Regiments sowie das 51. Regiment und 5 hessen-kasselsche Bataillone lagen einige Meilen hinter dem Hauptteil der Armee.

      Die Schlacht begann in der Nacht, als die alliierte Vorhut französische Truppen aus dem Kloster Kamp herausdrängte und eine Brücke über dem Kanal einnahm. Das Geschützfeuer
      der französischen Verteidiger alarmierte ihre Hauptarmee. Der Morgen brach an,
      als die alliierten Fußregimenter eingriffen. Die schottischen
      Highlander-Regimenter schafften es, die Flanke der französischen Armee zu
      umgehen und sie zurückzudrängen.

      Der Marquis von Castries brachte nun neue Truppen in das Gefecht und gemeinsam mit den zurückgedrängten Einheiten begann er eine Konteroffensive gegen die alliierten Fußtruppen. Sie konnten die alliierten Truppen wieder über den Kanal zurückdrängen. Auch wenn die alliierten Reserveeinheiten herannahten, waren sie doch zu weit entfernt, um den französischen Angriff zu stoppen.

      Am westlichen Kanalende konnte Eliott mit drei britischen Kavallerie-Regimentern den französischen Vormarsch unterbrechen, was den Fußtruppen erlaubte, das Nordufer wieder zu gewinnen. Die Reserve erwirkte eine Pufferzone, die den zurückgedrängten Truppen den Übergang über den Rhein ermöglichen sollte. Allerdings war die Pontonbrücke inzwischen unbrauchbar geworden, so dass es zweier Tage bedurfte, bis die Truppen über den Rhein setzen konnten. Zum Glück für die Alliierten setzten die Franzosen nicht konsequent nach. Die Alliierten konnten sich so vollständig retten.



      was war sonst noch los:
      1080: Hohenmölsen (oder Schlacht an der Weißen Elster)
      1211: Rhyndacus
      1478: 4. Belagerung von Krujë
      1529: Ende der 1. Türkenbelagerung von Wien
      1864: Glasgow (Virginia)

      CU tomorrow ......

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      16.10.:
      the daily feature:
      1813: Völkerschlacht bei Leipzig (Tag 1)

      Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege.

      Am 15. Oktober positionierte Napoleon mit 110.000 Mann den größten Teil seiner Truppen südlich von Leipzig, von Connewitz und Markkleeberg an der Pleiße über Wachau und Liebertwolkwitz bis nach Holzhausen hin. General Henri-Gratien Bertrand stand bei Lindenau zur Deckung der Straße nach Westen, im Norden von Leipzig befand sich Marschall Marmont und Michel Ney. Die Alliierten verfügten zunächst nur über 200.000 Mann, da die Korps von
      Colloredo-Mansfeld und Levin August von Bennigsen erst im Anmarsch waren und der Kronprinz von Schweden die Nordarmee noch zurückhielt. Die Hauptmasse bildete die Böhmische Armee unter Karl Philipp zu Schwarzenberg mit 130.000 Mann, die von Süden heranrückte und bei der sich Zar Alexander I. von Russland und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen aufhielten.

      Schwarzenbergs Plan war, während Gyulay mit 20.000 Mann gegen Lindenau und Blücher von Schkeuditz gegen Leipzig aufbrachen, mit der Hauptmacht in der sumpfigen Niederung zwischen Elster und Pleiße gegen Connewitz vorzudringen, den rechten Flügel der Franzosen zu umgehen und auf dem kürzesten Weg Leipzig zu erobern.

      Auf Einspruch Zar Alexanders wegen des schwierigen Terrains übertrug Schwarzenberg die Ausführung seines Plans den 35.000 Österreichern unter Merveldt und Erbprinz Friedrich von Hessen-Homburg. Die Korps von Johann von Klenau, Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein und Friedrich von Kleist unter Barclay de Tollys Oberbefehl sollten die Franzosen in der Front angreifen und gegen Leipzig drängen. Auf diese Weise wurde die Böhmische Armee auf drei durch Flüsse und Sümpfe getrennte Schlachtfelder verteilt.

      Noch vor Tagesanbruch des 16. Oktober setzte sich die Armee Barclays in Bewegung und eröffnete gegen 9 Uhr ein Geschützfeuer, worauf die Sturmkolonnen gegen die französische Stellung vorgingen. Kleist entriss Fürst Josef Anton Poniatowski Markkleeberg; viermal wurde er daraus verdrängt, viermal erstürmte er es wieder und behauptete es mit Mühe. Auch Wachau, wo Napoleon selbst befehligte, wurde von Preußen und Russen unter dem
      Prinzen Eugen von Württemberg erobert, musste jedoch unter schwersten Verlusten durch die überlegene französische Artillerie wieder verlassen werden. Ebenso wenig gelang es Gortschakow und Klenau, Liebertwolkwitz zu nehmen. Sie verloren auch den Kolmberg; die ganze Linie der Verbündeten war durch die Kämpfe so geschwächt, dass sie kaum ihre Stellungen behaupten konnten. Auch die Operationen der Österreicher auf Connewitz hatten keinen Erfolg. Daraufhin eilte nach 12 Uhr mittags Schwarzenberg mit dem Korps Hessen-Homburg Barclay zu Hilfe.

      Napoleon, durch den bisherigen Gang der Schlacht ermutigt, beschloss nun, selbst zum Angriff überzugehen. Um 15 Uhr versuchten 8.000 französische Reiter, das Zentrum der Verbündeten bei Wachau zu durchbrechen. Sie drangen bis zu dem Hügel vor, auf dem sich die Monarchen und Schwarzenberg befanden. Die Reiter konnten aber durch die russische Infanterie und die zur Hilfe eilende verbündete Reiterei abgewehrt werden. Ein zweiter Angriff der französischen Infanterie, des Korps Lauriston, auf Güldengossa misslang ebenfalls. Auch Napoleon konnte keine frischen Truppen mehr ins Feuer führen, und die Nacht beendete die Kämpfe. Der Angriff der Alliierten auf die feindliche Stellung war mit einem Verlust von 20.000 Mann an Toten und Verwundeten misslungen.

      Gyulays verhaltener Angriff auf Lindenau war inzwischen von Bertrand abgewiesen worden. Einen entscheidenden Erfolg jedoch hatte das Vorgehen der Schlesischen Armee gehabt. Ohne die Nordarmee abzuwarten, war Blücher auf den Befehl, am gemeinschaftlichen Angriff auf Leipzig mitzuwirken, aufgebrochen und bei Wiederitzsch und Möckern auf schweren Widerstand gestoßen. Beim ersten Dorf stand Jan Henryk Dąbrowski mit einer schwachen Division, die jedoch Alexandre Andrault de Langeron den ganzen Tag festhielt. Beim letzten Dorf stand Marmont mit 17.000 Mann, der eben den Befehl erhalten hatte, nach Wachau zu Hilfe zu kommen, und deswegen seine zuvor bezogene, bessere Stellung weiter nördlich bereits aufgegeben hatte. Als er von der Annäherung des Feindes erfuhr, beschloss er, dessen Angriff zu erwarten, und bat Marschall Ney um Unterstützung.

      General Yorck von den Verbündeten richtete den Angriff seines Korps, das etwa 20.000 Mann stark war, gegen das durch seine Lage als natürliche Festung wirkende Dorf Möckern, das nach mehreren misslungenen Angriffen unter Verlust von 7.000 Mann erstürmt wurde. Nachdem Marmonts Korps vernichtet war, kehrte Marschall Ney noch auf dem Weg, Marmont zu Hilfe zu eilen, wieder um, kam allerdings auch für den Eingriff bei Wachau zu spät.

      Der Sieg Yorcks bei Möckern hatte die französische Stellung im Norden von Leipzig durchbrochen und Napoleon den erhofften Sieg bei Wachau dadurch entrissen, dass er zwei französische Korps hinderte, dort gegen die alliierte Böhmische Armee mit frischen Kräften vorzugehen.

      Der 17. Oktober, ein Sonntag, war größtenteils ruhig. Es trat eine Pause im Kampf ein, nur im Norden eroberte Blücher Eutritzsch und Gohlis und drang bis dicht an Leipzig vor. Die Verbündeten hielten um 2 Uhr im Dorf Sestewitz Kriegsrat; man beschloss, am nächsten Morgen um 7 Uhr anzugreifen.

      Da Napoleon keinen entscheidenden Sieg erfochten hatte und die Verbündeten nicht hindern konnte, nach Ankunft von 100.000 Mann Verstärkung den Angriff zu erneuern, während er selbst nur noch das Korps Reyniers von Düben erwartete, hätte er seine Stellung bei Leipzig, die unhaltbar geworden war, räumen und anderswo die Schlacht wieder aufnehmen müssen. Aus politischen Rücksichten tat er es nicht; er baute darauf, dass Kaiser Franz sein Schwiegervater war. Durch den bei Connewitz gefangenen General Merveldt ließ er am 17. Oktober den Monarchen einen Waffenstillstand unter Bedingungen anbieten, die ihm im August noch den Frieden verschafft hätten. Jetzt aber gingen die Verbündeten auf dieses Anerbieten nicht ein und würdigten es nicht einmal einer Antwort.

      Am 18. Oktober um 2 Uhr morgens gab Napoleon die alte, in ihrer Ausdehnung nicht mehr zu behauptende Stellung auf und rückte ungefähr eine Stunde Wegs näher an Leipzig. Der rechte Flügel unter Poniatowski stand an der Pleiße von Connewitz bis Dölitz, das Zentrum bildete bei Probstheida einen ausspringenden Winkel, der linke Flügel reichte bis zur Parthe und war bis zu deren Mündung in die Pleiße im Norden von Leipzig zurückgebogen. Die neue Stellung war – vier Stunden lang und nur von 150.000 Mann besetzt – dem vereinigten Angriff der Verbündeten kaum gewachsen, die sich auf 300.000 Mann mit 1.400 Geschützen verstärkt hatten.

      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Trotzdem war die Schlacht auch am 18. Oktober heftig und nicht überall siegreich für die Verbündeten, da Napoleon von der Tabaksmühle bei Stötteritz aus seine Stellungen hartnäckiger und länger verteidigte, als es für die bloße Deckung des Rückzugs notwendig gewesen wäre. Die Angriffskolonnen der Verbündeten setzten sich nur sehr allmählich, teilweise recht spät, in Bewegung, so dass der Stoß nicht auf einmal mit ganzer Wucht vorgetragen wurde. Auf dem linken Flügel griffen die Österreicher unter Hessen-Homburg die Stellungen der Franzosen rechts der Pleiße in Dölitz und Lößnig an, die aber nicht genommen werden konnten. Auch Probstheida wurde von den Franzosen unter Napoleons persönlicher Führung gegen die Sturmversuche der Kolonne Barclays behauptet.

      Dagegen griff erst am Nachmittag der rechte Flügel der Böhmischen Armee unter Bennigsen ein. Er eroberte Zuckelhausen, Holzhausen und Paunsdorf, woraufhin 3.000 bis 4.000 Sachsen unter Hauptmann Johann Baptista Joseph Hirsch und 500 württembergische Reiter unter General Karl von Normann-Ehrenfels auf die alliierte Seite wechselten. Dieser Verrat sorgte dafür, dass in Frankreich noch Jahrzehnte später Abtrünnige mit dem Ausspruch „C’est un Saxon“ – „Das ist ein Sachse“ – beschrieben wurden.

      Bei der Erstürmung von Paunsdorf wirkten bereits Bülow und Wintzingerode von der Nordarmee mit, die endlich – trotz Karl Johanns Sträuben – herangekommen war. Langeron und Sacken von der Schlesischen Armee eroberten Schönefeld und Gohlis, und als die Nacht hereinbrach, waren die Franzosen im Osten und Norden von Leipzig bis auf eine Viertelstunde an die Stadt zurückgedrängt. Hätte Gyulay mit genügenden Streitkräften sich des Passes von Lindenau bemächtigt, so wäre der Ring um Napoleon geschlossen und ihm der Rückzug abgeschnitten gewesen. Indes hatte Schwarzenberg Bedenken, den noch immer gefürchteten Gegner zu einem Verzweiflungskampf zu zwingen, und Ignaz Graf Gyulay erhielt den Befehl, den Feind nur zu beobachten und einem Angriff auf Pegau auszuweichen. Dies geschah, und so konnte Bertrand die Straße nach Weißenfels ungehindert einschlagen, wohin ihm von Mittag an der Tross, die Wagen mit Verwundeten und der Artilleriepark folgten. In der Nacht begann der Abmarsch des Heeres selbst, der Garden, der Reiterei, der Korps Victor und Augereau, während MacDonald, Ney und Lauriston die Stadt verteidigen und den Rückzug decken sollten; jegliche Punkte außerhalb Leipzigs wurden geräumt.

      Napoleon hatte, eine Niederlage wohl nicht einkalkulierend, für den Rückzug nur unzureichende Vorkehrungen getroffen. Dieser verlief daher stockend, zumal nur eine einzige Straße nach Weißenfels zur Verfügung stand. Indes wurde auf alliierter Seite der Vorschlag Kaiser Alexanders, mit einem Teil des Heeres die Pleiße zu überschreiten und sich auf diese Straße zu werfen, genauso wie Blüchers Anerbieten, mit 20.000 Mann Reiterei die Verfolgung zu übernehmen, abgelehnt. Man bereitete sich für den 19. Oktober auf eine neue Schlacht vor. Nachdem sich der Morgennebel gelichtet hatte und der französische Rückzug erkannt worden war, begann man mit der Erstürmung Leipzigs. Die französische Armee zog sich überstürzt in Richtung des Ranstädter Tores zurück, und Napoleon selbst konnte nur mit Mühe den Ranstädter Steinweg erreichen. Währenddessen hatte die russische Streitmacht unter Befehl von Langeron und Sacken die Hallesche Vorstadt, Bülow die Grimmaische Vorstadt erobert; hier gelang es dem Königsberger Landwehrbataillon unter Major Karl Friedrich Friccius, zuerst in die Stadt einzudringen; das Peterstor im Süden wurde von Bennigsen genommen. Nachdem die Elsterbrücke vor dem Ranstädter Tor, über die der Rückzug erfolgen sollte, zu früh gesprengt worden war, brach Panik unter den sich zurückziehenden französischen Soldaten aus. Viele kamen auf der Flucht um, so Marschall Poniatowski; andere mussten sich ergeben und gingen in Kriegsgefangenschaft.

      Nach dem Abzug der französischen Armee kamen bald darauf auch der russische Kaiser, der König von Preußen und der Kronprinz von Schweden in die Stadt. Der allgemeine Jubel ließ eine Zeit lang das entsetzliche Elend vergessen, das die große Menge von Verwundeten und Kranken in der Stadt verursachte. Die dreitägige Schlacht hatte schwere Verluste gefordert: die Preußen zählten 16.000 Mann und 600 Offiziere als tot oder verwundet, die Kaiserlich-Russische Armee 21.000 Mann und 860 Offiziere, die Österreicher 14.000 Mann und 400 Offiziere. Die französische Seite beklagte 38.000 Tote oder Verwundete, 15.000 Gefangene und den Verlust von 300 Geschützen, sie ließ 23.000 Mann in den Lazaretten zurück. Viele der Verwundeten beider Seiten erlagen wegen fehlender ärztlicher Versorgung und ungenügender Hygiene in den folgenden Tagen ihren Verletzungen. Nach der Schlacht brach in Leipzig eine Typhus-Epidemie aus, an der zahlreiche Verwundete und Leipziger Einwohner starben.

      Durch die Schlacht waren Napoleons Machtambitionen auf deutschem Gebiet endgültig gescheitert. Bereits am 14. März 1813 war als erster Rheinbundfürst Friedrich-Franz I. von Mecklenburg-Schwerin aus dem Bündnis mit den Franzosen ausgeschert und hatte sich der russisch-preußischen Allianz angeschlossen. Am 30. März folgte der Strelitzer Landesteil. Bayern war als größter Rheinbundstaat noch kurz vor der Schlacht am 8. Oktober durch den Vertrag von Ried in das Lager der Alliierten gewechselt. Infolge der französischen Niederlage gingen am 2. November Württemberg, am 20. November 1813 Baden sowie am 23. November Nassau und Hessen zu den Alliierten über und traten aus dem Rheinbund aus. Kleinere Rheinbundstaaten folgten bis Dezember 1813. Der sächsische König Friedrich-August I. hatte sich im April 1813 dem angebotenen Beitritt zur russisch-preußischem Koalition durch ein Bündnis mit dem noch neutralen Österreich entzogen. Nach Österreichs Beitritt zur Koalition war er trotz des eigenmächtigen Seitenwechsels eines Großteils der sächsischen Armee im Bündnis mit Napoleon verblieben. Als er sich nach dessen Niederlage den Siegern für den Kampf gegen Napoleon zur Verfügung stellte, nahmen diese ihn in Gefangenschaft und unterstellten das eroberte Sachsen dem alliierten Zentralverwaltungsdepartement.

      Nur mit 100.000 Mann der Armeen Frankreichs und des Herzogtums Warschau zog sich Napoleon aus Deutschland zurück. Weitere 80.000 Franzosen und Polen waren in den belagerten Festungen eingeschlossen und damit ebenfalls verloren. Die Schweiz gewährte den vorrückenden alliierten Armeen freien Durchzug. In dem Moment, als sich das französische "Empire" in Unordnung befand, bot Fürst Metternich Napoleon einen Frieden unter milden Umständen an, der Frankreich die Rheingrenze belassen sollte. Napoleon lehnte diesen unter Verkennung der Umstände ab. Zu Jahresbeginn 1814 begann der alliierte Vorstoß nach Frankreich, der schließlich Napoleon stürzen sollte.

      Ich habe mir erlaubt, die gesamte Völkerschlacht gleich am ersten Tag vorzustellen. Ich hoffe, das trifft auch eure Zustimmung.

      Die Ordres de bataille füge ich ebenfalls an:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_franz%C3%B6sischen_Truppen_in_der_V%C3%B6lkerschlacht_bei_Leipzig


      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Koalitionstruppen_in_der_V%C3%B6lkerschlacht_bei_Leipzig


      was war sonst noch los:
      456: Piacenza
      955: an der Raxa
      1757: Berlin (Hadik’s Husarenstreich)
      1780: Royalton Raid
      1793: Wattignies
      1805: Ulm (Tag 1)
      1836: Vegkop
      1916: Athen

      CU tomorrow ......

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      17.10.:
      the daily feature:
      1805: Ulm (Tag 2)

      Schlacht bei Ulm ist die zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe von Gefechten und Schlachten während des dritten Koalitionskrieges, in deren Verlauf zwischen dem 8. und dem 20. Oktober 1805 ein Teil der bis zur Iller vorgedrungenen österreichischen Armee von französischen Truppen unter Napoleon I. eingekreist und gefangen genommen wurde. Die Schlacht bei Elchingen am 14. Oktober 1805 war das größte Einzelgefecht im Verlauf dieser Kämpfe um Ulm, die in der Literatur zumeist als „Feldzug von Ulm“ oder „Campagne von Ulm“ bezeichnet werden.

      Schon am 6. Oktober hatte die französische Vorhut unter General Vandamme die Donau bei Donauwörth erreicht. Nach dem geglückten Übergang über den Fluss eilte ein Teil der schweren Reservekavallerie entlang des Lechs in Richtung Augsburg, das bereits am Abend des 8. Oktobers erreicht wurde. Von dort marschierte ein Teil der Armee weiter nach Süden nach Landsberg am Lech (das Armeekorps von Marschall Soult). Gleichzeitig drangen bayerische und französische Truppen in Richtung Isar vor, um dem erwarteten russischen Heer schon möglichst weit im Osten zu begegnen. Nach der Überquerung der Donau schwenkte jedoch der größere Teil der Grande Armée wieder nach Westen ein und errang in der Schlacht bei Wertingen am 8. Oktober ihren ersten Erfolg. Dies war zugleich der erste bewaffnete Kampf in diesem Krieg. Im Verlauf der weiteren Operationen wurde die österreichische Armee an Donau und Iller rasch von allen ihren Verbindungen nach Österreich abgeschnitten. Dabei kam es zu einer Reihe kleinerer Gefechte, die – wie Mack in seiner kurz nach dem Krieg erschienenen Verteidigungsschrift schreibt – „nicht eine, sondern zehn Schlachten neben einander zur nämlichen Zeit und auf einem Raum von einigen [deutschen] Quadratmeilen“ waren.

      Erst zu diesem Zeitpunkt (also am 6./7. Oktober) erkannte nach eigenem Bekunden FML Mack vollständig die drohende Gefahr, in der die österreichische Armee schwebte. Anstatt nun aber der Abteilung von FML Jellačić bei Biberach entgegenzumarschieren und durch noch unbesetztes Oberschwaben nach Süden auszuweichen, um so den Anschluss an die Armee von Erzherzog Johann in Tirol zu finden, wollte er auf das nördliche Donauufer ausweichen. Da Napoleon zur Deckung seiner rückwärtige Verbindungen das Armeekorps von Marschall Ney an der Donau zurückgelassen hatte, gab er dieses Vorhaben nach einem kurzen Gefecht in der Nähe der Donaubrücken von Günzburg am 9. Oktober wieder auf. Danach zog sich Mack mit seinen Truppen immer mehr nach Ulm zurück. Auf der anderen Seite entsandte Napoleon, um das Entkommen der Österreicher über Vorarlberg und Tirol endgültig zu verhindern, gleichzeitig das Armeekorps von Marschall Soult nach Memmingen, wo es am 13. Oktober ankam und am 14. die Besatzung der Stadt zur Kapitulation zwang.

      Am 11. Oktober versuchte die österreichische Armee, von Ulm aus nach Norden auszubrechen. Doch wenige Kilometer nördlich der Stadt stießen die Kolonnen unter Erzherzog Ferdinand auf eine französische Division (Dupont), die gegen Ulm vorging. Im anschließenden Gefecht bei Haslach (acht Kilometer nordöstlich von Ulm, heute Jungingen) konnten die österreichischen Truppen die Division, die zum Armeekorps von Ney gehörte, zerschlagen. Dennoch befahl FML Mack den Rückzug der Truppen nach Ulm. Obwohl dieses Gefecht siegreich verlaufen war, schien Mack überzeugt gewesen zu sein, dass ein Entkommen nicht mehr möglich sei. Gleichzeitig machte er jedoch Pläne, über Stuttgart nach Eöllwangen zu marschieren, um dadurch die französischen Verbindungslinien zu blockieren, womit er einen großen Teil des 12. Oktobers verbrachte. An diesem Tag befahl Mack überdies eine völlige Neueinteilung der österreichischen Armee in Ulm, die sich an das neue französische System anlehnte. Obwohl an sich ein Fortschritt, erfolgte der Schritt doch zum falschen Zeitpunkt, da es immer eine Zeitlang dauert, bis die
      neuen Unterstellungsverhältnisse alle eindeutig geklärt sind. An diesem Tag befand sich auf dem Nordufer der Donau lediglich noch die bei Haslach geschlagene französische Division Dupont.

      Durch die Umstrukturierung verzögert, versuchte die österreichische Armee erst zwei Tage später, also am 13. Oktober, erneut nördlich von Ulm auszubrechen. Dies gelang zunächst auch der etwa 12.000 Mann starken Kolonne unter dem Befehl von FML Werneck, der sogar bis nach Heidenheim an der Brenz durchstieß. Eine weitere Kolonne unter FML Loudon, die auf ausdrücklichen Befehl von Mack zuerst donauabwärts marschiert war, vertrieb die Franzosen aus Elchingen (ca. 15 km östlich von Ulm), wo sie jedoch auf die Truppen von FML Graf Riesch wartete, die ihr folgten. Dabei versäumten sie es allerdings, die Brücke über die Donau zu zerstören (sie wurde dann am nächsten Tag von französischen Truppen zum erneuten Angriff auf Elchingen benutzt). Die aus den beiden Vorstößen sich ergebende Chance zum Ausbruch der gesamten Armee nach Norden ließ Mack jedoch ungenutzt verstreichen, da er noch während des Vorstoßes der Kolonnen den Entschluss fasste, in Ulm zu bleiben. Auch am nächsten Tag ließ Mack keine Truppen nachrücken, als es durch den Angriff von Marschall Ney am 14. Oktober zur Schlacht von Elchingen kam, und er hielt Fürst Schwarzenberg zurück, der mit seiner Kolonne („Corps“) am Morgen des 14. Oktobers eigentlich Werneck folgen sollte. Nach der Niederlage der österreichischen Truppen bei Elchingen wurde Mack endgültig mit rund 27.000 Mann in Ulm eingeschlossen.

      Am nächsten Tag, am 15. Oktober, gelang es der französischen Armee im direkten Gegenzug die beherrschenden Höhen nördlich der Stadt, den Michelsberg und den Frauensberg, mit den darauf angelegten großen Verschanzungen zu besetzen, aus denen sie dann sofort die Stadt beschoss. Die französischen Truppen drangen teilweise sogar bis zu den Stadttoren von Ulm vor, anschließend gingen nördlich der Donau die meisten Vororte der Stadt verloren. Auf dem rechten Donauufer standen die vordersten französischen Truppen an der Donau bei Dellmensingen (ca. 12 km vor Ulm), an der Iller bei Kirchberg (5 bis 6 km südl. von Ulm) und östlich der Iller schon bei Pfuhl, nur wenig stromabwärts von Ulm. Allen am Kampf Beteiligten war spätestens jetzt klar, dass die österreichische Armee sich in der Stadt nicht mehr lange halten könne. Am späten Nachmittag sandte Marschall Ney einen Parlamentär zu FML Mack und forderte ihn zur Kapitulation auf, was dieser aber zurückwies. Am späten Abend bot Mack dem dienstältesten General in der Stadt, FML Graf Riesch, an, das Kommando über die Armee zu übernehmen, was dieser jedoch ablehnte. Wie sehr die Autorität von Mack erschüttert war, zeigt eine schriftliche Erklärung, die alle anwesenden österreichischen Generale unterzeichneten. Darin stellten sie fest, die Stadt Ulm sei keine Festung, sie könne nicht langfristig verteidigt werden. Ein Entsatz durch die russische und die Armee von FML Kienmaier sei selbst unter günstigen Bedingungen nicht vor drei Wochen zu erwarten.

      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Am Morgen des 16. Oktobers drängten sich in der Stadt zusätzlich noch viele Bewohner aus den umliegenden Ortschaften zusammen. In den Straßen lagen tote Pferde und in den Häusern und Spitälern tote Menschen, die nicht mehr bestattet werden konnten. An diesem Tag kam es dann zu weiteren Verhandlungen mit der französischen Armee, bei denen die Beteiligten sich jedoch noch nicht über die Bedingungen der Kapitulation einigen konnten. Nach einer weiteren Beschießung der Stadt am späten Nachmittag durch die französische Artillerie akzeptierte FML Mack schließlich am Vormittag des 17. Oktobers die Kapitulation der österreichischen Armee in Ulm, unter der Bedingung, dass die Waffenübergabe erst am 25. Oktober stattfinde, wenn bis dahin die Armee nicht von außen entsetzt werden würde. Danach besetzte eine französische Brigade das Neu-Tor und die umliegenden Häuser in Ulm; die Brücke über die Donau wurde wieder hergestellt. Mit dem nun eintretenden Waffenstillstand war nach nur einer Woche der Kampf für die österreichische Armee in Deutschland zu Ende.

      Die endgültige Waffenübergabe der noch verbliebenen 25.500 Mann (einschließlich der Kranken und Verwundeten in den Spitälern) erfolgte vorzeitig am 20. Oktober, als auch Mack überzeugt wurde, dass von außen keine Hilfe mehr zu erwarten sei. An diesem Tag, also am 20. Oktober, stand General Kutusow mit einer russischen Armee von etwa 50.000 Mann noch immer in Braunau am Inn.

      Die Abteilung von FML Werneck war, wie ihr befohlen worden war, nach dem geglückten Ausbruch am 13. Oktober noch drei Tage bei Giengen stehen geblieben, um auf die Armee aus Ulm zu warten, anstatt sofort in Richtung Böhmen abzumarschieren. Am 17. Oktober wurde Werneck bei Neresheim eingeholt und geschlagen, so dass er am 18. Oktober mit rund 2.000 Mann bei Trochtelfingen kapitulieren musste. In Begleitung der wenigen Truppen unter Führung von FML Fürst Schwarzenberg, denen am Abend des 14. Oktobers der Ausbruch aus der Stadt gelang, befand sich der (nominelle) Oberbefehlshaber der österreichischen Armee in Deutschland, Erzherzog Ferdinand. Er erreichte, verfolgt von den Reitern Murats, mit etwa 2.000 Mann am 22. Oktober die Stadt Eger in Böhmen.

      Während dieser Ereignisse hatte sich FML Kienmayer mit seiner Abteilung langsam über Dachau und München in Richtung Salzburg zurückgezogen, um sich dann mit der russischen Armee unter Kutusow zu vereinigen. Eine Abteilung unter FML Jellačić (ca. 10.000 Mann) hatte schon am 13. Oktober von Mack den Befehl erhalten, von Ulm über Memmingen und Bregenz nach Vorarlberg zu gehen, um dort die Pässe nach Tirol zu decken.

      Nach der Kapitulation der österreichischen Truppen in Ulm stand Napoleon der Weg nach Wien offen. Bereits am 12. Oktober hatten französische und bayerische Truppen unter Marschall Bernadotte München besetzt, wohin sich
      zunächst die österreichische Abteilung unter FML Kienmaier zurückgezogen hatte, und drangen von dort aus langsam zur österreichischen Grenze vor. Nach der Kapitulation von Ulm folgte Kaiser Napoleon ebenfalls mit dem Gros der Grande Armée dorthin. Anschließend hatten die französischen Truppen auf dem Weg zur österreichischen Hauptstadt nur noch einige Nachhutgefechte mit der sich langsam zurückziehenden russischen Armee entlang der Donau zu bestreiten und konnten schließlich Wien am 13. November kampflos besetzen. Von dort aus verfolgte Kaiser Napoleon weiter die nach Mähren zurückweichende russische Armee, da er möglichst bald eine Entscheidungsschlacht erzwingen wollte, ehe sich diese mit den anderen feindlichen Armeen vereinen konnten, die noch im Anmarsch waren.

      Kutusow hatte bereits bei Krems die Donau überschritten (Schlacht von Dürnstein) und sich von dort nach Norden in Richtung Brünn zurückgezogen, wo er diese Verstärkungen erwartete. Aber Napoleon, der dem sich abzeichnenden Kriegseintritt Preußens auf jeden Fall zuvorkommen wollte, gelang es, die Russen und Österreicher durch geschickte Vortäuschung von zahlenmäßiger Schwäche vorzeitig in die Schlacht von Austerlitz zu locken, bevor die anderen aus Polen heranrückenden russischen Truppen oder die „italienische Armee“ unter Erzherzog Karl, der schon durch Westungarn heraneilte, das Schlachtfeld erreichen konnten.


      Gestern war Leipzig komplett – heute dafür der Feldzug von Ulm komplett. Die einzelnen Schlachten dieses Feldzuges kann man unter folgenden Links nachlesen:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Wertingen

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Haslach-Jungingen

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Elchingen


      was war sonst noch los:
      1244: La Forbie (oder Hiribyah, oder Gaza - Tag 1)
      1346: Neville’s Cross
      1448: 2.Schlacht auf dem Amselfeld (bis zum 20.10.)
      1638: Vlotho
      1777: Saratoga (die Kapitulation)
      1793: Cholet (Vendee)
      1805: Neresheim (Teil der Schlachten von Ulm)
      1806: Halle
      1813: Völkerschlacht bei Leipzig (Tag 2)
      1813: El Roble (Chilenischer Unabhängigkeitskrieg)
      1854: Beginn der Belagerung von Sewastopol
      1917: Muhu-Straße (oder Moon-Sund)
      1942: La Carica di Poloj (letzter Kavallerieangriff der italienischen Streitkräfte)
      1944: Leyte (bis 31.12.)

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      18.10.:
      the daily feature:
      1081: Dyrrhachium (Durrës, Durazzo)

      1073 sandte der byzantinische Kaiser Michael VII. einen Gesandten an Robert Guiscard, Herzog von Apulien und Kalabrien, der für Michaels Sohn Konstantin um die Hand von Roberts Tochter Helena anhielt. 1078 wurde Michael jedoch von Nicephorus Botaneiates gestürzt, wodurch Helena keine Chance mehr auf den Thron hatte. Dies gab Robert den Vorwand zu behaupten, seine Tochter sei schlecht behandelt worden, um in Byzanz einzufallen. Trotz dem erfolgreichem Putsch von Alexios I. Komnenos gegen Botaneiates ließ Robert Guiscard den Plan nicht fallen. Sein Sohn Bohemond landete mit einer Vorhut in Aulon.

      Die normannische Flotte von 150 Schiffen, darunter 60 Pferdetransporte und Schiffe aus der Balkanrepublik Ragusa, machte sich Ende Mai 1081 auf den Weg und nach dem byzantinischen Avalona. Die Armee zählte 15.000 Mann, darunter etwa 1.300 normannische Ritter.

      Dann nahm Robert Korfu ein. Nachdem er so einen Brückenkopf für Verstärkungen aus Italien hatte, rückte er nach Dyrrhachium vor, Hauptstadt und Haupthafen von Illyrien. Die Stadt lag auf einer langen, schmalen Halbinsel, die parallel zur Küste verlief, aber durch Marschland getrennt war. Guiscard brachte seine Armee auf die Halbinsel und schlug ein Lager außerhalb der Stadtmauern auf. Auf dem Weg nach Dyrrhachium geriet Roberts Flotte in einen Sturm und verlor mehrere Schiffe.

      Kaiser Alexios sandte einen Botschafter an Domenico Selvo, den Dogen von Venedig, mit der Bitte um Hilfe im Gegenzug für Handelsrechte. Der Doge, alarmiert durch die normannische Kontrolle über die Straße von Otranto, übernahm das Kommando über die venezianische Flotte und überraschte die normannische Flotte unter dem Kommando von Bohemond bei Einbruch der Nacht. Die Normannen kämpften verbissen, aber ihre Unerfahrenheit im Seekampf war ihr Nachteil. Die erfahrene venezianische Marine griff in einer engen Formation, genannt der "Seehafen" an, und zusammen mit dem Einsatz von griechischem Feuer zersprengte sie die normannische Linie, und gelangte so in den Hafen von Dyrrhachium.

      Robert ließ sich von der Niederlage seiner Flotte nicht entmutigen und begann die Belagerung. Das Kommando über die Garnison in Dyrrhachium hatte der erfahrene General George Palaiologos , der den Befehl hatte um jeden Preis durchzuhalten, während Alexios selbst eine Entsatz-Armee aufstellte.

      In der Zwischenzeit traf eine byzantinische Flotte ein und griff - nachdem sie sich der venezianischen Flotte angeschlossen hatte - die normannische Flotte an, die erneut geschlagen wurde. Die Garnison in Dyrrhachium konnte trotz Roberts Katapulten, Ballisten und einem Belagerungsturm den ganzen Sommer über durchhalten und unternahm immer wieder Ausfälle. Einmal kämpfte Palaiologos den ganzen Tag mit einer Pfeilspitze im Schädel. Bei einem
      anderen Ausfall gelang es, Roberts Belagerungsturm zu zerstören.

      Roberts Lager wurde von Krankheit heimgesucht. Laut der Zeithistorikerin Anna Comnena starben bis zu 10.000 Männer, darunter 500 Ritter. Trotzdem wurde die Situation der Dyrrhachium-Garnison aufgrund der Auswirkungen normannischer Belagerungswaffen verzweifelt. Alexios erfuhr davon, als er mit seiner Armee in Saloniki war, und rückte mit voller Kraft gegen die Normannen vor. Laut Comnena hatte Alexios ungefähr 20.000 Männer. Der Historiker John Haldon schätzt die Größe der Armee auf 18.000 bis 20.000 Mann, während John Birkenmeier sie auf 20 bis 25.000 Mann schätzt. Sie bestand aus thrakischen und mazedonischen Tagmata , die etwa 5.000 Mann zählten; Elite-Exkubitoren und Vestiaritai Einheiten, die rund 1.000 Mann zählten; und einer Streitmacht von Manichäern die 2.800 Mann, thessalische Reiterei , Wehrpflichtige vom Balkan, armenische Infanterie und andere leichte Truppen umfasste. Zu den Byzantinern gesellten sich neben den einheimischen Truppen 2.000 türkische und 1.000 fränkische Söldner , etwa 1.000 Waräger und 7.000 türkische Hilfstruppen, die vom seldschukischen Sultanat Rum entsandt wurden. Alexios zog auch die Tagmatas von Heraclea Pontica und den verbleibenden byzantinischen Beständen in Kleinasien zurück.

      Alexios rückte aus Saloniki vor und schlug am 15. Oktober ein Lager am Fluss Charzanes in der Nähe von Dyrrhachium auf. Dort hielt er einen Kriegsrat seiner höheren Offiziere ab. Unter ihnen war George Palaiologos, der es geschafft hatte, sich aus der Stadt zu schleichen. Eine Mehrheit der höheren Offiziere, einschließlich Palaiologos, mahnte zur Vorsicht, da die Zeit für den Kaiser arbeitete. Alexios befürwortete jedoch einen sofortigen Angriff in der Hoffnung, Guiscards Armee während der Belagerung von hinten überraschen zu können. Er verlegte seine Armee in die Hügel gegenüber der Stadt und plante, die Normannen am nächsten Tag anzugreifen.

      Guiscard war jedoch von seinen Spähern über Alexios 'Ankunft informiert worden, und in der Nacht des 17. Oktober verlegte er seine Armee von der Halbinsel auf das Festland. Als Alexios von Guiscards Zug erfuhr, überarbeitete er seinen Schlachtplan. Er teilte seine Armee in drei Divisionen auf, wobei der linke Flügel unter dem Kommando von Gregory Pakourianos stand, der rechte Flügel unter dem Kommando von Nikephoros Melissenos und er selbst das Kommando über das Zentrum hatte. Guiscard bildete seine Kampflinie gegenüber von Alexios, wobei der rechte Flügel unter dem Kommando des Grafen von Giovinazzo stand und der linke unter Bohemond und Guiscard Alexios in der Mitte gegenüberstand.

      Als sich die gegnerischen Armeen näherten, sandte Guiscard eine Abteilung Kavallerie in der Mitte, um einen Angriff auf die byzantinischen Stellungen vorzutäuschen. Guiscard hoffte, die Finte würde die Waräger herauslocken. Dieser Plan schlug jedoch fehl, da die Kavallerie von den Bogenschützen zurückgeworfen wurde. Der normannische rechte Flügel stürmte plötzlich vorwärts bis zu dem Punkt, an dem sich die byzantinische Linke und Mitte trafen, und richtete seinen Angriff gegen die linke Flanke der Waräger. Diese behaupteten sich, währenddessen aber die byzantinische Linke, darunter einige der Elitetruppen von Alexios, die Normannen angriff. Die normannische Formation löste sich auf und die Normannen flohen zum Strand. Dort wurden sie laut Comnena von Guiscards Frau Sikelgaita gesammelt.

      In der Zwischenzeit hatten das byzantinische Zentrum und die rechte Flanke mit den Normannen gekämpft. Mit dem Zusammenbruch der normannischen rechten Flanke drohten die Ritter jedoch überflügelt zu werden. Hier griffen die Waräger (hauptsächlich Angelsachsen , die England nach der normannnischen Eroberung verlassen hatten) die Normannischen Ritter an und verjagten sie , nachdem ihre Pferde in Panik geraten waren. Doch die Waräger wurden bald von der Hauptstreitmacht getrennt und waren so erschöpft, dass sie nicht in der Lage waren, einem Angriff zu widerstehen. Guiscard schickte eine starke Streitmacht von Speerträgern und Armbrustschützen gegen die Flanke der Waräger und fügte ihnen schwere Verluste zu. Die wenigen verbliebenen Waräger flohen in die Kirche des Erzengels Michael. Die Normannen setzten die Kirche sofort in Brand, und alle Waräger kamen in den Flammen ums Leben.

      In der Zwischenzeit hatte George Palaiologos Dyrrhachium verlassen, aber die Situation nicht gerettet. Alexios' Verbündeter, der serbische König Constantine Bodin blieb bei seiner Armee und wollte den Ausgang der Schlacht abwarten. Als die Byzantiner besiegt wurden und zu fliehen begannen, zog sich Bodin mit seiner Armee zurück. Die Türken, die ihm vom seldschukischen Sultan Suleyman I. beigestellt worden waren, folgten Constantins Beispiel.

      Alexios wurde seines linken Flügels beraubt (immer noch auf der Suche nach dem normannischen rechten) und im Zentrum eingedrückt. Guiscard schickte seine schwere Kavallerie gegen das byzantinische Zentrum. Sie schlugen zuerst die byzantinischen Plänkler in die Flucht, bevor sie sich in kleinere Abteilungen teilten und gegen verschiedene Punkte der byzantinischen Linie angriffen. Diese Angriffe brachen die byzantinischen Linien endgültig. Das unbewachte kaiserliche Lager fiel an die Normannen.

      Alexios und seine Leibwachen widersetzten sich so lange sie konnten. Als sie sich endlich zurückzogen wurde Alexios von seiner Wache getrennt und von normannischen Soldaten angegriffen. Auf seiner Flucht wurde er an der Stirn
      verletzt und verlor viel Blut, schaffte es aber schließlich zurück nach Ohrid, wo er seine Armee neu formierte.

      Die Schlacht war eine schwere Niederlage für Alexios, nach dem Historiker Jonathan Harris "genauso schwerwiegend gewesen wie bei Manzikert". Er verlor ungefähr 5.000 seiner Männer, einschließlich der meisten Waräger. Normannische Verluste sind nicht bekannt, aber John Haldon behauptet, sie seien erheblich, da beide Flügel brachen und flohen. Der Historiker Robert Holmes erklärt: "Die neue ritterliche Taktik des Angriffs mit eingelegter Lanze hat sich als Kampfessieger erwiesen."


      was war sonst noch los:

      1016: Assandun
      1244: La Forbie (oder Hiribyah, oder Gaza - Tag 2)
      1540: Mabila
      1599: Șelimbăr
      1631: Würzburg / Festung Marienberg
      1775: the Burning of Falmouth
      1805: Ulm (Tag 3)
      1813: Völkerschlacht bei Leipzig (Tag 3)
      1870: Châteaudun
      1915: Beginn der 3. Isonzoschlacht

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      19.10.:
      the daily feature:
      202 v.Chr.: Zama

      Die Schlacht von Zama fand im Jahr 202 v. Chr. statt und war die größte Schlacht in Nordafrika während des Zweiten Punischen Krieges. Der Karthager Hannibal kämpfte gegen die V. und VI. Legion des römischen Feldherren Cornelius Scipio, als sie bei Zama aufeinandertrafen.

      Nach der verlorenen Schlacht auf den Großen Feldern mussten die Karthager einen für sie demütigenden Frieden schließen, zu dessen Bedingungen auch die Rückberufung Hannibals und Magos aus Italien gehörten. Hannibal landete mit etwa 15000 Mann, von denen 8000 Veteranen aus langjährigen Feldzügen in Italien waren, in Leptis Minor. Kurz darauf kamen Magos Streitkräfte dazu, nachdem Mago selbst während der Überfahrt verstorben war.

      Nachdem Hannibal aus Italien zurückgekehrt war, wollten die Karthager die im Raum stehenden harschen Friedensbedingungen verbessern. Bald kam es zu einem Zwischenfall, der die Krise verschärfte: Ein Konvoi von römischen Vorratsschiffen, der das Heer Scipios versorgen sollte, erlitt in der Bucht von Karthago Schiffbruch. Auf Druck aus der Bevölkerung, die nach den Verwüstungen des Krieges eine Hungersnot befürchtete, beschloss der karthagische Senat die Beschlagnahme der Schiffe. Als Scipios Sendboten gegen diese Maßnahme protestierten, wurden sie beschimpft und abgewiesen.

      Beide Heerführer verbrachten den größten Teil des Sommers 202 v. Chr. damit, ihre Streitkräfte zu sammeln. Hannibal schickte Unterhändler in Scipios Lager. Dieser ging nicht darauf ein, ließ die Karthager jedoch – völlig unüblich – sich frei im römischen Lager bewegen. Dabei fiel ihnen auf, dass Scipio nur über sehr wenig Kavallerie verfügte. Hannibal entschloss sich daher zum Kampf, nicht ahnend, dass Scipio von der unmittelbar bevorstehenden Ankunft des Numidierfürsten Massinissa mit 4000 Berittenen wusste. Dieser hatte zu Beginn des Krieges auf Hannibals Seite gekämpft, jedoch wegen der Verheiratung seines Rivalen Syphax mit der eigentlich ihm versprochenen Sophonisbe, einer Tochter von Hannibals Feldherrn Hasdrubal, die Seiten gewechselt. So kam es zu der Schlacht von Zama.

      Unmittelbar vor Beginn der Schlacht trafen sich Hannibal und Scipio persönlich zwischen den Heeren. Hannibal bot Scipio einen Frieden an, dessen Bedingungen für Karthago wesentlich günstiger gewesen wären als diejenigen, auf die man sich vor einem Jahr geeinigt hatte. Scipio ging darauf nicht ein, zumal er entschlossen war, Karthago für den Bruch des Waffenstillstands zu bestrafen. Also kehrten die Heerführer zu ihren Truppen zurück, um die Waffen sprechen zu lassen.

      Zama markierte insofern einen Wendepunkt in den Schlachten des Punischen Krieges, als die Römer erstmals die kleinere Anzahl an Infanterie aufboten, die Karthager dafür an Reiterei mit 6000 gegen 3000 übertrafen. In der ersten Reihe stellte Hannibal rund 40 Kriegselefanten auf, die allerdings noch sehr wenig ausgebildet waren. Die Infanterie wurde in drei Treffen gestaffelt. Die aus Italien geretteten Veteranen (im Wesentlichen libysche Speerkämpfer und Bruttier sowie Gallier) bildeten die letzte Reihe und sollten die eigentliche Entscheidung herbeiführen, nachdem die ersten beiden Reihen die römischen Legionäre in Unordnung und zur Erschöpfung gebracht haben sollten.

      Die Schlacht wurde von Scipio mit einem Überraschungsmanöver eröffnet: Von seinen wie üblich in Schachbrettmuster aufgestellten Legionen wurde jedes zweite Manipel zur Seite verschoben, so dass sich zwischen den Römern orthogonal zur Schlachtlinie freie Gassen bildeten, durch die die meisten Kriegselefanten, durch laute Geräusche der Römer aufgeschreckt, hindurchgingen, ohne großen Schaden anzurichten. An den Flanken hingegen suchten viele Elefanten den Weg des geringsten Widerstands durch die eigene Kavallerie, so dass die karthagische statt der römischen Linie etwas in Unordnung geriet.

      Nach ausgedehnten Vorgeplänkeln zwischen römischer leichter Infanterie und Hannibals Mischung aus leichter Infanterie und Kriegselefanten trafen die Haupttruppen aufeinander.

      Die römische Kavallerie konnte sehr schnell die Oberhand über ihre Gegner gewinnen und verfolgte sie dann, statt wieder in das zentrale Geschehen einzugreifen und den Vorteil an Überlegenheit in dieser Waffengattung auszuspielen.

      Im Infanteriekampf setzte Hannibal seine Gegner unter starken Druck. Zwar brachen seine erste und zweite Schlachtreihe, doch dies war so vorgesehen und nun sollten die frischen, karthagischen Veteranen der dritten Reihe die ermüdeten Römer besiegen. Als die zweite Schlachtreihe zurückstob, drohten sie die Ordnung der dritten, entscheidenden Reihe zu zerstören und Hannibal gab den Befehl, die Speere gegen die eigenen Leute zu senken. Daraufhin versuchten die fliehenden Truppen der zweiten Reihe, zwischen den beiden Heeren zur Seite hin zu entkommen, und die, die es schafften, sammelten sich an den Flanken der Veteranenschlachtreihe.

      Die Karthager drohten schon die Oberhand zu gewinnen, als die römische Reiterei plötzlich von ihrer Verfolgung zurückkehrte und, Hannibals Truppen in den Rücken fallend, deren Schlachtordnung zerstörte und das Aufeinandertreffen entschied. Die Römer gingen als Sieger aus der Schlacht hervor.

      Hannibal entkam nach Hadrumentum und von dort nach Karthago. Er floh in die Stadt und riet dem Senat zur Kapitulation. Scipio kehrte in sein Lager bei Utica zurück und marschierte dann weiter nach Tunis. Hier empfing er eine Gesandtschaft, die auf den Rat Hannibals ausgeschickt worden war und um Frieden bat. Zwar bot der karthagische General noch einmal Frieden an und versprach, dass sich Karthago aus allen europäischen Ländern zurückziehen werde, wenn die Römer Afrika verließen. Doch Scipio verlangte unerbittlich die Kapitulation und verschärfte sogar noch die vor der Schlacht gemachten Forderungen.

      Zunächst wurde ein dreimonatiger Waffenstillstand geschlossen. Wenig später beauftragte der römische Senat Scipio mit den endgültigen Verhandlungen. Die neuen Friedensbestimmungen waren erheblich härter als die aus dem Jahre 203 v. Chr. Karthago musste seine sämtlichen Elefanten sowie seine gesamte Flotte bis auf zehn Schiffe ausliefern, und die ursprünglich 5000 Talente betragende Kriegsentschädigung wurde beträchtlich erhöht. Fünfzig Jahre lang sollte Karthago zweihundert Talente jährlich zahlen. Der Verbündete Massinissa erhielt große Gebiete als Belohnung zugesprochen, insbesondere das Reich seines Rivalen Syphax. Die Bestimmung, dass er alle Gebiete zurückerhalten sollte, die einst ihm oder seinen Vorfahren gehört hatten, führte dazu, dass er in den kommenden Jahren gegenüber Karthago immer weitergehende Gebietsansprüche erhob. Als besonders verhängnisvoll für die Karthager erwies sich dabei die Klausel, dass sie außerhalb Afrikas nicht Krieg führen durften und auch in Afrika selbst nur mit Zustimmung Roms.

      Das Ergebnis schwächte Karthago derart, dass es die römische Hegemonie im Mittelmeerraum nie mehr gefährden konnte. Der siegreiche Feldherr ließ im Jahr 201 v. Chr. als Zeichen seines Triumphes die Reste der karthagischen Flotte verbrennen.


      was war sonst noch los:
      439: Eroberung von Karthago
      1453: Bordeaux
      1781: Yorktown – Cornwallis kapituliert
      1813: Völkerschlacht bei Leipzig (Tag 4)
      1864: St.Albans
      1864: Cedar Creek
      1914: Beginn der 1.Schlacht von Ypern

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      20.10.:
      the daily feature:
      1827: Navarino

      Die Schlacht von Navarino (auch Schlacht bei Navarino) war eine Seeschlacht und fand am 20. Oktober 1827 vor der Südwestküste des Peloponnes statt. Sie war das entscheidende Ereignis, mit dem Griechenland nach einem jahrelangen Aufstand seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte.

      Durch einen am 6. Juli 1827 unterzeichneten Londoner Vertrag einigten sich das Vereinigte Königreich, Frankreich und Russland darauf, als Vorbereitung für eine endgültige Beilegung der orientalischen Frage einen Waffenstillstand zu verlangen. Sir Edward Codrington, der Oberbefehlshaber der britischen Marine im Mittelmeer, erhielt den Vertrag und seine Instruktionen in der Nacht vom 10./11. August in Smyrna (heute Izmir) und begab sich sogleich nach Nauplia, um sie den Griechen mitzuteilen. Seine Anweisungen lauteten, einen Waffenstillstand zu verlangen, alle Nachschublieferungen aus Afrika oder allgemein aus dem Osmanischen Reich an die Truppen in Morea (heute Peloponnes) abzufangen und auf Anweisungen für Stratford Canning, den englischen Botschafter in Konstantinopel, zu achten. Die Instruktionen des Botschafters erreichten Codrington am 7. September. Er wurde von seinem französischen Kollegen, dem Konteradmiral de Rigny, nach Nauplia begleitet. Die griechische Regierung stimmte dem Waffenstillstand zu. Admiral de Rigny reiste zu einer Kreuzfahrt in der Levante ab.

      Codrington, der gehört hatte, dass eine ägyptische Kriegsflotte – Ägypten war damals osmanisch – nach Alexandria unterwegs sei, und der glaubte, dass sie auf Hydra zusteuerte, machte sich auf den Weg zu dieser Insel, die er am 3. September erreichte. Am 12. September fand er die Ägypter mit einem türkischen Geschwader vor Anker bei Navarino (Pylos). Die osmanische Regierung lehnte den Waffenstillstand ab. Am 19. September sah Codrington Bewegungen unter den ägyptischen und türkischen Schiffen in der Bucht und informierte den osmanischen Admiral Tahir Pascha, dass er Order habe, jegliches feindselige Vorgehen gegen die Griechen zu unterbinden. Admiral de Rigny schloss sich ihm unmittelbar darauf an, und gemeinsam schickten sie am 22. September eine Notiz an Ibrahim Pascha, der das Oberkommando für den Sultan innehatte. Am 25. fand eine Unterredung statt, in der Ibrahim eine mündliche Zusicherung gab, nicht gegen die Griechen tätig zu werden, während er auf Anordnungen des Sultans wartete. Die Alliierten trennten sich nun, da ihre Vorräte zur Neige gingen; Codrington fuhr nach Zante und de Rigny nach Cervi, wo seine Versorgungsschiffe lagen. Fregatten wurden zur Beobachtung Navarinos zurückgelassen. Der britische Admiral hatte kaum bei Zante geankert, als er informiert wurde, dass die Streitkräfte des Sultans ausliefen. Am 29. September hatte eine griechische Flotte, kommandiert vom englischen Philhellenen Frank Abney Hastings, einige türkische Schiffe in der Bucht von Salona zerstört, auf der Nordseite des Golfs von Korinth.

      Codrington, dem lediglich sein Flaggschiff, die HMS Asia, und einige kleinere Schiffe zur Verfügung standen, benötigte die Tage vom 3. bis zum 5. Oktober, um zu den ägyptischen und türkischen Schiffen zurückzukehren, wobei ihm jedoch ein heftiger Sturm hilfreich zur Seite stand. Er nahm seine Wache bei Navarino wieder auf, und am 13. Oktober trafen de Rigny und der russische Konteradmiral Heiden mit seinem Geschwader bei ihm ein. Durch
      eine allgemeine Übereinkunft zwischen den Alliierten wurde das Kommando Codrington anvertraut.

      Die alliierte Flottenstärke belief sich auf elf Linienschiffe, neun Fregatten und vier kleinere Schiffe (drei britische, vier französische und vier russischen Linienschiffe, wenn man das Flaggschiff des französischen Admirals, die Sirène mitzählt – ferner vier britische, eine französische und vier russische Fregatten). Die Ägypter und Türken hatten drei Linienschiffe, neunzehn große Fregatten und 35 kleinere Schiffe.

      Wenn Ibrahim Pascha auch außerstande war, auf See zu operieren, so führte er doch den Krieg an Land fort. Die Flammen und der Rauch von zerstörten Dörfern waren von den Besatzungen der alliierten Flotte zu sehen. Am 17. Oktober wurde eine gemeinsame Protestnote an Ibrahim Pascha geschickt, kam aber mit der offenbar falschen Antwort zurück, dass er Navarino verlassen habe und dass seine Offiziere nicht wüssten, wo er sich aufhalte. Die Admirale entschieden daher, in die Bucht zu steuern und zwischen den osmanischen Schiffen zu ankern. Ein französischer Offizier namens Letellier in ägyptischem Dienst hatte Ibrahims Schiffe und die des türkischen Admirals in einer Hufeisen-Formation geankert, deren Endpunkte die Einfahrt in die Bucht berührten. An Land auf beiden Seiten der Einfahrt waren Festungen. Die Alliierten fuhren in zwei Reihen hinein – eine gebildet von den Franzosen und Briten unter Codrington auf der Asia, die andere von den Russen –, und begannen, im freien Wasser inmitten Ibrahims Flotte zu ankern.

      In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1827 traf der österreichische Schoner „Enrichetta“ in Navarino ein und passierte ungesehen die Blockadeflotte der Alliierten und drang in die Bucht ein. Kapitän Logotheti ging in einer kleinen Bucht vor Anker, um die Situation zu beobachten.

      Captain Fellowes, der die britische Fregatte Dartmouth kommandierte, sah einen türkischen Brander luvwärts und schickte ein Boot mit der Aufforderung, dass das Schiff entfernt werden solle. Die Türken eröffneten das Feuer, töteten einen Leutnant, der die Mitteilung überbrachte, und einige aus der Bootsbesatzung. Die Dartmouth eröffnete daraufhin „defensiven Beschuss“, worauf sofort die Schlacht ausbrach.

      Die Alliierten, die alle eng in den Kampf gingen, hatten zwischen den Feinden geankert und profitierten von ihren schwereren Breitseiten und ihren besseren Kanonen. Bemerkenswert ist das Verhalten des Kapitäns, der den britischen Kutter HMS Hynd befehligte. Er reihte sich neben dem britischen Flaggschiff in die Gefechtslinie ein und beschoss unermüdlich mit seinen gerade einmal vier Kanonen der Steuerbordseite die türkischen Schiffe. Dies brachte dem kleinen Schiff den Ehrentitel „Ihrer Majestät Linienkutter“ ein. Dreiviertel der türkischen und ägyptischen Schiffe wurden von den Angreifern versenkt oder von ihrer eigenen Besatzung in Brand gesteckt. Auf
      alliierter Seite wurden 75 Engländer getötet und 197 verwundet, 43 Franzosen getötet und 183 verwundet, sowie 59 Russen getötet und 139 verwundet. Im britischen Geschwader wurde Captain Walter Bathurst von der HMS Genoa erschlagen. Die Verluste auf osmanischer Seite sind nicht genau überliefert, waren aber sicherlich hoch. Eine Liste der beteiligten Schiffe findet man hier:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Navarino

      Mal wieder eine Seeeschlacht. Aber die Schlacht von Navarino war halt die letzte große Seeschlacht ausschließlich mit Segelschiffen.


      was war sonst noch los:
      1568: Jodoigne
      1587: Coutras
      1899: Talana Hill
      1914: Beginn der 1.Flandernschlacht

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      21.10.:
      the daily feature:
      1600: Sekigahara

      Die Schlacht von Sekigahara (jap. Sekigahara no tatakai) stellte einen Wendepunkt in der japanischen Geschichte dar. Durch den Sieg in dieser Schlacht gelang es dem Haus Tokugawa, seine Vormachtstellung in Japan zu festigen. Im Laufe der nächsten fünfzig Jahre gab es zwar noch einige kleinere Aufstände, aber das Land wurde letztlich befriedet. Viele Historiker setzen den Übergang von der Sengoku-Zeit zur Edo-Zeit auf das Datum dieser Schlacht.

      Der Taiko Toyotomi Hideyoshi, der Alleinherrscher Japans, war am 18. September 1598 gestorben. In seinem Testament ernannte er einen Regentschaftsrat aus fünf Daimyō, die das Reich regieren sollten, bis sein Sohn volljährig sei. Tokugawa Ieyasu wurde von den anderen Regenten verdächtigt, das Amt des Shōguns anzustreben. Die Gegenfraktion formierte sich daraufhin um Ishida Mitsunari. Durch geschickte Bündnispolitik schaffte es Ieyasu jedoch, die meisten anderen Daimyōs des Reiches auf seine Seite zu ziehen. Mitten in der Regenzeit erklärten sich die beiden Parteien gegenseitig den Krieg. Ieyasu griff daraufhin noch während der Regenfälle an, eine äußerst unorthodoxe Strategie. Im Vorfeld der Schlacht war von Bedeutung, dass Torii Mototada mit der Garnison der Burg Fushimi einer Belagerung durch die weit überlegene Armee des Ishida Mitsunari über zehn Tage standhielt, bevor die Burg fiel. Dadurch erhielt Ieyasu die Möglichkeit, eine schlagkräftige Armee aufzustellen. Die Garnison wurde jedoch komplett aufgerieben und Mototada beging Seppuku.

      Die Schlacht von Sekigahara fand in der Nähe des gleichnamigen Dorfes in der heutigen Präfektur Gifu (damals in der Provinz Mino gelegen) statt. Es standen sich die Armeen von Ishida Mitsunari und Tokugawa Ieyasu gegenüber. In der Nacht zuvor kam ein Weststurm auf, und die ungünstigen Witterungsbedingungen demoralisierten die Truppen. Die entscheidende Rolle sollten die 8000 Mann unter dem Oberbefehl von Kobayakawa Hideaki spielen, deren Nachtlager sich auf dem Matsuo-Hügel befand.

      Ishida Mitsunari kam erst nach Mitternacht mit etwa 70.000 Männern in Sekigahara an. Der Regen beeinträchtigte ihre Sicht, und häufig versanken sie im knietiefen Schlamm. Der Marsch war die kritischste Phase des zwei Monate langen Feldzugs, auf dem Mitsunari mit dem östlichen Machthaber Tokugawa Ieyasu um die Herrschaft gekämpft hatte. Ein Zusammenprall am Tag zuvor hatte Ieyasus Stärke offenbart – seine Armee war zahlenmäßig etwa so stark wie die von Mitsunari – und seine Strategie angedeutet: über den Pass von Sekigahara zu ziehen und die Hauptstadt Kyōto sowie den strategisch wichtigen Hafen Osaka einzunehmen. Hier in Sekigahara, wo die Berge seine Flanken schützten, hoffte Mitsunari die nach Westen vorrückenden Truppen der Tokugawa zu einer entscheidenden Schlacht zwingen zu können.

      In der Abenddämmerung fegte ein Sturm über die Armeen hinweg. Er brachte dichten Nebel. Die Sichtweite betrug nur noch wenige Schritte, und einzig und allein der Lärm der vorausgehenden Männer leitete die Truppe. Deshalb verging einige Zeit, ehe jemand bemerkte, dass das Stampfen marschierender Soldaten nicht nur von Mitsunaris Männern herrührte: die Vorhut der Tokugawa-Armee war in ihre Reihen hineingeraten.

      Eine kurze Zeit herrschte Verwirrung. Der Nebel erlaubte beiden Seiten nur ein ungeordnetes Vorgehen. Die Tokugawa-Vorhut bezog ihre Stellung, während der Rest der Armee eintraf. Nach einer Stunde löste sich der Nebel auf und kroch die Hänge des nahen Berges Ibuki hinauf. Nun war Sekigahara klar zu erkennen. Die Schlacht begann. Vom sicheren Hügel aus beobachtete Hideaki vier Stunden lang, wie der Kampf wütete. Dem vorgefassten Plan entsprechend hatte er zu warten, bis die Tokugawa-Armee voll in den Kampf verwickelt war. Dann sollte er hier hinunterstürmen und sie an ihrer linken Flanke angreifen. Gegen Mittag war es schließlich soweit. Etwa 60.000 von Ieyasus Männern drängten in das Tal, und Mitsunari gab Hideaki das Zeichen zum Angriff.

      Niemand aber rührte sich auf dem Matsuo-Hügel. Seit Wochen schon hatte sich der 22-jährige Hideaki abwartend verhalten. In jeder auf Mitsunaris Seite gefochtenen Schlacht hatte sich der junge General gegen Misserfolge dadurch abgesichert, dass er dem Feind gewisse Zusicherungen gab. Auch jetzt machte er keine Ausnahme. Tokugawa Ieyasu rechnete damit, dass die Truppen auf dem Hügel für ihn die Rolle spielen würden, die auch Mitsunari für sich erwartete. Anfangs war aber auch er enttäuscht. Hideaki war noch unentschlossen, welche Seite er unterstützen sollte, und reagierte auch nicht auf das Signal. Erst als ihn Tokugawa durch einen Pfeilhagel unter Druck setzte, befahl er seinen Truppen, gegen Mitsunari vorzurücken.

      Mitsunari war nicht völlig unvorbereitet. Er wusste um das Doppelspiel seines Verbündeten, wurde jedoch davon überrascht, dass sich weitere seiner Führer auf der rechten Flanke nach Hideaki richteten und dieser nun die verbündeten Truppen Mitsunaris von hinten angreifen konnte. Mitsunaris Männer flohen über den Pass zum Biwa-See nach Westen.

      Der Weg nach Osaka lag nun für Tokugawa Ieyasu offen.

      Die beteiligten Clanführer:

      auf Seiten von Tokugawa Ieyasu (Tokugawa-Klan)
      Hosokawa Tadaoki
      Honda Tadakatsu
      Kyōgoku Takatsugu
      Ikeda Terumasa
      Fukushima Masanori
      Yamanouchi Kazutoyo
      Kuroda Nagamasa
      Ii Naomasa
      Tōdō Takatora
      Ikoma Masamune
      Torii Mototada

      auf Seiten von Ishida Mitsunari † (Toyotomi-Klan)
      Ukita Hideie
      Mōri Terumoto
      Chōsokabe Morichika
      Konishi Yukinaga
      Sanada Masayuki
      Shimazu Yoshihiro
      Ōtani Yoshitsugu
      Shimazu Toyohisa
      Ankokuji Ekei


      Für mich die wichtigste/entscheidendste Partie des heutigen Tages.

      Allerdings fällt auf den heutigen Tag auch die sicher ähnlich wichtige/entscheidende Seeschlacht von Trafalgar.
      Daher werde ich zumindest den Link dazu einstellen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Trafalgar


      was war sonst noch los:
      1096: Civitot (oder Civetot)
      1097: Beginn der Belagerung von Antiochia
      1639: the Downs
      1792: Mainz
      1861: Ball‘s Bluff
      1899: Elandslaagte
      1938: Kanton
      1944: Aachen

      CU tomorrow .....

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