Sticky THE DAY - in wargaming history

      13.9.:
      the daily feature:
      1515: Marignano

      Die Alte Eidgenossenschaft spielte an der Wende vom 15. ins 16. Jahrhundert vorübergehend eine wichtige Rolle in den Auseinandersetzungen um die Herrschaft Italiens. Mit Hilfe von rund 5'000 eidgenössischen Söldnern
      eroberte König Ludwig XII. 1499 das Herzogtum Mailand, auf das er als Enkel der mailändischen Prinzessin Valentina Visconti, der Tochter des Herzogs Gian Galeazzo Visconti, Ansprüche erhob. Im folgenden Jahr gelang es dem Herzog von Mailand, Ludovico Sforza («il moro»), sein Herzogtum ebenfalls mit der Hilfe von rund 5'000 eidgenössischen Söldnern zurückzuerobern. Bei Novara kam es schliesslich zum Zusammentreffen zweier Heere aus eidgenössischen Söldnern im Dienste Frankreichs bzw. Mailands, da die eidgenössische Tagssatzung die «Reislauferei», wie das Söldnerwesen damals genannt wurde, nicht unter Kontrolle bringen konnte. Die Belagerung der Stadt Novara durch rund 10'000 Eidgenossen im Dienst Frankreichs endete mit dem sogenannten «Verrat von Novara»: Ludovico Sforza wurde von seinen eidgenössischen Söldnern verraten und starb 1508 in französischer Gefangenschaft. Im Dienst Frankreichs unterwarfen etwa 6'000 eidgenössische Söldner im Frühjahr 1507 auch noch Genua für Frankreich. Trotzdem erneuerte Ludwig XII. 1509 das Soldbündnis mit den Eidgenossen nicht, das seit 1499 die Basis für seine Erfolge in Italien gewesen war.

      Papst Julius II., der erklärte Gegner der französischen Expansion nach Italien, gewann am 14. März 1510 durch Vermittlung des Bischofs von Sitten, Kardinal Matthäus Schiner, die Eidgenossen für ein Soldbündnis, das ihm die Anwerbung von 6000 Söldnern in der Eidgenossenschaft und im Wallis erlaubte. Die Tagsatzung verhinderte jedoch im September 1510 den Einsatz dieser Truppen gegen Frankreich (Chiasser Zug). 1511 gelang es dem Papst, die Gegner Frankreichs in der Heiligen Liga zusammenzufassen. Es waren dies der römisch-deutsche Kaiser Maximilian I. von Habsburg, die Republik Venedig und das Königreich Aragon. Auch in der Eidgenossenschaft kam es nun zu
      einem Meinungsumschwung gegen Frankreich, da Ludwig XII. sich weigerte, für die Ermordung zweier eidgenössischer Gesandter in seinem Herrschaftsgebiet eine Entschädigung zu zahlen. Ein erster Feldzug von rund 10'000 Eidgenossen nach Mailand, der sogenannte «Kalte Winterfeldzug» 1511, wurde aber erfolglos abgebrochen. Erst am 30. April 1512 beschloss die eidgenössische Tagsatzung einen weiteren Heereszug in die Lombardei, nachdem die Verhandlungen mit Ludwig XII. über eine Erneuerung des Soldbündnisses von 1499 gescheitert waren, da dieser nach seinem Sieg über die Heilige Liga bei Ravenna (11. April 1512) zu wenig zahlen wollte. Rund 18'000 Eidgenossen zogen deshalb im Sommer 1512 im sogenannten «Grossen Pavierzug» in die Lombardei und setzten im Dezember den Sohn von Ludovico Sforza, Maximilian Sforza, wieder in sein Herzogtum ein. Als Dank für die erwiesenen Dienste, also die Vertreibung der Franzosen, überreichte Kardinal Matthäus Schiner im Auftrag des Papstes den Eidgenossen 42 Banner, die als «Juliusbanner» in die Geschichte eingingen. Mailand war nun ein Protektorat der Eidgenossenschaft und musste den Schutz mit Handelsprivilegien und jährlichen Zahlungen in der Höhe von 40'000 Dukaten abgelten. Weite Gebiete südlich der Alpen gingen als «Ennetbirgische Vogteien» an die Eidgenossen und
      ihre Verbündeten. Alle Alpenpässe zwischen Stilfserjoch und Grossem St. Bernhard waren damit unter direkter Kontrolle der Eidgenossenschaft. Die Vormachtstellung der Eidgenossenschaft in der Lombardei wurde durch einen
      glänzenden Sieg gegen einen Überfall durch französische und venezianische Truppen in der Schlacht bei Novara am 6. Juni 1513 bestätigt. Die Eidgenossenschaft erklärte darauf im August Frankreich den Krieg und fiel im Burgund ein. Am 13. September 1513 erklärte sich Ludwig XII. zum Frieden bereit und sicherte den Eidgenossen im Vertrag von Dijon das Herzogtum Mailand zu. Da die eidgenössischen Truppen, ohne die Ratifikation des Vertrages abzuwarten, wieder abzogen, widerrief Ludwig allerdings später den Vertrag.

      Der Nachfolger Ludwigs XII., Franz I. von Frankreich, versuchte weiterhin, Frankreichs Ansprüche auf Mailand durchzusetzen. Zuerst verhandelte er erfolglos mit den Eidgenossen, um eine kampflose Rückgabe zu erlangen. Er bot
      400'000 Kronen an, die im Vertrag von Dijon vorgesehen gewesen waren, wenn ihn dafür die Eidgenossen das Herzogtum Mailand erobern liessen. Diese wiesen das Angebot zurück. Als sich daraufhin Franz I. im Frühjahr 1515 mit einem beachtlichen Heer von rund 55'000 Mann Infanterie und Kavallerie in die Lombardei begab, schickte die Tagsatzung im April/Juni 1515 rund 18'000 Mann zum Schutz Mailands über die Alpen. Trotz seiner Überlegenheit verhandelte Franz I. weiter mit den Eidgenossen. Am 8. September 1515 kam es zwischen Franz I. und einem Teil der Eidgenossen zum Abschluss des Vertrages von Gallarate, der vorsah:

      Frankreich zahlt an die Eidgenossenschaft die 400'000 Kronen des Dijoner Vertrages und je 300'000 Kronen für die Kosten des Feldzuges und für die Räumung der besetzten mailändischen Gebiete, zusammen also 1'000'000 Kronen. Dafür verzichten die Eidgenossen auf ihre Rechte in Mailand und geben ihre Rolle als Protektor von Herzog Maximilian Sforza auf. Der mailändische Herzog Maximilian Sforza soll einen französischen Herzogstitel als Abfindung erhalten. Alle eroberten Gebiete im Tessin gehen zurück an das Herzogtum Mailand, dafür erkennt Franz I. den eidgenössischen Besitzstand von 1500 im Tessin an: Leventina, Blenio, Riviera und Bellinzona.

      Daraufhin zogen insgesamt rund 10'000 Mann aus Bern, Solothurn, Freiburg, Biel/Bienne und dem Wallis ab, da sie für die Annahme der französischen Vorschläge waren.

      Durch ein Scharmützel vor den Toren Mailands wurden die Eidgenossen am 13. September zum Angriff auf die Franzosen verführt. Eine wichtige Rolle spielte dabei wahrscheinlich der päpstliche Legat und Kardinal Matthäus Schiner, der die Eidgenossen zum Angriff ermunterte. Die Schlacht begann ungewöhnlich spät gegen 15 Uhr. In drei Gewalthaufen gegliedert – in der Mitte die Innerschweizer Kantone, rechts die Zürcher, links die Luzerner und Basler –, drangen die Eidgenossen mit rund 20'000 Mann tief ins Heerlager der Franzosen ein und behaupteten sich dort bis in die Nacht hinein. Da der Kampf unentschieden blieb, biwakierten beide Heere auf dem Schlachtfeld. Als am Tage darauf die Schlacht wieder aufgenommen wurde, brachte die Leichte Reiterei Venedigs, geführt von dem erfahrenen Condottiere Bartolomeo d’Alviano, die Entscheidung, als sie um 10 Uhr unter lautem «San Marco!»-Geschrei in die Schlacht zog. Gegen Mittag wichen die verbliebenen Eidgenossen mit Verwundeten, Fahnen und Geschützen gegen Mailand zurück. Die Mehrzahl der etwa 12'000 bis 14'000 Gefallenen waren Eidgenossen.

      Der Rückzug der Eidgenossen bei Marignano gilt militärgeschichtlich als einer der ersten dokumentierten geordneten Rückzuge seit der Antike. Zwar hatte der Herzog von Mailand einen Rückzug angeordnet, aber ein solcher war nicht zustande gekommen, weil die Truppen sich nicht fanden. Einige harrten aus, andere suchten selbständig die Ausflucht. Der Abzug begann als panische Flucht. Erst als französische Truppen den Schweizern Geleitschutz gaben, da die Venezianischen Reiter sie verfolgten, entstand «so etwas wie eine leichte Ordnung». Versprengte Eidgenossen, denen der Anschluss an den Haupttrupp nicht gelang, wurden aufgerieben. Sogar lombardische Bauern griffen Eidgenossen an, die ziellos umherirrten.

      Der Sieg der Franzosen war nicht nur ihrer zahlenmässigen Überlegenheit, sondern dem taktischen Geschick, mit dem Franz I., intuitiv die innere Uneinigkeit des Gegners nutzend, die eidgenössischen Kräfte gespalten und so entscheidend geschwächt hatte, zu verdanken. Die Niederlage von Marignano ist bis heute das rein zahlenmässig, aber auch in seinen historischen Auswirkungen, weitaus bedeutendste Ereignis der schweizerischen Militärgeschichte geblieben.


      was war sonst noch los:
      533: Ad Decimum
      1195: Mozgawą
      1437: Tangier
      1502: Smolinasee
      1645: Philiphaugh
      1759: Québec / Plains of Abraham
      1808: Jutas
      1812: Attack at the Narrows
      1814: Baltimore
      1882: Tel-el-Kebir
      1900: Pulang Lupa
      1914: 1. Schlacht an der Aisne
      1939: Modlin
      1942: Bloody Ridge/Henderson Field (Guadalcanal)
      1944: Meligalas

      CU tomorrow ......

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      14.9.:
      the daily feature:
      1808: Oravais (oder Oravainen)

      Am 14. September 1808 wurde bei Oravais die blutigste Schlacht des Russisch-Schwedischen Krieges geschlagen. Die finnisch-schwedischen Truppen unter Carl Johan Adlercreutz unterlagen hier den russischen Verbänden unter Nikolai Kamenski; 740 Schweden und rund 900 Russen starben während der Gefechte. Die Schlacht war der entscheidende Wendepunkt des Krieges und führte letztlich zu Schwedens Niederlage und zur russischen Herrschaft in
      Finnland. Die Schlacht von Oravais ist so auch einer der Höhepunkte von Runebergs Versepos Fähnrich Stahl. Heute erinnern ein Denkmal sowie das Museum Fähnrich-Ståhl-Zentrum an die Schlacht.

      Zu Beginn des Krieges hatten sich schwedische Streitkräfte nach Oulu zurückgezogen. Sie hatten es dann geschafft, die Russen abzuwehren und Savonia trotz der Kapitulation der Festung von Sveaborg bis Ende Sommer 1808 zu erreichen. Russland erholte sich schnell und Ende August zog sich die schwedische Armee wieder entlang der Küstenstraße nach Norden zurück. Um nicht eingekreist zu werden , wurde Oberst Georg Carl von Döbeln im Voraus mit
      einer Brigade nach Nykarleby geschickt . Die Gefahr einer Einkreisung war übertrieben, aber die schwedische Armee zeigte zu diesem Zeitpunkt Anzeichen von Panik und Zusammenbruch. Am 13. September marschierte die Armee nach Oravais ab und wartete auf Nachrichten von von Döbeln, der in Jutas gegen die Russen kämpfte. In Oravais war Kanonendonner zu vernehmen, und eine Brigade wurde entsandt, um von Döbeln zu verstärken.

      Die russische Hauptarmee war von Vasa ausmarschiert, um die schwedischen Streitkräfte wütend zu verfolgen. Die Nacht vor dem 14. September wurde in Biwaks entlang der Straße zwischen Vörå und Oravais verbracht. Die Truppen des impulsiven Generalmajors Jakow Kulnev hatten die Führung übernommen und waren die ersten, die Kontakt mit den Schweden aufnahmen.

      Im Morgengrauen wurden die ersten Schüsse zwischen Kulnevs Truppen und einem schwedischen Außenposten über eine Brücke im Wald hinweg ausgetauscht. Das Feuer wurde verstärkt, die schwedische Position wurde kontinuierlich gestärkt, während der Rest der russischen Streitkräfte hinter Kulnev eintraf. Die Kämpfe wurden mit schweren Verlusten auf beiden Seiten fortgesetzt, bis die Situation für die Schweden unhaltbar wurde, und sie sich um 10 Uhr morgens in ihre Verteidigungspositionen zurückzogen. Der Rückzug wurde von einem einzigen Artilleriegeschütz abgedeckt, das vom fünfzehnjährigen Unterleutnant Wilhelm von Schwerin kommandiert wurde.

      Die schwedische Hauptposition wurde entlang eines Kamms eingesetzt, der im Norden (auf dem schwedischen rechten Flügel) durch einen Einlass aus der Ostsee geschützt war, und der Fjärdså-Strom mit seiner Strömung
      von Süden nach Norden bot zusätzliches Verteidigungspotential. Der Wald vor dem Kamm war gerodet worden, um der Artillerie einen besseren Blick auf die ankommenden Russen zu ermöglichen, die sich am Waldrand neuformierten.

      Das Artillerie- Bombardement begann dann zwischen den beiden Streitkräften und dauerte eine Stunde, bis die Russen einen Frontalangriff gegen die schwedischen Stellungen unternahmen . Kulnev auf dem russischen
      linken Flügel traf die schwedische Rechte, wurde jedoch zurückgeschlagen, als seine Truppe am Fjärdså-Strom festsaß. Die Russen verstärkten nun ihren rechten Flügel unter Nikolay Demidov , und ein weiterer Angriff wurde
      durchgeführt. Es wurde auch abgewehrt, aber diesmal verließen die Schweden unerklärlicherweise ihre Positionen und griffen an; Adlercreutz hatte keinen entsprechenden Befehl erteilt. Der schwedische Gegenangriff stieß auf
      überwältigendes Feuer und man musste sich mit schweren Verlusten zurückziehen.

      Um 14 Uhr war die Schlacht noch lange nicht entschieden. Die Russen machten einen zweiten Versuch, die schwedische linke Flanke zu drehen.

      Dies dünnte das russische Zentrum aus, und Adlercreutz befahl einen gewaltsamen Angriff, um die Schwäche auszunutzen. Trotz des intensiven russischen Feuers ging der Angriff schnell voran, und die gesamte schwedische Linie wurde von der Bewegung mitgeführt. Die gesamte russische Linie musste sich in den Wald zurückziehen, in dem die Schlacht am frühen Morgen begonnen hatte.

      Das Schwinden der Munition vereitelte jedoch Adlercreutz' Versuch eines entscheidenden Schlages. Als die russischen Verstärkungen eintrafen, zog sich die ausgelaugte schwedische Armee wieder in ihre Verteidigungspositionen
      zurück. Zu diesem Zeitpunkt war die Schlacht noch unentschieden, aber General Kamensky befahl Demidovs rechtem Flügel, einen weiteren Versuch auf dem schwachen schwedischen linken Flügel zu unternehmen. Als dieses Manöver begann, war es Nacht geworden und die Schlacht hatte vierzehn Stunden lang gewütet. es wurde zu viel für die schwedische Armee, die sich hastig nach Norden zurückzog.

      Die Schlacht von Oravais hatte gezeigt, dass die schwedische Armee dem russischen Gegner taktisch nicht unterlegen war. Doch die schwedische strategische Lage war aussichtslos, denn man war nur mit Großbritannien verbündet. Oravais war nur eine Schlacht auf dem Weg zur endgültigen Niederlage Schwedens. Die Schweden hatten 740 Männer getötet, verwundet, gefangen genommen oder zerstreut, während die Russen 121 Tote, 665 Verwundete und 109 Vermisste verloren hatten (vermutlich entweder getötet oder gefangen genommen).

      Schwedische Einheiten bei Oravais:
      Uppland Regiment (2), Västmanland Regiment (1), Hälsinge Regiment (3), Västerbotten Regiment (1), Österbotten Regiment (1), Savolax Infanterie-Regiment (2), Savolax Jäger-Regiment (2), Karelia Jäger-Korps, Leibgarde zu Pferd, Nyland Dragoner Regiment (1) sowie Artillerie-Kontingente von Svea, Finland und Savolax (18 Geschütze).

      das wäre ein tolles Projekt, vor allem mit den feinen Minis von den Perrys. Die relevanten Ordre de Bataille aller beteiligten Armeen kann ich für General de Brigade auf Wunsch auch gerne beistellen.

      was war sonst noch los:
      919: Islandbridge
      1180: Ishibashiyama
      1262: Rück-Eroberung von Cádiz
      1402: Homildon Hill
      1763: Devil’s Hole
      1793: Pirmasens
      1814: Fort McHenry / Baltimore
      1862: South Mountain

      CU tomorrow ......

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      man müsste die Perrys anjammern, dass sie uns "richtige" Russen machen ;)

      auf der anderen Seite ...... ich hab aus den Trent Miniatures mit dem Pinsel auch alles Machbare rausgeholt ........ von daher ...... 8)

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      15.9.:
      the daily feature:
      1944: Peleliu

      Die Schlacht um Peleliu fand während des Pazifikkrieges als Teil der Schlacht um die Palau-Inseln (Codename: Operation Stalemate II) vom 15. September bis zum 25. November 1944 statt

      Nimitz plante den Beginn der Invasion von Peleliu für den 15. September, wobei gleichzeitig Mindanao angegriffen werden sollte. Die 1st Marine Division unter Generalmajor William H. Rupertus bildete die Speerspitze gegen Peleliu, die dem III. Amphibious Corps von Generalmajor Roy S. Geiger und Vice Admiral Theodore S. Wilkinsons III. Amphibious Force unterstellt war. Am 13. September meldete Admiral Halsey, dass seine Piloten bei den Angriffen auf die Insel auf geringen Widerstand in der Luft gestoßen seien. Davon erhoffte er sich, dass Nimitz die Operation Stalemate II sowie den Angriff auf Mindanao absagen würde, da die örtliche japanische Luftmacht schon aufgrund des Verlustes der Marianen gebrochen schien. Jedoch wurde nur die geplante Invasion von Mindanao auf unbestimmte Zeit vertagt, nicht aber der Angriff auf die Palau-Inseln.

      Am 15. September 1944 begann die 1st Marine Division planmäßig mit der Landung. Auf dem Weg zum Strand waren die Marines in ihren Amtracs wegen der Schäden, welche die 3. US-Flotte auf Peleliu angerichtet hatte, noch recht siegessicher. Als die Amtracs jedoch ein mehrere hundert Meter vor der Küste liegendes Korallenriff erreichten, eröffneten die japanischen Geschützbatterien das Feuer. Im Zentrum der Invasionsfront konnte Colonel Harold D. Harris’ 5. Regiment relativ unbeschadet landen, aber im Norden erlitt das 1. Regiment größere Verluste, weil japanische Truppen von einer vorspringenden Klippe aus schießen konnten. Am Südende des Strandes musste Colonel Herman H. Hanneken seine Soldaten des 7. Regiments durch eine enge Passage führen, die von Minen und Hindernissen flankiert war, so dass die japanischen Artilleristen mit großer Genauigkeit auf die amerikanischen Landungsboote feuern konnten.

      Als das 5. und das 7. Regiment den Strand erreichten, zogen sich die japanischen Truppen landeinwärts zurück und bereiteten sich auf einen Gegenangriff vor. Das 5. Regiment nutzte die Feuerpause dazu, um den Südrand des Flugfeldes zu besetzen. Weiter südlich war das 7. Regiment in Verwirrung, weil ihre Amtracs unkoordiniert an nicht vereinbarten Stellen landen mussten. Im Norden der Landungsstelle wurde das 1. Regiment in ein Gefecht verwickelt. Beim Anlanden hatten die Japaner fast alle Kommando-Amtracs versenkt, sodass der Befehlshaber Colonel Lewis B. „Chesty“ Puller keine Möglichkeit hatte, per Funk Verstärkung anzufordern. An der Nordflanke standen Pullers Soldaten feindlichen Einheiten gegenüber, die in ihren gut platzierten und stahlverstärkten Unterständen den ganzen Strand unter Beschuss hielten.

      In einem mehrstündigen Kampf, bei dem die Japaner fast eine ganze amerikanische Kompanie aufreiben konnten, schaltete Pullers Regiment die japanischen Stellungen zur Linken aus. Daraufhin starteten von Infanterie begleitete 13 leichte Panzer der japanischen Streitkräfte einen Gegenangriff auf die Marines. Die Amerikaner mobilisierten zwölf Sherman-Panzer und konnten den Gegner mit Luftunterstützung ausschalten. Da die japanischen Panzer nur schwach gepanzert waren, mussten sich die japanischen Truppen schließlich zurückziehen.

      Die ganze Nacht und den nächsten Morgen beschossen die japanischen Streitkräfte das 1. Regiment mit Granatwerfern, doch später am selben Tag reagierten die Marines mit einem Bodenangriff. In der Zwischenzeit zogen die japanischen Einheiten vom Flugfeld in Richtung Ostküste ab, wodurch ihre Truppen zweigeteilt wurden. Für die Amerikaner war das Rollfeld jedoch nutzlos, da die japanische Artillerie vom nahegelegenen Umurbrogol jedes landende und startende Flugzeug beschießen konnte.

      Während das 5. und 7. Regiment in Kämpfen mit japanischen Kräften in der Umgebung des Rollfeldes gebunden waren, nahm das 1. Regiment die Umurbrogol-Stellungen in Angriff. Diese Hügel waren zerklüftete, verwitterte Korallen mit dichter Vegetation und auch ohne Kampf schwierig zu besteigen. Am 17. September erreichten die amerikanischen Marines unter Puller den Fuß der Hügelkette und begannen ihren langsamen Aufstieg. Mit Bazookas, Schiffsartillerie und Kampfflugzeugen vernichteten sie auf ihrem Weg zum Gipfel die Stellungen der japanischen Truppen in den Höhlen und erlitten dabei schwere Verluste. Nach drei Tagen auf der Insel Peleliu waren etwa 50 % der Soldaten des amerikanischen 1. Marineinfanterieregiments entweder tot oder verwundet. Der die Marines begleitende australische Fotograf Damien Parer wurde an diesem Tag getötet.

      Am 18. September starteten die Japaner am Umurbrogol einen Gegenangriff, mit dem sie einen Kamm zurückeroberten, den das 1. Regiment erst am Vortag besetzt hatte. Nachdem sie weitere zwei Tage versucht hatte, den Hügel zu erklimmen, war die amerikanische Einheit zu stark dezimiert. Nach dem Ausfall von über 1700 Mann am von den Marines nun Bloody Nose Ridge genannten Grat brauchten die Reste des amerikanischen 1. Regiments Verstärkung oder Entsatz. Obwohl ihnen das 7. Regiment zu Hilfe kam, wurde die Eroberung des Hügels zur Pattsituation. Das japanische 2. Infanterieregiment hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Drittel seiner Kampfstärke verloren.

      Zur Entlastung des mitgenommenen 1. Marineinfanterieregiments kam am 23. September das 321. Regiment der 81. US-Infanteriedivision des Heeres an. Diese brach innerhalb von 3 Tagen den japanischen Widerstand auf der Nachbarinsel Angaur. Am 23. September schickten auch die japanischen Streitkräfte von den Nachbarinseln aus in zwei Wellen das 2. Bataillon des 15. Infanterieregiments als Verstärkung, wovon aber der größte Teil von der amerikanischen Marine entdeckt und bereits auf See vernichtet wurde. Zwei Tage später schlich sich das 5. Marineinfanterieregiment um die Westseite des Umurbrogols herum und nahm die Nordhälfte Pelelius ohne größere Probleme in Besitz. Dann stieg diese Einheit die Nordflanke des Hügels hoch, während das amerikanische 321. Infanterieregiment von Westen und das 7. Marineinfanterieregiment von Süden her die japanischen Einheiten angriffen. Nach und nach bahnten sich die drei amerikanischen Regimenter ihren Weg durch die japanischen Stellungen und schnürten die Reste der japanischen Einheiten auf der Spitze des Umurbrogols ein. Mehrere Wochen vergingen, in denen beide Seiten Gipfel eroberten und wieder verloren und die amerikanischen Soldaten Höhlen sprengten oder mit Flammenwerfern ausräucherten, in denen japanische Soldaten ihre Stellungen eingerichtet
      hatten.

      Ende Oktober verfügte Oberst Nakagawa inklusive der Leichtverwundeten nur mehr über etwa 500 kampffähige Soldaten. Die 5. und 7. amerikanischen Marineinfanterieregimenter waren nur noch zur Hälfte kampffähig, weshalb General Paul J. Muellers 81. Infanteriedivision die 1st Marine Division unter William H. Rupertus endgültig ablöste. Im Gegensatz zu den meisten Kommandeuren des Marine Corps plante Mueller Angriffe methodisch und suchte stets nach Möglichkeiten, Verluste zu minimieren. General Mueller verwendete Artillerie, Granatwerfer und Napalm, um die restlichen japanischen Stellungen für die Infanterie sturmreif zu schießen. Er setzte auch gepanzerte Bulldozer ein, die Wege für die Panzer planierten, während Pioniere eine lange Benzinleitung legten, mit der Feuer in gegnerische Höhlenbefestigungen gesprüht wurde, in denen die japanischen Soldaten ohne Fluchtweg verbrannten.

      Am 18. November war die Stärke der japanischen Einheiten bereits auf insgesamt 150 Mann geschrumpft. Am 24. November waren nur mehr 50 Mann kampffähig und 70 verwundet. Es gab auch keine schweren Waffen mehr, und die Gewehrmunition, Handgranaten und Nahrungsmittelvorräte waren nahezu aufgebraucht. Nach Abgabe eines letzten Funkspruchs und dem Verbrennen der Regimentsfahne sowie von Geheimdokumenten töteten Oberst Nakagawa, sein Stab und die Schwerverwundeten sich selbst. Um 18 Uhr begann Major Nemoto mit 56 Mann einen letzten Banzai-Angriff. Danach war der organisierte Widerstand gebrochen, wodurch man die Kämpfe am 25.
      November 1944 für beendet erklärte. Versprengte Japaner wurden allerdings noch Monate nach Kampfende aufgegriffen, und eine isolierte Einheit von etwa 80 Mann im Westen der Insel führte, in mehrere Gruppen aufgeteilt, noch zweieinhalb Jahre einen Kleinkrieg gegen die amerikanischen Truppen. Die letzten überlebenden 34 Mann ergaben sich erst am 21. April 1947 nach Aufruf durch einen ehemaligen Generalleutnant der Kaiserlich japanischen Armee.


      was war sonst noch los:
      533: Karthago
      994: Orontes
      1762: Signal Hill
      1776: Kip’s Bay
      1794: Boxtel
      1861: Cheat Mountain
      1862: Harper’s Ferry
      1894: Pjöngjang
      1918: Dobro Polje

      CU tomorrow ......

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      16.9.:
      the daily feature:
      1813: Schlacht an der Göhrde

      Die Schlacht an der Göhrde fand am 16. September 1813 während der Befreiungskriege auf dem Gebiet des heutigen Staatsforstes Göhrde statt, das 1813 zum Departement der Aller im Königreich Westphalen gehörte. Die Verbündeten setzten sich aus preußischen und russischen Truppen, der Russisch-Deutschen Legion, dem Lützowschen Freikorps, Briten und Hannoveranern (inklusive des 3. Husarenregiments der King’s German Legion), der Hanseatischen Legion, Mecklenburgern und Schweden unter dem Oberbefehl von Generalleutnant Graf Wallmoden zusammen. Dieses Kontingent besiegte eine französische Abteilung unter dem Kommando des Generals Marc Nicolas Louis Pécheux.

      Das Schlachtfeld liegt im Grenzgebiet der heutigen Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg zwischen den Orten Oldendorf an der Göhrde und Gährde.

      Die Göhrde hatte bis in die Zeit der napoleonischen Kriege zum Kurfürstentum Hannover gehört, war aber 1803 in französische Gewalt gekommen. Die Bildung des russisch-preußischen Bündnisses gegen Frankreich im Frühjahr 1813 löste in Norddeutschland eine allgemeine Erhebung gegen die französische Herrschaft aus. In Teilen Hannovers, wie im inzwischen französischen Departements der Elbmündung und im königlich-westphälischen Departements der Aller wurden die Franzosen verjagt, während Truppen der Verbündeten unter dem Obersten Friedrich Karl von Tettenborn das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin und Hamburg eroberten. Die Verbündeten mussten sich jedoch nach dem siegreichen Gefecht bei Lüneburg vor dem anrückenden XIII. Korps unter Marschall Davout über die Elbe zurückziehen und Hamburg räumen.

      Nach dem Ende des Waffenstillstands im Sommer 1813 überfielen Freikrops, wie die Lützower, links der Elbe immer wieder französische Versorgungszüge, Kuriere und Stützpunkte, während das Korps Wallmoden rechts der Elbe blieb. Das Korps Davout hatte sich bis dahin recht passiv verhalten. Es beschränkte sich darauf, das Korps Wallmoden in Schach zu halten. Als Maßnahme gegen die Scharmützel schickte Davout im September die 12. Division des General Pécheux an das westliche Elbufer. Pécheux schickte eine Brigade mit 3.000 Franzosen auf Lüneburg vor. Aufgabe dieser Truppen war es die Verbindung mit den französischen Truppen in Magdeburg herzustellen.

      Das Korps Wallmoden rückte am 15. September mit 12.300 Mann nach Dömitz vor, setzte über die Elbe, marschierte den Franzosen entgegen und schlug ein Lager bei Dannenberg an der Elbe auf.

      Die französische Brigade Pécheux unternahm einen Vorstoß gegen die Verbündeten. Am frühen Nachmittag des 16. September 1813 kam es auf den Steinker Höhen in der Gemeinde Nahrendorf an der Göhrde zur Schlacht. Wallmodens Einheiten trafen nacheinander ein und griffen die Franzosen schlecht koordiniert an. Diese Einzelangriffe wurden alle zurückgeschlagen. Erst am Abend gelang es der hannoverschen Brigade Halkett, die französischen Truppen zum Rückzug zu zwingen. In der Schlacht wurden erstmals auf deutschem Boden Congreve’sche Raketen eingesetzt.

      Die Schlacht an der Göhrde unterbrach die Achse zwischen dem XIII. Korps unter General Davout mit dem Hauptquartier in Hamburg einerseits und der in Sachsen liegenden Hauptarmee Napoleons andererseits. Damit war kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig die französische Nachschublinie von Frankreich über Hannover nach Magdeburg und Berlin unterbrochen.

      Eine mehr als detaillierte Beschreibung findet man u.a. hier (sehr empfehlenswert):
      http://goehrdeschlacht.de/die-schlacht-1813/index.html

      sowie eine Aufstellung der Franzosen:
      8eme.de/franz-armee/historisch…rde-am-16-september-1813/

      Es war auch in diesem Gefecht, dass die bei den Lützowern als Mann verkleidet unter dem Namen August Renz dienende Eleonore Prochaska schwer verwundet wurde und 3 Wochen später in Dannenberg verstarb.
      de.wikipedia.org/wiki/Eleonore_Prochaska


      was war sonst noch los:
      1410: Eroberung von Antequera
      1776: Harlem Heights
      1779: Beginn der Belagerung von Savannah
      1914: Beginn der Belagerung von Przemyśl
      1914: Le combat de la Rougemare et des Flamants
      1939: Khalkhin Gol
      1940: Sidi Barrani

      CU tomorrow ......

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      17.9.:
      the daily feature:
      1862: Antietam

      Die Schlacht am Antietam, vor allem in den Südstaaten auch Schlacht bei Sharpsburg genannt, war die entscheidende Schlacht des konföderierten Maryland-Feldzuges. Sie fand am 17. September 1862 entlang des Antietam in der Nähe der Ortschaft Sharpsburg in Maryland statt.

      Sie gilt als die wichtigste Schlacht auf dem östlichen Kriegsschauplatz im Jahr 1862. General Robert E. Lee hatte nach dem Scheitern des Halbinsel-Feldzuges der Union und dem Sieg der Konföderierten in der Zweiten Schlacht am Bull Run die Nord-Virginia-Armee im Maryland-Feldzug erstmals auf das Territorium der Nordstaaten geführt. Dort stellte sich ihr erneut die Potomac-Armee unter Generalmajor George B. McClellan entgegen. Durch einen Zufall fielen McClellan vor der Schlacht Lees detaillierte Operationspläne in die Hände, die die Verwundbarkeit des Gegners zeigten. Er ließ jedoch mehrere Gelegenheiten verstreichen, den Vorteil zu nutzen.

      Obwohl McClellans Truppen die Konföderierten am Ende unter schweren Verlusten trotzdem zum vorläufigen Rückzug zwingen konnten, brachte die Schlacht am Antietam daher keine Entscheidung auf dem östlichen Kriegsschauplatz, sondern als verpasste Gelegenheit der Union, der Nord-Virginia-Armee einen vernichtenden Schlag zuzufügen und den Bürgerkrieg frühzeitig zu beenden. Sie war dieverlustreichste Ein-Tages-Schlacht des gesamten Bürgerkrieges. Wegen der rund 3.600 Gefallenen und Gesamtverlusten von etwa 23.000 Mann wird der 17. September 1862 auch als „blutigster Tag der amerikanischen Geschichte“ bezeichnet.

      Gleichzeitig bedeutete ihr Ausgang einen strategischen Sieg der Union, da sie nach Meinung führender Historiker politisch als einer der wichtigsten Wendepunkte des Krieges gilt. Am Antietam wurden erstmals die Folgen einer Schlacht des Bürgerkrieges ausführlich fotografisch dokumentiert. Alexander Gardners Aufnahmen von toten Soldaten erschütterten viele Betrachter und führten zu einer realistischeren Einschätzung des bis dahin
      idealisierten Geschehens auf den Schlachtfeldern.

      Gefecht am Vorabend
      Auf Befehl McClellans überquerte das I. Korps unter Hooker gegen 4 Uhr am Nachmittag des 16. September den Antietam. Die Truppen nutzten dafür die nördliche Steinbrücke und nahe gelegene Furten, die außerhalb der Reichweite der konföderierten Artillerie lagen. Eigentlich sollten nur die Stellungen für den bevorstehenden Angriff bezogen werden, aber Brigadegeneral George G. Meades Division traf in einem Wäldchen (auf Militärkarten dann als „East Woods“ bezeichnet) am nordöstlichen Rand des späteren Schlachtfeldes auf vorgelagerte konföderierte Truppen unter Brigadegeneral John B. Hood. Ein heftiger Schusswechsel folgte, bei dem auch Artillerie eingesetzt wurde. Es gab auf beiden Seiten Verluste.

      Mit Einbruch der Dunkelheit ließen die Kämpfe nach, das Artilleriefeuer wurde jedoch fortgesetzt, um den Aufmarsch von McClellans Armee zu decken. Das Gefecht brachte der Union keinerlei Vorteil, verriet Lee jedoch, wo er am Morgen McClellans Angriff zu erwarten hatte und Stellungen verstärkt werden mussten. Auch McClellan setzte die Vorbereitungen des Angriffs in der Nacht fort und befahl gegen Mitternacht dem XII. Korps unter Mansfield, ebenfalls den Antietam zu überqueren, um Hookers Korps zu unterstützen.

      Beide Oberbefehlshaber befahlen den in der Umgebung von Harpers Ferry verbliebenen Divisionskommandeuren, mit ihren Truppen eiligst nach Sharpsburg zu marschieren. Lees Order gingen an Generalmajor McLaws, an Generalmajor Richard H. Anderson sowie an Generalmajor A.P. Hill, dessen Light Division noch in Harpers Ferry stand, um dort gefangen genommene Unionssoldaten zu bewachen und die gemachte Beute zu sichern. McClellan befahl Generalmajor Franklin, zwei seiner drei Divisionen heranzuführen. Das Eintreffen aller Verstärkungen bis zum kommenden Nachmittag bedeutete, dass die Potomac-Armee es am 17. September mit Lees gesamter, höchstens 40.000 Mann starker Nord-Virginia-Armee aufnehmen musste, wiewohl der numerische Vorteil der Union immerhin noch 2:1 betrug. McClellan hatte am 16. September seine zweite Chance verpasst, Lees geteilter Armee einen vernichtenden Schlag zuzufügen.

      Die Truppen beider Seiten verbrachten eine unruhige Nacht, gestört von gelegentlichen Schusswechseln und von leichtem Nieselregen. Die rund 1300 Einwohner von Sharpsburg versuchten unterdessen, sich und ihren Besitz in Sicherheit zu bringen. Viele fanden Schutz in den Kellern ihrer Häuser oder in einer großen Höhle am Potomac. Bauern unternahmen das ihnen Mögliche, um Nutzvieh aus den Gebieten wegzuführen, wo am nächsten Tag Kämpfe drohten.

      Morgen: Dunker-Kirche und Maisfeld
      Die eigentliche Schlacht am Antietam begann im Morgengrauen des 17. September gegen 5:30 Uhr, als General Hookers I. Korps auf die linke Flanke der Konföderierten vorrückte, wo sich der Großteil von Jacksons II. Korps auf Höhe eines weiteren Wäldchens (West Woods) verteilte. Von dort zogen sich die konföderierten Stellungen in einem Bogen bis ins Gelände jenseits des Hagerstown Turnpike. Jackson standen zu diesem Zeitpunkt etwa 7.700 Mann zur Verfügung, Hooker etwa 1000 Mann mehr.

      Der Angriff der Unionstruppen erfolgte aus nördlichen und nordöstlichen Stellungen entlang des Hagerstown Turnpike und zielte auf eine Artilleriestellung der Südstaatler, die sich östlich dieses Weges auf einem Plateau befand. Westlich des Hagerstown Turnpike stand in der Nähe eine kleine Kirche, die von der aus Deutschland stammenden pietistischen und pazifistischen Sekte der Dunker (=Täufer, vom deutschen Tunker) errichtet worden war. Am Morgen des Angriffs erschwerte Bodennebel den Unionssoldaten die Sicht, das weiß gestrichene Kirchengebäude hob sich aber gut von der Umgebung ab und markierte so die Richtung, in die der Angriff der Potomac-Armee erfolgen sollte. Als die Unionstruppen vorrückten, eröffnete die Berittene Artillerie der Konföderierten unter J. E. B. Stuart das Feuer. Batterien der Union, die sich auf einer Hügelkette am nördlichen Rand des Schlachtfeldes befanden, schossen zurück. Zu ersten Kämpfen kam es vor dem östlichen Wäldchen, wo eine konföderierte Brigade mehrere Unionsregimenter zurückdrängen konnte.

      Den Großteil des Geländes zwischen den Unionstruppen und den konföderierten Stellungen nahm Weideland ein. Genau in der Mitte, nördlich des Plateaus, lag jedoch ein etwa 8 ha großes Maisfeld, in dem die Stängel mehr als mannshoch waren. Beim Vorrücken entdeckten die Unionstruppen durch in der Sonne aufblitzende Bajonettspitzen, dass sich Soldaten der Konföderierten darin versteckt hielten. Hooker befahl, den Vormarsch anzuhalten und diesen unübersichtlichen Frontabschnitt mit vier Batterien zu beschießen. Das beiderseitige Artillerie- und Gewehrfeuer, das sich entwickelte, war so heftig, dass das Maisfeld wie mit einer Sense niedergemäht wurde. Hooker schrieb später in seinem Bericht:
      …every stalk of corn in the northern and greater part of the field was cut as closely as could have been done with a knife, and the slain lay in rows precisely as they had stood in their ranks a few moments before. It was never my fortune to witness a more bloody, dismal battle-field.…
      „… auch der letzte Stängel Mais im nördlichen und größten Teil des Feldes war säuberlich wie mit einem Messer abgeschnitten und die Gefallenen lagen genau in den Reihen da, in denen sie ein paar Augenblicke zuvor noch in Gefechtsgliederung gestanden hatten. Niemals zuvor hat mich das Schicksal zum Zeugen eines solch blutigen, trostlosen Schlachtfeldes gemacht. …“

      Die Unionstruppen rückten nun auf einer Linie von rund 800 Metern Länge vor. Zu heftigen Schusswechseln kam es erneut vor dem östlichen Wäldchen, wo eine Unionsbrigade sich ins Maisfeld vorkämpfte, den Widerstand einer zahlenmäßig unterlegenen konföderierten Brigade aus Georgia aber nicht brechen konnte. Auch an ihrer rechten Flanke trafen die Unionstruppen auf erbitterten Widerstand, konnten aber Geländegewinne am westlichen Wäldchen und im Maisfeld erzielen und näherten sich allmählich dem Plateau. Der Hagerstown Turnpike war von teils hohen Holzgattern flankiert, die als Deckung genutzt werden konnten, die Soldaten beim Überklettern aber auch exponierten, was sie zu leichten Zielscheiben von Scharfschützen machte. Da um das Gelände beiderseits des Weges an diesem Morgen heftig gerungen wurde, entwickelten sich die Gatter für viele Soldaten zur tödlichen Falle.

      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Soldaten der Union waren südlich des Maisfeldes schon nahe an das Plateau herangerückt, als Jacksons zurückgeworfene Truppen durch die Division von General John B. Hood verstärkt wurden. Sie war von Jackson in Reserve gehalten worden, da die Soldaten nach den Kämpfen am Vorabend erschöpft waren und sich hatten ausruhen sollen. Hoods Männer waren angeblich wütend und daher besonders motiviert zum Kampf gegen die Unionsarmee, weil sie für ihren Einsatz das erste warme Frühstück seit Tagen hatten unterbrechen müssen. Sie konnten die feindlichen Truppen wieder durch das Maisfeld zurückdrängen, erlitten dabei jedoch hohe Verluste. Das 1. Texanische Regiment der Division verlor 82 % seiner Soldaten in nur 30 Minuten. Trotzdem bewahrte der Vorstoß von Hoods Division die linke Flanke der Nord-Virginia-Armee vor dem Zusammenbruch. Der Angriff von Hookers I. Korps kam zum Stehen.

      McClellan hatte versäumt, Hookers Angriff durch die zwei Divisionen des nahe stehenden XII. Korps von Mansfield unterstützen zu lassen. Als das XII. Korps gegen 7:30 Uhr schließlich vom östlichen Wäldchen her in das Kampfgeschehen eingriff, waren Hookers Truppen schon zu erschöpft, als dass der Union daraus ein entscheidender Vorteil erwachsen konnte. General Lee war genügend Zeit verblieben, der zweiten Angriffswelle der Union mit der Entsendung von drei neuen Divisionen zu begegnen. Trotzdem gelang es dem XII. Korps, Hoods Truppen wieder aus dem Maisfeld zu vertreiben und eine Unionsbrigade konnte im Verlauf des Angriffs sogar die konföderierten Batterien auf dem Plateau nahe der Dunker-Kirche einnehmen.

      Inzwischen war Mansfield jedoch tödlich verwundet worden. Auch Hooker wurde durch die Kugel eines konföderierten Scharfschützen im Fuß getroffen und musste vom Schlachtfeld getragen werden. Der Verlust der beiden kommandierenden Generale am nördlichen Frontabschnitt verunsicherte die Unionstruppen und die Brigade am Plateau zog sich nach heftigem Gegenfeuer der Konföderierten aus dem westlichen Wäldchen wieder zurück. Das Kommando des I. Korps ging nun auf Brigadegeneral Meade über, das Kommando des XII. Korps auf Brigadegeneral Alpheus S. Williams.

      Nach dreieinhalb Stunden Kampf, um 9 Uhr morgens, waren bereits über 8.000 Mann am nördlichen Frontabschnitt tot, verwundet oder vermisst, ohne dass eine der beiden Seiten einen nennenswerten Vorteil errungen hätte.

      McClellan hatte die drei Divisionen des II. Korps der Potomac-Armee unter Generalmajor Sumner zunächst weit östlich des Kampfgeschehens in der Nähe seines Hauptquartiers zurückgehalten. Erst um 7:20 Uhr schickte er zwei von Sumners Divisionen zum Schlachtfeld vor, wo sie erst eineinhalb Stunden später eintrafen. Ohne seine Aktionen mit Meade und Williams zu koordinieren, befahl Sumner gegen 9 Uhr seinen zwei Divisionen, die unter dem Kommando von Generalmajor John Sedgwick und Brigadegeneral William Henry French standen, einen erneuten Angriff auf die linke Flanke der Konföderierten. Das Unternehmen war so überstürzt, dass Frenchs Division beim Vorstoß am östlichen Wäldchen den Anschluss verlor. Offenbar desorientiert, wohin er seine Truppen lenken sollte, befahl French einen Linksschwenk, um das Plateau südlich zu umgehen. Er führte seine Männer so unbeabsichtigt zu den mittleren Stellungen der Konföderierten vor Sharpsburg, wo noch gar keine Kämpfe stattgefunden hatten.

      Sumner verblieben so für seinen Angriff nur die 5.400 Mann von Sedgwicks Division. Diese konnten fast ungehindert über Maisfeld und Hagerstown Turnpike vorrücken. Das scheinbare Zurückweichen der Konföderierten erwies sich jedoch als Falle, denn Jacksons Truppen, zu denen abermals frische Divisionen gestoßen waren, nahmen die Unionssoldaten beim Erreichen des westlichen Wäldchens von drei Seiten gleichzeitig unter Feuer. Da Soldaten in den hinteren Reihen der Union fürchteten, eigene Kameraden zu treffen, wurden sie zur Zielscheibe, ohne das Feuer erwidern zu können. Nach nicht mal einer halben Stunde musste Sedgwicks Division zurückweichen. Sie hatte über 2000 Gefallene, Verwundete und Vermisste zu beklagen. Zu den Schwerverwundeten gehörte auch der junge Oliver Wendell Holmes, Jr., der später zum Richter am Obersten Gerichtshof aufsteigen sollte. Ein anschließender
      konföderierter Gegenstoß auf die Wiesen vor dem westlichen Wäldchen wurde mit Artilleriefeuer der Union beantwortet und musste abgebrochen werden.

      Zu letzten größeren Gefechten auf dem nördlichen Teil des Schlachtfeldes kam es gegen 10 Uhr, als zwei Regimenter des XII. Korps der Union erneut versuchten, Hookers ursprünglichen Plan umzusetzen und vom östlichen Wäldchen her auf Plateau und Dunker-Kirche vorrückten. Der Angriff kam wegen konföderierter Gegenwehr und fehlender Verstärkungen zum Stehen, aber die Unionstruppen verbuchten kleinere Geländegewinne zwischen Maisfeld und westlichem Wäldchen.

      Damit endete die erste Phase der Schlacht nach vier Stunden mit mehr als 12.000 Mann Verlusten, einschließlich zweier kommandierender Generäle der Union. Fünf Divisionen der Union und vier der Konföderierten waren so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie ins restliche Kriegsgeschehen dieses Tages nicht mehr eingreifen konnten. McClellans Plan, die linke Flanke der Nord-Virginia-Armee aufzurollen, war gescheitert. Da der Angriff der Unionstruppen nicht in einem massiven Schlag, sondern sukzessive erfolgte, wurde die starke numerische Überlegenheit der Potomac-Armee auf diesem Teil des Schlachtfeldes zu keinem Zeitpunkt voll ausgespielt. Das Ergebnis war eine Serie von verlustreichen Gefechten um ein verhältnismäßig kleines Terrain, die letztlich in einem Patt endeten. Augenzeugenberichten zufolge hatte allein der Bereich des Maisfeldes an diesem Morgen fünfzehn Mal den Besitzer gewechselt.

      Mittag: Bloody Lane
      Inzwischen hatten sich auch am Zentrum der konföderierten Stellungen vor Sharpsburg Kämpfe entwickelt, ausgelöst nicht etwa durch einen Angriffsbefehl McClellans, sondern durch den Irrtum von Brigadegeneral French. Als seine Division auf einer südöstlich der Dunker-Kirche gelegenen Farm auf konföderierte Plänkler traf, entschloss er sich, den Kampf hier aufzunehmen. Kurz nach 9:30 Uhr erreichte ihn eine Nachricht von Generalmajor Sumner, der French über das Debakel der Unionstruppen am westlichen Wäldchen unterrichtete und befahl, durch einen Angriff vor Sharpsburg die Konföderierten zum Abzug von Truppen vom Norden des Schlachtfeldes zu nötigen.

      Das Zentrum der Stellungen der Nord-Virginia-Armee stand unter dem Kommando von Generalmajor Longstreet. Die Verteidigung war dabei nur schwach, weil Truppenteile im Laufe des Morgens zur Verstärkung von Jacksons Korps verlegt worden waren. Seither hielten die fünf Brigaden der Division von Generalmajor D. H. Hill die Stellung; drei von ihnen hatten im Laufe der morgendlichen Kämpfe bereits Verluste erlitten. Die beste Verteidigungsposition besaßen zwei Brigaden, die sich 100 Meter hinter einem Hügelkamm in einem Feldweg verschanzt hatten, der bogenförmig zwischen Hagerstown Turnpike und Boonsboro Road verlief. Erosion und Verkehr von Transportwagen hatten ihn zu einem tiefen Hohlweg ausgeformt (von den Anwohnern als Sunken Road bezeichnet), der einen natürlichen Schützengraben bildete. Artillerie war an diesem Frontabschnitt von keiner Seite in Stellung gebracht worden.

      French hoffte auf ein Überraschungsmoment, als er seine Division den Hügel zur Sunken Road hinauf kommandierte. Dies schlug fehl, weil die verschanzten Konföderierten, routinierte Veteranen, den Angriff erwarteten und geduldig das Feuer zurückhielten, bis der Gegner am Kamm des Hügels in eine Position kam, in der er leicht zu treffen war. Besonders schwere Verluste erlitt dabei die führende Brigade der Union unter Brigadegeneral Max Weber, die hauptsächlich aus deutschen Immigranten ohne viel Kampferfahrung bestand. Sie verlor 450 Mann in nur fünf Minuten. Ein anschließender Sturmangriff der ähnlich unerfahrenen zweiten Brigade von Oberst Dwight Morris wurde ebenfalls zurückgeschlagen. French schickte nun seine letzte und beste Brigade in den Kampf, aber auch sie scheiterte beim Versuch, bis zur Sunken Road vorzustürmen. In weniger als einer Stunde hatte Frenchs Division damit auf dem Hügel fast ein Drittel ihrer Soldaten verloren.

      Die konföderierten Brigaden in der Sunken Road erhielten derweil rechts Verstärkung durch die Division Generalmajor Andersons. Dadurch ermutigt, schickten sich die Konföderierten gegen 10:30 Uhr gerade zu einem Flankenangriff den Hügel hinab an, als die letzte von Sumners Divisionen unter dem Kommando von Generalmajor Israel B. Richardson vor Ort eintraf. McClellan hatte sie zurückgehalten, als der Rest von Sumners Korps zum Schlachtfeld marschiert war und sie erst um 9 Uhr losgeschickt. Richardson befahl einen erneuten Angriff, aber auch die berühmte Irische Brigade wurde aufgerieben, ohne die Sunken Road erreicht zu haben.

      Ende Teil 2

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      Teil 3

      Inzwischen war es Mittag geworden und die Abwehr von vier aufeinanderfolgenden Frontalangriffen der Union hatte auch bei den Verteidigern in der Sunken Road einen hohen Blutzoll gefordert. Anderson war frühzeitig schwer verwundet worden (er erlag seiner Verletzung vier Wochen später), und niemand übernahm das Kommando, weshalb seine Division keine große Hilfe war. Geschwächt zeigte sich vor allem die Mitte der Defensivlinie, wo der Hohlweg eine scharfe Biegung machte und der natürliche Schützengraben so eng war, dass die Konföderierten häufig von Querschlägern getroffen wurden, die von der rückwärtigen Böschung abprallten.

      Als der konföderierte Brigadegeneral Robert E. Rodes beim fünften Angriff der Union zur Stärkung des Zentrums Befehl gab, die Truppen neu zu verteilen, missverstand ihn ein Regimentskommandeur und ordnete den Rückzug
      aus der Sunken Road an. Die vier restlichen Regimenter der Brigade schlossen sich der in eine wilde Flucht ausartenden Aktion an, ohne dass Rodes etwas gegen den Zusammenbruch der Verteidigungslinie unternehmen konnte. Die
      vorstürmenden Unionssoldaten nahmen daraufhin die Sunken Road ein und 300 Konföderierte gefangen. An vielen Stellen des Hohlwegs lagen die Toten inzwischen zu zweit oder zu dritt übereinander.

      Als die Unionstruppen sich an der Sunken Road neu gruppierten, wurden sie von Norden her von zwei konföderierten Regimentern angegriffen, die bei der Aktion aber starke Verluste erlitten und sich zurückziehen mussten. Während Frenchs Division die Sunken Road sicherte, marschierte Richardsons auf die neue Verteidigungslinie der Konföderierten vor, die sich weniger als 300 Meter südwestlich auf dem Grundstück des Farmers Henry Piper befand. Unterdessen hatte Generalmajor D.H. Hill die Reste seiner Division zusammengezogen, und diese griff die Unionstruppen in einem Maisfeld auf der Piper-Farm an. Der Vorstoß der geschwächten Einheit war zwar zum Scheitern verurteilt, erkaufte General Longstreet aber Zeit, um die konföderierte Linie vor Sharpsburg durch das Zusammenziehen von Geschützen zu festigen; ihr Feuer hielt den Vormarsch der Union auf. Eine intakte Infanterie stand Longstreet zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung. Die verbliebenen Einheiten waren jeweils kaum größer als einige hundert Mann und besaßen zum Teil keine Munition mehr.

      Widerstrebend zog Richardson aufgrund des konföderierten Artilleriefeuers seine Division, die bereits über 1.000 Mann verloren hatte, zum Hügel nördlich der Sunken Road zurück. Hier erwartete man das Eintreffen angeforderter Geschütze, um Longstreets Artillerie ausschalten zu können, erhielt aber nur unzulängliche Kanonen, die die konföderierten Stellungen nicht zu erreichen vermochten. Während er die Lage mit einem Batteriekommandeur besprach, wurde Richardson gegen 1 Uhr von einem Geschossfragment schwer verwundet und in McClellans Hauptquartier im Pry-Haus transportiert, wo er sechs Wochen später seinen Verletzungen erlag. Das Kommando übernahm schließlich Brigadegeneral Winfield Scott Hancock, in der Zwischenzeit verstrich aber erneut eine günstige Gelegenheit, die am Rand der Auflösung stehende konföderierte Linie zu durchbrechen.

      In dreieinhalb Stunden waren im engsten Umfeld des nur 700 Meter langen Frontabschnitts an der Sunken Road über fünfeinhalbtausend Mann gefallen, waren verwundet worden oder wurden vermisst. Die Verluste beliefen sich auf annähernd 2.600 Mann bei den Konföderierten und auf beinahe 3.000 Mann bei den Unionssoldaten. Das Gemetzel brachte der Sunken Road die neue Bezeichnung Bloody Lane ein.

      Trotz ihrer höheren Verluste hatte die Potomac-Armee sich im Zentrum der konföderierten Stellungen vor Sharpsburg einen Vorteil herausgekämpft. Zudem standen McClellan noch zwei frische Korps zur Verfügung, die zum Angriff auf die Nord-Virginia-Armee genutzt werden konnten: das V. Korps unter Porter samt der Kavalleriedivision von Pleasonton, insgesamt 13.800 Mann, sowie das 12.000 Mann starke VI. Korps der Union unter Generalmajor Franklin, das gegen Mittag von Harpers Ferry kommend am Antietam eingetroffen war und auf McClellans Befehl hin nun die Unionslinie im Norden absicherte.

      Franklin wollte gegen 1 Uhr am westlichen Wäldchen einen neuen Angriff starten, wurde aber vom älteren und ranghöheren Korpskommandanten Sumner, der schockiert war vom unglaublichen Blutzoll der vorangegangenen Gefechte, zurückgehalten. Ein erneuter Rückschlag, so Sumners Begründung, werde die gesamte rechte Flanke der Union in Gefahr bringen. McClellan neigte zuerst Franklins Sichtweise zu, entschied sich aber nach Rücksprache mit beiden Offizieren vor Ort um. Er gab Anweisung, keine weiteren Angriffe im Norden und im Zentrum des Schlachtfeldes zu unternehmen.

      Nachmittag: Burnside-Brücke und Gegenangriff Hills
      Südöstlich von Sharpsburg hatte das IX. Korps unter Generalmajor Burnside auf einen Befehl McClellans warten sollen, bevor es seinen als Finte gedachten Angriff begann. Als die Order aus dem Hauptquartier Burnside gegen 10 Uhr schließlich erreichte, waren die Kämpfe am nördlichen Frontabschnitt jedoch bereits abgeflaut und das ursprüngliche Ziel des Unternehmens war obsolet geworden. Burnside nahm aber offenbar noch immer an, ihm obliege ein Ablenkungsmanöver, das nicht mit voller Durchschlagskraft angegangen werden müsse. Er begriff nicht (oder ihm wurde nicht mitgeteilt), dass auf seinen Truppen nun die Hauptlast des Angriffs der Union lag.

      Burnsides 13.000 Soldaten standen inzwischen weniger als 4000 Konföderierte gegenüber, Letztere hauptsächlich in Stellungen, die sich über eine später als Friedhofshügel (Cemetery Hill) bezeichnete Anhöhe vor Sharpsburg verteilten. Lee hatte eine Division und zusätzlich eine Brigade von seiner rechten Flanke abgezogen, um die Angriffe der Union im nördlichen und mittleren Frontabschnitt abzuwehren.

      Aufgrund unzureichender Auskundschaftung des Geländes war Burnside – im Gegensatz zu Fachleuten McClellans am Vortag – eine nahe gelegene Furt verborgen geblieben, die der Infanterie der Union eine vergleichsweise leichte Überquerung des Antietam erlaubt hätte. Daher konzentrierte Burnside sich auf die Einnahme der Rohrbach-Brücke (Rohrbach's Bridge), einer fast 40 Meter langen, 3,70 Meter breiten, dreibogigen Steinbrücke und südlichsten Überquerung des Antietam bei Sharpsburg. Verteidigt wurde sie von 550 vorgelagerten Scharfschützen aus Georgia unter dem Kommando von Brigadegeneral Robert A. Toombs. Sie verteilten sich entlang des Antietam und nahmen die Brücke aus der sicheren Deckung von Felsvorsprüngen, Steinmauern und Bäumen unter Feuer.

      Noch vor Beginn des Angriffs auf die Steinbrücke sandte Burnside drei Brigaden aus, um eine ein Kilometer südlich gelegene Furt zu überqueren, die McClellans Späher ebenfalls am Vortag ausgemacht hatten. Als die Truppen die bezeichnete Stelle erreichten, stellten sie jedoch fest, dass die Uferböschung dort zu steil war. Durch dichtes Gebüsch schlugen sich die Männer in einem langwierigen Manöver weiter nach Südwesten durch und gelangten schließlich zu Snavely's Ford, wo ein Übergang möglich war.

      Inzwischen war es Mittag geworden und die Konföderierten hatten bereits zwei Angriffe auf die Steinbrücke abgewehrt. McClellan verlor die Geduld und wies Burnside an, die Brücke auch um den Preis hoher Verluste einzunehmen. Der dritte Angriff begann gegen 12:30 Uhr und es gelang Einheiten des IX. Korps nach etwa einer halben Stunde, sich am östlichen Brückenende festzusetzen. Den Scharfschützen aus Georgia ging die Munition aus und von der Südflanke erreichte Toombs die Nachricht vom Übergang der Unionsverbände über Snavely's Ford. Die Verteidiger der Steinbrücke zogen sich daraufhin in Richtung Sharpsburg zurück. Burnsides Truppen waren drei Stunden lang von einer zwanzigfach unterlegenen Einheit aufgehalten worden und hatten mit 500 Mann mehr als dreimal so hohe Verluste wie Toombs' Georgier zu beklagen.

      Ende Teil 3

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      Teil 4

      Die rechte Flanke von Lees Armee geriet jetzt in schwere Bedrängnis. Drei von Burnsides Divisionen drohten auf General Longstreets geschwächte Truppen einzudringen. Doch der Heranmarsch unverbrauchter Einheiten des IX. Korps, die in einiger Entfernung von der Brücke geblieben waren, der Transport von Nachschub an Munition sowie die Überquerung der engen Brücke erwiesen sich als langwierige Operationen, die Burnside zwei wertvolle Stunden kosteten (eine inzwischen nördlich der Brücke entdeckte Furt blieb ungenutzt). Der Ärger McClellans angesichts dieser Verzögerungen richtete sich gegen Burnside. Er schickte mehrere Kuriere aus, um seinen General zum energischeren Vorgehen aufzufordern.

      Die Saumseligkeit der Potomac-Armee ließ General Lee genügend Zeit, Truppen und Geschütze von den anderen Frontabschnitten, wo die Kämpfe inzwischen aufgehört hatten, an seine rechte Flanke zu verlagern. Kurzzeitig fassten die Konföderierten sogar einen Entlastungsangriff im Norden des Schlachtfeldes ins Auge, der von Stuarts Kavallerie geführt werden sollte. Jackson brach das Unternehmen angesichts der massiven Überlegenheit der Unionsartillerie jedoch ab. Nach einem achtstündigen Gewaltmarsch von Harpers Ferry traf schließlich, zur großen Erleichterung von Lee, gegen 2:30 Uhr die Light Division Hills bei Sharpsburg ein. Sie hatte den Potomac durch Boteler's Ford überquert, die weiterhin offenstand. Hills Männer wurden zur Verstärkung von Longstreets Truppen beordert.

      Als sich das IX. Korps der Union am Brückenkopf auf der Westseite des Antietam neuformiert hatte, setzte Burnside gegen 3 Uhr mit 8.000 Mann zu einem zweiflügeligen Angriff auf die rechte Flanke der Konföderierten an. Der Vorstoß war zunächst erfolgreich und die Verteidiger wichen in Richtung Sharpsburg zurück. Im Ort selbst herrschte Chaos angesichts der vielen Verwundeten, die durch die Straßen getragen wurden, zahlreicher versprengter Soldaten, deren Einheiten aufgerieben worden waren und dem Beschuss durch die Unionsartillerie, der eine Reihe von Gebäuden so stark beschädigte, dass sie später abgerissen werden mussten.

      Mit dem Eingreifen der 3.000 Mann von Hills Division in den Kampf wendete sich das Blatt gegen 3:40 Uhr. Die Nord-Virginia-Armee konnte zum Gegenangriff übergehen und die äußerste linke Flanke des IX. Korps der Union geriet in große Gefahr. Bei den Nordstaatlern entstand Verwirrung, weil viele von Hills Männern blaue Uniformen der Union trugen, die ihnen bei Harpers Ferry in die Hände gefallen waren. Burnside, den die überraschende Wendung der Schlacht aus dem Konzept brachte, zog seine Truppen zum Antietam zurück. Obwohl er doppelt so viele Männer wie der Gegner im Feld stehen hatte, war er in Sorge, man werde die aufwändig erkämpfte Brücke nicht halten können. Er bat McClellan, am Morgen versprochene Verstärkungen zu senden. Bei McClellan hatte sich aber die Befürchtung erneuert, Lee verfüge noch immer über ungeahnte Kräfte. Da er das Risiko scheute, seine Reserven in einen massiven Gegenangriff der Nord-Virginia-Armee laufen zu lassen, schickte McClellan Burnside nur eine Batterie.

      Dass McClellans Befürchtungen fern der Wirklichkeit lagen, blieb einem Bataillon des in Reserve gehaltenen V. Korps der Union nicht verborgen. Bei einem Vorstoß über die mittlere Steinbrücke an der Boonsboro Road entdeckten die Männer die Verwundbarkeit der mittleren Verteidigungslinien nahe Sharpsburg. Brigadegeneral George Sykes, der die 2. Division des V. Korps befehligte, drang darauf, seine Männer über die Brücke in die Schlacht führen zu dürfen, um Burnside beizustehen. McClellan, der schon von dem Vorschlag überzeugt schien, ließ nach Rücksprache mit Korpskommandant Porter jedoch davon ab. Aus dieser Unterredung ist Porters Ausspruch überliefert: „General, bedenken Sie, ich kommandiere die letzte Reserve der letzten Armee der Republik!“

      Die Nord-Virginia-Armee war durch das rechtzeitige Eintreffen der Light Division A. P. Hills gerettet worden. Dem IX. Korps der Potomac-Armee blieb keine andere Aufgabe, als die Steinbrücke am Antietam zu sichern, die man mit hohen Verlusten erobert hatte. Wegen des Geschehens an diesem Tag wurde das Bauwerk später in Burnside-Brücke (Burnside Bridge oder Burnside's Bridge) umbenannt.

      Die Verluste in der Schlacht am Antietam waren auf beiden Seiten hoch. Für die Union waren 2.100 Soldaten gefallen und 9.550 verwundet worden, 750 Unionssoldaten galten als vermisst oder waren in Gefangenschaft geraten. Bei den Konföderierten waren 1.550 Soldaten gefallen und 7.750 verwundet worden, 1.020 galten als vermisst oder waren gefangen genommen worden. Zu den Gefallenen bzw. tödlich Verwundeten gehörten sechs Generäle, je drei von Union und Konföderation. In den Tagen und Wochen nach der Schlacht starben mindestens 2.000 Verwundete an ihren Verletzungen.

      Bis heute gilt der 17. September 1862 als „der blutigste Tag in der amerikanischen Geschichte“. Am Antietam fielen mehr Amerikaner an einem einzigen Tag, als dies bei allen vorherigen oder späteren kriegerischen Auseinandersetzungen mit Beteiligung der USA der Fall war. So war die Zahl der Getöteten und Verletzten bei Sharpsburg viermal so hoch wie die Zahl der amerikanischen Verluste am D-Day im Rahmen der Landung in der Normandie im Jahr 1944. Am Antietam starben mehr amerikanische Soldaten auf dem Schlachtfeld als in allen anderen Kriegen des 19. Jahrhunderts zusammen genommen.


      was war sonst noch los:
      480 v.Chr: Kap Artemision
      642: Eroberung von Alexandria
      1176: Myriokephalon
      1462: Puck (auch Świecino, Żarnowiec oder Schwetz)
      1620: Cecora (Țuțora)
      1631: Breitenfeld
      1658: Vilanova
      1775: Beginn der Belagerung von Fort St. Jean
      1793: Peyrestortes
      1794: Sprimont
      1861: Pavón
      1870: Montmesly
      1894: Seeschlacht am Yalu
      1900: Mabitac
      1901: Blood River Poort
      1901: Elands River
      1916: Cambrai (erster Luftkampfsieg von Manfred von Richthofen)
      1944: Arnheim / Beginn der Operation ”Market Garden”
      1944: Beginn der Tallinn-Offensive
      1944: San Marino

      CU tomorrow ......

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      18.9.:
      the daily feature:
      1860: Castelfidardo

      In der Schlacht von Castelfidardo am 18. September 1860 schlugen die piemontesischen Truppen des Generals Enrico Cialdini bei Castelfidardo (Ancona) die päpstlichen Truppen der Generale Georges De Pimodan und Lamoricière. Obwohl sie eine der kleineren Schlachten des Sardinischen Krieges (auch „Zweiter Italienischer Unabhängigkeitskrieg“) von 1859 bis 1860 war, hatte ihr Ausgang eine große Bedeutung, da dadurch eine Vereinigung des Königreiches Sardinien-Piemont mit dem von Garibaldi in seinem „Zug der Tausend“ eroberten Königreich Neapel möglich wurde. König Viktor Emanuel II. annektierte weite Teile des Kirchenstaates (Marken, Umbrien, nicht jedoch Rom und Latium) und vereinigte fast ganz Italien unter der Krone des Hauses Savoyen. Die vom Papst erhoffte französische Intervention blieb dank der diplomatischen Arbeit des piemontesischen Ministerpräsidenten Cavour und des vorläufigen Verzichts auf die Besetzung Roms aus.

      Castelfidardo, la battaglia «dimenticata» dai vincitori - die von den Siegern "vergessene" Schlacht, denn Cavour wollte keinen Wirbel um den Sieg über den Papst, um Europa nicht zu irritieren.


      Die piemontesische Armee zog mit zwei Korps und fünf Divisionen nach Süditalien. Das IV. Korps unter Enrico Cialdini umfasste die 4., 7. und 13. Division, das V. Korps unter General Morozzo Della Rocca führte die 1. und die
      Reservedivision. Insgesamt handelte es sich um 39.000 Soldaten, 2.500 Pferde und 77 Kanonen. Befehlshaber dieser als „Marken- und Umbrien-Armee“ bezeichneten Streitmacht war General Manfredo Fanti. Er sollte Garibaldi im Süden „beistehen“. Nach der Schlacht am Volturno musste Garibaldi somit klar sein, dass er keine politischen Ansprüche für sich geltend machen konnte.

      Die päpstliche Armee unter dem Oberbefehl des französischen Generals Christophe de Lamoricière verteidigte den Kirchenstatt mit folgenden Kräften: 1. Brigade (General Schmidt) in Foligno, 2. Brigade (De Pimodan †) in Terni, 3. Brigade (De Courten) in Macerata, Reservebrigade (Cropt) in Spoleto. Insgesamt verfügte diese mobile Streitmacht über 10.000 Mann und 30 Kanonen. Dazu kamen noch die territoriale Kräfte in den größeren Städten, in diesem Fall die etwa 10.000 Soldaten Anconas.

      Die Piemontesen stießen mit dem IV. Korps entlang der Adriaküste vor, das V. Korps erreichte auf dem Landesinneren das Tibertal, um von dort aus den päpstlichen Truppen einen eventuellen Rückzug nach Rom abzuschneiden und sie zu einer Entscheidungsschlacht zu zwingen, bei der die Piemontesen ihre zahlenmäßige Überlegenheit ausspielen konnten.

      In Erwartung einer österreichischen oder französischen Intervention marschierte Lamoricière hingegen mit seinen mobilen Kräften auf Ancona, um den Sektor des IV. piemontesischen Korps zu bedrohen.

      Das IV. Korps besetzte Pesaro, Urbino, Fano und erreichte Senigallia. Um einem Vormarsch Lamoricières auf Ancona zuvorzukommen, besetzte Cialdini die wichtigen Höhenzüge von Osimo und Castelfidardo. Diese griffen Lamoricière und Pimodan am Morgen des 18. September 1860 an.

      Lamoricière hatte vereinbart, dass Pimodan mit 3 Bataillonen und 12 Kanonen den Poggio delle Crocette besetzen und ihn mit Unterstützung der anderen 2 Bataillone seiner Brigade halten sollte, während der Rest der päpstlichen Truppen mit der Kavallerie (4 Schwadronen) voran so schnell wie möglich die Straße hinunter bis zur Kreuzung von Camerano marschieren sollte, um von dort nach Ancona zu gelangen. Auf dem Poggio delle Crocette befanden sich nur 5 Kompanien von piemontesischen Bersaglieri (das XXVI. Bataillon und eine Kompanie der XII.) In einer vorgelagerten Position.

      Am Morgen des 18. warfen die 3 päpstlichen Bataillone (Schweizer Carabinieri, französisch-belgische Zuaven und einheimische Jäger) die piemontesischen Bersaglieri und eroberten die masseria (Gehöft) Santa Casa di Sotto nebst 6 Geschützen. Dann versucht der General Pimodan, auf dem poggio (Hügel) zur Santa Casa di Sopra vorzurücken, um die unterhalb positionierten Truppen besser zu unterstützen, aber das 10. Regiment der Regina-Brigade eilte mit seinen 4 kleinen Bataillonen heran, während die Bersaglieri ebenfalls Gegenangriffe ausführten. In einem hart geführten Nahkampf wird auch General Pimodan verwundet. Lamoricière begann sodann, seinen Reserve ins Gefecht zu führen, doch Cialdini brachte sofort das andere Regiment der Regina-Brigade zum Angriff gegen die päpstliche rechte Flanke heran, um den Weg nach Ancona für alle feindlichen Streitkräfte zu sperren, während 2 weitere Bersaglieri-Bataillone sich entlang des Curmudgeon bewegten, um den Rückzugsweg für den Gegner zu sperren. Nicht nur das, sondern auch ein Regiment der Como-Brigade, das nördlich von Osimo lagerte, wurde sofort geschickt, um Camerano an der Kreuzung in Richtung Ancona zu besetzen. In der Zwischenzeit befahl Lamoricière den beiden Bataillonen der zweiten Linie von Pimodan (österreichische Bersaglieri und einheimische Jäger) die Frontlinie sofort zu verstärken und die Umfassungsbewegung des Feindes zu verhindern. Aber nicht einmal diese Verstärkung (es waren sehr kleine Bataillone mit jeweils 550 bis 600 Mann) konnten die Situation verbessern, denn die durch Artillerie und Lanziere von Novara bedrohten päpstlichen Truppen gingen bald in ungeordnetem Rückzug Richtung Loreto. Trotzdem versuchte Pimodan, der die erhoffte Unterstützung scheitern sah, die Casa di Sotto mit den heldenhaften Resten der vordersten Einheiten und mit den österreichischen Bersaglieri zu halten. Doch er wird ein zweites Mal getroffen, diesmal tödlich. Lamoricière konnte die von der Niederlage bedrohten Truppen nicht aufhalten. Die Überreste des französisch-belgischen Zuaven-Bataillons verteidigten sich mit echtem Fanatismus, mussten aber am Ende völlig umzingelt aufgeben. Eine gebrochene Masse auf der Flucht watete über den Musone nach Loreto. Lamoricière, welcher ebenfalls versuchte, mit etwa fünfzig Reitern und 350 Infanteristen den Fluss zu überqueren, wurde jedoch vom 9. Infanterieregiment angegriffen und schaffte es nur mit wenigen Reitern auf den Wegen der Hänge des Monte Genero nach Ancona zu fliehen. Während der Nacht hatte der unermüdliche Cialdini Loreto umzingelt, wo sich mehr als 3.000 Männer, hauptsächlich Ausländer, versammelt hatten; sie alle ergaben sich am nächsten Tag mit 11 Kanonen. Und 2.000 oder 3.000 andere, meist päpstliche Untertanen, sowohl von den Manöverbrigaden als auch von einer anderen kleinen Garnison, die teilweise nach Hause zurückkehrten und teilweise versuchten, sich nach Rom oder in die Abruzzen zurückzuziehen, wurden von den piemontesischen Truppen gefangen genommen. Damit kann gesagt werden, dass die päpstliche Armee acht Tage nach Beginn der Feindseligkeiten vernichtet wurde. Die Piemonteser beklagten sich über 61 Tote und vielleicht 200 Verwundete; die Päpstlichen 88 Tote und etwa 400 Verwundete sowie 600 Gefangene, 3 Kanonen und eine Flagge. Unter den Toten war General Pimodan, der nach Mitternacht in einem Raum der Casa di Sotto starb. Als tapferer und erfahrener Soldat, der sich für eine unglückliche Sache einsetzte, verdiente er den Respekt aller für seinen
      heldenhaften Tod. Und genau genommen kämpften auf der einen Seite hauptsächlich 4 päpstliche Bataillone (das 3.Bersaglieri-Bataillon der ersten Linie und das österreichische Bersaglieri-Bataillon der zweiten Linie) und auf der anderen Seite ein Bersaglieri-Bataillon und 4 Infanteriebataillone (9. Infanterieregiment und XXVI. Bersaglieri).

      Die Umstände der Schlacht von Castelfidardo werden in der päpstlichen Allokution Novos et ante geschildert. Den Worten des Papstes zufolge sollen die piemontesischen Truppen unter dem Vorwand der Vertreibung von
      Aufrührern in die Provinzen Picenum und Umbrien vorgerückt sein.


      Ordine di battaglia - Armata Sarda
      4ª Divisione Comandante Generale Enrico Cialdini
      Brigata Regina
      9º Reggimento di linea, 10º Reggimento di linea, 11º Battaglione bersaglieri, 12º Battaglione bersaglieri, 26º Battaglione bersaglieri, Lancieri di Novara
      Brigata Dho di Artiglieria con il 5º Reggimento Artiglieria Voloire


      was war sonst noch los:
      324: Chrysopolis
      1048: Kapetron
      1454: Konitz (Chojnice)
      1641: Ende der Belagerung von Dorsten
      1691: Leuze
      1759: Québec
      1918: Hindenburg-Linie
      1944: Arracourt

      CU tomorrow .....

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      19.9.:
      the daily feature:
      1356: Poitiers (oder Maupertuis)

      Die Schlacht von Poitiers vom 19. September 1356 (im deutschsprachigen Raum ist auch die Bezeichnung Schlacht bei Maupertuis geläufig) war ein Ereignis des Hundertjährigen Krieges, bei dem der französische König Johann II. in englische Gefangenschaft geriet. Sie war – nach der für die Franzosen unheilbringenden Schlacht von Crécy (1346) – der zweite von drei großen englischen Siegen in diesem Krieg und in gewissem Sinne eine Wiederholung von
      Crécy, da hier erneut gezeigt wurde, dass eine bessere Strategie und Taktik eine zahlenmäßige Unterlegenheit aufwiegen können.

      Nach ihrem Sieg bei Crécy hatten sich die Engländer fest in der Guyenne etabliert, von wo aus sie regelmäßige Überfälle in den Süden Frankreichs starteten. 1355 schon war es König Johann II., der 1350 seinem an der Pest verstorbenen Vater Philipp VI. auf dem Thron gefolgt war, mangels Reserven nicht gelungen, sie zu schlagen, sodass der „Schwarze Prinz“ Edward of Woodstock nahezu ungehindert die Grafschaft Quercy plündern konnte. 1356 rief Johann II. die Generalstände (États généraux) zusammen, die ihm die nötigen Mittel bewilligten, um eine Armee aufzustellen (30.000 Mann auf 5 Jahre).

      Die Chevauchée, die der Schwarze Prinz anführte, hatte die Engländer von der Gascogne über Bellac und Issoudun, das im Sturm genommen wurde, nach Bourges geführt, während die Franzosen noch in der Normandie mit der Belagerung von Breteuil beschäftigt waren. Unterdessen war auf englischer Seite der Duke of Lancaster von der Bretagne aus aufgebrochen, um zum Heer des Schwarzen Prinzen zu stoßen. Dieser wollte ihm über Tours
      entgegenkommen, ein Hagelsturm und mangelnde Belagerungsausrüstung verhinderten jedoch die Einnahme der Stadt und da Johann II. unterdessen in Chartres ein großes Heer gesammelt und Richtung Loire aufgebrochen war, sah sich Edward gezwungen, wieder zurück in die Gascogne zu ziehen. Eine Vereinigung mit den Truppen Lancasters gelang nicht, da dieser keinen Übergang über die Loire fand und somit in der Bretagne festsaß. Um eine effektivere Verfolgung des Gegners zu bewerkstelligen, ließ Johann II. u. a. mit den gestellten Kämpfern der Bürger die Hälfte seines Heeres zurück und beschränkte sich auf die Kavallerie, mit der er schneller voranzukommen hoffte. Als er den Gegner gestellt hatte, befand sich das französische Heer südlich von Poitiers, das englische mit Beute beladen auf dem Rückweg nach Bordeaux. Da ihnen der Weg in die Guyenne versperrt war, gingen die Engländer nach längeren Verhandlungen gezwungenermaßen auf den Kampf ein.

      Wie bei Crécy waren die Franzosen deutlich numerisch überlegen und verfügten über eine etwa doppelt so große Streitmacht wie die Engländer. Das Schlachtfeld bei Nouaillé-Maupertuis war ein unebenes und mit Hecken durchsetztes Gelände, so dass Johann II. entschied, den Kampf zu Fuß aufzunehmen, während die Engländer die Hecken nutzten, um ihre Bogenschützen dahinter zu postieren. Auf französischer Seite plädierte der Maréchal Clermont für eine vorsichtige Taktik, die darauf zielte, die mit Versorgungsschwierigkeiten kämpfenden Engländer auszuhungern. Andere, darunter der Earl of Douglas, der ein schottisches Hilfskontingent anführte, der Bischof von Châlons und Arnoul d'Audrehem, sprachen sich dagegen für einen Angriff aus. Am frühen Morgen ließen Bewegungen auf dem linken englischen Flügel unter dem Earl of Warwick den Anschein aufkommen, dass sie versuchten, ihre Beute über eine Furt auf die andere Seite des Miosson zu bringen. Bevor sich die Franzosen in geordneter Weise aufstellen konnten, drängte sich nun, in der Annahme, die Engländer seien auf der Flucht, der rechte französische Flügel unter d'Audrehem in einen von Hecken gesäumten Weg (Maupertuis heißt schlechter Durchgang) und wurden damit eine leichte Beute für die englischen Bogenschützen und d'Audrehem geriet in Gefangenschaft.

      Auf dem französischen linken Flügel sah sich Clermont unterdessen nach dem Voranpreschen des rechten Flügels gezwungen, ebenfalls anzugreifen, um eine halbwegs geschlossene Kampflinie zu bewahren. Ihm stand der englische rechte Flügel unter dem Earl of Salisbury gegenüber, dem Reservetruppen des Earl of Suffolk zu Hilfe eilten. Clermont kam bei diesen Kämpfen ums Leben und angesichts der heftigen Gegenwehr, insbesondere durch die Bogenschützen, sahen sich die Franzosen zum Rückzug gezwungen. Nunmehr stürmte die zweite Reihe der Franzosen unter dem Dauphin vor, blieb aber ebenfalls erfolglos. Eine dritte Welle unter dem Herzog von Orléans geriet in die zurückweichenden Truppen des Dauphins, was zu einiger Konfusion führte, woraufhin der König, dessen eigene Abteilungen bis dahin im Hintergrund geblieben waren, diese nun in die Schlacht warf und die Entscheidung herbeizuzwingen versuchte. Seine Attacke richtete sich gegen das Zentrum der gegnerischen Reihen, wo der Schwarze Prinz mit seinen Truppen stand. Dieser befahl daraufhin Jean III. de Grailly mit einem Reiterkontingent auf seinem rechten Flügel einen weit ausholenden Angriff auszuführen, der durch einen Hügel für die Franzosen unentdeckt blieb und hinter die französischen Reihen führte. Da es zugleich auf dem linken englischen Flügel den Bogenschützen des Earls of Oxford gelang, den französischen rechten Flügel von der Seite her anzugreifen, gerieten die Franzosen in die Defensive. Die Schlacht wendete sich zugunsten des Schwarzen Prinzen. Johann II., der eine Niederlage befürchten musste, ließ seine Söhne in Chauvigny in Sicherheit bringen: den Thronfolger Karl, den Herzog der Normandie und den Herzog von Anjou. Als seine Armee dies sah, wertete sie es als Zeichen der Niederlage und wandte sich zur Flucht.

      Johann II. weigerte sich zu fliehen und sah sich bald mit seinem 14-jährigen Sohn Philipp (der spätere Herzog Philipp der Kühne von Burgund) isoliert. Die beiden wurden umzingelt und gefangen genommen und auch das Oriflamme-Banner geriet in die Hände der Engländer. Zwei Meilen entfernt stand die neue Burg von Camboniac, das Château de Chambonneau, das der Schwarze Prinz zuvor durch eine Täuschung eingenommen hatte. Die beiden Gefangenen wurden zunächst hierhin und anschließend nach Bordeaux gebracht.

      Am 23. September 1357 wurde in Bordeaux ein Waffenstillstand geschlossen, der bis zum 9. April 1359 befristet war. Johann wurde dann nach London verbracht und erst 1361 wieder freigelassen. Gefordert wurde ein Lösegeld von 4 Millionen Écu (etwa das Zweieinhalbfache der Einnahmen des französischen königlichen Haushalts von 1355), das aber nach späteren Verhandlungen auf 3 Millionen Écu gesenkt wurde. Kurz nach der Schlacht versammelten sich die Generalstände. Diese beschlossen die Freilassung des Königs Karl II. von Navarra, Vetter und Schwiegersohn Johanns, der in Château-Gaillard festsaß, in der Hoffnung, dass er das Land nach der Niederlage schützen werde. Karl jedoch nahm lediglich Kontakt mit den Engländern auf, um sich weitere Lehen zu sichern.

      Mit dem Frieden von Brétigny, den 1360 John Chandos auf englischer und Bonabes IV., Herr von Rougé und Derval, auf französischer Seite aushandelten, trat Frankreich das gesamte Königreich südlich der Loire an die Engländer ab.


      was war sonst noch los:
      634: Belagerung von Damaskus
      1187: Beginn der Belagerung Jerusalems
      1471: Eroberung der Festung Počitelj
      1532: Steinfeld
      1734: Guastalla
      1777: 1st Saratoga (Freeman’s Farm)
      1799: Bergen
      1862: Iuka
      1863: Chickamauga
      1864: Opequon (3rd Winchester)
      1870: Beginn der Belagerung von Paris
      1916: Tabora
      1918: Megiddo / Palästinaschlacht
      1939: Schlacht an der Bzura (Kutno)
      1939: Kępa Oksywska
      1941: Ende der Schlacht von Kiew (Operation Barbarossa)
      1942: Stalingrad
      1944: Hürtgenwald

      auch heute war wieder ein „Überangebot“ an speziellen und wichtigen Schlachten: Poitiers, Iuka, Chickamauga, Bzura, Stalingrad und Hürtgenwald. Aber, ich denke, es hat "den Richtigen" getroffen.


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      20.9.:
      the daily feature:
      1792: Kanonade von Valmy (gepostet im Nebel von Oberndorf)

      Die Kanonade von Valmy vom 20. September 1792 war eine nicht durchgefochtene Schlacht im Ersten Koalitionskrieg zwischen dem preußischen Kontingent der antifranzösischen Koalition und der französischen Revolutionsarmee. Ein Artillerieduell in der Nähe des Dorfes Valmy brachte den Feldzug der Interventen nach Paris zum Stehen. Die Kanonen der hochprofessionellen französische Artillerie waren nach dem neuartigen Gribeauval-System hergestellt und damit den preußischen überlegen. Der Erfolg der Revolutionsarmee beeindruckte die Zeitgenossen tief und wurde zum Mythos, der bis in die Gegenwart andauert.

      Am Morgen des 20. September 1792 erreichten in Nebel und dichtem Nieselregen rund 35.000 Preußen unter dem Herzog von Braunschweig die noch im Aufmarsch begriffenen Franzosen unter Dumouriez und Kellermann. Von den Höhen bei Valmy aus nahm die französische Artillerie die nach Südosten marschierenden preußischen Kolonnen unter Beschuss. Die Reiterei unter Herzog Karl August von Sachsen-Weimar kehrte um und stellte sich für den Rest des Tages außerhalb der Reichweite der französischen Geschütze an der Straße von Châlons nach Sainte-Menehould auf. Die preußische Artillerie ging in Stellung und erwiderte das Feuer.

      Während am Vormittag ein heftiges Artillerieduell entstand, formierten sich die gegnerischen Truppen mit verkehrten Fronten. Die Preußen hatten die von ihnen noch nicht besetzte Champagne im Rücken, die Franzosen die Aisne, dahinter die Argonnen und die preußisch besetzte Festung Verdun.

      Nachdem sich am frühen Nachmittag der Nebel gehoben hatte, befahl Braunschweig seiner Infanterie, die auf dem Kamm einer Hügelkette angetretene Revolutionsarmee frontal in linearer Gefechtsformation anzugreifen. Nach „einigen hundert“ Schritten wurde gehalten, um die Bataillonsgeschütze vorzuziehen. Die französischen Reihen kamen angesichts des von klingendem Spiel begleiteten, mit mechanischer Präzision ablaufenden Aufmarschs und der Explosionen mehrerer eigener Munitionswagen ins Wanken. Dann gelang es Kellermann, durch eine kurze, flammende patriotische Ansprache bei den Soldaten Mut und Zuversicht auszulösen. Die von den Preußen wahrgenommene Unruhe in der französischen Schlachtlinie legte sich, Schlachtgesänge und Hochrufe auf die Revolution tönten zu ihnen herüber.

      Nun zögerte Braunschweig vier Stunden, während die Kanonade weiterging. Am Nachmittag befahl er den preußischen Bataillonen, weiter vorzurücken. Diesmal wankten die Franzosen nicht. In einer Entfernung von 1200 Schritten zu ihnen stoppte Braunschweig mit Zustimmung des Königs, der anfangs auf einer Entscheidungsschlacht bestanden hatte, den Angriff und die Preußen gingen zurück. Um 17 Uhr stellten beide Seiten das Artilleriefeuer ein, nachdem sie zusammen angeblich 40.000 Kanonenkugeln verschossen hatten.

      Die Gründe für das Abbrechen des Gefechts durch Braunschweig lagen in seiner Furcht vor einem Misserfolg. Sein Angriff sollte über aufgeweichten, lehmigen Boden auf einen nun erkennbar kampfentschlossenen, vorteilhaft auf einer Anhöhe stehenden Gegner führen. Der Gegner war zahlenmäßig stärker und mit einer überlegenen Artillerie ausgestattet. Braunschweig und dann auch Friedrich Wilhelm erschien der Erfolg zu unsicher. Bei einem Misslingen hätte die Armee kein Hinterland gehabt, in das sie sich zurückziehen konnte, was schlimmstenfalls ihre Auflösung bedeutet hätte.

      Die Verluste von rund 300 Toten und Verwundeten auf französischer und 184 auf preußischer Seite waren ungewöhnlich niedrig, weil die verschossenen Kugeln nach dem ersten Aufschlag im aufgeweichten Boden steckenblieben und nicht die Wirkung des Rollschusses entfalten konnten. Nirgends waren Soldaten auf Gewehrschussweite an den Gegner herangekommen. Von den 13 preußischen Infanterieregimentern verzeichneten sieben keine Verluste, zwei meldeten je einen Verwundeten und die übrigen vier insgesamt 109 Tote und Verwundete. Die rund 5000 Mann starke Reiterei beklagte einen Toten und 14 Verwundete. Die etwas höheren französischen Verluste
      resultierten aus den Munitionsexplosionen.

      Als nach dem Ende der Kampfhandlungen in den Abendstunden Clerfayt mit seinem Korps im preußischen Lager eintraf, glich sich das Zahlenverhältnis beider Seiten aus.

      Am zehnten Tag nach der Kanonade traten die Preußen, entmutigt und geschwächt durch Krankheiten, Hunger und Regen den Rückzug an. Dumouriez, der durch ständigen Zuzug nun über etwa 80.000 Mann verfügte, unterließ jede Verfolgung. Ebenfalls ungestört marschierte Clerfayts Korps in die Österreichischen Niederlande ab. Das besetzte französische Gebiet mitsamt den Festungen Longwy und Verdun gab Preußen auf. Hunderte erkrankte preußische Soldaten blieben in den Lazaretten zurück. Frankreich hatte ihre unbehelligte Heimkehr nach der Genesung zugesichert.


      was war sonst noch los:
      451: Katalaunische Felder (20.9. oder 20.6.)
      1066: Fulford
      1600: Beginn der Schlacht am Moyry-Pass
      1643: Newbury
      1792: Kanonade von Valmy
      1835: Eroberung von Porto Alegre (Ragamuffin Krieg)
      1854: Schlacht an der Alma
      1857: Rück-Eroberung von Delhi
      1863: Chickamauga (Tag 2)

      Auch heute: Katalaunische Felder, Newbury, Alma und Chickamauga ....... aber Valmy hatte halt mehr Bumms ;)

      CU tomorrow ......

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      21.9.:
      the daily feature:
      1745: Prestonpans

      Die Schlacht bei Prestonpans, auch Schlacht von Gladsmuir bekannt, zwischen Truppen der britischen Krone und der Armee der Jakobiten unter Prinz Charles Edward Stuart fand während des schottischen Jakobitenaufstands von 1745 südöstlich von Edinburgh in Schottland statt und endete mit einem Sieg der Jakobiten.

      Nachdem eine französische Invasion in England während des Österreichischen Erbfolgekrieges Anfang 1744 zwar geplant, aber nicht zustande gekommen war und auch die Jakobiten in Schottland und England zögerten, sich zu erheben, rüstete Charles Edward Stuart auf eigene Kosten zwei französische Kriegsschiffe aus und landete am 25. Juli 1745 mit sieben Begleitern in der Nähe von Moidart im schottischen Hochland, um auf diese Weise eine Revolte der Jakobiten in Gang zu bringen, die Franzosen zu seiner Unterstützung zu bewegen und seinem Vater den Thron zurückzuerobern. In Glenfinnan richtete er am 19. August seine Standarte auf. Trotz großer Bedenken der Jakobiten schlossen sich ihm vor allem Angehörige der Hochland-Clans Cameron, Macdonald und MacLean an. Mit etwa 3.000 Mann marschierte er am 17. September 1745 in der Hauptstadt Edinburgh ein. Die aus zwei Dragonerregimentern bestehende Garnison floh überstürzt und überließ die Stadt Prinz Charles. Lediglich die Festung Edinburgh Castle wurde von britischen Soldaten gehalten.

      General Sir John Cope, der Oberbefehlshaber der Regierungstruppen in Schottland, hielt sich mit vier Infanterieregimentern in Aberdeen auf. Seine Truppen wurden per Schiff nach Dunbar verlegt, um die Hauptstadt von Süden her zurückzuerobern, schlossen sich mit den Dragonern zusammen und marschierten entlang der Küstenstraße auf Edinburgh. Insgesamt umfasste seine Armee 2.300 Mann mit sechs Geschützen. Da die besten britischen Linientruppen wegen des Österreichischen Erbfolgekriegs in Belgien standen, verfügte er nur über unerfahrene und schlecht ausgebildete Soldaten, die kaum kampftauglich waren. Die Hochländer von Prinz Charles hingegen waren zwar undiszipliniert, aber hoch motiviert.

      Charles stellte sich Copes Truppen bei Prestonpans südöstlich von Edinburgh mit etwa 2.500 Mann entgegen. Nachdem die Kavallerie die Jakobiten entdeckt hatte, postierte Cope seine Armee hinter einem Sumpf mit dem Rücken zur See. Während der Nacht vom 20. zum 21. September fanden die Hochländer jedoch einen Weg durch den Sumpf, der sie in die linke Flanke der Regierungstruppen brachte. Cope ließ seine Soldaten daraufhin umschwenken und postierte seine Infanterie in der Mitte, die Artillerie auf dem rechten Flügel und die Dragoner auf beiden Seiten. Die Hochländer griffen mit gezogenen Breitschwertern an, woraufhin die Artilleristen die Flucht ergriffen. Lediglich zwei Offiziere blieben und versuchten, die sechs Geschütze zu bedienen. Die Kavalleristen ergriffen angesichts des Angriffs ebenfalls die Flucht, woraufhin Copes gesamte Armee auseinanderbrach und überrannt wurde, soweit sie nicht floh. Nennenswerter Widerstand wurde nicht geleistet. Nur einem Teil der Offiziere gelang es, Teile der Regimenter zusammenzuhalten. Lediglich den Dragonern gelang es in nennenswerter Anzahl, zu entkommen, die Infanteristen wurden bis auf etwa 170 Soldaten getötet, verwundet oder gefangen genommen. Copes Armee verlor etwa 300 Gefallene, 400 bis 500 Verwundete und zwischen 1.400 und 1.500 Gefangene. Die Hochländer zählten lediglich etwa 30 Tote und 70 Verwundete. Cope entkam und ritt an der Spitze der Flüchtlinge in Berwick-upon-Tweed ein. Er wurde später verspottet, er sei der erste General gewesen, der die Nachricht von seiner eigenen Niederlage überbrachte.

      Mit der Vernichtung von Copes Armee fiel ganz Schottland ohne Widerstand in die Hände von Prinz Charles. Lediglich die Festungen von Edinburgh und Stirling blieben in der Hand der Regierungstruppen. Die Schlacht demonstrierte deren mangelhafte Qualität ebenso wie die Kampfkraft der Hochländer, deren Angriffe mit gezogener Waffe eine erhebliche psychologische Wirkung hatten. Der Sieg von Prestonpans brachte Prinz Charles den vorläufigen Erfolg seines kühnen Unternehmens, das jedoch nach einer vergeblichen Invasion in England und einem weiteren Sieg der Hochländer bei Falkirk am 16. April 1746 in der Katastrophe der Schlacht bei Culloden endete.


      was war sonst noch los:
      1217: Schlacht am St.Matthias-Tag (Madisepäeva lahing)
      1337: Grynau
      1338: Arnemuiden
      1711: Rio de Janeiro
      1746: Madras
      1762: Brücker Mühle (Amöneburg)
      1846: Monterrey
      1860: Palikao
      1896: Dongola

      CU tomorrow ......

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      22.9.:
      the daily feature:
      1864: Fishers Hill

      Die Schlacht bei Fishers Hill war eine Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Sie fand am 21. und 22. September 1864 im Shenandoahtal rund um den Weiler Fishers Hill statt. Die Schlacht war entscheidend für den Ausgang von Sheridans Feldzug im Shenandoahtal.

      Nach der Niederlage am Opequon südlich Winchester – Dritte Schlacht von Winchester am 19. September – wich die Shenandoah-Armee unter dem Kommando Generalleutnant Jubal Anderson Earlys nach Süden aus und bezog Stellungen zwischen dem Massanutten und dem Little North Mountain. In Feindrichtung verlief vor den Stellungen der Shenandoah und der Tumbling Run. Den linken Teil der Stellungen zum Little North Mountain besetzte eine schwache Kavalleriebrigade, im Anschluss nach Süden schlossen sich die Divisionen Ramseurs, Pegrams, Gordons und Whartons an. Die starke Sicherungslinie befand sich auf den den Stellungen vorgelagerten Hügeln. Mit der Artillerie beherrschten die Südstaatler alle Annäherungswege südlich der Middle Road (heutige Interstate 81).

      Die Truppen Sheridans folgten nach dem Erfolg bei Winchester den Südstaatlern und erreichten am 20. September Strasburg, Virginia. Von links nach rechts standen den Konföderierten das XIX. Korps unter dem Kommando Generalmajor Emorys und das VI. Korps unter Generalmajor Wright gegenüber, das VIII. Korps Generalmajor Crooks blieb zunächst in Reserve. Auch Sheridans Truppen gruben sich ein. Die Back Road entlang des Little North Mountains überwachte eine Kavalleriedivision.

      Nach heftigen Geplänkeln am 21. September mit den in der Sicherungslinie eingegrabenen Konföderierten griff das VI. Korps die Sicherungslinie an und brach nach zwei gescheiterten Angriffen in die Stellungen ein. Die Unionssoldaten hatten nun Blick- und Schussfeld mit Musketen und Artillerie auf die Stellungen der Konföderierten am Tumbling Run. In der Nacht brachte Sheridan weitere Divisionen in die Ausgangsstellung des für den nächsten Tag geplanten Angriffs.

      Gegen Mittag des 22. September hatten alle Divisionen Sheridans die Ausgangsstellungen gegen heftigen Widerstand der Konföderierten genommen. Am Morgen hatte das VIII. Korps Crooks den Fuß des Little North Mountains erreicht und ging entlang des bewaldeten Berges unbemerkt von den Konföderierten nach Südwesten vor.

      Gegen 14:00 Uhr befahl Sheridan Crook, die Konföderierten in der Flanke anzugreifen. Die Hälfte des Korps befand sich in der tiefen Flanke der Konföderierten und hatte nur selten Feuer von den überraschten Wachen der Südstaatler erhalten. Um 16:00 Uhr drehten die Divisionen Crooks nach links ein und stürmten den Little North Mountain herab. Schnell war jegliche Ordnung im Angriff verloren. Einige Südstaatler hielten der Übermacht zunächst stand, als jedoch bekannt wurde, sie seien umgangen worden, gaben viele ihre Stellungen auf. Ein Gegenangriff scheiterte, weil er an den Unionssoldaten vorbeiführte.

      Gleichzeitig mit Crooks Korps befahl Sheridan auch den anderen Korps anzugreifen. Von der Flanke aufgerollt und frontal angegriffen, flüchteten die Südstaatler und ließen Ausrüstung und 14 Geschütze zurück. Es gelang Early im allgemeinen Durcheinander jedoch, eine Nachhut aus Infanterie und Artillerie zu bilden, dieden inzwischen völlig unkoordinierten Angriff der Nordstaatler aufhalten konnte.

      Abseits der Schlacht hatte die Unionskavallerie den Auftrag erhalten, östlich des Massanutten Mountains durch das Luray-Tal vorzugehen und die rückwärtigen Verbindungen Earlys zu unterbrechen. Diese Absicht wurde von
      Südstaatenkavallerie bei Overall, Virginia unterbunden.

      Earlys Divisionen wichen bis Waynesboro, 60 Meilen südlich, aus und überließen das Shenandoah-Tal der Union. Die sofortige Verfolgung der ausweichenden Südstaatler unterblieb, da die Unionsverbände völlig durcheinandergeraten waren. Das Shenandoah-Tal war bis Staunton, Virginia in der Hand der Union. Als Sheridan im Oktober nach Nordosten durch das Tal ausweichen musste, wandte er die Taktik der verbrannten Erde an.

      Wieder mal ACW, ein leider sehr vernachlässigter Konflikt auf unseren wargames-Tischen.

      was war sonst noch los:
      967: Wollin
      1040: Chlumec
      1236: Schaulen
      1586: Zutphen
      1789: Rymnik
      1866: Curupayty
      1937: Peña Blanca (Ende der Schlacht El Mazuco)

      CU tomorrow ......

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      23.9.:
      the daily feature:
      1803: Assaye

      Die Schlacht von Assaye war eine entscheidende Schlacht während des Zweiten Marathenkrieges, in welcher die zahlenmäßig unterlegenen Truppen Großbritanniens und der Ostindischen Handelskompanie ihre indischen Widersacher entscheidend schlugen.

      Auslöser des Zweiten Mahratenkrieges war letztendlich die britische Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Marathen-Staaten nach der Schlacht von Poona, als einer der Vasallenfürsten des Verlierers Daulatrao Scindia von Gwalior in den britischen Einflussbereich floh. Gemeinsam mit den verbündeten indischen Fürsten versuchte die britische Regierung das Machtvakuum in der umkämpften südindischen Region von Pune auszufüllen. Nachdem der Konflikt zwischen den Beteiligten immer weiter eskalierte, brach 1803 Krieg aus.

      Einer der ersten britischen Angriffe richtete sich nunmehr von Seringapatam aus nach Norden, gegen Ahmedneggar, wobei die Stadt am 8. August 1803 in einem Sturmangriff durch die britisch-indischen Truppen eingenommen wurde, während die nahegelegene Festung erst am 12. August 1803 kapitulierte.

      Ab dem 14. August 1803 marschierten die britisch-indischen Truppen unter Major General Sir Arthur Wellesley von Ahmedneggar aus nach Norden und versuchten, das Marathenheer von Daulatrao Scindia von Gwalior und dem Radscha von Berar in eine Feldschlacht zu verwickeln. In der nachfolgenden Zeit bis zum 22. September 1803 verfolgten die britischen Truppen das Marathenheer durch weite Teile Zentralindiens. In diesem Zeitraum war es
      vor allem deshalb zu Verzögerungen gekommen, weil beide Heere gezwungen waren, mehrfach Flüsse zu überschreiten, was eine zeitraubende Angelegenheit darstellte.

      Erst am 21. September 1803 fanden britische Aufklärungskräfte in der Nähe von Sailgaon Hinweise darauf, dass das Marathenheer in der Umgebung von Bokardan lagerte. Wellesley plante, sich mit seiner zweiten Armee am 24. September 1803 zu vereinigen, um im Anschluss das Marathenheer anzugreifen. Als die britisch-indischen Truppen der Armee Sir Arthur Wellesleys am 23. September 1803 die Umgebung von Naulniah erreichten, erlangten diese Kenntnis davon, dass das gesamte Marathenheer nahe dem Dorf von Assaye Stellung bezogen hatte.

      Die erste Aufstellung des Marathenheeres orientierte sich in breiter Front entlang des Flussverlaufes des Kaitna mit dem westlichen Ende an der Furt von Kodilly hin zur Furt von Taunkley im Osten, wo die Front nach Norden abschwenkte und mithin am Dorf von Assaye und dem Fluss Juah endete.

      Nachdem die britisch-indischen Truppen jedoch ihren Vormarsch aus Naulniah nördlich nach Assaye antraten und die weiter östlich gelegene Furt von Peepalgaon zum Übersetzen nutzten, wurde die Front der Mahratentruppen nunmehr auf den Abschnitt zwischen dem Fluss Kaitna an der Furt von Taunkley und dem Dorf Assaye am Juah in Nord-Süd-Richtung umgruppiert, wodurch der ursprüngliche Plan Sir Arthur Wellesleys, der nach Süden ausgerichteten Front in die Flanke zu fallen, obsolet war.

      Die britisch-indischen Truppen marschierten in zwei Angriffskolonnen nach Norden: die Infanterie marschierte in der Reihenfolge: Feldwache des Tages, 1. Bataillon des 74. Highlander-Regiments, 2. Bataillon des 12. Madras Regiments, 1. Bataillon des 4. Madras Regiments, sowie 1. Bataillon des 8. Madras-Regiments, 1. Bataillon des 10. Madras-Regiments und zuletzt 1. Bataillon des 78. Highlander-Regiments. Abgesondert davon marschierte die
      Kavallerie nach Norden und bildete südlich des Flusses Kaitna zunächst einen Schirm, hinter dem die Infanterie aufmarschierte.


      Die südliche Kampflinie

      In der Marschreihenfolge schwenkte die britisch-indische Infanterie auf breiter Front nach Westen, wobei die ursprüngliche Marschkolonne nun auf breiter Front nach Westen vorging, wo sie sich in Entfernung von etwa 500 Metern in Linie aufstellte. Die gesamte britisch-indische Infanterie lief nunmehr in einer von Norden nach Süden verlaufenden Linie auf, während die regulär britisch-indische Kavallerie über den Kaitna hinter der Infanterie nachrückte. Lediglich die verbündete indische Kavallerie verblieb südlich des Kaitna.

      Nachdem die Infanterie ihre Aufstellung durch das Geschützfeuer der eigenen Artillerie vollendet hatte, begann der Frontalangriff gegen die Marathen. Dabei gingen die vier Bataillone der indischen Infanterie und das Highlander-Bataillon durch Artilleriefeuer der Marathen frontal vor, bis sie die Geschützlinie überrannten und das Feuer auf die dahinter positionierte Maratheninfanterie eröffnete. Im folgenden Bajonettangriff zerbrach die komplette südliche Front der Marathen. Die dahinter stehende Kavallerie der Marathen nutzte die Chance, die nach dem Durchbruch ungeordnete britisch-indische Infanterie zu zerschlagen, nicht.

      Nachdem die britisch-indische Infanterie sich gesammelt hatte, wurde sie von Osten durch die überrannte Geschützlinie der Marathen beschossen. Statt gegen die sich sammelnde Infanterie der Marathen vorgehen zu können, wurde das 78. Highlander-Regiment nach Osten geschickt, wo es zusammen mit der 7. Eingeborenen-Kavallerie die Geschützlinie wiederum überrannte und alle Geschütze sicherte.


      Die nördliche Kampflinie

      Im Rahmen des Aufmarsches marschierten die Feldwache des Tages und das 74. Highlander-Regiment gemeinsam nach Norden und verloren den Anschluss an die weitere Infanterie. Beide Einheiten marschierten ohne Rückendeckung auf das Dorf Assaye zu, wo sie gegen 20.000 Marathen antraten. Die Feldwache des Tages wurde beim Angriff nahezu ausgelöscht, das 74. Highlander-Regiment wurde von indischer Infanterie und Kavallerie der Marathen umzingelt und erlitt in den Gefechten auf kürzeste Distanz erhebliche Verluste. Lediglich das Eingreifen der britisch-indischen Kavallerie (19. britische Leichte Dragoner, 4. Eingeborenen-Kavallerie, 5. Eingeborenen-Kavallerie), das den Marathen-Angriff zurückwarf, rettete die Highlander, welche sich daraufhin nach Osten zurückzogen.


      Die letzten Kämpfe am Juah und um Assaye

      Nachdem die Infanterie der Marathen sich entlang des Flussverlaufes des Juah gesammelt hatten, erteilte Wellesley Befehle diese letzte Linie anzugreifen. Die vier Bataillone der Ostindischen Handelskompanie sowie das hinzubeorderte 78. Highlander-Regiment griffen nordwärts an, während drei Kavallerieregimenter (19. britische Leichte Dragoner, 4. Eingeborenen-Kavallerie, 5. Eingeborenen-Kavallerie) von Osten her angriffen. Dabei wurde die letzte Linie der Marathen in den späten Abendstunden überrannt. Die Schlacht endete jedoch erst, als britische Artillerie Assaye beschoss und zwei Bataillone der Infanterie das Dorf einnahmen, aus welchem die letzten Marathen bereits geflohen waren.

      Der Erfolg der britisch-indischen Truppen wurde mit 409 Gefallenen, 1622 Verwundeten und 26 Vermissten blutig erkauft. Die Marathen zählten gar 1.200 Gefallene und 3.600 bis 4.800 Verwundete, wozu die Marathen 98 Geschütze zurückließen, welche zuallermeist von den britisch-indischen Truppen genutzt wurden.

      In der folgenden Zeit eroberten die britisch-indischen Truppen Asseerghur am 20. Oktober 1803 und schlugen in der Schlacht von Argaum am 29. November 1803 eine weitere Marathenarmee. Der Feldzug endete letztendlich mit der Eroberung der Festung Gawilghar am 15. Dezember 1803 durch Sir Arthur Wellesley.

      Parallel dazu wurden weiter nördlich durch andere britisch-indische Truppen unter General Lake die Marathen bei Delhi geschlagen und die Stadt Delhi kurz darauf eingenommen. Nichtsdestotrotz stellte die Schlacht von
      Assaye die wichtige Vorentscheidung auf dem südlichen Kriegsschauplatz dar, bei welcher die Masse der ausgebildeten Marathentruppen geschlagen wurden.

      Eine tolle Partie, die MThomas und ich in Ansätzen und in 15mil schon mal angetestet haben.


      was war sonst noch los:
      480 v.Chr.: Seeschlacht von Salamis
      1338: Arnemuiden
      1409: Kherlen
      1459: Blore Heath
      1568: San Juan de Ulúa
      1779: Flamborough Head
      1821: Tripolitsa
      1862: Wood Lake
      1870: Ende der Belagerung von Toul
      1942: Matanikau
      1950: Hill 282 (Korea)

      CU tomorrow ......

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      24.9.:
      the daily feature:
      1877: Shiroyama

      Die Schlacht von Shiroyama ( oy 山 の 戦 い , Shiroyama no tatakai ) fand am 24. September 1877 in Kagoshima , Japan, statt. Es war die letzte Schlacht der Satsuma-Rebellion , in der die zahlenmäßig stark unterlegenen Samurai unter Saigō Takamori unter dem Kommando der Generäle Yamagata Aritomo und Kawamura Sumiyoshi ihren letzten Kampf gegen kaiserliche japanische Armeetruppen Armeetruppen führten. Die Schlacht gipfelte in der Vernichtung von Saigos Armee sowie seinem Tod und markierte das Ende der Satsuma-Rebellion. Der Sieg der kaiserlichen Armee festigte ihre Macht, und sie würden keinen weiteren Fall innerer Meuterei sehen.

      Nach der Niederlage bei der Belagerung der Burg Kumamoto und in anderen Schlachten im Zentrum von Kyūshū flohen die überlebenden Überreste der Samurai-Streitkräfte, die Saigō Takamori treu ergeben waren, nach Satsuma
      zurück und eroberten am 1. September 1877 den Hügel von Shiroyama mit Blick auf Kagoshima.

      Bald darauf trafen kaiserliche Armeetruppen unter dem Kommando von General Yamagata Aritomo und Marinesoldaten unter dem Kommando von Admiral Kawamura Sumiyoshi ein, und die Rebellen wurden sofort umzingelt. In den nur sechs Wochen seit Saigos gescheiterter Belagerung der Burg Kumamoto hatte eine Kombination aus Überläufen und Kampfverlusten die Größe seiner Armee von 20.000 auf 500 geschrumpft, verglichen mit 30.000 der kaiserlichen Armee.

      Obwohl Yamagata Saigō weit überlegen war, baute er eine Reihe von Befestigungen, um Saigō zu umkreisen und jede Möglichkeit eines Ausbruchs zu verhindern. Außerdem forderte er fünf Kriegsschiffe an, um die Rebellen zu
      bombardieren und ihre Verteidigung zu verringern. Er plante einen Angriff von allen Seiten und befahl, um eine weitere Flucht zu verhindern, dass jede Position des Feindes beschossen werden sollte, unabhängig von befreundeten Opfern. Saigō verteidigte seine Position mit begrenzter Unterstützung durch Snider-Enfield-Hinterlader und Artillerie, hatte jedoch einen kritischen Mangel an Munition für beide. Er musste Metallstatuen einschmelzen, um Kugeln zu produzieren, und sich mit einer Tischlersäge um Verletzungen kümmern.

      Nachdem Yamagatas Männer ein letztes Artilleriefeuer abgefeuert hatten, griffen sie Saigos Position an. Um 4 Uhr morgens begann die Schlacht. Die Samurai griffen unter schwerem Feuer die Linien der kaiserlichen Armee an, die
      nicht für Schwertkämpfe aus nächster Nähe ausgebildet worden waren. In nur wenigen Minuten verwandelte sich die einst organisierte Linie in Unordnung. Hochqualifizierte Samurai-Schwertkunst setzte sich gegen eine Armee mit sehr wenig traditioneller Ausbildung durch. Für kurze Zeit hielten Saigos Linien, wurden aber aufgrund des Gewichts der Zahlen zurückgedrängt.

      Saigō wurde in der Oberschenkelarterie und im Magen getroffen und tödlich verwundet und von Beppu Shinsuke bergab getragen, um einen Platz für Seppuku zu finden. Beppu diente als Kaishakunin und schnitt Saigō den Kopf ab und versteckte ihn, um zu verhindern, dass er vom Feind gefunden wurde. Nach Saigos Tod stürmte Beppu, der jetzt das Kommando innehatte, bergab und wurde selbst erschossen - ohne Munition zog der Rest der Samurai ihre Schwerter, stürmte bergab und wurde anschließend getötet. Mit diesen Todesfällen endete der Satsuma-Aufstand.

      Finanziell hat die Niederschlagung der Satsuma-Rebellion die Regierung viel gekostet, Japan vom Goldstandard verdrängt und die Regierung veranlasst, Papiergeld zu drucken . Der Aufstand beendete auch effektiv die Samurai-Klasse, als die neue kaiserliche japanische Armee Wehrpflichtige aufbaute , die alle "Heimin" (Bürger) waren und sich im Kampf bewährt hatten. Kritischer war, dass die Niederlage der Samurai die Kraft moderner Artillerie und Gewehre zeigte, gegen die ein Banzai-Angriff keine nennenswerte Wirkung hatte. Am 22. Februar 1889 begnadigte Kaiser Meiji Saigō posthum. Durch Statuen im Ueno Park in Tokio und in der Nähe der Ruinen der Burg Kagoshima ist er in Erinnerung geblieben. Saigō Takamori wurde vom Volk als tragischer Held bezeichnet, und seine Handlungen wurden als ehrenhaftes Beispiel für Bushido und Yamato-Damashii angesehen.


      was war sonst noch los:
      1621: Khotin (Chocim; Tod des des Großhetmans Jan Karol Chodkiewicz)
      1645: Rowton Heath (Rowton Moor)
      1688: Niš
      1688: Beginn des Pfälzischen Erbfolge-Krieges (Krieg der Augsburger Liga, Nine Years War)
      1762: Manila
      1846: Monterrey
      1860: Guayaquil
      1914: Beginn der Belagerung von Przemyśl

      CU tomorrow ......

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