Sticky THE DAY - in wargaming history

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      25.9.:
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      1066: Stamford Bridge

      Die Schlacht von Stamford Bridge fand am 25. September 1066 statt. Als Gegner standen sich der englische König Harald II., besser bekannt als Harald Godwinson, und der norwegische König Harald III., genannt Hardråde („der Harte“), gegenüber, der vom Bruder des englischen Königs, Earl Tostig Godwinson, unterstützt wurde. Als Austragungsort der Schlacht gilt das Gelände südlich des Dorfes Stamford Bridge, das „Battle Flats“ genannt wird. Das Schlachtfeld liegt dieser Lokalisierung zufolge etwa elf Kilometer östlich der Stadt York. Das Jahr der Niederlage Harald Hardrådes wird von vielen Historikern auch als das Ende der Wikingerzeit angesehen.

      Nachdem Eduard der Bekenner am 5. Januar 1066 ohne legitimen Erben gestorben war, wurde Harald Godwinson, der Earl von Wessex, zum englischen König gewählt. Der norwegische König Harald Hardråde beanspruchte die
      Königskrone ebenfalls und verbündete sich dazu mit Haralds Bruder Tostig. Eine norwegische Flotte von angeblich 300 Schiffen landete nach der Überfahrt wohl Mitte September 1066 in der Gegend von Riccall (heute zum Selby District in der Grafschaft North Yorkshire gehörig), rund 15 Kilometer südlich der Stadt York. Schon kurz nach seiner Landung hatte das norwegische Heer am 20. September 1066 in der Schlacht bei Fulford (etwa drei Kilometer südlich von York) die angelsächsischen Truppen unter Morcar, dem Earl von Northumberland, und dessen Bruder Edwin, dem Earl of Mercia, besiegt. Damit stand York vorerst einmal als Ausgangsbasis für das weitere Vorgehen des norwegischen Königs offen. Harald Hardråde bereitete sich auf die Übergabe der Stadt vor und war offenbar der Ansicht, sich mit seinen weiteren Schritten etwas Zeit lassen zu können. Er schien nicht mit einer derartig raschen Reaktion Harold Godwinsons gerechnet zu haben, wie sie dann tatsächlich erfolgte.

      Harald Godwinsons Armee trat dem norwegischen König nach einem vorhergehenden Gewaltmarsch schon fünf Tage nach dessen Sieg gegenüber. Für die Norweger muss das völlig unerwartete Auftauchen der angelsächsischen Armee eine böse Überraschung dargestellt haben. Die einzige Handlungsoption auf norwegischer Seite blieb nun nur mehr, sich zur Schlacht zu stellen. An einem kampflosen Rückzug der Norweger konnte König Harald angesichts der Tatsache, dass er das Überraschungsmomentauf seiner Seite hatte, kein Interesse haben. Für den norwegischen König wiederum wäre ein kampf- und ruhmloser Abzug so bald nach der Landung wohl auch mit einem unwiederbringlichen Verlust seiner Reputation verbunden gewesen.

      Die nun folgende Schlacht wird in den diversen angelsächsischen und norwegischen Quellen, die zum Teil erst einige Zeit nach den Ereignissen entstanden, sehr unterschiedlich geschildert. Hinsichtlich ihrer Details sind die Schlachtenschilderungen der verschiedenen Quellen eigentlich nicht in Einklang zu bringen. Nach dem Bericht der Heimskringla-Saga soll sich die Schlacht den ganzen Tag über ausgeglichen gestaltet haben, bis Harald Hardråde, je nach Quelle durch einen Pfeilschuss oder einen Stich in den Hals, getötet worden sei. Daraufhin habe Harald Godwinson seinem auf norwegischer Seite kämpfenden Bruder Tostig angeboten, die Kampfhandlungen zu beenden. Dieser soll das Angebot allerdings zurückgewiesen haben, da er sich auf die Verstärkung durch die bei den Schiffen zurückgebliebenen Norweger verlassen habe. Doch nach einem weiteren harten Kampf, in dessen Verlauf nicht nur Tostig Godwinson gefallen, sondern auch viele der von den Schiffen zu Hilfe geeilten und von Eystein Orre kommandierten Norweger getötet worden sein sollen, sei der Sieg den Angelsachsen zugefallen. Deutlich wird im Schlachtbericht der Heimskringla die Absicht, den Tod des als unbesiegbar geltenden „Seekönigs“ Harald Hardråde zu erklären und ihn als strahlenden Helden darzustellen.

      Im Gegensatz dazu sind die angelsächsischen Berichte weitaus nüchterner und erzählen auch deutlich weniger Details zur Schlacht. In gleich mehreren angelsächsischen Quellen wird allerdings von der heldenhaften Leistung eines einzelnen Norwegers berichtet, der es fertiggebracht habe, die Holzbrücke über den Fluss Derwent allein längere Zeit gegen die Angelsachsen zu verteidigen. 40 Feinde habe er getötet, ehe es einem Angelsachsen gelungen sei, unbemerkt unter die Brücke zu gelangen und ihn von dort aus zu töten. Diese Episode könnte insofern einen wahren Kern haben, als es den Norwegern tatsächlich gelungen sein dürfte, die Brücke mit einem kleinen Truppenkontingent so lange zu halten, bis der Rest ihrer Armee sich am anderen Ufer fertig zur Schlacht aufgestellt hatte. Das würde auch erklären, warum die Schlacht trotz des überraschenden Auftauchens der angelsächsischen Armee noch lang und blutig war. Auch wenn hinsichtlich ihres genauen Ablaufs wohl nie Klarheit zu erlangen sein wird, so gilt unter Historikern als sicher, dass die Schlacht tatsächlich sehr blutig verlief und dass nur wenige Norweger, darunter Olav, der Sohn von Harald Hardråde, wieder in ihre Heimat zurückkehrten.

      Für die siegreiche Armee stellte die Schlacht den letzten Triumph des alten angelsächsischen Heerwesens über eine feindliche Streitmacht dar, ehe auch in England die kontinentaleuropäische Kampfweise mit dem Angriff gepanzerter Reiter die Kampfführung für immer veränderte. In der englischen Historiografie aber ist die Schlacht bei Stamford Bridge unauflöslich mit der kaum drei Wochen später geschlagenen Schlacht bei Hastings verwoben. Harald Godwinsons großer Sieg über seinen norwegischen Widersacher beendete zwar die Bedrohung für sein Königreich im Norden ein für alle Mal, wird aber in diesem Zusammenhang zumeist auch als der entscheidende Nachteil für die folgende Entscheidungsschlacht bei Hastings gesehen. Wäre nämlich, so die gängige Lesart, Harald nicht gezwungen gewesen, auf die norwegische Herausforderung zu reagieren, hätte er seinem zweiten Gegner, Wilhelm dem Eroberer, bei Hastings mit einer ausgeruhten und vor allem wesentlich stärkeren Streitmacht entgegentreten können. Die Schlacht und damit auch der mögliche weitere Verlauf der englischen Geschichte hätten in diesem Fall einen völlig anderen Verlauf nehmen können. So aber trat den Normannen eine durch einen weiteren Gewaltmarsch, diesmal nach Süden, und die Verluste der vorangegangenen Schlacht bei Stamford Bridge wohl deutlich geschwächte Armee entgegen – und wurde am 14. Oktober 1066 geschlagen.


      was war sonst noch los:
      70: Zerstörung von Jerusalem
      1396: Nikopolis
      1598: Stångebro
      1621: Riga
      1759: Hoyerswerda
      1775: Longue-Pointe
      1799: 2.Schlacht von Zürich
      1904: Pembe-Furt (Vau-de-Pembe)
      1914: Albert
      1915: Beginn der 2. Champagne-Schlacht
      1915: Loos
      1937: Pingxingguan
      1944: Ende der Operation Market Garden

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      26.9.:
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      52 v.Chr.: Alesia

      Die Schlacht um Alesia war die Entscheidungsschlacht im Spätsommer 52 v.Chr. zwischen dem römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar und den Galliern (Kelten) unter Führung des Vercingetorix. Sieger der Auseinandersetzung war Caesar, der damit die römische Herrschaft in Gallien für Jahrhunderte festigte.

      Die Römer fiele im Jahre 58 v. Chr. in das südliche Siedlungsgebiet der Gallier ein. Dem Kommandeur des römischen Heeres, Gaius Iulius Caesar, bot sich hier die Möglichkeit, durch einen militärischen Erfolg seine politische Karriere voranzubringen. Die römischen Militärerfolge stellten sich sehr rasch ein und die Römer drangen in den Folgejahren bis nach Britannien vor. Erst im Jahre 52 v. Chr. stießen Caesar und seine Truppen auf ernsthaften Widerstand. Die schon längst unterworfen geglaubten Gallier vereinigten sich unter Vercingetorix und erhoben sich gegen Rom. Römische Kaufleute in Cenabum fielen den Galliern in den ersten Tagen des Krieges zum Opfer. Die Aufständischen bedrohten die Gallia Narbonensis.

      Caesar, der sich zur Rechtspflege in Italien aufhielt, hob Truppen aus und sicherte die römische Provinz. Um zu seinen in Winterlagern stationierten Truppen zu gelangen, rückte er über das verschneite Cevennengebirge vor. Das diente ihm als Ablenkungsmanöver und er konnte seine Armee im Gebiet der Lingonen zusammenziehen. Nachdem das erste Treffen von Vercingetorix’ Kavallerievorhut und Caesars Reiterei bei Noviodunum mit einem Erfolg für die Römer geendet hatte, entschloss sich der Arvernerfürst zu neuen taktischen Maßnahmen. Mit seiner Strategie der „Verbrannten Erde“ versuchte er die Römer vom Nachschub abzuschneiden. Zwanzig im Umkreis von Caesars Armee gelegene Dörfer wurden ein Raub der Flammen. Doch die Römer erwiesen sich als äußerst zäh. Sie standen die 25 Tage andauernde Belagerung von Avaricum durch und sicherten sich dadurch die in diesem Oppidum reichlich vorhandenen Vorräte.

      Allerdings kam es im Anschluss daran vor Gergovia – Hauptstadt der Arverner – zu einer Niederlage für Caesar. Jeder siebte Centurio fiel. Da der Julier von Verstärkung aus Italien abgeschnitten war, musste er gegen bare Münze Hilfstruppen aus Germanien ordern. Als Vercingetorix seine erfolgreiche Defensivtaktik aufgab und seinerseits zum Angriff überging, musste er in der Schlacht am Armançon eine herbe Niederlage gegen Caesar einstecken. Daraufhin zog er sich mit seinen Truppen nach Alesia zurück.

      Caesar verfolgte den fliehenden Vercingetorix und schloss ihn durch umfangreiche Belagerungswerke in Alesia ein. Vercingetorix befehligte etwa 20.000 und Caesar etwa 70.000 Soldaten. Vercingetorix gelang es vor dem Einschluss jedoch noch, seine Reiterei fortzuschicken, da sie während einer Belagerung die Vorräte unnötig strapaziert hätte. Die Reiter erhielten zudem den Auftrag, die gallischen Stämme zur Aufstellung eines Entsatzheeres aufzurufen.

      Schnell wurde Caesar selbst zum Belagerten, da nunmehr auch er von dem anrückenden gallischen Entsatzheer (etwa 50.000) umringt wurde. Mit umfangreichen Schanzarbeiten stellte Caesar einen 16 km langen inneren Belagerungsring (Circumvallation) und einen zweiten, 21 km langen, nach außen gerichteten Verteidigungsring (Contravallation) auf, um sich dieser Feinde zu erwehren. Diese Schanzanlagen enthielten Türme, Fallen, Gräben, Wälle, Fußangeln und Hindernisse gegen Reitereiangriffe.

      Bereits nach etwa dreißig Tagen gingen die Nahrungsmittel in Alesia zur Neige. Vercingetorix schickte alle Kampfunfähigen (Alte, Frauen, Kinder) aus der Stadt, da sie nicht mehr ernährt werden konnten. In der Schrift De Bello Gallico berichtet Caesar unverblümt von seiner Entscheidung, die Zivilisten nicht durch seine Linien abziehen zu lassen, so dass diese vor den Augen aller langsam und qualvoll starben.

      Die Ankunft des gallischen Entsatzheeres bei Alesia und der anschließende Angriff war für Vercingetorix das Signal für einen Ausbruchsversuch. Durch entschlossene Vorstöße und kluge Organisation der Truppen gelang es Caesar und seinem Stellvertreter Titus Labienus in jener „Zweifrontenschlacht“, sowohl die Ausbruchsversuche aus Alesia abzuschlagen als auch das äußere gallische Heer fernzuhalten. Nachdem Caesars germanische Reiter das Entsatzheer zerstreut hatten, sammelte sich dieses wieder und griff an einer Schwachstelle des äußeren Schanzwerkes an. Diese war durch die felsige Flanke eines Hügels bedingt, auf dem ein Teil der äußeren römischen Belagerungslinie durchgezogen worden war, wegen natürlicher Hindernisse aber nicht vollkommen geschlossen werden konnte.

      Die gallischen Heerscharen durchbrachen die Befestigung und griffen die römischen Truppen von vorne und hinten an. Caesar motivierte durch sein Auftreten auf dem Schlachtfeld die römischen Legionen, nahm vier Kohorten und führte sie in den Kampf. Gleichzeitig befahl er einigen Kohorten, das Schlachtfeld weiträumig zu umgehen. Als die römischen Truppen den gallischen Heerscharen in den Rücken fielen, flohen diese, wurden aber noch eine Weile von den Römern verfolgt. Vercingetorix zog sich, nachdem er Nachricht davon erhalten hatte, nach Alesia zurück. Wenig später ergab er sich in der Hoffnung, dass Caesar ihn und sein Volk nicht in die Sklaverei verkaufen werde.

      Sechs Jahre später, als Caesar wieder nach Rom kam, um seine Siege in Gallien, Ägypten, Kleinasien und Afrika in einem Triumphzug zu feiern, wurde Vercingetorix, der bis dahin im Gefängnis saß, in Ketten durch Rom mitgezogen und anschließend auf Befehl Caesars im Tullianum erdrosselt.


      was war sonst noch los:
      715: Compiègne
      1345: Warns
      1371: Maritsa
      1423: La Brossinière
      1777: Philadelphia
      1914: Sandfontein
      1917: Beginn der Schlacht am Polygon Wood (2.Phase der 3.Ypern-Schlacht)
      1918: Beginn der Maas-Argonnen-Offensive (Meuse-Argonne)
      1936: Ende der Belagerung des Alcázar von Toledo

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      27.9.:
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      1605: Kircholm

      Die Schlacht bei Kircholm war eine Schlacht während der Schwedisch-Polnischen Kriege 1600–1629. Sie fand bei Salaspils (deutsch: Kirchholm) am 27. September 1605 statt. In dieser Schlacht erlitten die schwedischen Truppen unter König Karl IX. eine schwere Niederlage gegen zahlenmäßig deutlich unterlegene polnisch-litauische Truppen unter Jan Karol Chodkiewicz, dem Großhetman von Litauen. Zur schwedischen Armee gehörten zwei westliche Kommandeure, Friedrich von Lüneburg und Graf Joachim Friedrich von Mansfeld, mit einigen tausend deutschen und niederländischen Söldnern und sogar einigen hundert Schotten.

      Nach der Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Kokenhusen mussten diese sich weitgehend aus Livland zurückziehen und den größten Teil ihrer Eroberungen aufgeben. Der schwedische Reichstag bewilligte daraufhin
      Gelder für militärische Verstärkungen. Im Jahr 1605 landete eine etwa 5.000 Mann starke schwedische Armee unter Anders Lennartsson in Estland und marschierte auf Riga mit dem Ziel, diesen bedeutenden Ostseehafen
      einzunehmen.

      Die schwedischen Streitkräfte scheinen in einer Schachbrettordnung entfaltet worden zu sein, die Infanterie in 7 oder 8 unabhängige Blöcke aus Regimentern aufgeteilt, mit Feuerbereichen dazwischen. Die Flanken sollten von der schwedischen und deutschen Kavallerie gedeckt und die Kanonen vor die Kavallerie gestellt werden. Karls' Streitmacht wurde in vier Linien auf einem Hügelrücken aufgestellt, wobei die erste Linie aus vier Infanteriebataillonen, der Kavallerie in der zweiten Linie, sechs Infanteriebataillonen in der dritten Linie und der Kavallerie in der vierten Linie bestand. Die Infanteriebataillone formierten in Karrees von dreißig mal dreißig, mit Pikenieren in der Mitte und Schützen an den Rändern, und Lücken zwischen den Karrees ermöglichten Passagen für ihre Kavallerie.

      Jan Karol Chodkiewicz setzte seine Streitkräfte in der traditionellen tiefen polnischen Kampfformation - der sogenannten " Altponischen Ordnung " - ein, wobei der linke Flügel deutlich stärker war und von Tomasz Dąbrowa kommandiert wurde, während der rechte Flügel unter Jan aus einer geringeren Anzahl von Husaren unter Piotr Sapieha bestand, und dem Zentrum, zu dem Hetman Chodkiewicz 'eigene Kompanie von 300 Husaren unter der Führung von Leutnant Wincenty Woyna sowie einer mächtige Formation von Reitern und Harquebusieren des Herzogs von Kurland, Friedrich Kettler. Die polnisch-litauische Infanterie, größtenteils im ungarischen Haiduk- Stil
      bewaffnet , stellte sich in der Mitte auf. Unter Teodor Lacki blieben rund 280 Husaren als allgemeine Reserve übrig.

      Die schwedischen Truppen unter König Karl IX. und Andreas Lennartsson umfassten nach ihrer Vereinigung 10.868 Mann. Jan Karol Chodkiewicz versuchte vier Stunden lang, die Schweden mit seiner leichten Kavallerie von ihren Positionen zu locken. Als Karl IX. glaubte, dass sich die Litauer und die unterstützenden Polen zurückzogen rückte er auf den Grund des Abhangs vor. Darauf wartete Chodkiewicz. Die polnischen Streitkräfte liessen nun mit Kettlers Kurland-Harquebusiere feuern, während Wincenty Wojnas Husaren gegen die schwedischen Linien stürmten und Unordnung in der Infanterie verursachten. Die Hauptschlacht begann mit dem polnisch-litauischen Kavallerieangriff auf der schwedischen rechten Flanke, wobei etwa 1.000 Flügelhusaren die schwedische Reiterei unter Mansfeld zerschmetterten und die schwedische dritte Infanterielinie auf ihrem Rückzug durcheinanderbrachten. Zur gleichen Zeit griffen auf der schwedischen linken Flanke 650 Flügelhusaren unter Jan Piotr Sapieha an. Nachdem Karl seine Reserve von 700 Kavalleristen geschickt hatte, schickte Chodkiewicz ebenfalls seine Reserven. Die gesamte Streitmacht der schwedischen Kavallerie wurde schließlich in die Flucht geschlagen und störte während ihrer Flucht ihre eigene Infanterie. Die schwedische Streitmacht wurde von der zahlenmäßig unterlegenen polnisch-litauischen Armee vernichtend geschlagen. Die Schlacht war vor allem geprägt durch den Angriff der polnischen Flügelhusaren auf zehnfach überlegene schwedische Infanterie.

      Der internationale Ruhm dieses Sieges der Polen gegen die Schweden war so groß, dass die Schlacht in einer nur kurz nach dem Ereignis in Rom publizierten Radierung von Antonio Tempesta dargestellt wurde (Bartsch Nr. 634).
      Allerdings verhinderte der innere Zustand Polens, dass Chodkiewicz diesen Sieg nutzen konnte. Als das Heer wegen des rückständigen Soldes nicht mehr weiterkämpfte, setzte er den Kampf aus eigenen Mitteln noch eine Zeit lang
      fort.

      Das wär was für „By Fire & Sword“, wenngleich das Regelset eigentlich für die Mitte des 17.Jahrhunderts geschrieben wurde. Trotz Busaco für mich die interessantere und bedeutendere Schlacht des heutigen Tages.


      was war sonst noch los:
      489: Verona
      1331: Płowce
      1426: Detern
      1529: Beginn der 1. Wiener Türkenbelagerung
      1669: Ende der Belagerung von Candia
      1810: Busaco

      CU tomorrow .....

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      von wegen "the emperor protects":
      der Doge Domenico II. Contarini hat Morosini später was gehustet, weil er ohne offizielle Einwilligung kapituliert hat,
      Ludwig XIV. waren die Venezianer sowie wurscht,
      und unserer, Leopold I. - so du den meinst - hatte mit dem Frieden von Eisenburg andere Pläne (Ludwig XIV.) in den Vordergrund gespielt, als sich mit den Türken zu prügeln

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      28.9.:
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      1322: Mühldorf

      In der Schlacht bei Mühldorf, oft auch Schlacht bei Ampfing genannt, besiegte der Wittelsbacher Ludwig IV. der Bayer, Herzog von Oberbayern, den Habsburger Friedrich den Schönen, Herzog von Österreich. Die seit 1314 anhaltenden Streitigkeiten um die Nachfolge des verstorbenen Heinrich VII. im Amt des römisch-deutschen Königs fanden hier ihr militärisches Ende. Ludwig konnte sich als König durchsetzen und wurde am 17. Januar 1328 schließlich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Um eine Aussöhnung mit den Habsburgern zu erreichen, erkannte Ludwig seinen Kontrahenten Friedrich im September 1325 als Mitkönig an. Die Schlacht von Mühldorf
      gilt heute als die letzte große Ritterschlacht ohne Feuerwaffen.

      Um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert beherrschten im Großen drei Adelsgeschlechter das politische Geschehen im Heiligen Römischen Reich: die Habsburger, die Luxemburger und die Wittelsbacher. Um dem wachsenden Einfluss der Habsburger Einhalt zu gebieten, wurde nach dem Tod König Rudolfs von Habsburg 1291 nicht dessen Sohn von den Kurfürsten als Nachfolger gewählt, sondern der wenig einflussreiche Adolf von Nassau. Aufgrund Adolfs Politik, die auf den Ausbau seiner Hausmacht abzielte, verlor er allerdings schnell die Gunst der Kurfürsten, und diese ersetzten ihn sieben Jahre später durch den bei der vorherigen Wahl übergangenen Sohn Rudolfs, Albrecht I. Nach dessen gewaltsamen Tod im Jahre 1308 wurde der luxemburgische Graf Heinrich als Heinrich VII. zum deutschen König gewählt. Im Juni 1312 wurde er in Rom zum Kaiser gesalbt, starb aber schon ein Jahr später an Malaria. Der nun folgende Streit um seine Nachfolge war schließlich der Ausgangspunkt für die Schlacht bei Mühldorf.

      Nach dem Tode Heinrichs meldeten sowohl die Habsburger als auch die Luxemburger ihren Anspruch auf den Thron an. Das Haus Habsburg schickte Friedrich den Schönen in den Kampf um den Thron. Auf Luxemburger Seite wollte man König Johann von Luxemburg, den Sohn des verstorbenen Heinrich, auf dem Thron sehen. Als Johann überraschend seine Ansprüche auf den Thron zurückzog, diesen aber nicht seinem Konkurrenten Friedrich überlassen wollte, schlug er den Wittelsbacher Herzog von Oberbayern und der Pfalz, Ludwig den Bayern, als Kandidaten vor. Am 13. Oktober 1314 fanden sich schließlich beide Kandidaten, Friedrich und Ludwig, vor der Stadt Frankfurt zur Wahl ein. Friedrich ließ die Einladung Ludwigs, sich gemeinsam den Kurfürsten zur Wahl zu stellen, unbeantwortet, eine Entscheidung, die zwangsläufig in einer Doppelwahl enden musste. So wählten die Kurfürsten aus Köln, der Pfalz und aus Sachsen-Wittenberg am 19. Oktober 1314 Friedrich den Schönen in Frankfurt-Sachsenhausen zum König. Die Krönung durch Heinrich II. von Virneburg, den Erzbischof von Köln, fand anschließend in Bonn statt, da Aachen, die traditionelle Krönungsstadt, sich weigerte, Friedrich die Tore zu öffnen. Am 20. Oktober, also einen Tag nach Friedrichs Wahl, wurde Ludwig in Frankfurt durch Kurstimmen aus Mainz, Trier, Böhmen, Brandenburg und Sachsen-Lauenburg zum König gewählt und am 25. November in Aachen durch den Erzbischof von Mainz, Peter von Aspelt, gekrönt.

      Traditionell fanden die Königswahlen in Frankfurt statt, die Krönung selbst anschließend in Aachen durch den Kölner Erzbischof. So kam es bei der Doppelwahl von 1314 zu dem kuriosen Fall, dass Ludwig der Bayer zwar am „richtigen“ Ort gewählt und gekrönt wurde, allerdings vom „falschen“ Erzbischof. Friedrich wiederum konnte zwar den „richtigen“ Erzbischof vorweisen, wurde von diesem aber am „falschen“ Ort gekrönt.

      Es folgten beiderseitige Bemühungen um päpstliche Approbation, also die Bestätigung eines der Kandidaten durch den Papst. Dieser wollte aber zunächst keinen der beiden Thronprätendenten anerkennen, um so im Thronkonflikt die Verhältnisse noch offen zu halten und seine eigenen Interessen verfolgen zu können. Die Folge war ein acht Jahre dauernder Kampf um den Thron, in dem beide Kandidaten zunächst ähnlich große Chancen hatten.

      Auf Grund von Wahlversprechungen, mit denen er sich die Gunst der Kurfürsten erkaufte, trat Ludwig Teile des Wittelsbacher Hausbesitzes an Mainz, Trier und Böhmen ab. Dies verärgerte seinen Bruder, den Pfalzgraf Rudolf I., der schon lange mit ihm im Zwist lag und bei der Königswahl gegen Ludwig gestimmt hatte. Rudolf schlug sich nun offen auf die Seite der Habsburger unter Friedrich dem Schönen. Ein erstes Aufeinandertreffen zwischen Ludwig und Friedrichs Truppen endete 1315 bei Speyer ohne Kampf. Währenddessen versuchte der oberbayerische Adel, die Differenzen zwischen Rudolf und Ludwig auszuräumen. Rudolf sollte demnach das Königtum Ludwigs sowie die
      Gebietsabtretungen akzeptieren und im Gegenzug die Regentschaft in Bayern erhalten. Ludwig aber wollte seinem Bruder keinerlei Macht zugestehen und sicherte sich durch mehrere geschickte Schachzüge die Unterstützung der
      niederbayerischen und oberbayerischen Stände. Schließlich musste Rudolf, seiner Burgen beraubt, nach Worms fliehen.

      1316 kam es erneut zu einem Aufeinandertreffen zwischen Wittelsbachern und Habsburgern, dieses Mal bei Esslingen am Neckar. Zwar kam es dabei zu einer kurzen Schlacht, als Knechte beim Tränken der Pferde aneinandergerieten, da allerdings keine Fahnen gezeigt wurden und die Heeresleitung beider Seiten nicht anwesend war, zählte das Ergebnis der Schlacht nicht. Es folgten einige Jahre der Ruhe im Zwist der beiden Häuser, die Ludwig dazu nutzte, seine Macht in Bayern auszubauen. Auch konnte er sich mit Rudolf auf einen Vergleich einigen, bei dem dieser Ludwig die Alleinherrschaft in Bayern zugestand. Rudolf selbst musste sich mit einigen Burgen und finanziellen Leistungen zufriedengeben. Ohne sich mit seinem Bruder versöhnt zu haben, starb Rudolf schließlich am 13. August 1319 in Heidelberg. Im September 1319 rückten erstmals Truppen Friedrichs des Schönen
      nach Mühldorf vor, wo sie schließlich den Truppen Ludwigs gegenüberstanden. Auf Grund von Morddrohungen gegen Ludwig zogen dessen Truppen aber kampflos ab, sie wollten nicht in Gefahr geraten, ihren Anführer zu verlieren. Die Habsburger Truppen zogen daraufhin, eine Spur der Verwüstung hinter sich lassend, bis vor Regensburg. Durch diesen Rückschlag musste Ludwig enorme Machteinbußen hinnehmen, konnte aber weiter auf die wichtige Unterstützung aus Niederbayern zählen. Friedrich witterte nun die Chance, Ludwig im Kampf um den Thron endgültig aus dem Weg zu räumen, und zog mit seinen Truppen 1321 erneut Richtung Mühldorf, allen Warnungen aus den eigenen Reihen zum Trotz.

      Friedrichs Truppen vereinigten sich aus Westen kommend am 21. September 1322 bei Passau mit den Truppen des Passauer Bischofs und zogen dann gemeinsam entlang des linken Innufers Richtung Mühldorf, wo sie etwa fünf Tage später eintrafen. Friedrichs Verbündete, Friedrich III. von Leibnitz (der Bischof von Salzburg) sowie Dietrich Bischof von Lavant zogen von Salzburg kommend ins nördlich gelegene Mühldorf, wo sie schon vor dem 20. September
      eintrafen. Friedrich der Schöne kam am 24. September in Mühldorf an. Leopold I. von Österreich, Friedrichs Bruder, sollte von Schwaben her kommend zu den Habsburger Truppen stoßen, was ihm aber nicht gelang. Er befand
      sich am 25. September noch am Lech, also im günstigsten Falle vier bis fünf Tagesmärsche von Mühldorf entfernt. Die in Mühldorf verfügbare Streitmacht bestand aus 1400 Helmen, also schwer bewaffneten Reitern, 5000 Ungarn und Heiden, womit Kumanen gemeint sind, und vielen Kriegern zu Fuß. Herzog Leopold hätte über 1200 Helme verfügt, befand sich zum Zeitpunkt der Schlacht aber noch bei Fürstenfeld nahe München.

      An der Spitze seiner Truppen zog Ludwig am 7. September von Regensburg aus Richtung Mühldorf, wo er am Tag der Schlacht eintraf. Seine Truppen setzten sich aus eigenen Vasallen und denen seiner niederbayerischen Neffen zusammen. Bedeutende Bundesgenossen waren Johann von Luxemburg und der Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg. Aber auch schwäbische Truppen unter Wilhelm von Montfort und Berthold von Seefeld wurden zur Abwehr der Habsburger Truppen eingesetzt. Die Schwaben dienten vermutlich vor allem dazu, den Vormarsch Leopolds zum Stehen zu bringen, beziehungsweise die Kommunikationslinie zwischen diesem und Friedrich zu unterbrechen, was
      ihnen anscheinend auch gelang. Die Truppe bestand aus 1800 schwer bewaffneten Reitern, 4000 Kämpfern zu Fuß sowie Schützen.

      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Der exakte Austragungsort der Schlacht war lange Zeit äußerst umstritten. So berichten manche Quellen, dass die Schlacht zwischen Mühldorf und Ötting an der Isen stattfand, wieder andere Quellen geben die Ampfinger Wiesen als Ort der Schlacht an. Lange wurde daher auch von der Schlacht bei Ampfing gesprochen. Da in nahezu allen Quellen ein Höhenzug in der Nähe des Kampfplatzes genannt wird, wurde die Hypothese vom Ort der Schlacht bei Ampfing mittlerweile verworfen. Österreichische Erzählungen aus dem 14. Jahrhundert sprechen von einem Ort der Schlacht „oberthalben Mühldorf“. Dies deckt sich mit mehreren unabhängigen Erzählungen, die die Burg Dornberg nordöstlich von Erharting mit dem Ort der Schlacht in Verbindung bringen. Dass in einigen Quellen auch von einem Kampf auf den Erhartinger Wiesen gesprochen wird, macht die Hypothese vom Ort der Schlacht im Nordosten Mühldorfs sehr wahrscheinlich. Gestützt wird dies durch Forschungen Ernst Rönschs, der auch eine Erklärung für die Erwähnung Ampfings in mehreren Quellen liefert. So ist in salzburgischen Verzeichnissen von einem Zoll „zu Ampfing im Rohrbach“ die Rede. Die Ortschaft Rohrbach liegt allerdings nicht bei Ampfing, sondern zwei Kilometer nordwestlich von Erharting. Auch neuere Funde unterstützen die These vom Ort der Schlacht westlich von Erharting, welcher daher als sicher gelten kann.

      Die Angaben über den Schlachtverlauf sind widersprüchlich und je nach Partei bemüht, den Ruhm Ludwigs herauszustellen oder die Niederlage der Habsburger zu entschuldigen. Von wem die Initiative zur Schlacht ausging, ist umstritten. Nach der böhmischen Chronik schlug König Johann den Festtag des böhmischen Landespatrons Wenzel als Tag der Schlacht vor. Der Sieg an diesem böhmischen Nationalfeiertag wird dann in der böhmischen Chronik entsprechend gewürdigt. Die bayerische Fürstenfelder Chronik schreibt die Initiative König Ludwig zu, der viel Mühe damit gehabt habe, König Johann von der Schlacht zu überzeugen, und datiert sie auf den Vortag des Sankt-Michael-Tag. Zumindest herrscht also, auch bei unterschiedlicher Benennung, Einigkeit über das Datum, den 28. September. Die Schlacht scheint von der bayerischen Partei angeboten worden zu sein, indem sich diese am Vorabend in Schlachtordnung dem Gegner präsentierte.

      Da Friedrich nicht alle seine Truppen rechtzeitig zusammenziehen konnte und somit seinem Gegner um 400 Ritter unterlegen war, wurde ihm von mehreren Seiten von einem voreiligen Schlachtbeginn abgeraten. Allen Gegenstimmen zum Trotz nahm er aber den Kampf an. Über die beteiligten Personen herrscht Uneinigkeit. Ob König Ludwig selbst am Kampf teilgenommen hat, wird je nach Partei unterschiedlich angegeben. Festzustehen scheint, dass Friedrich in vollem Helmzier in die Schlacht geritten ist. Ludwig hat sich nach älteren habsburgischen Aufzeichnungen gar nicht am Kampf beteiligt, ein Vorwurf, der in jüngeren Quellen nicht mehr auftaucht. Bayerische Quellen gestehen aber ein, dass er sich, um unerkannt zu bleiben, in eine Gruppe von elf weiteren Rittern begeben habe, was ihm als unritterliches Verhalten ausgelegt werden konnte.

      Aus den verschiedenen Quellen rekonstruiert Heinz Thomas folgenden Kampfverlauf: König Johann mit Truppen aus Böhmen, Schlesien und dem Rheinland stand auf dem rechten Flügel der bayerischen Partei. Im Zentrum und auf dem linken Flügel standen Ludwig und die Bayern aus den beiden Herzogtümern, sowie die Truppen aus Franken und Schwaben. Dem böhmischen König gegenüber standen Herzog Heinrich von Österreich sowie die Truppen aus Salzburg. Nach den ersten geschlossenen Reiterattacken sollen die Bayern abgesessen sein und zusammen mit den Fußtruppen wurden die Pferde der Österreicher zu Fall gebracht. Warum die auf Habsburger Seite kämpfende 5000 Mann starke ungarische Truppe nicht effektiv eingesetzt werden konnte, ist heute nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass sie auf Grund ihrer leichten Rüstung den schwer gerüsteten Gegnern unterlegen war. Auch
      konnten sie ihre Reiterei nicht effektiv einsetzen, da sich die bayerische Linie an den Hang anlehnte und so eine Umgehung in deren Rücken nicht möglich war. Laut österreichischen Quellen soll schließlich ein Verrat den Ausgang der Schlacht maßgeblich beeinflusst haben. Böhmische Kämpfer, die bereits gefangen genommen waren, sollen von einem Österreicher wieder befreit worden sein und in den Kampf eingegriffen haben. Zur selben Zeit griff der Nürnberger Burggraf mit 500 Rittern (darunter der Feldhauptmann Seyfried Schweppermann) von Nordwesten her an und trieb den linken Flügel der Österreicher auf deren Zentrum zurück. Die Habsburger hielten die Truppen des Burggrafen zunächst für die Truppen Herzog Leopolds und konnten dem überraschenden Angriff nichts mehr entgegensetzen. König Friedrich und sein Bruder wurden von den Nürnbergern gefangen genommen. Nach bayerischen Quellen warfen sich die beiden österreichischen Brüder Ludwig unter Tränen zu Füßen, weil sie befürchteten, getötet zu werden. Ludwig gebot ihnen aber, sich zu erheben, und erklärte sie für gefangen genommen.

      Nach dem Ende der Schlacht wurde Friedrich zunächst auf die Burg Dornberg, später auf die Burg Trausnitz gebracht. Zwar gibt es keine genauen Angaben über die Zahl der Verluste, diese waren aber ohne Zweifel recht hoch. Die böhmische Chronik des Peter von Zittau spricht von etwa 1100 Toten. Der siegreiche Ludwig verließ aus Angst vor einem möglichen verspäteten Eintreffen Leopolds noch am selben Tag das Schlachtfeld. Dies wurde ihm wieder als unritterliches Verhalten ausgelegt, da er nicht wie üblich drei Tage auf dem Schlachtfeld verblieb, um den Sieg offensichtlich zu machen. Die plündernd Richtung Österreich ziehenden Hilfstruppen der Habsburger ließ Ludwig nicht weiter verfolgen. Die während der Schlacht gefangengenommenen Angehörigen des österreichischen und salzburgischen Adels wurden nach und nach von den siegreichen Parteien gegen Lösegelder freigelassen. Von einer Einnahme der zum Erzbisztum Salzburg gehörenden Stadt Mühldorf sah man allerdings ab. Mühldorf blieb bis 1802 unter salzburgischer Herrschaft.

      Trotz seines Sieges wurde Ludwig zunächst nicht allgemein als König anerkannt. Dennoch übernahm er nach seinem Sieg die Regierungsgewalt und konnte auch die Herausgabe der Reichskleinodien durch die Österreicher erwirken. Da nun auch andere Häuser versuchten, in den Konflikt um die Kaiserkandidatur einzugreifen, strebte Ludwig einen Vergleich mit Friedrich an. Nach zweieinhalb Jahren in Haft verzichtete Friedrich auf den Thron und gab an, Ludwig gegen jedermann zu beschützen. Im Gegenzug wollte er nur mit den Erblanden belehnt werden und seinen Sohn mit der Tochter Ludwigs vermählen. Da seine Brüder diesem Ausgleich zustimmen mussten, Leopold dies aber nicht tat, wurde Friedrich erneut inhaftiert, der Vergleich war hinfällig. Zur Aussöhnung mit den Habsburgern kam es erst, als Ludwig am 5. September 1325 Friedrich in München als Mitkönig anerkannte. Erst am 17. Januar 1328 wurde Ludwig dann in Rom zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt, die einzige mittelalterliche Kaiserkrönung ohne jegliche päpstliche Beteiligung.


      was war sonst noch los:
      351: Mursa
      995: Libice
      1043: Lürschauer Heide
      1198: Gisors
      1238: Einnahme von Valencia
      1302: Eroberung von Aruad
      1538: Prévéza
      1597: Ende der Belagerung von Groenlo
      1708: Lesnaya
      1781: Beginn der Belagerung von Yorktown
      1810: Alhóndiga de Granaditas
      1868: Alcolea
      1918: Beginn der 5. Ypern-Schlacht

      CU tomorrow ......

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