Sticky THE DAY - in wargaming history

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      22.10.:
      the daily feature:
      1862: Old Fort Wayne (auch Maysville, Beattie's Prairie, oder Beaty’s Prairie)

      James Gillpatrick Blunt war ein US-amerikanischer Arzt und Abolitionist, der während des Amerikanischen Bürgerkrieges zum Unions-Generalmajor aufstieg.

      Nach 1856 war er in den Konflikt "Bleeding Kansas" verwickelt. Während eines Zusammenstoßes mit der territorialen Pro-Sklaverei-Regierung im Jahre 1857, war Blunt, einschließlich James Lane und dem Abolitionisten John Brown, Teil einer Truppe. Bei Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges 1861 wurde Blunt zum Lieutenant-Colonel des 2. Kansas Freiwilligenregiments, einem Teil von James Lanes Kansas-Brigade, ernannt. Im April 1862 wurde Blunt zum Brigadegeneral der Freiwilligen ernannt und man gab ihm das Kommando über das Department und Army of Kansas. Blunts Truppen wurden bei der Ersten Schlacht von Newtonia geschlagen, so dass die Army of Kansas in die Army oft he Frontier als 1. Division einging. Blunt führte seine Division aus Cherokee und Freiwilligen aus Kansas in der Schlacht bei Old Fort Wayne zum Sieg.

      Mitte Juli 1862 begann die Konföderierte Armee in Fayetteville, Arkansas , ihre Streitkräfte für einen geplanten Überfall auf Missouri zu konzentrieren. Gleichzeitig sollte Douglas Cooper Kansas mit seiner Truppe von Choctaws , Chickaswas und Lower Creeks überfallen . Nach wochenlangen Rekrutierungen, um ihre Zahl zu erhöhen, führte Cooper seine Männer durch das indianische Territorium nach Old Fort Wayne , einer verlassenen militärischen Garnison der Vorkriegszeit am südlichen Rand der weitläufigen Beatties Prairie. Er positionierte Wachposten 6,4 km nördlich in Maysville, einem kleinen Dorf direkt an der Grenze zwischen Arkansas und dem Indian Territory (37 km westlich von Bentonville ). Er befand sich in Reichweite von John S. Marmadukes kleiner 4.000 Mann starker Truppe, die hauptsächlich aus Texanern bestand und sich in Cross Hollows (in der Nähe von Lowell, Arkansas) befand.

      Die nächsten Bundestruppen stammten von John Schofields Army of the Frontier, die in Pea Ridge, Arkansas, lagerte. Es war die Nachricht eingegangen, dass Cooper in Begleitung der beiden Cherokee-Indianer-Regimenter von Stand Watie in Maysville war, und Scouts gaben an, dass seine Gesamtstärke etwa 7.000 Mann betrug. James Blunts First Division war relativ klein (3.500 Mann), aber besser ausgebildet und ausgerüstet als viele der kürzlich aufgestellten konföderierten Einheiten. Am 20. Oktober um 19 Uhr verließ Blunt das Lager mit der zweiten und dritten Brigade. Sein Kommando bestand aus der 2. Kansas Cavalry an der Spitze, gefolgt von der 6. Kansas
      Cavalry , der 10. Kansas Infantry und der 11. Kansas Infantry , dem 1. und 3. Cherokee Regiment, der 1. Kansas Battery , der 2. Indiana Battery und vier Gebirgshaubitzen. Nach einem Nachtmarsch nach Süden kam er kurz nach
      Sonnenaufgang in Bentonville an und hielt bis 17 Uhr inne, um auf das Eintreffen seiner schwerfälligen Versorgungswagen zu warten. Er war bestrebt, die Konföderierten zu überraschen, die sich seines Vormarsches nicht bewusst
      waren. Nach einem erzwungenen Marsch von 40 km nach Westen am späten 21. Oktober stoppte er seine Kolonne um 2 Uhr morgens und ließ die meisten seiner Männer ruhen.

      Er drängte jedoch die 2. Kansas-Kavallerie vorwärts, die auf die Konföderierten um 5 Uhr morgens in Maysville traf, während der Rest der Division, fast 11 km zurück, noch schlief. Nachdem sie in die Wachposten in Maysville gefahren waren, folgte ihnen die Kavallerie der Union 2,4 km in das indianische Territorium, wo sie auf Coopers Hauptkampflinie der Konföderierten stießen, die entlang einer Ost- und Weststraße in Richtung Norden ausgerichtet
      war und in ihrem Rücken einen dichten Wald hatte. Trotz früher Bundesberichte, dass er bis zu 7.000 Mann hatte, verfügte Cooper in Wirklichkeit über ungefähr 1.500 Mann, wobei Howells Texas-Batterie mit vier Artilleriegeschützen in der Mitte seiner Dreiviertel-Meilen-Linie lag. Blunt positionierte Haubitzen an Ort und Stelle, um sich mit der Artillerie der Konföderierten zu duellieren, und setzte dann das 2. Kansas ein, welches die Plänkler der Konföderierten bald von einem vor ihrer Hauptkampflinie gelegenen Hügelkamm zurückdrängte. Als das Gleichgewicht von Blunts Division erreicht war, griff er an und konzentrierte seine Männer auf die Mitte der dünn ausgebreiteten konföderierten Schlachtlinie. Seine Haubitzen brachten die einzige feindliche Batterie zum Schweigen, und die Kansas- und Cherokee-Regimenter öffneten ein weites Loch in Coopers Zentrum. Innerhalb einer halben Stunde befand sich ein Großteil von Coopers schlecht ausgebildeten Streitkräften auf dem Rückzug (abzüglich ihrer Artillerie), und Blunt verfolgte fast 11 km, bevor er anhielt. Blunt verlor 14 Männer; Cooper ungefähr 150, darunter 50 Tote, die auf dem Schlachtfeld begraben wurden.

      Die Konföderierten zogen sich fast 110 km nach Fort Gibson zurück. Die Unionsarmee war erneut im den Besitz des indianischen Territoriums nördlich des Arkansas River. Für seinen entscheidenden Sieg wurde Blunt am 16. März 1863 zum Generalmajor der Freiwilligen ernannt. Er war der einzige Offizier aus Kansas, der diesen Dienstgrad während des Krieges erreichte.

      Unionstruppen
      1st Division, Army of the Frontier – Brigadier General James G. Blunt.

      1st Brigade (detachment)
      11th Kansas Infantry
      2nd Indian Home Guard

      2nd Brigade – Colonel William Weer
      6th Kansas Cavalry
      3rd Indian Home Guard
      10th Kansas Infantry
      1st Kansas Battery

      3rd Brigade – Colonel William F. Cloud
      2nd Kansas Cavalry
      2nd Indiana Light Artillery
      1st Indian Home Guard


      Konföderierte Truppen

      1st Brigade, 1st Division, I Corps, Army of Mississippi – Colonel Douglas Cooper
      1st Choctaw/Chickasaw Regiment – Colonel S. N. Folsom
      2nd Cherokee Mounted Rifles – Colonel Stand Watie
      3rd Cherokee Regiment – Colonel Phillips
      Buster’s Battalion
      Creek Battalion – Lieutenant Colonel Chilly McIntosh
      Howell’s Texas Battery

      Eine ungewöhnliche Schlacht aus dem Bürgerkrieg mit vielen „Native Regiments“ und einige „prominenten“ Kommandanten, wie eben James Blunt oder Stand Watie.


      was war sonst noch los:
      1633: Kamieniec Podolski
      1633: Liaoluo Bay
      1708: Belagerung von Lille (Erstürmung der Stadt)
      1776: Mamaroneck
      1777: Red Bank
      1862: Pocotaligo (auch Pocotaligo Bridge, oder Yemassee)
      1864: 2nd Independence (Teil von Price’s Missouri Raid)
      1864: Byram’s Ford (auch Action at the Big Blue)

      CU tomorrow ......

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      23.10.:
      the daily feature:
      42 v. Chr.: Philippi

      In der Doppelschlacht bei Philippi siegten westlich der Stadt Philippi in Makedonien im Oktober/November 42 v. Chr. die römischen Triumvirn Marcus Antonius und Octavian (der spätere Kaiser Augustus) in zwei Treffen über die Anhänger der Republik, Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus, die auch zu den Anführern des Attentats auf Gaius Julius Caesar gezählt hatten.

      Nach der Ermordung Caesars (15. März 44 v. Chr.) gelang es zunächst dem Konsul Antonius, in Italien die größte Macht an sich zu reißen. Die führenden Caesarmörder Brutus und Cassius verließen Italien, erlangten Kontrolle über weite Teile des Ostens des Römischen Reichs und zwangen auch die benachbarten Klientelfürsten, ihnen Unterstützung an Geld und Hilfstruppen zu leisten. Sie stellten rasch eine möglichst große Armee auf, wobei ihnen zugutekam, dass die östlichen Provinzen wesentlich reicher als die westlichen waren. Nach anfänglichen schweren Differenzen zwischen Antonius und dem Caesarerben Octavian einigten sich die beiden Ende Oktober 43 v. Chr. mit Marcus Aemilius Lepidus, durch das Zweite Triumvirat ein Bündnis zur Bekämpfung der Caesarmörder zu schließen. Sie schalteten im von ihnen beherrschten Westen des Römischen Reichs mit großer Härte (Proskriptionen) ihre politischen Gegner aus, vor allem Vertreter der republiktreuen Partei, und bereiteten den Angriff auf die Caesarmörder im Osten vor. Sextus Pompeius, der u. a. Sizilien kontrollierte, blieb aber im Westen eine Gefahr.

      Für die Triumvirn gestaltete sich die Überfahrt mit ihrem Expeditionsheer über die Adria schwierig, da sie über wesentlich geringere Seestreitkräfte als ihre Gegner verfügten. Kleopatra wollte ihnen eine Hilfsflotte bringen, geriet aber in einen Sturm und war zur Umkehr gezwungen. Nachdem die Triumvirn schon ihre ersten Truppenkontingente auf dem Seeweg nach dem Osten hatten übersetzen können, wurde Antonius längere Zeit im Hafen von Brundisium durch die Schiffe des Lucius Staius Murcus blockiert und rief Octavian zu Hilfe. Vor der gemeinsamen Flotte der Triumvirn musste Staius Murcus zurückweichen, so dass Antonius und Octavian mit ihrem Hauptheer sicher in Dyrrhachium landen konnten. Danach wurde Staius Murcus aber durch 50 Schiffe des Gnaeus Domitius Ahenobarbus unterstützt. Gemeinsam waren beide Admirale in der Lage, die Zufuhr der Triumvirn von Italien her fast gänzlich zu unterbinden.

      Brutus und Cassius zogen mit ihrem Heer von Westkleinasien über den JHellespont nach Westen. Ein Voraustrupp von 8 Legionen des Antonius unter Lucius Decidius Saxa und Gaius Norbanus Flaccus war schon von Osten bis zu den Pässen an der Nordküste der Ägäis vorgedrungen, zog sich aber nach seiner Umgehung durch das anmarschierende feindliche Heer nach Amphipolis zurück. Die Caesarmörder ihrerseits begaben sich nach Philippi.

      Die Caesarmörder erbauten beiderseits der Via Egnatia in der Ebene westlich von Philippi ein stark befestigtes Doppellager, das im Süden durch einen großen Sumpf, im Norden durch ein schwer zugängliches Gebirge geschützt war. Südlich des Sumpfes erhob sich ein unwegsames, bis zur Meeresküste reichendes Bergland. Das nördliche Lager war der Stützpunkt des Brutus, während das südliche Cassius unterstand. Die Trinkwasserversorgung gewährleisteten einige nahe Bäche. Als Bau- und Brennmaterial verwendetes Holz konnte im dichten Wald der Bergregion nördlich Philippis geschlagen werden. Auch die Nachschublinien über den Hafen Neapolis, dem Flottenstützpunkt von Brutus und Cassius, und die gegenüberliegende Insel Thasos waren gesichert. Der Sperrriegel der Caesarmörder blockierte den Weg in den Osten, und westlich ihres Doppellagers senkte sich das Gelände, ein weiteres Hindernis für einen von Westen her attackierenden Gegner.

      Nach der Ankunft der Triumvirn in Dyrrhachium blieb Octavian aufgrund einer Erkrankung zunächst zurück, während Antonius mit seinem Heer nach Philippi zog und westlich vom Lager der Caesarmörder seinen Stützpunkt aufschlug. Einige Zeit später stieß der noch nicht ganz genesene, daher in einer Sänfte beförderte Octavian zu Antonius. Beide Feldherren bezogen mit ihren Truppen ein gemeinsames Lager. Die Caesarmörder hatten keine Eile, da ihre Versorgung vor Ort und über den Seeweg sichergestellt war. Ihre Taktik bestand darin, in ihrer günstig gelegenen, starken Verteidigungsstellung den Angriff ihrer Gegner abzuwarten, die aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit und ihrer großen Versorgungsprobleme bald die Initiative ergreifen mussten. Die Triumvirn fanden an der Stelle ihres Lagerplatzes nur wenig Holz und Wasser und konnten aus den nun von ihnen kontrollierten Gebieten im Westen wie etwa Makedonien nur geringen Nachschub erhalten, während die überseeische Zufuhr aufgrund der Blockade durch die Flotte der Caesarmörder nahezu gänzlich ausblieb.

      Auf beiden Seiten standen beachtliche Truppenkontingente: Die Triumvirn verfügten über 21 bis 22 Legionen, von denen sie 19 in der ersten Schlacht bei Philippi einsetzten; die Caesarmörder kamen auf 17 Legionen. Dementsprechend kommandierten die Triumvirn etwa 100.000 Legionäre und zusätzlich 13.000 Reiter, die Republikaner etwa 80.000 Legionäre und 20.000 Reiter. Die Kavalleristen wurden von den jeweiligen Bundesgenossen gestellt, die den Kriegsparteien auch eine erhebliche Anzahl zusätzlicher Infanteristen lieferten. Allerdings waren die Legionen der Triumvirn wesentlich kampferprobter als die ihrer Gegner.

      Antonius übernahm auf der Seite der Triumvirn de facto den Oberbefehl und sah sich aufgrund wachsender Versorgungsprobleme und zunehmender herbstlicher Kälte zur Offensive gezwungen. Wegen geringer Erfolgschancen versuchte er keinen Frontalangriff auf den stark befestigten gegnerischen Stützpunkt, sondern baute südlich von Cassius’ Lager heimlich einen Damm durch das Moor, um die Nachschubwege der Caesarmörder zu bedrohen und von Süden her angreifen zu können. Cassius wurde erst spät auf Antonius’ Taktik aufmerksam und suchte durch Anlage von Querschanzen den Weg über den Damm zu blockieren. Bei der sich daraus entspinnenden ersten Schlacht bei Philippi, die mutmaßlich am 23. Oktober stattfand (auch den 3. Oktober nennt die Fachliteratur), ließ Antonius nach und nach seine Truppen über den Damm vorrücken und konnte unter erheblichen Verlusten Cassius’ Lager erobern. Gleichzeitig machte Brutus aber einen Gegenangriff, überrannte Octavians Truppen und drang in das Lager der Triumvirn ein, in dem sich der kranke Octavian zu seinem Glück nicht befand. Cassius war über den Kampfverlauf auf dem von Brutus kommandierten Flügel anscheinend völlig uninformiert und glaubte nach der Eroberung seines Lagers irrtümlich an eine völlige Niederlage; daher gebot er seinem Freigelassenen Pindarus, ihn zu
      töten. Dies war für Brutus ein schmerzlicher Verlust. Angeblich bezeichnete er Cassius als den „letzten Römer“.

      Octavian verdankte dem günstigen Umstand, dass er beim Angriff des Brutus nicht im Lager war, sein Leben, führte ihn aber in seinen Memoiren auf die Warnung durch einen Traum seines Arztes Marcus Artorius Asklepiades zurück. Er blieb für geraume Zeit nach der Schlacht verschwunden. Einige Kämpfer zeigten Brutus ihre blutigen Schwerter mit der Erklärung, Octavian getötet zu haben. Angeblich versteckte sich der junge Caesarerbe drei Tage lang im Sumpf. Jedenfalls hatte er sich während des Kampfes nicht sonderlich ausgezeichnet.

      Die Triumvirn verzeichneten einen doppelt so hohen Verlust an Gefallenen wie ihre Gegner. Am Tag der ersten Schlacht bei Philippi zerstörte die Flotte der Caesarmörder zudem nahezu vollständig ein Geschwader des Gnaeus Domitius Calvinus, das den Triumvirn u. a. zwei Legionen Verstärkungstruppen hätte bringen sollen. Damit hatten die Caesarianer im ersten Schlagabtausch alles in allem eine klare taktische Niederlage erlitten. Es sollte sich jedoch zeigen, dass der Tod des Cassius kriegsentscheidende Bedeutung hatte, da er der militärische Kopf der Caesarmörder gewesen war.

      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Brutus ließ den Leichnam des Cassius heimlich auf Thasos bestatten, weil er befürchtete, dass ein Begräbnis in Gegenwart seiner Soldaten zu deren Demotivation führen würde. Konsequent vermied er jede weitere Feldschlacht, obwohl er nun von seinen Gegnern nicht nur im Westen, sondern auch im Süden bedroht wurde. Er besaß nach wie vor eine stark befestigte Stellung und sicherte seine Nachschublinien, während die Verproviantierungsmöglichkeiten der Triumvirn sich mit nahendem Winter immer weiter verschlimmern mussten. Um seine Soldaten bei der Stange zu halten, bezahlte Brutus ihnen Belohnungen. Antonius musste schließlich zur
      Lebensmittelbeschaffung eine Legion Soldaten nach Griechenland schicken. Doch die Offiziere von Brutus waren mit der defensiven Taktik ihres Heerführers gegenüber einem geschwächten und daher vermeintlich leicht besiegbaren Gegner nicht einverstanden, und seine caesarianischen Veteranen drohten, die Seiten zu wechseln. Auch Verbündete verließen Brutus. So schloss sich etwa Amyntas, der General des Königs Deiotaros von Galatien, den Triumvirn an, und ein Thrakerfürst namens Rhaskuporis I. zog heimwärts. Brutus konnte seine Vorstellungen nicht so entschieden wie Cassius verfechten und stellte sich daher etwa drei Wochen nach der ersten Schlacht wieder zum Kampf auf.

      Diese zweite Schlacht, die sich vermutlich am 23. November ereignete (auch der 16. Oktober wird in der Fachliteratur genannt), begann erst um 15 Uhr nachmittags. Diesmal hielt sich Octavian besser und konnte mit seinen Legionären die gegnerischen Truppen zu deren Lager zurückwerfen. Seine Soldaten besetzten den Eingang zum Lager des Brutus, so dass dessen zurückweichende Streitkräfte nicht hinein gelangen konnten und ungeordnet daran vorbei flohen. Antonius ging nun überall zum Angriff über und sandte seine Kavallerie nach allen Seiten aus, um möglichst viele Flüchtige abzufangen. Brutus floh mit einer bedeutenden Armee von vier Legionen auf einen Berg. Sein Vertrauter Lucilius deckte die Flucht, indem er sich den Verfolgern als Brutus ausgab und vor Antonius geführt zu werden wünschte. Auf diese Nachricht hin zögerte Antonius eine Weile und ließ dann den vermeintlichen Brutus kommen. Lucilius sagte kühn, dass er die Soldaten getäuscht habe und Brutus nicht gefangen sei. Antonius erwies sich großmütig und nahm Lucilius später sogar in seine eigenen Dienste. Brutus selbst bat am Tag nach der verlorenen Schlacht einen Freund, ihn zu töten, da seine Offiziere nicht den Versuch unternehmen wollten, ihr Lager zurückzuerobern. Kurz vor seinem Freitod soll er sich in zwei Trimetern eines unbekannten Tragikers darüber beklagt haben, dass er die Tugend als Wirklichkeit verehrt, diese sich jedoch als bloßer, dem Zufall unterworfener Begriff erwiesen habe. ("Tugend, du warst nur ein Name. Ich kultivierte dich, als wärst du Realität, doch du warst nur ein Sklave des Schicksals.").

      Durch ihren Erfolg bei Philippi entschieden die Triumvirn die Machtfrage weitgehend zu ihren Gunsten, weil sich mit dem Tod des Brutus dessen Armee auflöste; nur noch Sextus Pompeius und die im Ionischen Meer operierende Flotte der Caesarmörder, zu der viele Überlebende der Verliererseite flohen, blieben eine Gefahr. Antonius nahm die Kapitulation von 14.000 Legionären sowie der bei Thasos ankernden Flotte entgegen und behandelte die Unterlegenen im Allgemeinen wesentlich milder als Octavian. Allerdings wurde Quintus Hortensius, der Sohn des bedeutenden Redners Quintus Hortensius Hortalus, auf Befehl des Antonius am Grab von dessen jüngerem Bruder Gaius hingerichtet, weil dieser seinerseits von Hortensius beseitigt worden war, wie Brutus verlangt hatte.

      Octavian soll mit den Kriegsgefangenen grausam verfahren sein. So habe er einen Vater und dessen Sohn, die um ihr Leben baten, darum losen lassen, welcher von beiden begnadigt werden solle, und dann zugesehen, wie nach Tötung des Vaters auch dessen Sohn Selbstmord beging. Er ließ Brutus’ Leichnam enthaupten, um dessen Kopf bei der Caesar-Statue in Rom niederlegen zu lassen, doch ging das für den Transport bestimmte Schiff unter. Antonius
      hingegen ließ dem verstümmelten Leichnam des Brutus eine Feuerbestattung zuteilwerden; die Asche schickte er zu Servilia, der Mutter des Brutus. Die an den Tag gelegte Schonung der meisten seiner niedergerungenen Gegner brachte Antonius Sympathien, Octavian sein rücksichtsloses Vorgehen aber Beschimpfungen von Seiten prominenter gefangener Vertreter der unterlegenen Partei ein.

      Zahlreiche vornehme Anhänger der Republik fielen in den Schlachten bei Philippi oder fanden nach der Niederlage entweder durch Selbstmord oder Hinrichtung den Tod, so Marcus Porcius Cato, der Sohn des überzeugten Republikaners Marcus Porcius Cato Uticensis, Marcus Favonius, der auch mit den Caesarmördern gestritten hatte, Pacuvius Antistius Labeo, der Vater des bedeutenden Rechtsgelehrten Marcus Antistius Labeo, ferner Marcus Livius
      Drusus Claudianus
      , der Vater von Octavians späterer Gemahlin und ersten römischen Kaiserin Livia, sowie Sextus Quinctilius Varus, der Vater des großen Verlierers der Varusschlacht. Weitere Anhänger des Brutus und Cassius, die nach deren Tod nicht mehr in den Quellen erwähnt werden, dürften damals ebenfalls umgekommen sein, so etwa Lucius Tillius Cimber und Publius Servilius Casca. Dagegen überlebten Marcus Valerius Messalla Corvinus und Lucius Calpurnius Bibulus, die von Antonius begnadigt wurden. Ebenfalls zu den Überlebenden zählte der Dichter Horaz, der als Kriegstribun auf Seiten der Caesarmörder gekämpft hatte und einige Zeit nach dem Tod von Brutus und Cassius nach Italien zurückkehrte. Insgesamt kostete die Doppelschlacht bei Philippi das römische Volk einen hohen Aderlass. In der kriegerischen Auseinandersetzung waren etwa 40.000 Soldaten gefallen und noch viel mehr verwundet worden.

      Die Schlacht bei Philippi war keine abrupte Zäsur, kein plötzliches Ende der Römischen Republik. Der Zerfall der republikanischen Ordnung hatte schon mit den zur Ermordung des Volkstribunen Tiberius Sempronius Gracchus 133 v. Chr. führenden Unruhen begonnen und sich durch die Bürgerkriege der nächsten Jahrzehnte fortgesetzt. Dabei hatten immer wieder zahlreiche Angehörige der Adelsgeschlechter den Tod gefunden, so dass allmählich die alte, die Republik lenkende Senatsaristokratie verschwand. Einzelpersönlichkeiten besaßen gegenüber dem Senat immer mehr Macht. Daher stellt die Schlacht von Philippi ein gewisses Ende dieses Zerfallsprozesses dar. Damals war aber der Übergang zur monarchischen Staatsform noch nicht abgeschlossen, da es noch mehrere unabhängige Machthaber gab. Mit der Zeit konnte sich Octavian gegen alle verbliebenen Konkurrenten durchsetzen. 36 v. Chr. besiegte er Sextus Pompeius und entmachtete im selben Jahr Lepidus. 31 v. Chr. errang er in der Schlacht bei Actium den entscheidenden Sieg gegen Antonius und Kleopatra, die im nächsten Jahr Selbstmord verübten. Damit war der Weg für Octavians Alleinherrschaft als Kaiser Augustus frei.


      was war sonst noch los:
      1086: Sagrajas (oder Zallaqa)
      1157: Grathe Heath
      1596: Mezökeresztes
      1642: Edgehill
      1702: Vigo
      1864: Westport
      1912: Kumanovo
      1915: Libau
      1917: Malmaison
      1942: Beginn der 2.Schlacht von El Alamein
      1942: Beginn der Schlacht von Henderson Field (oder Lunga Point)


      CU tomorrow .....

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      24.10.:
      the daily feature:
      1812: Malojaroslawetz

      Die Schlacht bei Malojaroslawez fand am 12. Oktoberjul./ 24. Oktober 1812greg. während des Russlandfeldzuges statt. Es gelang dabei den Russen unter Fürst Kutusow, der französischen Hauptarmee unter Kaiser Napoleon den geplanten Marsch auf Kaluga zu verlegen und ihn zum Rückzug über Moschaisk zu zwingen.

      Die schlechter werdende Versorgungslage der französischen Grande Armée sowie die katastrophalen hygienischen Bedingungen zwangen Kaiser Napoleon am 19. Oktober zur Räumung von Moskau. Große Teile seiner Truppen litten an Fiebererkrankungen und an der Ruhr, so dass beim Abmarsch nur mehr etwa 95.000 Soldaten kampffähig waren. In der Stadt verblieb die Junge Garde unter Marschall Mortier als Nachhut und zur Sicherung des Abmarsches. Napoleon marschierte in Richtung Südwest, um Gebiete zu erreichen, die noch nicht vom Krieg ausgezehrt waren. Der russische Oberbefehlshaber Fürst Kutusow versuchte dies jedoch zu verhindern und befahl seinem VI. Korps unter General Dochturow, den Vormarsch der Franzosen auf Kaluga zu verhindern.

      Das 4. französische Korps unter dem Vizekönig von Italien Eugène de Beauharnais (13., 14., 15. Division), bestehend aus Franzosen, Italienern, Kroaten und Spaniern, konnte die Angriffe der russischen Kräfte unter General Dochturow zurückschlagen, was einen taktischen Erfolg der Grande Armée bedeutete. Bei den Kämpfen wurde der französische Divisionsgeneral Delzons getötet, ebenso Joseph Marie Levié, der erst am 15. Oktober zum Brigadegeneral ernannt worden war. General Pino, der französische Brigadegeneral Jacques Fontane und drei Stabsoffiziere des Vizekönigs wurden verwundet.

      Auf russischer Seite wurde Generalmajor Dorochow schwer verwundet. Er erholte sich nicht von seiner Verwundung und starb am 7. Mai 1815 an deren Folgen. Am 12. November 1812 war er für seine Verdienste in der Schlacht
      bei Borodino noch zum Generalleutnant befördert worden. Die französischen Generalsverluste waren deutlich höher. Die Ursache dafür ist, dass es in der russischen Armee, im Gegensatz zur französischen, keinen Brigadegeneral gab. Russische Brigaden wurden meist von einem Oberst, teilweise sogar von einem Oberstleutnant kommandiert.

      Zeitgleich mit der hin- und her wogenden Schlacht um die Kleinstadt Malojaroslawez, die die französischen Kräfte band, gelang es der russischen Armee unter Kutusow jedoch, ihre Hauptkräfte in die vorbereiteten Verteidigungsstellungen vor der 50 Kilometer südlich gelegenen Gouvernementshauptstadt Kaliuga zu verlegen. Nach zweitägigem Zögern kam die französische Führung zu dem Schluss, dass ein Vordringen nach Kaluga und weiter in die südlichen Provinzen nur um den Preis eines neuen „Borodino“ zu erreichen sei.

      Statt sich wie erhofft in Kaluga verproviantieren zu können, entschied sich Napoleon für einen Rückzug über Borowsk und Wereja nach Moschaisk, um sich dort mit den aus Moskau eintreffenden Truppen unter Marschall Mortier zu vereinigen. Somit verlor die Grande Armée endgültig die Initiative und war gezwungen, sich über die bereits im Sommer geplünderte und verwüstete Route über Smolensk zurückzuziehen, was einen strategischen Erfolg für die russische Armee ausmachte. Die ohnehin schwierige Versorgungslage für die Franzosen wurde somit noch kritischer und führte in Folge zu hohen Verlusten, die letztendlich das Schicksal der Armee während ihres Russlandfeldzuges besiegelten. In diesem Sinne wird die Schlacht bei Malojaroslawez als „Kulminationspunkt im Kampf um die strategische Initiative im weiteren Kriegsverlauf“ bewertet, den die Russen zu ihren Gunsten entscheiden konnten.



      was war sonst noch los:
      69: 2. Schlacht von Bedriacum
      1531: Schlacht am Gubel (2. Kappelerkrieg)
      1912: Kirk Kilissé
      1912: Kumanovo
      1916: Fort Douaumont
      1917: Karfreit (oder Caporetto, oder Cobarid, 12.Isonzoschlacht)
      1918: Vittorio Veneto
      1941: Kharkov

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      25.10.:
      the daily feature:

      wir sind wieder einmal „ spoilt for choice“: Tours und Poitiers, Doryläum, Azincourt, Murviedro und Balaklava. Daher möchte ich heute einmal nicht eine Schlacht hervorheben, sondern einen vergleichenden Diskurs der heutigen bedeutenden Begegnungen mit Angaben der ausführlichen Beschreibungen im Netz durchführen.

      In der Schlacht von Tours und Poitiers im Oktober 732 besiegten die Franken unter dem Kommando von Karl Martell die nach Gallien vorgestoßenen muslimischen Araber und stoppten deren Vormarsch im Westen (Islamische Expansion). Im Arabischen wird die Schlacht auch Schlacht an der balāṭ asch-schuhadāʾ („Schlacht an der Straße der Märtyrer“) genannt. Das Gefecht wurde erst in der Neuzeit zu einem welthistorischen Ereignis stilisiert.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Tours_und_Poitiers


      Die zweite Schlacht von Doryläum war eine Schlacht zwischen einem Kreuzfahrerheer unter Konrad III. und einem Heer der Rum-Seldschuken 1147 während des Zweiten Kreuzzuges und endete mit einem leicht erkämpften Sieg der Seldschuken. Für uns von Interesse, da unter anderem Konrads Halbbruder, Heinrich II. Jasomirgott, Markgraf von Österreich und Herzog von Bayern anwesend war.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Doryl%C3%A4um_(1147)


      Die Schlacht von Azincourt (französisch Bataille d’Azincourt, englisch Battle of Agincourt) fand am 25. Oktober 1415, am Tag des Heiligen Crispian, bei Arras im heutigen nordfranzösischen Département Pas-de-Calais statt. Die
      Truppen von König Heinrich V. von England kämpften gegen das Heer von König Karl VI. von Frankreich, verschiedener französischer Edelherren und der Armagnacs. Es war einer der größten militärischen Siege der Engländer über die Franzosen während des Hundertjährigen Krieges. Die Schlacht von Azincourt ist für eine mittelalterliche Schlacht ungewöhnlich gut dokumentiert. Sie gilt als eine der bedeutendsten Schlachten der Militärgeschichte, weil – wie zuvor bei der Schlacht von Crécy – mit Langbogen bewaffnete Fußtruppen einen entscheidenden Anteil am Ausgang der Schlacht hatten.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Azincourt


      Die Schlacht von Sagunt war Teil der Napoleonischen Kriege in Spanien und umfasste die am 23. September 1811 beginnende Belagerung der alten Festung Saguntum, den gescheiterten Entsatzversuch in der Schlacht von Murviedro durch die Spanier (25. Oktober 1811) sowie die Einnahme der Festung Sagunt am 26. Oktober durch die Franzosen. Der Sieg ermöglichte den Vormarsch auf Valencia das am 9. Januar 1812 in französische Hände fiel.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Sagunt


      Die Schlacht von Balaklawa war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Alliierten (Briten, Franzosen, Osmanisches Reich) und dem Russischen Kaiserreich während der Belagerung von Sewastopol im Krimkrieg. Sie erlangte Berühmtheit durch zwei in den britischen Sprachgebrauch eingegangene Ereignisse, The Thin Red Line und Charge of the Light Brigade.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Balaclava


      Alle diese Schlachten haben ihre Auswirkung auf die Geschichte gehabt, und alle sind mehr oder weniger bedeutend. Je nach Hintergrund oder Interesse wird jeder einzelne eine dieser Schlachten als wichtiger empfinden als die anderen, sie allen anderen vorziehen. Einzelne – Agincourt und Balaklava – wurden auch bereits (teilweise mehrmals) verfilmt, sind dadurch einem breiteren Publikum zugänglich und bekannt gemacht.

      Ich habe mich für keine entscheiden können und überlasse die Qual der Wahl heute den geneigten Lesern meiner täglichen Kolumne.
      Meine Tendenz - bzw. was würde ich gerne aufs Spielfeld bringen ........ Murviedro (Napoleonics halt :whistling: ).


      was war (sonst noch) los:
      1147: Lissabon
      1747: 2.Seeschlacht bei Cap Finisterre
      1780: Tearcoat Swamp
      1781: Johnstown
      1812: Medyn
      1812: südlich der Azoren: USS United States vs. HMS Macedonian
      1822: Beginn der 1.Belagerung von Missilonghi
      1867: Monterotondo
      1949: Kuningtou (oder Guningtou, oder Kinmen)


      CU tomorrow ......

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