Sticky THE DAY - in wargaming history

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      2.3.:
      the daily feature:
      1476: Grandson


      Die Schlacht bei Grandson ist eine der drei großen Schlachten der Burgunderkriege. Sie fand unter geringen Verlusten auf beiden Seiten am 2. März 1476 in der Nähe von Grandson am Neuenburgersee zwischen den Truppen des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen und der Eidgenossen statt. Die Eidgenossen konnten die Burgunder in panikartige Flucht versetzen und machten in deren zurückgelassenem Lager reiche Beute. Dazu gehörten über 400 burgundische Geschütze sowie u.a. kostbare Tapisserien, die heute im Historischen Museum von Bern ausgestellt sind.

      Während der ersten Phase der Burgunderkriege erklärte Bern am 25. Oktober 1474 Herzog Karl «dem Kühnen» von Burgund den Krieg und begann zusammen mit der verbündeten Stadt Freiburg im Üechtland zuerst angrenzende burgundische Herrschaften und Städte einzunehmen, während Karl in Deutschland in einem Konflikt mit dem Erzbistum Köln gebunden war. Nachdem es bei Héricourt am 13. November zu einer ersten Schlacht gekommen war, bei der ein burgundisches Heer erfolgreich zurückgeschlagen wurde, stießen die Berner im Frühjahr 1475 bis nach Pontarlier vor. Auf dem Rückweg überfielen sie im Waadtland die Städte Grandson, Orbe, Jougne und Echallens, die zwar im Besitz burgundischer Vasallen waren, jedoch unter Hoheit des Herzogtum Savoyen standen. Nach dem Tod des bernischen Heerführers Niklaus von Diesbach im Sommer des gleichen Jahres (nach der Eroberung von Blamont) übernahm Niklaus von Scharnachtal das Kommando und stiess erneut in die Waadt vor. Dabei eroberte er Murten, Avenches, Cudrefin, Payerne, Estavayer-le-Lac, Moudon und Yverdon sowie zahlreiche weitere Burgen. In der Zwischenzeit schloss der römisch-deutsche Kaiser Friedrich III. mit Karl dem Kühnen Frieden, so dass dieser nach der Besetzung Lothringens am 11. Januar 1476 von Nancy ins Waadtland ziehen konnte. Die Berner und ihre Verbündeten räumten beim Herannahen des burgundischen Heeres sämtliche besetzten Städte in der Waadt bis auf Grandson und Yverdon. Beide Städte verfügten nur über kleine bernische Besatzungen.

      Am 13. Januar griff Prinz Jakob von Savoyen überraschend Yverdon an. Die bernische Besatzung konnte sich allerdings in die Burg retten. Da am nächsten Tag bereits bernische Entsatztruppen eintrafen, traten die Savoyer den Rückzug an. Anfangs Februar forderten die Berner, da sie über die Größe des herannahenden burgundischen Heeres keine Kenntnisse hatten, die Hilfe der übrigen Eidgenossen an. Diese waren zuerst nicht zum Zuzug bereit, da sie den Berner Herbstfeldzug in die Waadt von 1474 abgelehnt hatten.

      Am 10. Februar besetzte Karl der Kühne den Jougnepass, während Prinz Jakob von Savoyen die Waadt besetzte. Die Berner zogen darauf ihre Besatzung aus Yverdon ab und verlegen sie nach Grandson. Am 16. Februar brachen 7000 Mann aus Bern unter Führung von Niklaus von Scharnachtal und Hans von Hallwyl in Richtung Murten auf. Man vermutete, dass sich Karl in der Nähe von Payerne aufhielt. Bei Murten trafen die Berner auf ihre Verbündeten, den Grafen Oswald von Thierstein mit seiner Reiterei und die Truppen der Niederen Vereinigung.

      Am 18. Februar beschloss die Tagsatzung, den Bernern doch noch Truppen zu schicken und am 23. Februar loszuziehen. Am 19. Februar erreichte Karl der Kühne aber bereits mit einem Heer von rund 20'000 Mann die Stadt Grandson. In der Stadt befanden sich zu dieser Zeit etwa 500 Mann unter dem Kommando von Hauptmann Wyler von Bern. Karl liess nun nordöstlich von Grandson am Fluss Arnon ein stark befestigtes und mit Artillerie gesichertes Hauptlager aufschlagen, da er Grandson einnehmen musste, um auf dem Weg in Richtung Bern den Rücken frei zu haben. Am 21. Februar begannen die Burgunder mit der Erstürmung der Stadt, wobei sie ihre in großer Zahl mitgeführte Artillerie massiv einsetzten. Weder die Stadt noch die Burg waren baulich darauf ausgelegt, längere Zeit einem Beschuss standzuhalten. Die Besatzung musste sich deshalb nach wenigen Tagen in die Burg zurückziehen. Am 27. Februar sammelten die Berner ihre Truppen in Neuenburg, mussten aber den Zuzug der Eidgenossen abwarten, als am folgenden Tag die Besatzung von Grandson sich unter Zusicherung von freiem Geleit ergab. Herzog Karl ließ auf Betreiben der waadtländischen Städte, die stark unter den Bernern gelitten hatten, entgegen seiner Zusage die gesamte überlebende Besatzung von 412 Mann hängen und ertränken. Dieses Gemetzel, das wahrscheinlich zur Einschüchterung der Berner gedacht war, führte zu einer starken antiburgundischen Stimmung in der Eidgenossenschaft, die zusätzlich durch die propagandistische Ausschlachtung der Grausamkeiten angeheizt wurde.

      Während Karl bei Grandson über zehn Tage mit der Belagerung verlor, konnten sich bis am 1. März um Bevaix südwestlich von Neuenburg sämtliche eidgenössischen Truppen mit Zuzug aus den verbündeten Städten Freiburg i. Ü., Biel, Solothurn, St. Gallen und Schaffhausen sowie der Niederen Vereinigung, Basel und den österreichischen Vorlanden mit den Bernern in Ruhe versammeln. Insgesamt soll das eidgenössische Heer ca. 18'000 Mann gezählt haben, hauptsächlich Infanterie mit einem kleinen Kontingent Kavallerie aus den österreichischen Vorlanden und der Niederen Vereinigung. Als Karl vom eidgenössischen Anmarsch erfuhr, liess er an den zwei von Neuenburg nach Grandson führenden Wegen vorausgeschobene Posten einrichten, in der Burg Vaumarcus und an der Rivière de la Vaux. Die Eidgenossen versuchten darauf, Karl aus seiner guten Position in seinem befestigten Lager zu locken, indem sie in der Nacht vom 1. auf den 2. März die Burg Vaumarcus angriffen. Obwohl der Handstreich misslang, ließ sich Karl provozieren und verließ am 2. März seine überlegene Position. Diese Entscheidung ist aus heutiger Sicht schwer verständlich und kann nur mit Karls Unterschätzung des Gegners bzw. seiner Ungeduld erklärt werden. Herzog Karl griff die Eidgenossen jedoch nicht direkt an, sondern befahl seinem Heer lediglich bis Concise vorzurücken, wo auf freiem Feld und ohne Artilleriebedeckung auf seine Anweisung ein Lager bezogen werden sollte. Am gleichen Tag stiessen an zwei Orten eidgenössische Abteilungen in Richtung Grandson vor. Einerseits oberhalb des Sees, wo rund 2500 Schwyzer, Thuner, Bieler, Zürcher, Luzerner und St. Galler die burgundischen Posten an der Rivière de la Vaux alarmierten, andererseits entlang des Sees, wo die Burg Vaumarcus eingeschlossen wurde. Auf die Nachricht, dass die oberhalb vorstoßenden Truppen auf den Feind gestoßen seien, vereinigten sich die beiden Kontingente bis auf eine zur Belagerung der Burg zurückbleibende Truppe aus dem Simmental.


      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Während die Burgunder auf die Nachricht des Feindkontaktes sich beschleunigt in der Ebene von Concise sammelten, erreichte die eidgenössische Vorhut über Vernez eine erhöhte Position am Waldrand über der Ebene. Angesichts der burgundischen Stärke gingen die Eidgenossen nicht wie sonst üblich direkt zum Angriff über, sondern warteten ab, bis gegen 10'000 Mann die Gegend erreicht hatten, um einen konzentrischen Angriff von der Seeseite und der Bergseite her auf die Burgunder auszuführen. Kurz vor dem Mittag verrichteten die Eidgenossen nach ihrer Sitte ein Schlachtgebet, in dem sie angeblich Gottes Beistand gegen den «Wüthrich aus Burgund» erbeten hätten. Die Eidgenossen bildeten nun ein großes Viereck aus Halbartierern und sie umgebenden Spießträgern.

      Gegen Mittag begannen die englischen Langbogenschützen und die Artillerie des burgundischen Heeres, die eidgenössische Vorhut zu beschießen und die Eidgenossen erlitten erste Verluste. Karl ließ seine schwere Reiterei einen frontalen Angriff auf das Viereck der Eidgenossen führen, um es aufzusprengen. Der eidgenössische Igel aus Spießträgern hielt den mehrfach wiederholten Angriffen jedoch stand und warf die Reiterei blutig zurück. Die Eidgenossen blieben trotz der Angriffe in Position, da sie die anrückende Hauptmacht abwarten wollten. In dieser Situation ließ Karl sein Heer umformieren, da er die Eidgenossen in die Ebene locken wollte, wo die burgundische Artillerie besser Wirkung entfalten konnte. Offenbar ging er davon aus, dass die Eidgenossen bereits vollständig versammelt und bereit zum Kampf waren. Karl ließ deswegen seine Infanterie zurückweichen, um Raum für einen eidgenössischen Vorstoß in die Ebene zu öffnen, und befahl auch der Reiterei, den Bogenschützen und der Artillerie den Stellungswechsel.

      Genau in dem Moment, als sich das burgundische Heer neu zu formieren versuchte, traf in etwa gleichzeitig aus dem Wald auf der Höhe und aus dem Engpass von La Lance her das zweite Kontingent der Eidgenossen auf dem Schlachtfeld ein. Alle drei Gewalthaufen gingen nun gemäss Chronisten unter lautem Tosen der Harsthörner gleichzeitig konzentrisch zum Angriff auf die sich umgruppierenden Burgunder über. Unter der zurückweichenden Infanterie brach Panik aus, die in wilde Flucht überging, welche bald auf den dahinter stehenden Teil des Heeres übergriff und schließlich die in aufgelöster Formation heranrückende burgundische Hauptmacht und Nachhut erfasste, die gar nicht mehr damit gerechnet hatte, noch an diesem Tag eingesetzt zu werden. Ohne richtigen Kampf löste sich das burgundische Heer auf und konnte von Karl auch am Arnon nicht mehr aufgehalten werden. Karl musste schließlich mit einem Teil seiner Kriegskasse und seiner Leibgarde ebenfalls fluchtartig sein Hauptlager bei Grandson räumen.

      Danach entwickelte sich noch eine mehrstündige Verfolgung der Burgunder durch die Eidgenossen, die jedoch wegen geringer Kräfte der eidgenössischen Reiterei nicht mit einer Vernichtung des burgundischen Heeres endete. Die burgundische Besatzung von Schloss Grandson und die Flüchtlinge, die sich dorthin gerettet hatten, mussten sich im Anschluss an die Schlacht ergeben und wurden als Vergeltungsakt hingerichtet.


      Die Darstellung der Schlacht im Zürcher Schilling zeigt den Augenblick, an dem die Verstärkung eintritt. Das Heer der Verbündeten ist noch unvollständig und setzt sich aus Angehörigen der Niederen Vereinigung und der Eidgenossenschaft zusammen. Lediglich die Banner von Freiburg, Bern und Schwyz sind entfaltet. Auf beiden Seiten gibt es bereits Gefallene. Im oberen rechten Bildrand trifft die Verstärkung ein. Wie auf der Darstellung der Schlacht bei Murten sind die wichtigsten Teilnehmer individuell hervorgehoben. Im Vordergrund attackiert Oswald von Thierstein die burgundische Reiterei. Wilhelm Herter kämpft unterstützt von einem seiner schwarz uniformierten Gardisten. Am oberen Pol hat Hans von Hallwyl die Armbrust im Anschlag. Die eidgenössische Verstärkung wird von Hans Waldmann angeführt.

      Auf dem zeitnäheren Holzschnitt der pfettisheim'schen Reimchronik von 1477 ist der Moment dargestellt, an dem die Verbündeten zum Gebet niederknien. Wilhelm Herter ist an seiner Hutfeder erkennbar und kniet neben dem Berner Bannerträger. Das lateinische weiße Kreuz war das gemeinsame Kennzeichen der Verbündeten.

      Die Schlacht bei Grandson war verloren, bevor sie richtig begonnen hatte. Die Eidgenossen verfolgten die Fliehenden, so weit sie ihnen zu Fuß zu folgen vermochten. Dann kehrten sie in das intakte burgundische Lager zurück, wo ihnen eine riesige Beute in die Hände fiel.

      Zur Beute gehörten die traditionellen Trophäen: Waffen, Fahnen, Artillerie, Pferde. Auch berichten die Chronisten von Lagern an Lebensmitteln und süßem Wein. Im burgundischen Lager fanden die Eidgenossen in den prächtigen Zelten goldene und silberne Trinkgefäße, Purpur- und andere Kleider, eine herzogliche Schatzkammer, eine vollständige herzogliche Kanzlei und eine vollständige Sakristei.

      Den Eidgenossen fiel praktisch die gesamte Artillerie der Burgunder in die Hände. Darunter waren 419 Geschütze, 800 Hakenbüchsen und 300 Tonnen Schiesspulver. Die burgundische Artillerie war ihrer Zeit voraus. Philippe de Commynes bezeichnete sie als «très grande et puisante, bonne et belle». Sie umfasste Hunderte von Geschützen mit Schildzapfen aus Bronze, die auf den gerade 1450 erfundenen Lafetten montiert waren. Die burgundische Armee verfügte zu Beginn des Krieges über 600 bis 1000 Büchsenmeister und deren Bediente.

      Im Lager der Burgunder kamen noch haufenweise verschiedene Waffen (z.B. Armbrüste) und Versorgungsgüter dazu. Man erbeutete auch den mit Perlen verzierten Hut, das Prunkschwert Karls, seinen goldenen Stuhl, sein goldenes Siegel, sein goldenes Reliquienkästchen, sein Gebetbuch und seine Diamanten. Dazu kamen noch Unmengen wertvolle Tapisserien und sonstige Gegenstände. Die sogenannte «Burgunderbeute» von Grandson wurde in der Geschichtsschreibung zu einem Inbegriff einer außergewöhnlichen Beute.

      Artillerie, Fahnen und Waffen sowie einige Prunkstücke aus dem persönlichen Besitz des Herzogs wurden von den Siegern als gemeinsame Beute, die zu teilen war, betrachtet, nach Luzern überbracht und dort im Wasserturm bis zur Teilung aufbewahrt.

      Warum hat Karl alle diese Schätze auf den Kriegszug mit sich geführt? Dies galt als burgundische Tradition. Mit seinem Prunk und Hofstaat wollte er Verhandlungspartner und Gegner beeindrucken. Auch stand er schon seit zwei Jahren im Felde. Die Anhäufung des Kriegsmaterials, die riesigen Feldlager, welche auf Karren verpackt werden konnten, der Tross mit seinen tausenden von Zugpferden steht in der europäischen Kriegsgeschichte einmalig da und ist in Bezug auf die Organisation erst von den Heeren Napoleons übertroffen worden.



      was war sonst noch los:
      537: Beginn der Belagerung von Rom
      1776: Yamacraw Bluff (oder Battle of the Rice Boats)
      1780: Fort Charlotte (bis 14.3.)
      1797: Zambano, Faedo und Veria
      1798: Lengnau und Solothurn
      1798: Freiburg und Murten
      1811: San Nicolás am Rio de la Plata (Naval)
      1814: Belagerung von Soissons
      1814: Parma
      1814: Aire-sur-l'Adour
      1814: Bar-sur-Seine
      1814: May-en-Multien und Mareuil-sur-Ourcq
      1825: Capture of sloop Anna
      1864: Walkerton
      1865: Waynesboro
      1900: Ladysmith
      1943: Beginn der Schlacht in der Bismarcksee


      CU tomorrow ....

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      3.3.:
      the daily feature:
      1814: Laubressel (und Couteranges)

      In der Schlacht von Laubressel (3. März 1814) unternahm die alliierte Hauptarmee des Feldmarschall Karl Philipp, Prinz zu Schwarzenberg, einen dreigliedrigen konvergierenden Angriff auf die schwächere Armee von Marschall Jacques MacDonald. Die französischen Streitkräfte unter Marschall Nicolas Oudinot trugen die Hauptlast der Kämpfe, bei denen die Alliierten versuchten, ihre linke Flanke zu drehen. Die Franzosen verließen Troyes und zogen sich infolge der Aktion nach Westen zurück. Das Dorf Laubressel liegt 10 Kilometer östlich von Troyes.

      Nach dem französischen Sieg in der Schlacht von Montereau am 18. Februar zog sich Schwarzenbergs Armee hinter die Aube zurück. Als Napoleon gegen Gebhard Leberecht von Blüchers Armee in Schlesien nach Norden zog, verließ er MacDonald und Oudinot, um Schwarzenbergs Armee zu beobachten. Nachdem die Alliierten Oudinot in der Schlacht von Bar-sur-Aube besiegt hatten, drängten sie die Franzosen zurück nach Troyes. In Laubressel überwältigten die Alliierten Oudinots linken Flügel. Die Alliierten verfolgten langsam MacDonalds Armee und drängten sie zurück nach Provins bevor die Nachricht von einem Sieg Napoleons Schwarzenbergs Vormarsch zum Stillstand brachte.


      Am 18. Februar 1814 besiegte Napoleon den Kronprinz Frederick Wilhelm von Württemberg in der Schlacht von Montereau. Nach diesem Rückschlag befahl der österreichische General Karl Philipp, Prinz von Schwarzenberg, der böhmischen Armee, sich nach Troyes zurückzuziehen. Schwarzenberg bat auch seinen Verbündeten Gebhard Leberecht von Blücher, seine Nordflanke in Méry-sur-Seine zu unterstützen und der preußische General folgte sofort. Der Österreicher wollte am 21. und 22. Februar in der Nähe von Troyes eine Schlacht führen. Die schlechten Nachrichten seines Kommandanten im Süden, Prinz Friedrich VI. von Hessen-Homburg, änderten jedoch bald seine Meinung. Marschall Piere Augereau drohte mit der Rückeroberung von Chalon-sur-Saone während Jean Gabriel Marchand Genf bedrohte. Schwarzenberg befahl Vincvenzo Federico Bianchi das österreichische I. Korps und eine Reservedivision zu übernehmen und nach Dijon zu marschieren, wo sie sich dem Kommando von Hessen-Homburg anschließen würden.

      In Troyes standen Schwarzenbergs 90.000 Soldaten und Blüchers 50.000 unter Napoleon etwa 75.000 Soldaten gegenüber. Obwohl er dem französischen Kaiser fast zwei zu eins überlegen war, überschätzten Schwarzenbergs Geheimdienste die feindliche Stärke immer wieder. Am 22. Februar untersuchten die Franzosen die Positionen der Alliierten von Méry nach Troyes. Die Infanterie von Marschall Nicolas Oudinot hatte Méry von alliierten Truppen befreit und am anderen Ufer Fuß gefasst, aber sie konnten es nicht gegen alliierte Gegenangriffe halten. Bei diesem Zusammenstoß kämpften 3.600 Männer aus der Division von Pierre François Joseph Boyer gegen 5.000 Russen des VI. Infanteriekorps von Alexei Grigorievich Scherbatov unter dem Kommando von Fabian Wilhelm von Osten-Sacken und 1.200 Preußen aus Ludwig Yorck von Wartenburgs I. Korps. In dieser Nacht wies Schwarzenberg seine Armee an, sich hinter die Seine zurückzuziehen, mit Ausnahme von Ognyt Gyulais III. Korps, das nach Südosten nach Bar-sur-Seine ziehen würde.

      Enttäuscht darüber, dass sein österreichischer Verbündeter sich weigerte den Kampf zu führen, bat Blücher um die Erlaubnis, unabhängig zu operieren, und erhielt diese. Er hoffte, sich mit zwei Korps unter Ferdinand von Wintzingerode und Friedrich Wilhelm Freiherr von Bülow zu treffen und so verstärkt auf einem nördlicheren Weg nach Paris vorzurücken. In der Zwischenzeit, am 23. Februar, fiel Schwarzenbergs Armee nach Osten zurück, bedeckt von einer Nachhut unter dem bayerischen General Karl Philipp von Wrede . Die Alliierten sandten einen Abgesandten zu Napoleon, um einen Waffenstillstand vorzuschlagen, aber daraus wurde nichts, da sich die Bedingungen des Kaisers als inakzeptabel erwiesen. In der Nähe von Troyes stießen die 1.290 Reiter der 12. leichten Kavallerie-Brigade von Auguste Jean Ameil und der 21. und 26. Dragoner mit der österreichischen 2. leichten Division von Moritz von Liechtenstein zusammen. Die österreichische Kavallerie verlor 311 Mann und drei ihrer Jägerkompanien wurden gefangen genommen.

      Bei seinem Rückzug passierte Schwarzenbergs Hauptkörper Vendœuvres während andere Kolonnen über Piney im Norden und Bar-sur-Seine im Süden gingen. Zur Verfolgung schickte Napoleon Ètienne Maurice Gérard und das II. Korps in Richtung Vendœuvres und Marschall Jacques MacDonald und das XL. Korps nach Bar-sur-Seine. Der französische Kaiser hielt seine Reserven in der Nähe von Troyes, damit er auf Blüchers Bewegungen reagieren konnte. Am 26. Februar besetzten Oudinots Truppen Bar-sur-Aube während MacDonald nach Südosten zog, um Mussy-sur-Seine zu erobern. Am nächsten Morgen erhielt Napoleon schließlich Berichte, dass Blüchers Armee auf Paris vorrückte und einen dreitägigen Vorsprung hatte.

      Napoleon befahl MacDonald, das Kommando über 42.000 Truppen gegen Schwarzenberg zu übernehmen, indem er sich hinter der Aube verteidigte. MacDonald würde das II., XI. Und VII. Korps und das II. Kavallerie-, V. Kavallerie- und VI. Kavalleriekorps haben. Die Marschälle Auguste de Marmont und Èdouard Mortier hatten 10.000 Männer vor Blücher in der Nähe von Meaux. Napoleon nahm 35.000 Soldaten und marschierte nordöstlich gegen Blüchers Rücken. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um die Tatsache zu verbergen, dass Napoleon nicht mehr vor Schwarzenbergs Armee stand.

      Der österreichische Kommandant vermutete schnell, dass Napoleon nicht vor ihm war. Am 27. Februar besiegte Schwarzenberg Oudinot in der Schlacht von Bar-sur-Aube als der französische Marschall seine Truppen in exponierter Position am Ostufer der Aube einsetzte. Obwohl Oudinot zahlenmäßig etwas überlegen war, wurde er mit dem größten Teil seiner Artillerie und der Hälfte seiner Kavallerie am Westufer des Flusses gefangen und brachte nur 18.000 Soldaten in Aktion, wobei 3.500 Opfer zu beklagen waren. Eine andere Quelle gab an, dass die Franzosen 2.600 Tote und Verwundete verloren und 500 Männer und zwei Kanonen erbeutet hatten. Die Alliierten erlitten 1.250 russische, 400 bayerische und 250 österreichische Opfer.

      Am Tag nach seiner Niederlage zog Oudinot seine Truppen nach Vendœuvres zurück, wobei er von den Alliierten nur schwach verfolgt wurde. MacDonald war sich Oudinots Niederlage nicht bewusst und rückte nach Laferté-sur-Aube vor, wo die Alliierten die Brücke zerstört hatten. Am 28. Februar griffen Soldaten des Gyulai-Korps die Division von Michel Sylvestre Brayer in Silvarouvres an und eroberten dort die Brücke. MacDonald verließ Laferté-sur-Aube und zog sich nach Bar-sur-Seine zurück. Die Verluste betrugen auf jeder Seite etwa 600 Männer. Am 1. März sandten die Alliierten zwei Aufklärungsabteilungen unter Johann Maria Philipp Frimont und Peter Petrovich Pahlen aus. Frimont besetzte Vendœuvres nach einigen Gefechten mit Gérard, während Pahlen zu Frimonts Rechten operierte.

      Schwarzenberg war weniger besorgt um seine Feinde und befahl am 2. März einen Vormarsch auf Troyes. Als Pahlen an diesem Tag Gérards Truppen fand, die die Guillotière-Brücke hielten, zog er durch die Dörfer Mesnil-Saint-Père und Géraudot nach Norden, um Dosches zu erreichen. Seine Scouts in Richtung Laubressel wurden von französischen Streitkräften verjagt. Das russische Korps von Peter von Wittgenstein besetzte Piney, während das bayerisch-österreichische Korps von Wrede die Nacht in der Nähe von Vendœuvres verbrachte. An der Südflanke verfolgte das Korps der Kronprinzen von Württemberg und Gyulai MacDonalds Streitkräfte. Sie trieben Brayers Division aus Bar-sur-Seine, zu einem Preis von 500 alliierten und 100 französischen Opfern. Brayer fiel zurück, um sich dem XI. Korps anzuschließen.


      Ende Teil 1

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      Teil 2

      Am 3. März um 13:00 Uhr plante Schwarzenberg einen Großangriff auf seine Gegner von drei Seiten. Er befahl Wredes Korps, die Strasse von Vendœuvres nach Troyes nach Westen anzugreifen und den Couteranges Wald zu besetzen. Wittgenstein wurde angewiesen, von Piney nach Südwesten zu ziehen und Wredes Streitkräfte in der Nähe von Laubressel zu treffen. Der Kronprinz und Gyulai wurden angewiesen, von Bar-sur-Seine nach Nordwesten zu drängen. Um sich den Alliierten zu widersetzen, befahl Oudinot der Division von Guillaume Philibert Duhesme, die Guillotière-Brücke zu verteidigen. Die Division von Henri Rottembourg war auf dem Laubressel-Plateau stationiert. Die 2. Division des II. Korps verband die Stellungen von Duhesme und Rottembourg mit der Brigade von Antoine Anatole Jarry zu Duhesmes Linken. Oudinots VII. Korps und Francois Etienne de Kellermanns VI. Kavalleriekorps bewachten im Nordwesten die Saint-Hubert-Brücke an der Seine. Das II. Kavalleriekorps von Antoine-Louis Decrest de Saint-Germain befand sich in Saint-Pares-aux-Tertres . Das XI. Korps unter Gabriel Jean Joseph Molitor befand sich in der Nähe von Saint-Parres-lès-Vaudes am Westufer der Seine südöstlich von Troyes. Ebenfalls im Süden befand sich das V-Kavalleriekorps von Èdouard Jean Baptiste Milhaud mit Außenposten in Rumilly-löès-Vaudes und Fouchères.

      Am Morgen wurde das Korps von Wrede von der bayerischen Division von Anton von Rechberg und der österreichischen Division von Anton Leonhard von Hardegg angeführt. Der Rest seiner Truppen befand sich in Vendœuvres mit dem Befehl, durch Montiéramey zu ziehen. Wittgensteins Infanterie marschierte von Piney über die Dörfer Rouilly-Sacey und Mesnil-Sellières nach Laubressel. Ihnen ging Pahlens Vorhut voraus, die schnell auf Rottembourgs französische Truppen stieß. Pahlens Infanterie, unterstützt von einem Kürassier-, einem Ulanen- und einem Husarenregiment sowie vier Feldgeschützen, begann den Kampf mit Rottembourgs Truppen. Der Rest seiner Kavallerie kreiste nach Norden durch Bouranton , um die französische linke Flanke zu umfassen. Pahlens Kavallerie erreichte das unbewachte Dorf Thennelières im französischen Hinterland, wo sie einen schwach eskortierten Artilleriepark angriff. Saint-Germains Kavallerie erschien und eroberte den größten Teil des Parks zurück, aber nicht bevor die russischen Reiter 200 Gefangene nehmen konnten. Saint-Germain drängte Pahlens Kavallerie über Bouranton hinaus zurück. Kellermanns Korps zog nach Saint-Parres-aux-Tertres, um das II. Kavalleriekorps zu ersetzen.

      Um 15.00 Uhr startete Wittgenstein einen doppelten Angriff, nachdem er gehört hatte, wie Wredes Waffen die französischen Stellungen bombardierten. Rechts führte Herzog Eugen von Württemberg das russische II. Infanteriekorps gegen Bouranton an, links Andrei Iwanowitsch Gorchakow das I. Infanteriekorps gegen Laubressel. Der Angriff bestand aus Bataillonskolonnen, die von Plänklern angeführt und von Artillerie gut unterstützt wurden. Eugens 3. Division nahm Bouranton leicht und zog in Richtung Thennelière, nur um von Kellermanns Kavallerie, die sich den Kämpfen angeschlossen hatte, angegriffen zu werden. Eugens 4. Division hatte Schwierigkeiten, sich die weinbergbedeckten Laubressel-Hänge hinauf zu kämpfen. Nach Erreichen des Kamms musste die 4. Division den Angriffen der Kavallerie von Saint-Germain standhalten. Rottembourgs Infanterie wurde nur von sechs Artilleriegeschützen unterstützt und erlitt Verluste durch die 32 gegen sie eingesetzten russischen Feldgeschütze.

      Wrede schickte vier oder fünf bayerische Bataillone über die Barce in der Nähe von Courteranges. Sie zogen durch den Wald, um sich mit Wittgensteins Russen zu verbinden. Als die Russen Rottembourg vom Laubressel-Plateau verdrängten, gab Oudinot den Befehl, sich zurückzuziehen. Gorchakovs Vormarsch war durch die Anwesenheit von 20 französischen Kavallerieschwadronen gebremst worden, aber jetzt startete das russische Kaluga-Regiment einen Angriff ohne Befehl. Mit König Friedrich Wilhelm von Preußen nahmen sie die Höhen im Sturm. Zur gleichen Zeit wurde Antoine Alexandre de Bélairs Brigade der 2. Division des II. Korps von zwei russischen Regimentern vor und zwei weiteren von der Flanke getroffen. Bélairs Brigade löste sich auf und floh zurück.

      Als Gérard sah, dass sich seine Flanke drehte, gab er Anweisungen für einen Rückzug. Anscheinend war Jarry stellvertretender Kommandeur der 2. Division des II. Korps, weil er und Rottembourg sich ihren Divisionen anschlossen und sich nach dem Verlassen von Laubressel ordentlich zurückzogen. Ihre Bewegung wurde von Kavallerie und Artillerie unterstützt. Wrede entschied sich für diesen Moment, um die Guillotière-Brücke mit vier bayerischen Bataillonen direkt anzugreifen und andere Truppen nach links zu verlagern. In der Verwirrung verpasste Duhesme die ersten Befehle zum Rückzug und war fast von Feinden umgeben, als Gérard den Befehl ein zweites Mal schickte. Gejagt von den österreichischen Knesevich Dragonern Nr. 3 und die Szekler Husaren Nr. 11 kämpften sich Duhesmes Truppen dennoch nach Saint-Parres-aux-Tertres zurück, nachdem sie 400 Mann und zwei Kanonen verloren hatten. Der Kronprinz blieb auf der linken Seite inaktiv, so dass Molitors XI. Korps und Milhauds Kavallerie ungestört zurückfallen konnten.

      Eine Quelle gab französische Verluste an, als 2.600 getötet und verwundet und 460 gefangen genommen wurden, während die Russen 1.200 und die Bayern 300 verloren. Eine andere Quelle gab an, dass die Alliierten 1.500 französische Soldaten und sieben Kanonen gefangen genommen hatten, während etwa 1.000 Opfer zu beklagen waren. Eine dritte Quelle schätzte, dass die Franzosen 1.000 Tote und Verwundete sowie 2.000 Soldaten und 11 Kanonen verloren, die von 20.000 eingesetzten Truppen erbeutet wurden. Die Alliierten verloren 1.000 Tote und Verwundete von 32.000 Soldaten. MacDonald, der krank war, hatte nur 21.000 Infanteristen und 4.000 Kavalleristen, um sich der viel größeren alliierten Armee zu stellen. Er beschloss, sich absichtlich zurückzuziehen, damit seine Wagenzüge mithalten konnten.

      In der Sorge, dass Napoleon plötzlich auftauchen könnte, befahl Schwarzenberg Wittgenstein und Wrede, die Stadt sofort anzugreifen. Gérard hielt sich bis 11:00 Uhr am Ostufer der Seine auf, als er sich nach Troyes zurückzog. Die Alliierten kämpften sich in die Vororte vor, wurden aber an der Stadtmauer angehalten. Sie zogen Haubitzen auf und begannen, Troyes zu beschießen. Während einer Pause im Bombardement entkam die französische Garnison und schloss sich MacDonalds sich zurückziehender Armee an. Oudinot glaubte nicht, dass in La-Chapelle-Saint-Luc eine starke Nachhut benötigt wurde. Infolgedessen tauchte die bayerische Kavallerie plötzlich hinter Kellermanns Kavallerie auf und versetzte sie in Panik. Zum Glück für die Franzosen, als das VI. Kavalleriekorps ihre Infanterie angriff, wurde sie nur aufgehalten, aber dennoch 400 Gefangene von den Alliierten gemacht.

      Nach einer zweitägige Orgie der Plünderung und Gewalt in Troyes machten sich Wittgensteins und Wredes Truppen auf den Weg, den Franzosen nach, während der Kronprinz und Gyulai auf Sens zumarschierten. Schwarzenberg selbst blieb bis zum 12. März in Troyes. Bis zum 16. März hatten die Alliierten MacDonalds Armee nach Provins zurückgedrängt . An diesem Tag erfuhr Schwarzenberg von Napoleons Sieg in der Schlacht von Reims und der französischen Eroberung von Chalons-sur-Marne und sein Vormarsch wurde gestoppt.


      Etwas genauere Ordres de bataille findet man u.a. hier:
      fr.wikipedia.org/wiki/Bataille_de_Laubressel



      was war sonst noch los:
      1575: Tukaroi
      1638: 2.Schlacht von Rheinfelden (siehe Bericht 28.2.)
      1776: Battle of Nassau
      1779: Brier Creek
      1793: Schwalmen
      1795: Gronau, Vreden, Ottenstein und Gildehaus
      1799: Ende der Belagerung von Korfu
      1806: Šabac (oder Schabatz)
      1814: Belagerung von Besancon (und Neuilly-Saint-Front)
      1814: La Guillotiere/Troyes (Tag 1)
      1945: Ende der Schlacht um Manila


      CU tomorrow ......

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